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Ausstellung

Oskar Kokoschka
Reisebilder

Druckgrafik aus Privatbesitz

Kamelmarkt II, 1965/66, Lithographie ©Fondation Oskar Kokoschka / VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Abbildung: Kamelmarkt II, 1965/66, Lithographie © Fondation Oskar Kokoschka / VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Vom 22. Juli bis 31. August 2017 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Arbeiten des Künstlers Oskar Kokoschka. Unter dem Titel "Reisebilder" wurde Druckgrafik aus Privatbesitz präsentiert.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 22. Juli 2017 um 11.30 Uhr luden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein.

Zur Einführung sprach Prof. Dr. Heinz Spielmann, Hamburg.






Oskar Kokoschka: Der österreichische Künstler Oskar Kokoschka wird 1886 im niederösterreichischen Pöchlarn geboren. 1904 erhält Kokoschka ein Stipendium des Staats und kann an der Kunstgewerbeschule studieren. Während des Studiums entwirft er für die Wiener Werkstätte Postkarten, Fächer und Vignetten. An der 1908 von der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte gemeinsam veranstalteten "Kunstschau" nimmt auch Oskar Kokoschka teil. Neben Gobelinentwürfe stellt er Zeichnungen und Gouachen von Mädchenakten aus, letztere provozieren einen Skandal. Doch sowohl Gustav Klimt als auch der Architekt Adolf Loos werden auf den jungen Künstler aufmerksam. Besonders Adolf Loos ermutigt ihn, er nimmt ihn mit auf Reisen unterstützt in auch finanziell. 1910 lernt Kokoschka bei einem Aufenthalt in Berlin Herwarth Walden und den "Sturm-Kreis" kennen, für den er in den folgenden Jahren arbeitet. An der Kunstgewerbeschule in Wien ist Kokoschka 1912-13 Assistent und lehrt Aktzeichnen. 1912 beginnt Oskar Kokoschka in Wien eine leidenschaftliche Beziehung mit Alma Mahler, Witwe des Komponisten Gustav Mahler. Die Trennung von ihr im Jahr 1915 macht ihm schwer zu schaffen und er wird depressiv. Im Ersten Weltkrieg dient Oskar Kokoschka freiwillig als Soldat, er wird 1915 schwer verletzt. 1919 wird er als Professor an die Kunstakademie in Dresden berufen. Ab etwa 1920 beginnt der künstlerische Erfolg von Oskar Kokoschka. Zudem sichern das Dresdner Professorengehalt bis 1923 sowie der Galerievertrag mit Bruno Cassirer das monatliche Einkommen. Oskar Kokoschka hat vor allen Dingen als Porträtist großartige Werke geschaffen. Ohne Rücksicht auf Schönheit oder mimetische Ähnlichkeit des Dargestellten gelingt ihm eine psychologische Durchdringung der jeweiligen Person. Ab 1921 entstehen auch vermehrt Stadtansichten. Nach dem Tod des Vaters verlässt Kokoschka Dresden und kehrt nicht wieder zurück, auch seine Professorentätigkeit nimmt er nicht wieder auf. Ab 1924 hält sich Oskar Kokoschka öfter in Paris auf, er unternimmt zahlreiche Reisen durch Europa, den Nahen Osten und Nordafrika. 1933 ist Kokoschka wieder in Wien, flieht aber bald schon vor den drohenden politischen Geschehnissen nach England. In der Ausstellung "Entartete Kunst" in München werden 1937 acht seiner Werke gezeigt. Als Reaktion darauf entsteht das Bild "Selbstbildnis als entarteter Künstler". 1947 nimmt Kokoschka die britische Staatsbürgerschaft an. Neben seinem malerischen Werk ist Oskar Kokoschka auch Dichter. 1908 veröffentlicht er den Gedichtband "Die träumenden Knaben", den er auch illustriert. Es entsteht der Einakter "Sphinx und Strohmann". In der Zeitschrift "Der Sturm" erscheint das expressionistische Bühnenstück "Mörder, Hoffnung der Frauen". Nach dem Krieg lebt Kokoschka in Villeneuve am Genfer See. 1953-63 leitet er die Salzburger Sommerakademie "Schule des Sehens". Oskar Kokoschka stirbt am 22.2.1980 im schweizerischen Montreux.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 20.07.2017:

Werke eines Weltkünstlers

Niebüll


Arndt Prenzel



Selbstbildnis Oskar Kokoschka, Lithografie 1966
Selbstbildnis Oskar Kokoschka, Lithografie 1966.
Foto: Lea Sarah Albert

In der Niebüller Stadtbücherei sind ab Sonnabend, 22. Juli, Werke des österreichischen Malers, Grafikers, Bildhauers und Schriftstellers Oskar Kokoschka (1886-1980) zu sehen. Die Ausstellung in der Stadtbücherei umfasst Druckgrafiken aus der Sammlung und Kunststiftung Spielmann-Hoppe aus den Jahren 1946 bis 1975. Seit den 20er-Jahren unternahm der Welt-Künstler ausgedehnte Reisen durch Europa, Nordafrika und Kleinasien, die ihn zu zahlreichen Landschaftsbildern inspirierten. Die Reiseskizzen führen die Betrachter nach Süditalien, Griechenland, Marokko, Tunesien, London, New York, aber auch nach Hamburg und Berlin. Der Kurator der Stadtbücherei, Thomas Gädeke, betont: „Es ist großartig, den großen Klassiker der Moderne in die kleine Stadtbücherei zu bekommen. Eine enorme Sache, die wir uns nicht hätten träumen lassen, gleichzeitig eine Anerkennung unserer Arbeit, denn diese Ausstellung hätte jedem größerem oder bekannterem Haus Ehre gemacht. Wir freuen uns darauf, uns von Kokoschkas unruhigem Geist und Weltläufigkeit anstecken zu lassen.“

Ermöglicht hat die Ausstellung Prof. Dr. Heinz Spielmann mit seiner Stiftung. Der frühere Leiter der Modernen Abteilung am Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und Direktor der Landesmuseen Schloss Gottorf war eng mit Kokoschka befreundet. Der Kunsthistoriker hat für den Künstlergiganten 15 bis 20 Ausstellungen realisiert, ein Standardwerk, Briefe und Schriftverkehr sowie viele Kataloge herausgegeben. Zudem baute Spielmann in Hamburg und später in Schleswig Sammlungen mit rund 200 Kokoschka-Werken auf. Sein Ansatz war es immer, Kunst auch in die Dörfer, auf das Land zu bringen. Heinz Spielmann sagt zur Niebüller Schau: „Kokoschkas Darstellungsmodus erscheint in seinen Reise-Lithografien malerisch und großzügig; der ausgedehnte Blick, der sich über das schmale Sehfeld hinaus weitet, war dem Zeichner ebenso wichtig, wie der Himmel, der die Szenerie überspannt. In diesen Lithografien machte er sich Erfahrungen seiner gemalten Reisebilder zu Nutze.“

Bereits in einem Brief an einen Jugendfreund träumte der 21-jährige Oskar Kokoschka 1907 vom Reisen – diesen Traum erfüllte er sich 1908. Ergänzt werden die Städte- und Landschaftsdarstellungen um einige Stillleben und Porträts. Der Künstler gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Expressionismus und der Wiener Moderne. Besonders in den 50er und 60er Jahren reüssierte er durch seine ausdrucksstarken Porträts. Ohne Rücksicht auf Schönheit oder mimetische Ähnlichkeit des Dargestellten gelang Kokoschka eine psychologische Durchdringung der jeweiligen Person. Berühmt wurde vor allem sein Auftragsporträt von Konrad Adenauer (1966). Seine lange Lebenszeit führte ihn durch die Stürme der Zeit. Er stellte 1909 das erste Mal aus, überlebte den Ersten Weltkrieg, hatte eine Professur in Dresden inne. Kokoschka galt als „Hitlers Kunstfeind Nummer 1“, flüchtete nach England, um nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1955 an der ersten „Documenta“ teilzunehmen.

Die Vernissage findet am Sonnabend, 22. Juli, 11.30 Uhr, in der Niebüller Stadtbücherei statt. Der Eintritt ist frei. Zur Einführung spricht Prof. Dr. Heinz Spielmann. – Quelle: https://www.shz.de/17348381 ©2017






Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 25.07.2017:

Reisebilder aus aller Welt

Niebüll


Arndt Prenzel



Ausstellungseröffnung
Dr. Thomas Gädeke und Professor Heinz Spielmann kamen zur Ausstellungseröffnung.
Foto: Arndt Prenzel

Hochkarätige Kunst ist wieder einmal in Niebüll zu sehen, diesmal in der Stadtbücherei, dem heimlichen Kunsttempel der Stadt. Nach dem Tod von Andreas Brandt sind es die Kuratoren Dr. Thomas Gädeke und Professor Manfred Reuther, die hier unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Ein weiterer anerkannter Kunsthistoriker und Sammler ist der Hamburger Professor Dr. Heinz Spielmann, der aus seiner Stiftung Spielmann-Hoppe Reise-Zeichnungen (Litografien) von Oskar Kokoschka zu Verfügung stellte. Ronald Steiner, Kunstliebhaber und Leiter der Stadtbücherei, hieß die Gäste willkommen, darunter Bürgervorsteher Uwe Christiansen und Amtsvorsteher Peter Ewaldsen. Professor Heinz Spielmann, von 1986 bis 1998, Landesmuseumsdirktor und Leiter der des Landesmuseums Schloss Gotttorf, lernte Oskar Kokoschka bereits in den 60er Jahren kennen. "Ich kam gut mit ihm zurecht", erinnerte er sich lächelnd. Als junger Abteilungsleiter im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg begann Spielmann zu dieser Zeit eine Jugendstilsammlung aufzubauen. "Oskar Kokoschka war dem Jugendstil zu Beginn verhaftet", sagte der schwungvolle 86-Jährige in seiner Rede, "beeinflusst war er von seinem Förderer Adolf Loos." Der führte ihm 1908 an die ungarische Grenze, wo der 22-Jährige sein erstes Landschaftsbild malte. Kokoschka ging schnell einen eigenen Weg. 1910 entstanden zahlreiche psychologische Porträts, die sein Markenzeichen werden sollten. "Oskar Kokoschka beschäftigte sich mit der Wirklichkeit", so Spielmann. Der Künstler malte den Menschen nicht wie er aussah, sondern wie er ihn erlebte bzw. empfand. Bereits 1912 hielt er in einem Vortrag fest, "Das Bewusstein der Gesichte (Prophetie) ist kein Zustand, in welchem man Dinge erkennt oder einsieht, sondern ein Stand desselben, an dem es sich selbst erlebt." Das Erlebnis prägt laut Kokoschka das Bewusstsein. Und so malte er nicht das, was er sah, sondern das, was er empfand. Die Menschen erscheinen so als völlig verändert - im kantigen Hamburger Bürgermeister Max Brauer erkennt er den träumenden Knaben, der dieser vielleicht einmal war. Manche der Porträtierten wurden den Bildern erst später immer ähnlicher ... Oskar Kokoschka identifizierte sich immer wieder mit anderen, so als "Herumtreiber" wie Odysseus oder als "Abschied von der Welt nehmender" wie King Lear. "Sein Einfühlungsvermögen hat etwas Visionäres", erläuterte der Kunsthistoriker. Er verwies auf sein Bild von New York, das in der Stadtbücherei zu sehen ist. "New York erscheint wie ein archäologisches Trümmerfeld." Nach den Nächten in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs wollte Kokoschka Städte nur noch von oben malen. Dafür ließ er sich in Hamburg in einem Kran nieder. Oder aber im Tropen-Institut. Der Hafen wirkt von oben seltsam verlassen, fast harmlos. Auch diese Zeichnungen sind in Niebüll zu betrachten. Sind es Meisterwerke? Hier muss der Betrachter beim Schauen schon ins Detail gehen. Kokoschkas Reiselust begann früh. Eine erste Reise führte ihn 1911 in die Schweiz, wo er die Berge im Bild festhielt. Die Landschaft als Erlebnis des Sehens. In der Stadtbücherei sind Reisebilder aus der Zeit nach 1945 ausgestellt. Besuche in Griechenland verstand der Künstler als Manifest der Freheit - sein Lebensprinzip. In Apulien fand er Spuren des antiken Lebens, er gestaltete die abgemalten Stauen die er in den Museen in Florenz fand, wie "normale" Menschen. Beim Gang durch die Ausstellung findet man einen "Flussgott", sieht Delphi, erkennt Mandelbäume und freut sich vor allem über die Städte: Berlin, London, New Yorks Manhattan oder eben Hamburg. Das Selbstbildnis zeigt den Meister als Zauberer - das war er zweifellos. "Da ich kein Utopist bin, halte ich die Erde für die bestmögliche Welt", zitierte Heinz Spielmann abschließend Oskar Kokoschka. Dieser empfahl, die Augen zu öffnen, um die "bezaubernde Realität des Alltags wahrzunehmen." Diesem Hinweis wollte sich bei der Ausstellungseröffnung niemand verschließen - und so machte sich die Besucherschar auf, um "ihren Oskar Kokoschka" zu entdecken. Die Niebüller können dies bis zum 31. August zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtbücherei tun.




Puppentheater



Findus zieht um - Neues von Pettersson und Findus



Die Stadtbücherei Niebüll lies am Mittwoch, dem 23. August 2017 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll die Puppen tanzen. Das Theater mit Puppen "AUGUST Theater" aus Dresden spielet das Stück "Findus zieht um" - Neues von Pettersson und Findus". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.


Findus zieht um
Infos zum Stück:
Geschichten mit Pettersson und Findus, nach dem im Januar 2013 erschienen Kinderbuch von Sven Nordqvist für die ganze Familie mit Kindern ab 4 Jahren. In der neuen Geschichte hat Findus am Ende von Petterssons Bett eine eigene Schlafstatt bekommen. Doch statt Pettersson seinen Schlaf zu gönnen, fängt er jeden Morgen um vier Uhr an, in seinem kleinen Bett herum zu hüpfen und dabei Töne von sich zu geben, die man noch hinter dem nächsten Berg hören kann. Obwohl Findus Pettersson versprochen hatte, ihn schlafen zu lassen, hält er sich nicht daran. Als Pettersson ihn ermahnt und seinen Kater an sein Versprechen erinnert, beschließt Findus: "Dann ziehe ich um!" Der gutmütige Pettersson hilft ihm dabei und baut das alte Holzplumsklo zu einem eigenen kleinen Häuschen für Findus um. Hüpfen kann man dort ganz ausgezeichnet, und eigentlich braucht man nicht einmal zum Abendessen zu Pettersson zu gehen. Doch des Nachts ist es ganz schön unheimlich so alleine und bestimmt sitzt auch der Fuchs vor der Tür und wartet nur darauf, einen kleinen Findus zu verspeisen. Vielleicht ist es bei Pettersson doch schöner? Typisch Pettersson und Findus: Anrührend, charmant und urkomisch.
Ein Theaterstück mit dem Schauspieler und Puppenspieler Grigorij Kästner- Kubsch und der Puppenspielerin Randi Kästner-Kubsch.






Schafgeschichten mit der Lammkönigin Femke Andresen


Lammkönigin Femke Andresen

Am Dienstag, dem 11.07.2017 fand von 16.00 bis 17.00 Uhr eine besondere Vorlesestunde in der Stadtbücherei Niebüll statt. Die amtierende Lammkönigin Femke Andresen kam und las Schafgeschichten für Kinder.
Alle Kinder ab 3 Jahren waren zu dieser kostenlosen Veranstaltung ganz herzlich in die Stadtbücherei Niebüll eingeladen.
Die Lesung war Teil der 22. Nordfriesischen Lammtage, die in diesem Jahr vom 06. Mai bis 31. Juli 2017 stattfinden.



Mehr über die Lammkönigin und die Lammtage gibt es hier:

www.lammtage.de



Lammkönigin Femke Andresen zu Besuch in der Stadtbücherei Niebüll

"Königlicher Besuch" in der Stadtbücherei Niebüll.




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 16.07.2017:


"Aus dem Leben einer Lammkönigin"

Niebüll


Anja Werner


Königlicher Besuch in der Stadtbücherei Niebüll
Einmal die Schärpe der Lammkönigin tragen - das wollten alle Kinder bei der Lesung mit Femke Andresen.
Foto: Anja Werner

Die staunenden Blicke der vielen Mädchen und Jungen, die trotz des schönenWetters in die Niebüller Stadtbücherei gekommen sind, zeigen es deutlich: Für Kinder ist Femke Andresen eine echte Königin. Schärpe, Krone, ein edles rotes Kleid – tatsächlich sieht die 27 Jahre alte, bildhübsche Frau mit braunen Haaren auch wie eine Monarchin aus. Doch Femke Andresen ist „nur“ eine Produkt-Majestät – nämlich die amtierende Lammkönigin Nordfrieslands. Was ist die wichtigste Voraussetzung, umin dieses Ehrenamt gewählt zu werden? „Man muss mindestens 20Jahre alt sein und aus Nordfriesland stammen. Vor allem kommt es aber darauf an, dass man diese Region, die Marsch, die Deiche und das Meer liebt. Mit meiner Begeisterung für Nordfriesland möchte ich möglichst viele Menschen,Urlauber und Einheimische anstecken“, sagt Femke Andresen, die in die Stadtbücherei gekommen ist, um Kindern Geschichten über Schafe und Lämmer vorzulesen. Eine von vielen repräsentativen Aufgaben für den Verein „Nordfriesische Lammtage“, die aber allesamt „richtig Spaß bringen“, sagt die strahlende Majestät. Femke Andresen kennt den Unterschied zwischen Stadt- und Landleben genau. Sie wuchs in dem kleinen Dorf Holm auf, mit ihrem jüngeren Bruder auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern, auf demes allerdings nur Kühe gab. Nach dem Abitur lebte sie von 2009 bis 2012 drei Jahre für ihre Ausbildung zur Bankkauffrau inder Metropole Frankfurt am Main. „Ich vermisse nichts am Großstadtleben, ich hatte solche Sehnsucht und war so glücklich, als ich zurück nach Nordfriesland konnte“, sagt die Lammkönigin, die danach zunächst bei einer hiesigen Bank und nun bei der Breitbandgesellschaft arbeitet. Dort gibt es großes Verständnis, wenn die Holmerin für ihre repräsentativen Pflichten wiedieseLesung oder auch für Auftritte auf Märkten, Messen, Bällen und anderen Veranstaltungen mal früher Feierabend machen muss. „Darf ich mal die Schärpe anprobieren?“, fragt in der Pause eine der kleinen Zuhörerinnen die Lammkönigin. „Klar sagt Femke Andresen, und hilft beim Überziehen. Danach möchten alle die Schärpe anprobieren, auch die Jungs, die sich feschmachen als kleine Lammkönige. Die Schärpe, dieKrone und zwei Kleider – ein kurzes Rotes und ein langes Abendkleid – hat Femke Andresen für ihre repräsentativen Aufgaben gestellt bekommen. „Beide habe ich bewusst in Rot gewählt,die Farbe steht mir gut und ist auch eine der Farben Nordfrieslands“, sagt die junge Frau, die mittlerweile auch privat täglich mit Schafen zu tun hat, denn: „Mein Freund, auf dessem Hof ich lebe, hat davon 1200 Stück.“ Wenn Femke Andresen von dem dortigen Miteinander mit den flauschigen Deichbewohnern spricht, gerät sie ins Schwärmen: „Besonders zur Lammzeit lässt es mein Herz höher schlagen, wenn ich de nMuttertieren bei der Geburt helfen und danach den kleinen Lämmern beim Aufwachsen zusehen kann“, sagt sie. Dass von diesen Lämmern,wenn sie ein bestimmtes Gewicht erreicht haben, auch einige geschlachtet werden, ist der Lammkönigin bewusst. „Ich stehe ja auch für dieses tolle Produkt, das Salzwiesenlamm. Wichtig ist mir, dass die Tiere ein gutes Leben haben und vor Ort, ohne lange Transporte geschlachtet werden.“ Doch nicht nur die Schafe, auch die Tourismusregion und der Küstenschutz sind Themen, die die Lammkönigin vertritt. „Für mich ist das eine Ehre. Ich lerne jede Woche noch etwas Neues und Schönes über meine Heimat hinzu und auch viele besondere Menschen kennen“, sagt Femke Andresen. Wie hat denn ihr privates Umfeld auf ihre Bewerbung als Lammkönigin reagiert? „Meine Freunde finden es alle gut, meineFamilie steht voll dahinter und meine Oma ist mein größter Fan und bei allen Auftrittenmit dabei“, sagt die Lammkönigin, die nach einer Paus emit Gummibärchen nun noch weitere Geschichten vom Schaf Charlotte und von Lämmern am Strand vorliest.




Lesung

Anja Goerz

"Wenn ich dich hole"


Anja Goerz präsentiert ihren neuen Thriller in der Stadtbücherei Niebüll.

Am Mittwoch, dem 21. Juni 2017 war die Autorin Anja Goerz zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll.
Sie last aus ihrem neuen Thriller "Wenn ich dich hole".

Kulinarisch begleitet wurde der Abend durch den Ladies Circle Südtondern, der gegen eine Spende Getränke und Knabbereien anbietet.


Cover Wenn ich dich hole Zum Inhalt des Buches: Wegen eines Unwetters sitzt Bendix Steensen in Heathrow fest. In immer kürzeren Abständen erhält er Anrufe seines neunjährigen Sohnes Lewe, die allmählich panisch klingen: Seit Stunden sind Mama und Oma nun schon fort, am Handy meldet sich niemand, er hat Angst, in dem abgelegenen Haus in Niebüll nicht mehr allein zu sein. Bendix alarmiert die örtliche Polizei. Doch obwohl diese nichts Verdächtiges feststellt, versucht er alles, um auf schnellstem Weg nach Nordfriesland zu kommen. Eine schier endlose Reise, zusätzlich erschwert durch Schnee und Sturm. Derweil haben seine Frau und Mutter einen ganz anderen Kampf zu kämpfen. Und Lewe ist tatsächlich nicht mehr allein …




Autorenfoto Anja Goerz
Anja Goerz, geboren 1968, ist gelernte Fotografin und seit 1989 Radiomoderatorin. Sie ist auf dem nordfriesischen Festland nahe Sylt aufgewachsen. Heute arbeitet sie beim Radiosender radioeins/rbb und beim Nordwestradio Bremen. Sie lebt mit Mann und Sohn in Falkensee bei Berlin.




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 20.06.2017:


"Das ist ein echtes Heimspiel"

Niebüll


Arndt Prenzel


Im Interview mit dem Nordfriesland Tageblatt spricht Anja Goerz über Völkerball-Spiele im Dunkeln und ihre Liebe zu Nordfriesland:

Sie haben als Kind eine Rundreise durch Südtondern absolviert?
Ich bin 1968 in Niebüll geboren, habe erst in Leck gewohnt, als ich zehn war sind wir umgezogen nach Lindholm. Dementsprechend habe ich die Grundschule in Leck besucht, dann bin ich auf die FPS in Niebüll gewechselt und nach der 9ten Klasse auf die Realschule in Niebüll.

Sie haben die Fotolehre in Niebüll absolviert …wie kam es zur Änderung des Berufswunschs?
Foto Hansen hieß der Betrieb, gelernt habe ich dort Fotolaborantin. Ich wollte nicht mehr weiter zur Schule gehen, Fachabitur war deshalb für mich keine Option.Ich wußte, dass ich auf gar keinen Fall Tag für Tag an einem Schreibtisch sitzen möchte. Damals konnte ich mir vieles vorstellen: Buchhändlerin (Ich hatte in genau dem Buchladen, in dem heute Dennis Leu verkauft, ein Praktikum gemacht und fand es großartig den ganzen Tag Bücher um mich zu haben, mit Dennis Leu bin ich übrigens zur Schule gegangen) Konditorin (da hast ich schon beinahe eine Lehrstelle in Westerland bei einer sehr tollen Konditorei, die mich dann aber damals wegen der nicht vorhandenen Damentoiletten nicht als weiblichen Lehrling einstellen durfte) und Fotografie war auch etwas, was mich begeisterte. Also bin ich in den Laden spaziert und habe Ellen Dalle Pelze, der Inhaberin, erklärt, dass ich gerne meine Ausbildung dort machen würde, offenbar hat denen die Idee auch gut gefallen. Während meiner Ausbildung habe ich bereits damit begonnen, Fotos für das Nordfriesland Tageblatt und die Wochenzeitung "Moin Moin" anzubieten, dann kamen erste kleine Artikel dazu. Zum Radio bin ich dann mehr durch Zufall gekommen. Carsten Kock kannte ich durch die Jugendarbeit in Leck und Niebüll, der hat mich mal ein Wochenende mitgenommen, zu einer "Arbeitstour" für das Studio Flensburg. Selber Radio machen war damals etwas komplett Neues und auf meinem Radar der möglichen Berufe überhaupt nicht vorhanden. Erst durch dieses Wochenende wußte ich, was da geht und hatte eine Vorstellung davon, dass man mit Arbeit beim und für das Radio Geld verdienen kann. Noch dazu mit einer meiner "Kernkompetenzen" - Reden. Da stand für mich ziemlich schnell fest, dass ich das auch machen möchte: Als Reporterin für R.SH arbeiten. Deshalb habe ich mich um ein Praktikum beworben.

Sind Sie gleich nach dem RSH-Praktikum genommen worden?
Das war ein fließender Übergang. Ich habe im Februar 1989 mit meinem Praktikum in Kiel begonnen. Nach drei Monaten habe ich als freie Mitarbeiterin für den Sender Beiträge gemacht, Interviews geführt und in der Nacht Nachrichten verlesen. Dann kam der damalige Programmchef Hermann Stümpert mit dem Angebot auf mich zu, die Studioleitung in Heide zu übernehmen. Das war der Anfang von allem….

Haben Sie den Kontakt zum Norden gehalten?
Natürlich! Nordfriesland ist meine Heimat. Nirgendwo geht mir das Herz so auf, wie am Meer. Über mir ein Nolde-Himmel, vor mir die endlose Weite, gerne grau und stürmisch. Da kann nichts anderes mithalten. Meine Familie ist dort, in Lindholm und Westre, aber ich habe auch Freunde in Leck und in Niebüll und auf Sylt. Nicht alle sind Freunde, mit denen man dauern telefoniert, aber mindestens einmal im Jahr bin ich auf Sylt und treffe alte Kollegen, die Freunde sind. Wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin, dann versuche ich die Zeit zu finden für einen Kaffee mit dem einen oder anderen Freund von Früher. Und manch ein Kontakt ist auch über Facebook wieder mehr in Schwung gekommen. Deshalb freue ich mich so sehr auf die Lesung in Niebüll, das ist ein echtes Heimspiel, da weiß ich, dass siech viele auch einfach darauf freuen, dass wir uns mal wieder sehen und das macht so einen Abend natürlich besonders schön. Und für die Lesung in Kiel hat eine ehemalige R.SH-Kollegin schon so etwas wie ein Ehemaligen-Treffen angeleiert.Also ich bin zwar weg aus Schleswig-Holstein, aber eigentlich auch nicht so ganz.

Was hat Sie hier in der Kindheit fasziniert/genervt?

Das Meer habe ich immer geliebt. Ich erinnere mich außerdem an eine sehr glücklich und zufriedene Kindheit. Wie sorglos alles war für uns, das kann man Jugendlichen heute kaum noch vermitteln. Diese Zuversicht, dass sich schon alles findet im Leben, egal ob mit oder ohne Abitur, mit oder ohne viel Geld, die hatten wir doch damals alle. Abends im Sommer bis es dunkel wurde in Leck Völkerball zu spielen mit allen Nachbarskindern, das war toll. Meine Oma, die mich gewarnt hat, dass im Augarten Mitschnacker lauern, Ecks Kino mit den roten Lampen und dem Nikolaus, der vor den Weihnachtsfilmen Schokolade verteilte, die einzige Rolltreppe im Ort bei Holst und natürlich das Softeis bei Stubbs Kiosk, das sind meine Kindheitserinnerungen. An Dinge, die genervt haben kann ich mich nicht erinnern. Möglich, dass es keine gab.

Haben Sie schon zu FPS-Zeiten geschrieben? Wie kam es zu ihrem ersten Buch?
Ja. Immer schon. Natürlich hatten wir alle Poesiealben, ich habe meine bis heute aufbewahrt. Ich habe an Schülerzeitungen mitgewirkt und dann natürlich auch schon mit 16 erste Artikel verfasst. Aus meiner Teenagerzeit habe ich noch Absagebriefe von Verlagen aufbewahrt. Denen hatte ich Geschichten geschickt. Alle fein säuberlich mit der Maschine getippt. Sehr schöne Briefe kamen da zurück, aber eben Absagen. Beim NDR arbeitete ich später mit Steffi von Wolff zusammen, der erzählte ich von einer Roman-Idee und die sagte dann: Schreib das auf! Hab ich gemacht, drei Freunden zum Testlesen gegeben, einer davon reichte das Manuskript an seinen Verlag weiter und die waren so begeistert, dass sie den Roman gleich kauften. Das war "Herz auf Sendung" - ein Radioroman, der bei rororo erschienen ist.

Regionale Krimis gibt es mittlerweile en masse, was war Ihre Motivation, einen NF-Thriller zu schreiben? Gibt es besondere Hintergrund-Infos zu der Story, oder ist alles "reine Fantasie"?
Ich bekomme Blutdruck bei dem Begriff Regionalkrimi! Es gibt für mich keine Regionalkrimis, was sind denn dann die anderen? Jede Geschichte braucht doch ein zuhause. Selbstverständlich lasse ich meine Protagonisten da auftreten, wo ich mich auskenne, dann geht das Schreiben einfacher von der Hand, weil ich nicht bei Google-Maps nachschlagen muss, wie eine Strasse verläuft und wie viele Kilometer es bis zum Meer sind. Für meinen Thriller brauchte ich eine Landschaft, die einsam ist, in der die Häuser sehr weit auseinander liegen. Das hat man in Nordfriesland, genau wie das Wetter, dass in meiner Geschichte eine Rolle spielt. Ich hätte die Handlung vielleicht auch im Wendland oder irgendwo in Dithmarschen spielen lassen können, da kenne ich mich aber nicht ganz so gut aus. Und wenn man ganz genau liest, dann fällt auch auf, dass ich mir einige künstlerische Freiheiten genommen habe, was die Ortslagen angeht. Die Geschichte ist reine Fantasie, aber entstanden aus einem Gedanken, den ich hatte, als ich mit meinen Eltern an einem grauen Tag durch die Gegend bei Klanxbüll fuhr. "Was passiert wohl, wenn wir jetzt nicht nach Haus gekommen? Was würde mein Sohn machen?" - das war der Gedanke, auf dem der Thriller aufgebaut ist.

Sie leben bei Berlin, kommen Sie eines Tages zurück?
Ich lebe in Falkensee bei Berlin, auch eine Stadt aber eben nicht Hauptstadt. Dort zur einen Hälfte des Monats, die andere Hälfte lebe ich in Bremen. Weil ich bei Nordwestradio von Radio Bremen jede zweite Woche das Frühprogramm moderiere. Ich komme immer wieder zurück, zum Urlaub machen, um Freunde und Familie zu besuchen, für Lesungen (laden sie mich bitte überallhin ein) und vielleicht auch irgendwann für mehr.

Sprechen Sie Platt/frasch?
Plattdeutsch kann ich, mache ich ab und an auch im Radio. Friesisch verstehe ich zum größten Teil.

Was unterscheidet Risum-Lindholm von anderen Orten?
Dass meine Eltern dort wohnen.

Simmt es, dass "Anja früher schon immer gute Ideen hatte und stets fröhlich war". Und ist das heute noch so?
Wer hat das denn behauptet? Gute Ideen sind ja immer relativ. Meine Eltern zum Beispiel fanden sicher nicht immer, dass meine Einfälle unter der Abteilung "Gute Ideen" abzuheften sind. Aber meine Fantasie ist sicher ausgeprägter als bei anderen und die hilft bei der Ideenfindung. Und warum sollte ich missgelaunt durchs Leben gehen, wenn es doch gutgelaunt viel mehr Spaß macht?







Ausstellung

Nikolaus Störtenbecker

Farbholzschnitte


Mohn, 2003, Farbholzschnitt - Ausschnit
Mohn, 2003 Farbholzschnitt (Ausschnitt)

Vom 22. April bis 02. Juni 2017 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Farbholzschnitte von Nikolaus Störtenbecker.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 22. April 2017 um 11.30 Uhr luden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein.

Nach der Begrüßung sprach zur Einführung Dr. Thomas Gädecke, Schleswig.




Nikolaus Störtenbecker, 1940 in Hamburg geboren, studierte von 1960 bis 1965 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 1965 begründete er mit Dieter Asmus, Peter Nagel und Dietmar Ullrich die Gruppe ZEBRA, der er bis zu seinem Austritt 1977 angehörte. Im gleichen Jahr (1965) ging er mit einem DAAD-Stipendium nach London. Von 1973 bis 1974 hatte er ein Villa Massimo-Stipendium in Rom. Nach einer zwischenzeitlichen Tätigkeit als Kunstlehrer an einem Flensburger Gymnasium arbeitet er seit 1977 erfolgreich als freier Maler und Grafiker. 1986 bis 1988 war Störtenbecker Mitglied der Bundesjury zur Auswahl der Villa Massimo-Stipendiaten. Seit 1989 organisiert er regelmäßig thematische Pleinairs und ist einer der führenden Köpfe der Norddeutschen Realisten, einer losen Malervereinigung. Von 1996 bis 1998 lieferte er unter anderem Illustrationen für das FAZ-Magazin. Er ist Mitglied im Künstlersonderbund in Deutschland, der Künstler vereinigt, die für realistisch-gegenständliche Darstellungen in der Bildenden Kunst der Gegenwart stehen. Störtenbecker lebt und arbeitet heute im schleswig-holsteinischen Dorf Munkbrarup nahe Flensburg.



Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 21.4.2017:


Farbholzschnitte von Landschaften, Kirchen und Gräbern

Niebüll


Arndt Prenzel


Nikolaus Störtenbecker ist einer der hervorragenden Vertreter der Norddeutschen Realisten, er ist einer der bekanntesten Künstler in Schleswig-Holstein. Kurator Dr. Thomas Gädeke präsentiert den 77-Jährigen jetzt in der Niebüller Stadtbücherei. Eröffnung ist Sonnabend, 22. April, 11.30 Uhr. Der Künstler ist anwesend, die Einleitung übernimmt der Kurator. Nikolaus Störtenbecker lebt in Munkbrarup, ist viel unterwegs auf dem Lande. Der Künstler verbrachte auch schon eine Woche auf Sylt, um dort Stimmungen am Meer einzufangen. Oder aber zwei Wochen im Landesinneren, um bei Wind und Wetter unter freiem Himmel mit anderen Malern der Künstlergruppe der Norddeutschen Realisten zu arbeiten. "Die Arbeit im Atelier ist eine sehr einsame Sache. Jeder von uns ist ja ein Einzelkämpfer. Dass Gruppenerlebnisse sehr fruchtbar sein können, haben wir schon während der Studienzeit gelernt. Manche Fehler muss dann nur einer machen. Der freundschaftliche Wettbewerb ist Ansporn und Inspiration für uns", so Nikolaus Störtenbecker. Störtenbecker widmet sich der Landschaft, aber auch Gebäuden wie Kirchen in seiner Umgebung. "Es sind magische Orte, an denen sich das Schnelle und Neue gebrochen hat. Stattdessen Rückverweis auf Vergangenheit, die, funktional betrachtet, bis in diese Gegenwart reicht. Umgeben von Gräbern und alten Bäumen ragen sie symbolträchtig empor." Stillleben sind ein weiterer Schwerpunkt des Künstlers.




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 24.4.17:


Starke Eindrücke für Auge und Geist

Niebüll


Arndt Prenzel


Ausstellungseröffnung Nikolaus Störtenbecker
Insgesamt laden 35 Farbholzschnitte in der Stadtbücherei zum Betrachten ein.
Foto: Arndt Prenzel

Es ist ein spätes Zurückkommen nach Niebüll: 1984 war Nikolaus Störtenbecker erstmalig in der Stadtbücherei, um damals einer Ausstellung der jungen Frauke Gloyer beizuwohnen. Die Niebüllerin fühlte sich seinerzeit geehrt durch die Anwesenheit des großen Künstlers - und so ging es Büchereileiter Ronald Steiner 33 Jahre später auch. "Ich danke, dass Sie erschienen sind" bedankte sich der kunstsinnige Bibliothekar am Sonnabendvormittag. Die Einführung zur Vernissage hielt Kurator Dr. Thomas Gädeke. Er nahm seine Aufgabe "als Kunsthistoriker Künstler zu loben und zu preisen" wörtlich. "Nikolaus Störtenbecker hat mit seinen Farbholzschnitten ein ganz eigenes Werk geschaffen. Sie haben die Intensität von Gemälden." Es seien wahre Wunderwerke, zum Teil mit bis zu elf Farbschichten gedruckt.

Der Künstler habe "Schätze neu entdeckt" nachdem er als Mitbegründer der Gruppe Zebra unter Popart-Einfluss die Gegenständlichkeit neu interpretiert hatte. Eine komplexe Neuerstellung von Dingen im Bild, ohne auf die vorabstrakte Malerei zurückzugreifen, es geht dabei um die konkrete Erscheinung. Über die Illustration fand der Allroundkönner den Weg zur Grafik und dann zum Siebdruck. Der nächste Schritt führte zur Holzdruckkunst. "Die Farbholzschnitte, Thema der Ausstellung, sind eine besonders starke Seite seines Werkes und einzigartig im Kreis der Norddeutschen Realisten", formulierte Dr. Thomas Gädeke. Störtenbecker habe sich durch Studium japanischer Vorbilder in diese Technik eingearbeitet und raffinierte Ergebnisse erzielt. Japanesk wirkt so ein "drachenartiges Selbstbildnis".

Ausstellungseröffnung Nikolaus Störtenbecker
Bei der Vernisage: Ronald Steiner, Nikolaus Störtenbecker und Thomas Gädeke.
Foto: Arndt Prenzel

"Neben starkfarbigen Blumen- und Gartenbildern ist es immer wieder die Landschaft der Flensburger Förde, die er in wechselndem Wetter und Jahreszeit darstellt, oft durch Segler belebt." Doch auch Stillleben gehören dazu. Frauke Gloyer zeigte sich begeistert von einer Quittendarstellung. "So modern wirkt es!" sagte die Künstlerin. Andere Kunstfreunde zeigten sich von den Farbtönen des "Morsumer Watts" sehr angetan, andere erfreuten sich an einer schlafenden Katze. Nikolaus Störtenbecker verwies auf das Bild vom Klatschmohn als "Hauptwerk". Der sympathische Meister (so nannte ihn Dr. Gädeke) erläuterte wie er seine Arbeit zelebriert: "Öliges drucken würde bedeuten, jede Farbschicht trocknen zu lassen". Beim japanischen Verfahren nutzt der Künstler das Tageblatt, um die einzelnen Schichten feucht zu lassen, um direkt weiterzuarbeiten. "Dazu eignet sich das Zeitungspapier hervorragend!" Schwierig war der Zugang zur japanischen Technik, denn "das Material leistet Widerstand". Es sei eben keine Kunst am Computer, per Mausklick. So schafft der Munkbraruper kleine Serien, die den Preis der Arbeiten für Käufer niedrig halten. "Ich glaube an das, was ich sehe", zitierte Nikolaus Störtenbecker abschließend sein Credo. "Was ich daraus dann mache, das ist meine Kunst." Die Besucher, darunter auch der frühere Noldedirektor, Manfred Reuther, und der ehemalige Leiter der Zentralbücherei Flensburg, Dr. Harlad Dankert nebst Gattin Professorin Birgit Dankert, Dozentin für Kinder- und Jugendliteratur in Hamburg, waren sich einig: Diese rund 35 Farbholzschnitte, die in der Stadtbücherei gut gehängt zum Betrachten locken, sind eindrucksvoll. Wunderbare Farben, starke Impressionen, die das Auge ansprechen und den Geist animieren. Die sehenswerte Farbholzschnitte-Ausstellung ist bis zum 2. Juni in der Stadtbücherei zu sehen.




Aus der Wochenschau vom 14.5.2017:


"Leondra" heißt ab jetzt die Löwin

Niebüll


Arndt Prenzel


Namens-Wettbewerb
Taufe: Elena Dröge und Ronald Steiner mit der Löwin, die nun "Leondra" heißt.
Foto: Arndt Prenzel

Kürzlich führte Büchereileiter Ronald Steiner eine fünfte Klasse des Friedrich-Paulsen-Gymnasiums durch die Räumlichkeiten, erklärte Besonderheiten und Aufteilung der Buchbestände und Medien. "Dabei zeigte ich auch auf die Eisenfigur, die derzeit den Niebüll-Führer ziert, bei uns im Innenhof steht", berichtete Ronald Steiner. "Wir nennen diese Felix!" Sogleich hätten die Schüler gefragt, wie denn die ausgestellte Meister-Skulptur einer Löwin hieße. Die besondere Dauerleihgabe "Die Löwin" des bekannten Bildhauers August Gaul hatte Mäzen Klaus Müller unlängst der Stadtbücherei geschenkt. Berühmt ist Gaul unter anderem durch seine zwei Römischen Ziegen, die er auch auf der Pariser Weltausstellung von 1900 zeigen konnte. Zwei seiner Löwen ziereten das frühere Berliner Stadtschloss. Der Büchereileiter reagierte schnell und sagte, dass es noch keinen Namen gäbe, man aber sofort einen Wettbewerb starten könnte. Diesen spontan ausgelobten Büchergutschein gewann jetzt Elena Dröge (10) aus Niebüll, die selbst eine Leseratte ist. "Ich habe als meinen Einfall Leondra eingereicht", so die kesse Schülerin, "der Name war einfach so in meinem Kopf!"





Ausstellung

Andreas Brandt

Druckgrafik

o. T., 2011, Siebdruck 4-farbig
O. T., 2011, Siebdruck 4-farbig



Vom 11. März bis 13. April 2017 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Druckgrafiken von Andreas Brandt.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 11. März 2017 um 11.30 Uhr luden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein.
Nach der Begrüßung durch Wilfried Bockholt, Bürgermeister von Niebüll, sprach zur Einführung Prof. Dr. Manfred Reuther.



Andreas Brandt, 1935 in Halle als Sohn eines Mathematikprofessors geboren, gilt als bedeutender Konstruktivist und Vertreter der konkreten Kunst. Er siedelte 1955 nach West-Berlin über, wo er bis 1961 an der Hochschule für bildende Künste ein Kunststudium absolvierte. Seine konzeptionelle Bildsprache orientierte sich an einem Systemgefüge farbiger Balken, zunächst schräg angeordnet, später horizontal, am Ende rhythmisch vertikal. Die Reihung der Streifen, die Anzahl, Anordnung und Stärke variierte Brandt. Seine Bilder unterliegen einem Ordnungsprinzip und haben dennoch eine höchst eigene Poesie. Brandts Kunstwerke werden nicht nur in deutschen Museen und Galerien ausgestellt, sondern auch in europäischen Nachbarländern. Brandt war von 1982 bis 2001 Professor für Textildesign an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Andreas Brandt verstarb 2016 in Niebüll.




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 07.03.2017:


Von der Suche nach der eigenen Kunst

Niebüll


Arndt Prenzel


Freuen sich auf die Ausstellung: Cornelia Munzinger-Brandt, David Brandt und Manfred Reuther
Freuen sich auf die Ausstelung: Cornelia-Munzinger-Brandt, David Brandt und Manfred Reuther.
Foto: Arndt Prenzel

In einer lang anhaltenden wirkmächtigen Periode hat der überregional bekannte Künstler Andreas Brandt die Stadtbücherei als Kunstraum zu einem Magneten der Stadt gemacht. Die Kontakte des ehrenamtlich tätigen Kurators zur internationalen Kunstszene gaben den Anstoß zu außergewöhnlichen Ausstellungen in dem öffentlich zugänglichen bibliophilen Ambiente. Ein gutes Jahr nach seinem Tode Anfang Januar kehrt Andreas Brandt in Gestalt seines Œuvre zurück - ein Teil seiner graphischen Werke sind ab 11. März in der Stadtbücherei zu sehen. "Das lag in der Luft", sagt David Brandt. "Ich freue mich, dass Büchereileiter Ronald Steiner die Ausstellung angeregt hat." Der Sohn des Künstlers ist Fotograf; und arbeitet mit seiner Frau, der Kunsthistorikerin Cornelia Munzinger-Brandt, an der Dokumentation des umfassenden Werks seines Vaters. Gemeinsam mit Professor Dr. Manfred Reuther, langjähriger Direktor der Nolde-Stiftung, ein Freund bzw. Wegbegleiter Andreas Brandts, wurde nun eine Auswahl an besonderen Werken getroffen. "Die graphischen Arbeiten sind ein eigenes Werk", kommentiert der Kunsthistoriker Manfred Reuther, "Es spiegelt oft zeitgleich das malerische Werk wieder." Die Suche nach der eigenen Form führte vom Realismus über die Abstraktion zum Konstruktivismus. Die Einflüsse der Amerikaner wie Rothko, Pollock oder Francis faszinierten durch Freiheit und Weite. Andreas Brandt war 1955 als 19-Jähriger nach West-Berlin übergesiedelt, wurde an der Kunsthochschule Meisterschüler von Ernst Schumacher. Noch galt die Darstellung der Wirklichkeit als produktives Ziel. Ende der 60er Jahre wandte sich Andreas Brandt jedoch endgültig dem konkreten Konstruktivismus zu: "Die Reduktion lag mir. Irgendwann merkte ich: Das ist meine Kunst." Dem war die Zerstörung älterer Werke vorangegangen. Die spannende Ausstellung zeigt die Entwicklung der Brandtschen künstlerischen Ausdrucksweise. "Es ist erstaunlich zu sehen, wie Brandt seiner Bildsprache treu geblieben ist", erläutert Manfred Reuther, "Die Reduktion erkennt der Betrachter als Ziel." David Brandt berichtet von überraschenden Wendungen in den Schaffensphasen. "Plötzlich tauchte ein Braun in seiner von Rot, Gelb und Blau dominierten Farbenwelt auf." Des Rätsels Lösung: Spontan zusammengemischte Farbreste hatten den Braunton ergeben. Die Freiheit, etwas auszuprobieren, manifestiert sich in der Veränderung. "Es gilt, die Fläche - in ihrer Begrenzung und Ausdehnung durch Farbe in Bewegung zu bringen", sagte Andreas Brandt über seine Herangehensweise, "Raum, autonomen Bildraum zu schaffen, Ordnungen zu finden, die Mittel hierfür das Maß, die Zahl, die Proportion, die die Menge, die Lage. Immer dabei das Einfachste als das möglich Richtige ansehen." Thomas Gädeke, Leiter der graphischen Abteilung am Landesmuseum Schloß Gottorf, freut sich auf die Schau. "Das wird eine großartige kleine Kammermusik!" Bewusst habe man sich für die Graphiken entschieden, um die Räumlichkeiten nicht zu überfrachten. Das eigenständige Werk macht neugierig: "Der Rigorismus und die strenge Farbästhetik in den Bildern dieser sperrigen Künstler-Persönlichkeit steckt voller Power und Energie!" Die Andreas Brandt-Ausstellung in der Stadtbücherei wird am Sonnabend, 11. März, 11.30 Uhr, durch Bürgermeister Wilfried Bockholt eröffnet. Nach der Begrüßung durch Ronald Steiner spricht Professor Dr. Manfred Reuther einleitende Worte.






Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 13.03.2017:

Brandt - der kreative Kulturmotor

Niebüll


Arndt Prenzel


Ausstellungseröffnung Andreas Brandt
Auch alte Freunde des verstorbenen Künstlers kamen zur Vernissage in die Bücherei.
Foto: Arndt Prenzel

Ein Museum für Andreas Brandt? Brandt war nicht nur ein bedeutender, überregional bekannter Künstler, sondern er war auch ein extremer Dynamo des kulturellen Lebens in Niebüll. Ohne ihn wären kaum international bekannte Künstler in die Kleinstadt gekommen; er schaffte es, nicht zuletzt durch seine exzellenten Kontakte, die Niebüller Stadtbücherei mit vielseitigen, hochkarätigen Kabinett-Ausstellungen als kulturell attraktiven Ort im Stadtzentrum zu etablieren. "Ohne Emil Nolde wäre Andreas Brandt nie nach Niebüll gekommen!" Bürgermeister Wilfried Bockholt hob in seiner Eröffnungsrede zur Andreas Brandt-Ausstellung in der Stadtbücherei Niebüll die Bedeutung des Seebüller Weltstars hervor. Niebüll habe, neben Nolde, den man nicht wegdiskutieren solle, weitere Künstler von Rang und Namen. Richard Haizmann ist der eine, Andreas Brandt der andere. Wie Haizmann wirkte der international anerkannte Konstruktivist und Maler der konkreten Kunst 30 Jahre in der kultursinnigen Kleinstadt. "Er hat sich hier eingemischt, dafür gesorgt, dass Plastiken und Skulpturen an den richtigen Stellen im Stadtbild stehen." Er half Stadtplanern und Kommunalpolitikern mit Vorschlägen, wenn es um das Aufstellung der Kunstwerke ging. In den Anfängen des Richard-Haizmann-Museums hat der aus Halle stammende Brandt die Ausrichtung und das Programm entscheidend geprägt. 1986 in Niebüll angekommen, hat er bereits zwei Jahre später die sensationelle Ausstellung zu Max Bills 80. Geburtstag ermöglicht, einem der international hochrangigen Konstruktivisten. Andreas Brandt holte besondere Werke von deutschen Kunst-Größen wie Werner Scholz und Karl Hartungin die Stadt. In seinem Garten saßen Bildhauer wie Jan Meyer-Rogge oder Carl-Achim Czemper oft gemeinsam mit Mäzenen aus der Region. Erstmals ist der im Vorjahr verstorbene Wahl-Nordfriese jetzt in seinem sehr geschätzten Städtchen zu sehen. "Eine umfassende Retrospektive seines grafischen Werks", stellte Professor Dr. Manfred Reuther, ehemals Direktor der Nolde-Stiftung, fest. Der überregional bekannte Fotograf David Brandt, Sohn des Künstlers und seine Gattin, die Kunsthistorikerin Cornelia Munzinger-Brandt, haben das Oevre archiviert und mit dem Lindholmer Brandt-Experten Reuther die Ausstellung realisiert. Zuvor hatte Christina Brandt, Ehefrau des Künstlers, ihr Einverständnis erteilt. "Ich habe Andreas Brandt damals in der Nolde-Stiftung als Stipendiaten kennengelernt", so Reuther in seiner Rede. Der Maler habe in Nordfriesland zu sich selbst gefunden, berichtete der Experte. "Er kam aus New York, hatte eine schwierige Phase hinter sich. Nordfrieslands Natur führte ihn zu sich selbst zurück. Die erste Begegnung mit der Landschaft führte zu einer dauerhaften Beziehung." Überraschend oder vielleicht auch nicht: "Die Anerkennung durch das Publikum war ihm wichtig. Als skandinavische Besucher äußerten, dass der Anblick seiner Bilder direkt Freude erzeuge, "war Andreas Brandt glücklich". Die positive Aussage seiner Werke sei ihm sehr wichtig gewesen, so Manfred Reuther. Der Künstler erreicht die Menschen, was angesichts der reduzierten Form erstaunlich ist. "Konstruktivisten wie Brandt ist gemein, dass sie ihre Umwelt in ihr künstlerisches Denken einbeziehen und zu gestalten suchen", vermerkte der Kunsthistoriker weiter. Ihn freue, dass der Maler mit einer Ausstellung seiner Druckgrafiken in der Stadtbücherei geehrt wird. Bei der Vernissage schilderte auch Peter Hansen, seinerzeit Hausmeister der Nolde-Stiftung, von seiner ersten Begegnung mit Andreas Brandt "Ich habe ihn damals vom Bahnhof abgeholt. Sein Entdecker und damalige Direktor der Noldestiftung, Dr. Martin Urban, gab mir ein Foto mit den Worten in die Hand: Ganz so grimmig ist er nicht!"

Ausstellungseröffnung Andreas Brandt
Typisch Brandt: Klare Linien unter Einsatz von drei Farben.
Foto: Arndt Prenzel

Am 13. April wandern die Arbeiten des Künstlers wieder in den Fundus. Dort befindet sich auch das umfängliche Oevre des Künstlers. "Es wäre toll, wenn wir in Niebüll Räume für eine Dauerausstellung finden könnten", meint Manfred Reuther. Er sieht Andreas Brandt in einer Reihe mit Emil Nolde und Richard Haizmann, jeden natürlich mit seinem ureigenem Profil. Kunst-Town Niebüll? Letztlich kann auch die Stadt davon profitieren. Tourismus-Professorin Anja Wollesen hat gerade in einem fulminanten Vortrag auf Niebülls Potenzial hingewiesen. "Dazu gehört zweifellos die Kunst", argumentierte der engagierte Kurator Reuther. Zentrale Räumlichkeiten in der Stadt mit viel Publikumsverkehr bietet beispielsweise das Amtsgebäude in der Marktstraße. Dort finden jetzt bereits große Ausstellungen statt. Amtsvorsteher Peter Ewaldsen könne sich für eine Brandt-Dauerschau erwärmen. Experte Manfred Reuther hat auch Bürgermeister Wilfried Bockholt angesprochen - und er will weitere Kunstinteressierte für seine Idee begeistern. Zu erwarten sei die Gründung einer Andreas Brandt-Gesellschaft, die für ein angemessene Präsentation des genialen Konstruktivisten sorgen könne. "Das Ganze muss natürlich wachsen", so der Kunsthistoriker. Letztlich ist es auch eine Frage der Finanzen.




PRANAYAMA

ATEM und ACHTSAMKEIT


Vortrag mit Dr. Matthias Deparade


Dr. Matthias Deparade

Am Freitag, dem 17. März 2017 fand in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll ein Vortrag unter dem Titel "Pranayama" mit Dr. Matthias Deparade statt. Im Fokus der Veranstaltung stehem ATEM und ACHTSAMKEIT, Kernthemen der Yogapraxis. Der geschulte Umgang mit dem Atem gehört nebem dem Üben von Asanas, der Kontemplation und Meditation zu den zentralen "Techniken" des Yoga.


Dr. Matthias Deparade: Diplom-Chemiker, Yogalehrer BDY/EYU, 1. Vorsitzender im Vorstand des Himalaya Instituts e.v. Hamburg, leitender Dozent in der Yogaleherausbildung mit Schwerpunkt Pranayama, Entspannung, Meditation und Yogaphilosophie.


Anmeldung und Info unter: www.yoga-nordfriesland.de




Michael Ende

Ausstellung


16. Januar bis 25.Februar 2017


Michael Ende Ausstellung in der Stadtbücherei Niebüll

Mit „Jim Knopf“, „Momo“ und der „Unendlichen Geschichte“ schuf Michael Ende (1929- 1995) zeitlose Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur, die in über 40 Sprachen der Welt übersetzt wurden und heute so begeistert gelesen werden wie in ihrer Entstehungszeit in den 1960er- und 1970er-Jahren. Die Werke Michael Endes, eines der ersten Autoren deutschsprachiger phantastischer Literatur, sprechen nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch erwachsene Leser an. Michael Endes Biografie verlief nicht ohne Umwege und war doch immer der Kunst und Kreativität in verschiedenen Ausprägungen gewidmet. Gleich zweimal erhielt er den Deutschen Jugendbuchpreis, 1961 für „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ und 1974 für „Momo“. Endes Werke wurden verfilmt, für Marionettentheater, Theater und Oper bearbeitet und vertont. Die reich bebilderte Ausstellung, als Wanderausstellung von der Internationalen Jugendbibliothek Schloss Blutenburg in München zur Verfügung gestellt, zeigt Stationen aus Leben und Werk Michael Endes und vermittelt einen lebendigen Eindruck seiner Entwicklung als Schriftsteller und seiner wichtigsten Werke. Die Ausstellung umfasst Bild- und Texttafeln mit fotografischen Abbildungen aus Endes Nachlass und Abbildungen aus seinen Büchern.

Wir luden Sie herzlich zur Ausstellungseröffnung am Montag, dem 16.01. 2017 um 20.00 Uhr mit einer Lesung von Prof. Birgit Dankert ein.


Michael Ende Biografie von Prof. Birgit Dankert
Frau Prof. Dankert las aus der im Januar 2016 erschienen Biographie "Michael Ende. Gefangen in Phantásien". Mit Werken wie „Die unendliche Geschichte“, „Jim Knopf“ oder „Momo“ begründete Michael Ende die phantastische Kinder- und Jugendliteratur für Deutschland und schaffte es, damit auch erwachsene Leser zu fesseln. Aber er war nicht unumstritten. Weltflucht und Realitätsverweigerung lautete der Vorwurf. Birgit Dankert hat für diese Biographie umfangreiches Archivmaterial ausgewertet und mit Weggefährten gesprochen. Sie zeichnet Endes Leben sorgsam nach: die Kindheit in München, den Zweiten Weltkrieg, das Scheitern auf der Bühne, den Durchbruch als Autor, Krise und Neuanfang in späten Jahren. Das Resümee ist nicht ohne Tragik. Michael Ende sah sich als Künstler, doch die ersehnte Anerkennung als Theaterautor und Regisseur blieb ihm versagt. Er bediente mit seinen weltanschaulichen Botschaften die Erwartungen der Fans und blieb gefangen in einer fremden Rolle. Birgit Dankert ist ein einfühlsames Porträt gelungen, das uns Michael Ende so nahe bringt wie nie zu vor.


Prof. Birgit Dankert Birgit Dankert, geb. 1944, war Professorin für Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Fachhochschule Hamburg und Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur e. V., des Vereins der Bibliothekare an Öffentlichen Bibliotheken sowie Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände. Sie ist freie Mitarbeiterin bei der ZEIT (Kinder- und Jugendliteratur) und Trägerin der Karl Preusker Medaille. Berufliche bzw. Forschungsschwerpunkte sind Bestandsmanagement für Bibliotheken, Bibliothekspolitik, Arbeit in Kinder- und Jugendbibliotheken, Kinder- und Jugendliteratur sowie Kulturmanagement. (Quelle: buch.de)




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 18.01.17:


Auf Michael Endes Spuren

Niebüll


Arndt Prenzel


Prof. Brigitte Dankert eröffnete die Ausstellung
Spannend und unterhaltsam: Biografin Brigitte Dankert eröffnete die Ausstellung.
Foto: Arndt Prenzel

Lehrreich, spannend, unterhaltsam: Professorin Birgit Dankert gestaltete die Eröffnung der Michael Ende-Ausstellung in der Niebüller Stadtbücherei zum ungewöhnlichen Zuhör-Erlebnis. Die Glücksburger Autorin hat 2016 unter dem Titel "Gefangen in Phantásien" eine umfangreiche Ende-Biografie verfasst. Anlass für Büchereileiter Ronald Steiner, die Ende-Expertin einzuladen. Zudem gab es noch weitere Zufälligkeiten. "Ich habe in den 70er Jahren vertretungsweise in der Niebüller Bücherei gearbeitet", sagte Birgit Dankert in ihrer charmanten Begrüßung. "Michael Ende habe ich 1968 kennengelernt", so die vielfach ausgezeichnete Publizistin, die auch zu Astrid Lindgren die wegweisende Biographie veröffentlicht hat. "Er war ein ungewöhnlich gut aussehender Mann." Die Rolle des Frauenhelden war aber nur eine, die Michael Ende auszeichnete. Als Sohn eines surrealen Künstlers - eine Arbeit von Edgar Ende ist sogar in Tondern zu sehen - war er als Schüler extrem unangepasst, fand jedoch in einer von Rudolf Steiner geprägten Waldorf-Schule in Stuttgart eine geistige und künstlerische Heimat. Er wurde später Schauspieler, spielte sogar in Schleswig-Holstein - eine Saison in Rendburg als "Romantischer Liebhaber", das reichte ihm. Als freier Mitarbeiter für Kleinkunstbühnen und als Filmkritiker beim Bayerischen Rundfunk begann Endes schriftstellerische Tätigkeit. 1960 kam der Riesenerfolg für den 31-Jährigen mit "Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer". "Erstaunlicherweise bedeutete ihm diese Anerkennung wenig", stellte Birgit Dankert fest. "Zeit seines Lebens wollte er als Erwachsenen-Schriftsteller wahrgenommen werden." Doch dieses Unterfangen scheiterte, wenngleich Michael Ende Theaterstücke, Libretti und Liedtexte schrieb. Ironie des Schicksals: "Heute lesen die Erwachsenen so genannte All-Age-Literatur, die die Grenzen zwischen Kinder- und Allgemeinliteratur überschreitet." Der Autor galt schnell als Erneuerer der deutschen Kinderbuch-Literatur. Nach einem zweiten "Jim Knopf"-Buch setzte Ende mit "Momo" 1973 abermals Maßstäbe. Parallel setzte die Eskapismus-Debatte ein. In der Diskuission ging es darum, ob die Lektüre eine Flucht aus der Wirklichkeit bedeute - oder aber die Fantasie des Lesers anrege. "Ein Streit, der bis heute nicht beendet ist", so die Professorin. Der Erfolg machte Michael Ende reich; er lebte in den 70er Jahren in einem Haus in der Nähe von Rom, in dem rauschende Feste gefeiert wurden und prominente Besucher sich die Klinke in die Hand gaben. Freunde berichten, dass Endes mitreißende Art mit dem Erfolg verebbte, er primär damit beschäftigt war, "sich selber zu suchen". Ob er sich jemals fand - Birgit Dankert glaubt es nicht. "Er war gefangen, war nicht in der Lage, sich zu erkennen." Das bittere Resümee lautete dann auch "In mir ist niemand". Michael Ende fand sich und spiegelte sich wieder in seinen zahlreichen Märchenfiguren. Weltruhm erlangte der Münchener Schriftsteller mit der "Unendlichen Geschichte". Das Werk ist ein zugleich märchenhafter, phantastischer und romantischer Roman - mittlerweile von allen Alters- und Bevölkerungsschichten gelesen, mit einer Gesamtauflage von über 10 Millionen. Im Gespräch mit den Besuchern der Ausstellungseröffnung wies Birgit Dankert darauf hin, dass 2018 "Jim Knopf" als Film in die Kinos komme. "Den werden wir dann als DVD besorgen", versprach Ronald Steiner und dankte für den fulminanten Vortrag. Interessierte schauen sich in der Stadtbücherei die ausgezeichnete Ausstellung an, die noch bis zum 26. Februar zu sehen ist. Parallel läuft ein Malwettbewerb für alle Altersklassen. Jim Knopf, Lukas, dem Lokomotivführer, Momo und den Figuren aus Phantásien oder dem Lummerland dienen als Inspiration, vielleicht aber auch die Schildkröte. Zu diesem Tier hatte Michael Ende eine ganz besondere Beziehung. Ein gestaltetes DIN A3 Bild nehmen bis zum 31. Januar 2017 in der Stadtbücherei oder im Rathaus beim Kulturbüro entgegen. Die 10 kreativsten Bilder werden bis Ende Februar 2017 im Foyer des Niebüller Rathauses ausgestellt. Alle ausgestellten Bilder erhalten einen Buchpreis.




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 23.01.2016:

Blumen für die fleißigste Leserin

Niebüll


Arndt Prenzel


Leserin des Jahres 2016

Mit mehr als 1400 Entleihungen aus der Niebüller Stadtbücherei wurde Bente Christensen aus Holm zur Leserin des Jahres 2016 mit einem großen Blumenstrauß geehrt. Zu dieser hohen Anzahl an Entleihungen haben auch ihr Sohn Finn Lewe (12) mt seinen heißgeliebten Comics und ihre Tochter Janna Marie (10) mit den spannenden Pferdegeschichten kräftig beigetragen. Außerdem nutzt Bente Christensen die Möglichkeit der Online-Entleihungen. "Ich liebe Thriller und Psychogeschichten von Simon Beckett", sagt die Holmerin. Einmal die Woche ist die 43-Jährige in Niebüll - und vor rund 30 Jahren gehörte sie sogar zu den Bücherkindern. Die haben einmal pro Woche in der Bücherei geholfen. "Gibt es leider schon lange nicht mehr", bedauert Büchereileiter Ronald Steiner.




Um Leben und Tod

Horst Janssen

Grafiken aus Privatbesitz

Selbstbildnis: ich sterbe nicht - ich Bin der Tod, 1981, Radierung, Sammlung und Kunststiftung Spielmann-Hoppe, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Selbstbildnis: ich sterbe nicht - ich Bin der Tod, 1981, Radierung, Sammlung und Kunststiftung Spielmann-Hoppe,
© VG Bild-Kunst, Bonn 2016



Vom 12. November bis 23. Dezember 2016 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Grafiken von Horst Janssen aus Privatbesitz.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 12. November 2016 um 11.30 Uhr luden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein.
Nach der Begrüßung durch Peter Ewaldsen, Amt Südtondern, sprach zur Einführung Prof. Dr. Heinz Spielmann, Hamburg.

Kurator der Ausstellung war
Dr. Thomas Gädeke, Schleswig.







Horst Janssen wurde am 14.11.1929 in Hamburg geboren und wuchs in Oldenburg auf. Seine außerordentliche Begabung als Zeichner offenbarte sich schon während seiner Schulzeit. Bei Kriegsende, nach dem Tod von Mutter und Großeltern, nahm seine Tante den 16-jährigen Janssen zu sich nach Hamburg. Sie unterstützte seine künstlerische Ausbildung an der Landeskunstschule, wo Alfred Mahlau ihn als Meisterschüler annahm und förderte. Eine erfolgreiche künstlerische Laufbahn begann, die dem als Exzentriker und Egomane verschrienen Janssen Weltruhm einbringen sollte.

Seine Ausstellungen wurden in New York, Chicago, Los Angeles, Tokio, Taipeh, Libyen, Moskau, Venedig, Rom, Oslo, Paris, Hamburg, Dresden, Oldenburg und vielen anderen Städten gezeigt.

In späteren Lebensabschnitten hat sich Janssen zunehmend an glückliche Jugendjahre in Oldenburg erinnert. 1992 erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Oldenburg. Horst Janssen starb am 31.08.1995 und wurde auf eigenen Wunsch auf dem Oldenburger Gertruden-Kirchhof beigesetzt.

Mehr über Horst Janssen und seine Arbeit finden Sie hier:

www.horst-janssen-museum.de



Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 28.10.2016:


Ansichten eines genialen Außenseiters

Niebüll


Arndt Prenzel


Ausstellungsvorbereitungen
Kurator Dr. Thomas Gädeke und Büchereileiter Ronald Steiner mit einem Werk.
Foto: Arndt Prenzel

Vom 12. November bis 23. Dezember zeigt die Stadtbücherei Niebüll Graphiken von Horst Janssen aus Privatbesitz. Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonnabend, 12. November um 11.30 Uhr kommt zur Begrüßung Peter Ewaldsen, Amtsvorsteher Südtondern, danach spricht zur Einführung Prof. Dr. Heinz Spielmann, langjähriger Direktor des Landesmsuseums Schloss Gottorf aus Hamburg. Die Ausstellung ermöglicht hat Dr. Thomas Gädeke, Schleswig. Im Interview erläutert der Kunsthistoriker und Kurator der aktuellen Ausstellungen in der Stadtbücherei die Hindergründe.
Horst Janssen ist eine bekannte Größe im Norden, gilt als einer der besten Zeichner der Kunstgeschichte. Wie kam es zu der Ausstellung?
Dazu gibt es eine längere Vorgeschichte. Als Volontär am Landesmuseum bekam ich 1986 von Heinz Spielmann den Auftrag, eine Janssen-Wanderausstellung für das Land zusammenzustellen. Diese sollte dann "über die Dörfer ziehen".
Wie bekamen sie Kontakt zu dem als schwierig eingestuften Großkünstler? Ich habe mich handschriftlich an ihn gewandt. Das hat ihm gefallen; er kam gern nach Schleswig. Keine Probleme mit dem Alkohol? Janssen war ja nicht nur intelligent, intensiv und verrückt, er lebte extrem und exzessiv. Aus seinem Alkoholismus hat er nie ein Geheimnis gemacht. Horst Janssen nannte mir gegenüber Alkohol als seinen Feind Nr.1, er hatte damals gerade eine längere trockene Phase.
Wie fand er die Idee einer Wanderausstellung?
Großartig; er stellte sogar aus seinem Fundus Werke bereit. Große Kunst entsteht bekanntlich in der Provinz. Das sah er auch so.
Im Landesmuseum befindet sich eine der größten Sammlungen?
In der Tat, es gilt als Janssen-Mausoleum mit 850 Arbeiten. Ich habe mir daher als Leiter der Graphischen Sammlung eine gewisse Kenntnis erworben.
Und Sie waren mit dem Künstler befreundet?
Durchaus. Horst Janssen war in vieler Hinsicht bemerkenswert. In seinem Haus in Blankenese verkehrten geistreiche, aber auch habgierige Menschen, die nur darauf lauerten, ein Blatt mit einer Janssen-Unterschrift abzustauben. Er selbst hatte kein Konto, zahlte keine Steuern. Geld lag in einer Zigarrenkiste. Zum Einkaufen schickte er seine Freundinnen mit einer rasch entworfenen Zeichnung.
Janssen hatte auch in Nordfriesland eine seiner zahlreichen Gespielinnen bzw. Freundinnen. In der Tat. Da war Ende der 80er Jahre eine gewissse "schöne Claudia aus Leck." Horst Janssen hatte sie sich aus seiner Fanpost ausgesucht und dann zu sich einbestellt.
Gab es weitere Nord-Verbindungen?
Ja, er hatte eine Zeitlang einen Vierkanthof in Witzwort auf Eiderstedt. Dort ging es bei den Tischgelagen oft derbe zu. Hier entstanden aber auch viele Landschaftszeichnungen.
Horst Janssen führte bewusst ein ausschweifendes Dasein; kommt daher der Titel der Ausstellung "Um Tod und Leben"? Genau. Er setzte sich in Kenntnis seiner Lebensweise immer wieder mit dem Tod auseinander. So findet man den Totenschädel immer wieder auf seinen zahlreichen Selbstbildnissen. Auf der Einladungskarte sehen wir das Selbstbildnis"Ich sterbe nicht, ich bin der Tod." Wieviel Arbeiten zeigen Sie in der Niebüller Ausstellung? Rund 30 Grafiken, die übrigens in Privatbesitz sind, sie stammen, im wesentlichen aus der Sammlung und Kunststiftung Spielmann-Hoppe.
Was darf der Kunstfreund erwarten?
Eine Auswahl gegensätzlicher Arbeiten aus dem Spätwerk. Landschaften - wie die Kopfweiden in Eiderstedt, Stillleben aus dem Jahr 1982 und Selbstbildnisse wie "Mit Gesche" aus dem Jahr 1971. Auch ein letztes Werk, eine Farblithografie, 1994 entstanden, gehört dazu. Sehr amüsant ist ein gemaltes Schreiben an Heinz Spielmann mit dem Hinweis, es sei unmöglich einen Janssen-Katalog zu machen.
Wie ist ihnen Horst Janssen in Erinnerung geblieben?
Er pflegte sein Image als genialer Außenseiter des Kunstbetriebs, auch als er längst international berühmt war. Seine Gabe, rasch einmal "die Miete" zu zeichnen, sprich mit einer Zeichnung zu bezahlen, gefiel ihm. Sein Ende war jedoch trostlos. Er lebte in einem christlich gesonnenen Pflegeheim; man konnte ihn nach seinem Schlaganfall nicht verstehen. Gleichwohl redete er ununterbrochen. Glücklicherweise können wir uns heute an seinem Werk erfreuen.




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 15.11.2016:


"Ohne Eskapaden nicht denkbar"

Niebüll


Arndt Prenzel


Ausstellungseröffnung
Vor Werken des Jahrhundertkünstlers Horst Janssen: Stadtbücherei Chef Ronald Steiner, Professor Heinz Spielmann und Kurator Thomas Gädeke.
Foto: Arndt Prenzel

Stadtbücherei-Chef Ronald Steiner begrüßte zur Vernissage der Horst-Janssen-Ausstellung Besucher aus „Hamburg, Apenrade und Neukirchen“ sowie zahlreiche Kunstfreunde aus Niebüll. Diese scherzhafte Begrüßung galt illustren Gästen wie den langjährigen Landesmuseumsdirektor und Leiter des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums Schloss Gottorf, Professor Heinz Spielmann, die Leiterin der deutschen Bücherei, Claudia Knauer, und Amtsvorsteher Peter Ewaldsen. Der Amtsvorsteher pries sogleich die kleine Kunst-Hauptstadt Niebüll mit ihren herausragenden Ausstellungsräumen im Richard-Haizmann-Museum, in der Stadtbücherei und im Amtsgebäude. Von Horst Janssens Arbeiten zeigte er sich stark beeindruckt: „Eine unglaubliche Fülle und Vielfalt!“ Professor Heinz Spielmann, aus dessen Sammlung die meisten ausgestellten Arbeiten stammen, ist ein Janssen-Kenner seit langen Jahren. Zunächst begegnete er dem Künstler als Kustos im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, damals erlebte er ihn als zugänglichen Menschen. Später, als Schleswiger Museumschef, baute er ab 1986 eine der umfangreichsten Janssen-Sammlungen auf. In seiner Rede breitete Spielmann die nicht unproblematische Gesamtpersönlichkeit des Künstlers vor dem Publikum aus. „Ohne seine Eskapaden ist Horst Janssen nicht denkbar, leider überdecken sie zum Teil seine künstlerische Leistung.“ Wie zum Beweis dieser These berichtete er von der Ausstellungseröffnung einer Janssen-Wanderausstellung in Heide. „Janssen kam zu spät zum Signieren. Einer älteren Kunstfreundin gestand er sofort: ,Ich liebe dich!‘ Als ein anderer Fan um eine Signatur bat, kippte er Kaffee auf eine Kritzelei mit den Worten: Da haben Sie Ihren schönen Janssen.“ Die Stimmung habe sich noch einmal verändert, als das Essen gereicht worden sei. „Janssen, der frisch vom Zahnarzt gekommen war, kippte den Teller mit Kalbsschnitzeln wortlos in den Schnee und entschwand in die Nacht“, erinnert sich der Mann, der einst das Haizmann-Museum ermöglichte. Storys ohne Ende: Bei einer großen „Retrospektive auf Verdacht“ kam der Meister ebenfalls spät; alle waren bereits gegangen. „Janssen war begeistert, tanzte in Gummistiefeln um den letzten Gast herum, um bei der anschließenden Feier den Direktor des Kunst- und Gewerbemuseums auf das Schwerste zu beleidigen.“ Spielmann versuchte in der Folge eine Einordnung des Künstlers. Die Quintessenz seiner Kunst sei die naturalistische Wiedergabe der Realität. Und sie mit eigener Fantasie weiterzuentwickeln. „Ob Gesichter – das eigene wie das anderer –, ob Landschaft, Stillleben, Hund oder Katze, ob Blumengebinde – er „eignete sich alles durch das Sehen an, aber er identifizierte sich nicht mit dem Gesehenen, er identifizierte das Gesehene mit sich selbst. Er war als Naturalist zugleich objektiv und subjektiv.“ Der frühe Janssen habe sich zunächst an der Moderne mit Künstlern wie Kirchner oder Kokoschka orientiert, später lernte er bei seinem Lehrer Alfred Mahlau (Leiter der Kunsthochschule), die Umgebung nach Form und Farbe so genau wie möglich zu erfassen. „Janssen war mit dem Ergebnis nie zu zufrieden“, so Spielmann. Janssen arbeitete sich an Botticelli, Gavani und Pisanello ab und beherrschte danach die Linie und die Schraffur. Der Ehrgeiz, besser als Rembrandt, Dürer oder Goya zu sein, trieb ihn an und führte ihn zu großer Meisterschaft. Schon mit 40 Jahren widmete sich Horst Janssen dem Thema Tod. „Seine tiefe Einsicht in die Endlichkeit“, erklärte Heinz Spielmann. „Er begegnete dem Tod mit Häme, Ironie und Spott.“ Davon können sich die Besucher der Stadtbücherei überzeugen. Die 33 Arbeiten stammen aus dem Spätwerk; sie sind zum Teil „Annettchen“ gewidmet, seiner Freundin um 1986. Die junge Frau hatte wie andere seiner vielen Musen den Künstler zu Alkoholverzicht und konzentrierter Arbeit animiert – doch wie auch sonst hielt Horst Janssen die Zeit des Glücks nicht lange aus. Er trank oder stürzte sich in die Arbeit: 30 000 Werke als Resultat des Antriebs: „Er war nur an seinem Nachruhm interessiert“, zitierte der Redner, Janssens Drucker Hartmut Frielinghaus. Dafür steht nun auch die sehenswerte Niebüller Ausstellung „Um Tod und Leben“, die bis zum 23. Dezember zu sehen ist. Und es geht weiter. Durch Kurator Thomas Gädeke kommt es zu einer Zusammenarbeit mit der deutschen Zentralbücherei in Apenrade. „Wir werden die Ausstellung übernehmen“, so die Leiterin, Claudia Knauer. „Das passt, wir haben zudem einiges über Horst Janssen in unserem Bestand.“




"Schöne Geschichten zur Weihnacht"
mit Wolfgang Welter

Weihnachtslesung für Kinder ab 4 Jahren



Wolfgang Welter

Am Dienstag, dem 20. Dezember 2016 fand zum letzten Mal in diesem Jahr die beliebte Vorlesestunde der "Lesewelle" statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung freuten wir uns, den Schauspieler Wolfgang Welter in der Stadtbücherei Niebüll zu begrüßen. Er las schöne Geschichten zur Weihnacht für Kinder ab 4 Jahren.



Wolfgang Welter ist in der Region schon vielen Erwachsenen durch seine Lesungen bekannt, aber auch deutschlandweit steht er regelmäßig auf der Theaterbühne.

Mehr über Wolfgang Welter gibt es hier:

www.wolfgangwelter.de





schwimmengehen

Geske Slater Johannsen: Arbeiten auf Papier, Leinwand, Holz



O.T., Acryl auf Papier, 42 x 30 cm (Ausschnitt)

Vom 10. September bis 29. Oktober 2016 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Arbeiten auf Papier, Leinwand und Holz der Künstlerin Geske Slater Johannsen.

Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, dem 10. September 2016 um 11.30 Uhr luden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein.


Zur Einführung sprach Prof. Dr. Manfred Reuther.

Die Künstlerin war anwesend.


Geske Slater Johannsen

lebt und arbeitet in Frankfurt am Main

1964 geboren in Toender, Dänemark

1988 - 1991 Architekturstudium an „Det Kongelige Danske Kunstakademi“, Kopenhagen

1991 - 1997 Studium der Malerei, „Staatliche Hochschule für Bildende Künste – Städelschule“, Frankfurt, bei Christa Näher und Per Kirkeby

Ausstellungen (Auswahl)

2010 Zum Thema Malerei, AusstellungsHalle, Frankfurt (G) | 2009 AusstellungsHalle, Frankfurt (mit Gabriele Aulehla). 2007 Hypovereinsbank, Flensburg. 2005 Hochschule für Bankwirtschaft, Frankfurt. 2004 Malerei, AusstellungsHalle, Frankfurt (G) | 2001 Sonderjyllands Kunstmuseum Tonder, Dänemark (Katalog); Kronberger Kulturkreis, Kronberg | 2000 Ausstellungsprojekt Nitschke/Töpfer, Frankfurt | 1999 IG Metall Galerie, Frankfurt (Katalog); AusstellungsHalle, Frankfurt (G) | 1997 Naturgas Syd, Dänemark (Publikation)

Bibliografie (Auswahl)

Zum Thema Malerei, Hrsg. Dr. Robert Bock, Frankfurt 2010 Geske Slater Johannsen – Maleri/Malerei, Hrsg. Sonderjyllands Kunstmuseum, Tonder, ISBN 87 - 88383-11-3 Geske Slater, Hrsg. Industriegewerkschaft Metall, Frankfurt am Main, 1999 The Threshold – Malerei und Zeichnung, Hrsg. Bankakademie e.V. / HfB - Business School of Finance Management Malerei, KANN-Verlag, Frankfurt am Main, 2011


Mehr über Geske Slater Johannsen und ihre Arbeit finden Sie hier:

www.geskeslater.com




Buddhistischer Lese-Abend am 22.09.2016


Thema: Ursache und Wirkung

"Wieso ist die Welt so wie sie ist und wo liegt darin unsere Freiheit?" - Gelebte Erfahrungen von Gerd Boll - Auszüge aus Büchern von Lama Ole Nydahl, gelesen von Jochen Regelien.

Es war übrigens bereits das 5. Mal, dass die Stadtbücherei Niebüll und das Buddhistische Zentrum Nordfriesland gemeinsam zu einer buddhistischen Lesung einluden.

Musikalisch untermalt wurde dieser Abend von Synje Norland.






Gerd Boll

Gerd Boll ist 1960 geboren und von Beruf Landwirt. Er lebt und arbeitet auf seinem Bio-Hof in Schleswig-Holstein. Seit 1988 ist er Buddhist und ein Schüler von Lama Ole Nydahl. Er begann 1992 seine Tätigkeit als Diamantwegs Lehrer.





Jochen Regelien

Jochen Regelien wurde 1941 in Berlin geboren und ist seit den späten 1960er Jahren im Fernsehen zu sehen. Seinen wohl bekanntesten Auftritt hatte er in der Fernsehserie Kara Ben Nemsi Effendi. Bereits seit mehreren Jahren ist er Schüler von Lama Ole und gibt Lesungen aus dessen Büchern.










Synje Norland Synje Norland nahm bereits als Kind klassischen Gesangsunterricht und brachte sich in jungen Jahren das Gitarrespielen weitgehend selbst bei. Im Alter von 14 Jahren gründete sie ihre erste Band und sammelte erste Live- und Studioerfahrungen. 2001 ging sie für ein paar Monate nach Kanada und fing dort mit dem Songschreiben an. Synje Norland's Musik schließt nichts aus. Sie ist sowohl erdiger Folk als auch experimenteller Elektropop, klassisches Streichquartett und spirituelle Sinnsuche in einem. Und doch eint all ihre Songs eine Stimme, die an Klarheit und Ausdruck ihresgleichen sucht.









Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 08.09.2016:

"Unser ältestes und wertvollstes Buch"

Niebüll


Arndt Prenzel


Ronald Steiner präsentiert das älteste Buch der Stadtbücherei Niebüll
Bücherei-Leiter Ronad Steiner präsentiert das derzeit älteste Buch der Stadtbücherei Niebüll. Foto: Arndt Prenzel

Büchereileiter Ronald Steiner hat wieder einmal eine Entdeckung gemacht. In den Beständen ist Anton Heimreichs Nordfresische Chronik, 3. Auflage von 1819, wieder aufgetaucht. "Unser ältestes und auch wertvollstes Buch", so derBibliothekar. "Es dokumentiert besonders das 17. Jahrhundert; Heimreich berichtet z. B. über die Schäden der Flut von 1634." Anton Heimreich schildert in seiner 1666 erstmals erschienenen Nordfresischen Chronik die Geschichte Nordfrieslands von den mythischen Anfängen über die Christianisierung und die Reformation bis hin zur Burchardiflut 1634 und der Wiedereindeichung Nordstrands durch den Niederländischen Deichgrafen Quirinus Indervelden, deren unmittelbarer Zeuge Heimreich war. Historiker Albert Panten hat das Werk mehrfach gelesen und kann es einordnen. "Es geht in der chronologischen Darstellung um die Beschreibung von Ereignisse in allen Facetten, aufgeführt unter thematischen Kapiteln." Während die erste Ausgabe noch ein kleinformatiges Duodezbändchen war, folgte zwei Jahre später ein stattlicher Quartband mit prächtigem Titelkupfer. "Den Druck hat der Verfasser, der Pastor auf Nordstrandischmoor war, selbst bezahlt", erklärt Panten. Warum nun gab es erst 1819 eine dritte Auflage? Der Historiker lüftet das Geheimnis. "Herausgeber war der Rechtsprofessor und Rektor der Kieler Universität Nikolaus Falck, der aus der alten Chronik volkstümliche Rechtssatzungen destillierte." Die Chronik wurde nach dem Erstdruck in allen weiteren Ausgaben ergänzt. So hat Falck handschriftliche Anmerkungen von Anton Heimreich mit eingearbeitet. "Doch auch die Aufzeichnungen seiner Nachfahren wie die des Sohnes Heinrich Heimreich, der auch als Pastor sein Nachfolger wurde, sind miteingeflochten", so Albert Panten. Weitere Zugaben sind eine Eiderstedter Chronik, Nachrichten von Nordstrand und Prophezeiungen der Sybille Hertje, aufgezeichnet vom Lindholmer Pastor Albertus Meyer, und gerade die volkstümlichen Berichte lesen sich auch heute noch spannend. So hat Hertje Schande, Laster und Fluten vorhergesagt - was allerdings angesichts der Vorkommnisse an der Waterkant keine so große Kunst war. "Die Zeitzeugenberichte sind Heimreich durchaus auch zugeschickt worden", erläutert der Niebüller Historiker. Ausgewertet hat der 1685 verstorbene Prediger zudem (Kirchen-) Chroniken aus Sachsen oder Holland." Heimreich konnte außerdem neben den Unterlagen seines Vater und Schwiegervaters vor allem auf die Arbeiten von Matthias Boetius und Johannes Petreus zurückgreifen, für Eiderstedt auf die Annalen seines Zeitgenossen Peter Sax. Für das restliche Nordfriesland bleiben seine Ausführungen lückenhaft. "Dennoch haben wir mit der Nordfresischen Chronik das damalige Standardwerk über das 17./18. Jahrhundert", betont Albert Panten abschließend. Info: Heimreichs Familie war jedoch trotz der Katastrophe - am 11. Oktober 1634 zerriss die Burchardiflut die Insel Strand - wohlhabend. So konnte Anton Heimreich, geboren 1626, von 1643 bis 1645 das Johanneum Lüneburg besuchen, studierte danach in Helmstedt und Leiden Theologie und bereiste dann Deutschland, England, Frankreich, Rom, Ungarn und Böhmen. In London erlebte er die Revolution unter Oliver Cromwell mit. Zurückgekehrt übernahm er am 26. Dezember 1652 die Pfarrstelle auf Nordstrandischmoor, "diesem armseligen Orte", der zu diesem Zeitpunkt noch keine eigene Kirche besaß. Erster Pastor von Nordstrandischmoor, dem Rückzugsort der Überlebenden der Katastrophe von 1634, war seit 1642 sein älterer Bruder Sebastian Heimreich gewesen, der 1649 wegen eines Sexualdelikts abgesetzt worden war. Zum Prediger ordiniert wurde Anton Heimreich aber erst zwei Jahre später. Er blieb bis zu seinem Tod auf Nordstrandischmoor, wobei er sein Einkommen vermutlich nicht von seiner armen Halliggemeinde, sondern aus seinem Landbesitz auf Pellworm und Eiderstedt bezog. Zusätzlich diente er den französischen Partizipanten des Oktroy zur Wiedergewinnung Nordstrands als Bevollmächtigter.




"Komm', wir finden einen Schatz" von Janosch
mit Wolfgang Welter

Lesung für Kinder ab 5 Jahren



Wolfgang Welter

Am Dienstag, dem 06. September 2016 las der Schauspieler Wolfgang Welter im Rahmen der beliebten Vorlesestunde der "Lesewelle" die Geschichte "Komm', wir finden einen Schatz" von Janosch. Alle Kinder ab 5 Jahren waren zu dieser kostenlosen Veranstaltung ganz herzlich in die Stadtbücherei Niebüll eingeladen.

Wolfgang Welter ist in der Region schon vielen Erwachsenen durch seine Lesungen bekannt, aber auch deutschlandweit steht er regelmäßig auf der Theaterbühne.

Mehr über Wolfgang Welter gibt es hier:

www.wolfgangwelter.de







Aus der Wochenschau vom 28.08.2016:

Janosch-Tiger und -Bär auf Schatzsuche

Niebüll


Arndt Prenzel


Wolfgang Welter liest Geschichte von Janosch
Wolfgang Welter versteht es, auch die kleinen Zuhörer zu faszinieren. Foto: Arndt Prenzel

Am Dienstag, 6. September, 16 Uhr, startet in der Stadtbücherei Niebüll die nächste Lesung für Kinder. Der Schauspieler Wolfgang Welter hat das Janosch-Buch "Komm', wir finden einen Schatz" ausgewählt. In "Komm, wir finden einen Schatz" erzählt Janosch die Geschichte, wie der kleine Tiger und der kleine Bär vom Reichtum träumen, wie sie überall nach dem Schatz suchen, wie sie tatsächlich reich werden und alles wieder verlieren und wie sie schließlich wieder nach Hause zurückkehren und dort bemerken, was das größte Glück der Erde ist.Nämlich das eigene Zuhause, die Heimat. `"Ein wunderbares Buch", findet Wolfgang Welter, der Janosch einst als Premierenstück für sein Kindertheater in Düsseldorf aufführte. "Damals war es sein als Buch und Theatersstück gleichsam beliebtes 'Oh, wie schön ist Panama', das auch verfilmt wurde", merkt der Schauspieler an. Nach dem Motto "Back to the roots", freut er sich auf die Lesung für Kleine ab fünf Jahren - er schlüpft dazu in verschiedene Rollen. Ob Tiger, Bär, Fuchs, Maulwurf oder Reise-Esel - für Wolfgang Welter ist das kein Problem. "Ich liebe die Tiere ebenso wie die Sätze von Janosch", bekennt er, "so z. B. es heißt 'Pilze finden', nicht 'Pilze suchen!'". Der Neu-Nordfriese schätzt aber auch die reiferen Werke von Janosch. "Sein erster Roman Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm ist umwerfend! Janosch, der sich als Schlesier bezeichnet (dort wurde er 1931 geboren) erzählt von einer versunkenen Welt - liebevoll und warmherzig und doch mit einem untrüglichen Sinn für Eitelkeiten und Lächerlichkeiten. Er erzählt, ohne zu verklären - und doch ist alles zum Weinen schön." Emotionen frei Haus - das lieben auch die kleinen Jansoch-Fans.





Peter und der Wolf


Marionettentheater mit der Originalmusik von Sergej Prokofjew


Die Stadtbücherei Niebüll lies am Mittwoch, dem 17. August 2016 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll die Puppen tanzen. Das Theater mit Puppen "August-Theater" aus Dresden spielte das Stück "Peter und der Wolf". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.

Peter und der Wolf Infos zum Stück:
Marionettenspiel mit der Originalmusik von Sergej Prokofjew für die ganze Familie mit Kindern ab 4 Jahren.
Wer kennt nicht die eingängige Musik aus Peter und der Wolf. Nun haben Sie die Gelegenheit dieses musikalische Werk mit der Musik von Sergej Prokofjew, nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen.
In der Einführung des Werkes kann man nicht nur das musikalische Motiv hören, sondern gleichzeitig das Instrument mit den dazugehörigen Figuren sehen. Dadurch ist es den Kindern möglich, Musik, Instrument und Puppe als künstlerische Einheit aufzunehmen, um sich im Anschluss ganz der Geschichte hingeben zu können.
Und dass die Handlung sehr lustig und amüsant werden kann, können Sie sich vielleicht vorstellen.
Wollen Sie wissen, wie diese spannende Geschichte musikalisch und witzig umgesetzt wird, dann kommen Sie in zur Vorstellung und schauen Sie sich einer der schönsten musikalischen Werke der Welt an!
Wer sich auf den Zauber dieses musikalischen Bühnenstückes einlässt, erlebt eine eindrucksvolle und klangpoetische Geschichte.




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 19.06.2016:

Musik und Marionetten in Niebül: "Peter und der Wolf" begeistern ihr Publikum

Niebüll


Dieter Wrege


Peter und der Wolf
Szene aus dem Puppenspiel "Peter und der Wolf". Foto: Dieter Wrege

"August, das starke Theater" - kurz August-Theater - aus Dresden war wieder einmal zu Gast in Niebüll. Und das zum mittlerweile 14. Mal, wie Büchereileiter Ronald Steiner vorrechnete und die Schau- und Puppenspieler Grigorij und Randi Kästner-Kubsch als Stammgäste der Bücherei willkommen hieß. Dieses Mal sei es nicht eine Geschichte von Pettersson und Findus. Nein: Es war Klassik für Kinder, wie man die Geschichte von Peter und dem Wolf bezeichnen könnte. Denn verfasst hatte sie der Komponist Sergej Sergejewitsch Prokofjew und auch die Musik dazu geschrieben. Und damit die Kinder (und vielleicht auch die Eltern) diese "klangpoetische" Story verstehen sowie Musik, Puppen und Instrumente auch miteinander in Zusammenhang bringen konnten, wurden vorher die Instrumente, ihre Beziehung zu den Figuren und ihre musikalische Erzählkunst erklärt. Und dann waren die kleinen und großen Besucher der Vorstellung im Rathaussitzungssaal gebannt, was Peter und der Wolf angestellt haben. Nach einem Gezwitscher und Gequake zwischen Vogel und Ente erschien der Wolf. Um es kurz zu machen. Er verspeiste die Ente. Peter, der sich auf einen Baum geflüchtet hatte, fing den Wolf mithilfe eines Seils ein - und brachte ihn mit Unterstützung der Jäger in einen Zoo. Die klangvolle Geschichte endete damit, dass die Stimme in Person von Randi Kästner-Kubsch vor die Bühne trat, und ihren kleinen Gästen zeigte, wie Puppentheater geht. Die Zuschauerkulisse zeigte sich angetan von der Geschichte und ihrer kunstvollen Erzählweise - und spendete ihr herzhaften Beifall.




Susanne Pertiet

Sommer im Quadrat


Tafelbilder

11. Juni bis 30. Juli 2016
Tafelbild MARE MEDITERRANEUM, 2015

Vom 11. Juni bis 30. Juli 2016 zeigte die Stadtbücherei Niebüll unter dem Titel "Sommer im Quadrat" Tafelbilder von Susanne Pertiet.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 11. Juni 2016 um 11.30 Uhr luden wir Sie und Ihre Freunde ganz herzlich ein.

Zur Einführung sprach Dr. Thomas Gädeke, Schloss Gottorf Schleswig.

Begrüßung: Ronald Steiner, Stadtbücherei Niebüll

Die Künstlerin war anwesend.


Susanne Pertiet:

1959 geboren in Kellinghusen/Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein

1978 nach dem Abitur Lehre als Druckformherstellerin; Rendsburg

ab 1979 Ausbildung zum dipl. Farbberater IACC in den Salzburger Seminaren; Dozenten Liselotte von Crailsheim (Malerei), Dr. Heinrich Frieling (Farbgestaltung, Farbenpsychologie); Salzburg

1980-82 Studium Grafik-Design an der Kunsthochschule Alsterdamm; Hamburg

1983-86 als Grafik-Designerin in Agenturen tätig; Stuttgart, München

1986-88 freischaffend als Grafik-Designerin und Farbgestalterin; Esslingen

seit 1988 freischaffend als Grafik-Designerin, Malerin und Farbgestalterin, als Rezitatorin solo und mit musikalischer Begleitung, Schleswig



Mehr über Susanne Pertiet und ihre Arbeit finden Sie hier:

www.susanne-pertiet.de


Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 09.06.2016:

Ein Spiel aus Licht und Farben

Niebüll


Stephan Bülck


Sommer im Quadrat
Susanne Pertiet vor ihrem derzeitigen Lieblingsbild "Mare Mediterantum" (2012). Foto: Stephan Bülck

Farben, Licht und Helligkeit spielen eine große Rolle bei ihren Arbeiten. „Sommer im Quadrat“ nennt Susanne Pertiet ihre Auswahl an Tafelbildern, die am Sonnabend, 11. Juni, 11.30 Uhr, in der Stadtbücherei Niebüll im Rahmen der Sommerausstellung gezeigt werden: 35 auf Holz gemalte Bilder, manche bis zu zehn Kilogramm schwer. Das kleinste, ein in limitierter Auflage erschienener Druck (das Original ist verkauft), misst gerade einmal 12 mal 12 Zentimeter. „Das neueste Bild ist mein Lieblingsbild“, sagt die Künstlerin – und meint „Mare Mediterraneum“, entstanden 2015. Bewusst hat sie den Titel auf lateinisch gewählt, um ihn neutral zu halten. Das Bild zeigt die Farben des Mittelmeers: das Blau des Wassers, das Grün des Landes, hinzu kommen die Farben der Korallen. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, es irgendwann herzugeben.“ Und doch wird es wohl so kommen. Den Zeitpunkt und den Käufer aber bestimmt die Künstlerin selber. Inspirieren lässt sich Susanne Pertiet während ihrer Reisen („Ich mache viel Urlaub am Mittelmeer“). Segeln und surfen, Sprache, Licht und natürliche Farben, wie die des Raps – diese Eindrücke verarbeitet sie. Aber ihre Reisen müssen nicht immer in die Ferne führen. „Die Idee für eines meiner Bilder entstand während einer Rückfahrt von Sylt“, berichtet sie. Himmel, Wasser, das Land und der Dunst finden sich in „Syltsommer“ wieder. Sie überlegt sich genau, welche Atmosphäre sie erzeugen will. „Licht heißt nicht, dass es ein helles Bild wird.“ Liebesbriefe, aber auch Gedichte finden sich in ihren Arbeiten wieder. So folgendes auf einer blauen Kugel (zwölf Zentimeter Durchmesser) aus massivem Buchenholz: „Wasser, darauf Wellen, darauf ein Boot, darauf ein Weib, darauf ein Mann“ ist da zu lesen. Der Reiz: „Man sieht bei einer Kugel nie die ganze Fläche auf einmal.“ Man muss sie in die Hand nehmen und drehen. „Tappeto“, entstanden 1997, birgt – die einzelnen Buchstaben sind auf farbigen Quadraten verteilt – ein in italienischer Sprache gehaltenes Gedicht über das Miteinander der Farben. „Rot wirkt neben Orange ganz anders, als beispielsweise Rot neben Gelb“, sagt sie. Die Insel Helgoland findet sich in einem weiteren Werk wieder: eine starke Präsenz der roten Farbe – Symbol für die Felsen –, wenig Grün (das Land) und ein schmaler heller Streifen (steht für den Strand). „Manchmal dauert es viele Jahre von der ersten Idee bis zur Vollendung des Bildes“, sagt Pertiet. „Syltsommer“ hingegen stellte sie unmittelbar nach Rückkehr von der Insel fertig. Häufig trägt sie eine Grundfarbe auf, darüber kommen Streifen unterschiedlicher Couleur. „Ich weiß manchmal am Anfang nie, was schließlich dabei herauskommt. Es kann auch sein, dass ich am Ende feststelle, dass das Bild nichts taugt“, sagt sie lachend. Warum malt sie ausschließlich auf Holz? „Es ist ein sympathischer Werkstoff“, erklärt die Künstlerin und verweist auf die Maserungen. Weitere Besonderheiten: Auch die Ränder ihrer Bilder sind bemalt. „So kann man sie von allen Seiten ansehen.“ Sie liebt es, ihre Bilder in großen Räumen wie in Kirchen zu zeigen. Zu Pertiets Ausstellungen gibt es keine Kataloge. Die Motive finden sich in verschiedenen Postkarten-Editionen wieder. Auch Bilder, die sie nicht mehr besitzt. Zu sehen ist „Labyrinth“, ein Sinnbild des Lebens. Es ist bereits verkauft. „Einen Interessenten hatte ich schon gleich nach der Fertigstellung. Aber ich habe ihm gesagt: Du bekommst es, aber noch nicht jetzt.“ Drei Jahre vergingen, bis der Kunstliebhaber das Bild sein Eigen nennen durfte. Verkauft ist auch die „Nachtkatze“ von 2011. Trost für alle Freunde des Motivs: Es gibt sie ja auf Postkarten zum mitnehmen.



Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 13.06.2016:

"Sommer im Quadrat": Ausstellung in der Büchrei eröffnet

Niebüll


Arndt Prenzel


Sommer im Quadrat
Büchereileiter Ronald Steiner mit Susanne Pertiet und Thomas Gädeke. Foto: Arndt Prenzel

Arbeiten der Schleswiger Künstlerin Susanne Pertiet sind jetzt in der Stadtbücherei zu sehen:"Sommer im Quadrat" (noch bis zum 30. Juli). Zur Einführung sprach Dr. Thomas Gädeke, Schloss Gottorf Schleswig, in Anwesenheit der Künstlerin, des Bürgermeisters Wilfried Bockholt sowie Prof. Dr. Manfred Reuther, Direktor der Noldestiftung a. D. Thomas Gädeke ist der neue Kurator der Stadtbücherei; er hat mit Susanne Pertiet eine Konstruktivistin eingeladen. Ihre Tafelbilder erinnern ein wenig an Andreas Brandt, der die Ausstellungen in der Stadtbücherei jahrelang kuratiert hat und selbst ein bedeutender Konstruktivist war. Thomas Gädeke führte aus, dass die Kunst heute an einer Grenze sei. "Es gibt Ausstellungen wie jetzt in Berlin, die ohne Kunst auskommen." Eine junge Nachwuchskünstlerin habe eine Saftbar präsentiert, Saft als Kunst verkauft. Kunst nur im gesellschaftlichen Kontext, nur noch Schicki-Micki. Thomas Gädeke hat andere Ziele: Er will spannende Kunst der Gegenwart zeigen, auch aus der Region. Wie die von Susanne Pertiet. Die Bilder belegen ihre besondere Welt - ein Aufbauen und Aushalten von Spannung auf der Bildfläche. Immer aber verkörpern sie eine leuchtende positive Ordnung. Der Titel "Sommer im Quadrat" sei programmatisch. "Das Quadrat ist eine wichtige Grundform", so Thomas Gädeke. Die Flächen stehen in Beziehung zueinander; Bewegung, Licht, Natur kommen hinzu - in abstrahierter Form. "Es ist ja ein Wunder, dass hier Literatur und Kunst eine positive Beziehung eingehen können!" so Thomas Gädeke. "Hier gibt es geistiges Gut und mit den Bildern auch sinnliches Gut. Ideal für die, die danach suchen - also gerade auch unsere Neubürger und Menschen, die sich Kultur weniger leisten können." Und er verwies besonders auf ein Bild:"Wir sehen beim Werk Sommer auf Sylt beispielhaft hier auch die Nordsee- mit Blau für das Wasser. Grün als Zeichen der Vegetation. Rot als Moment des Lichts."Susanne Pertiet selbst sieht sich so: "Ich bin ausgebildete Grafikerin, freie Malerin, je in Reinform oder gemischt. Ich weigere mich, Grenzen zu ziehen. Das eine geht ins andere über, beeinflusst sich, öffnet Räume, prägt den Stil, Handschrift, wie man so schön sagt. Ich weiß nicht immer, was schließlich dabei herauskommt. Es kann auch sein, dass ich am Ende feststelle, dass das Bild nicht gelungen ist." Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner dankte dem neuen Kurator mit warmen Worten und betonte, dass man nicht Absicht habe eine Saftbar einzurichten. "Wir wollen weiter Kunst zeigen!"




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 15.07.2016:

Digitale Ausleihe: Stadt plant Bücher-Terminals

Niebüll


Arndt Prenzel


Digitale Ausleihe
Dort soll er hin: Für einen Ausleih-Terminal will Ronald Steiner Platz schaffen. Foto: Arndt Prenzel

„Wir wollen die Stadtbücherei zukunftsfähig machen“, sagt der Niebüller Büchereileiter Ronald Steiner, der in drei Jahren in Pension geht und sein Haus Zug um Zug modernisiert. Die „Onleihe zwischen den Meeren“ war ein erster Schritt. Hier können die Leser der Stadtbücherei rund um die Uhr digitale Medien herunterladen und für einen begrenzten Zeitraum kostenlos nutzen. „2015 gab es bereits über 6000 Ausleihen“, so Ronald Steiner. „Es werden täglich mehr.“ Nun folgt der nächste Schritt. „Um noch mehr Werbung für die Stadtbücherei zu machen und insbesondere für junge Leute attraktiv zu sein, interessieren wir uns seit Längerem für die Anschaffung eines E-Circle. Das schwer zu übersetzende Wort ist eigentlich nur ein bedienerfreundlicher Terminal“, erklärt der Büchereileiter. Wir können mit dem Terminal für den Besucher auf bequeme Weise das digitale Medienangebot präsentieren.“ Im E-Circle finden die Nutzer Medien aus der Onleihe. Sie können per Touchscreen im digitalen Bestand stöbern, entdecken, suchen und Titel sogar direkt ausleihen. Das moderne Design und die intuitive Menüführung sorgen laut Hersteller dafür, dass der E-Circle nicht nur gut ausschaut, sondern auch für die Besucher kinderleicht zu bedienen ist. „Wichtig ist die Verfügbarkeit“, so Ronald Steiner, „Es werden nur die verfügbaren E-Medien der Onleihe angezeigt. Genau wie in den althergebrachten Regalen, findet der Nutzer daher nur Titel, die sofort für ihn ausleihbar sind.“ Einen Standort hat der rührige Büchereileiter auch schon gefunden: Genau dort in der Stadtbücherei, wo früher die Internet-Plätze waren. Hier können die Nutzer in Ruhe nachschlagen und beispielsweise eine Leseprobe einsehen. Ronald Steiner hat für die Anschaffung bereits Unterstützung gefunden. So zahlt das Land Schleswig-Holstein nach einem entsprechenden Antrag „Förderung von Innovationen“ für die Bereitstellung ¾ der Kosten in Höhe von 10 000 Euro pro Gerät. Für die restlichen 2500 Euro (beziehungsweise 5000 Euro bei zwei Terminals) könnte die Stadt Niebüll einspringen. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde das Projekt vorgestellt. „E-Circle: Das lohnt sich“, betonte Bürgermeister Wilfried Bockholt. „Es gibt eine neue Generation, die digital unterwegs ist. Gerade für die Jugendlichen und Schüler ist E-Circle interessant.“ Dieser Meinung schlossen sich die Ausschussmitglieder weitgehend an. Uwe Christiansen (CDU) erklärte, dass man das Gerät auch in der Schule oder an ausgewählten Standorten in einer Gemeinde – es könnte beispielsweise Risum-Lindholm sein – platzieren könnte. Frauke Rörden-Prang, neues Mitglied im Seniorenbeirat, fügte an, dass es auch für ältere Menschen immer wichtiger werde, digitale Medien zu nutzen. Tatsächlich kann man beim E-Circle auch die Schriftgröße variieren. Bernd Neumann (CDU) teilte mit, dass man im Schulausschuss bereits angeregt und auch beschlossen habe, einen weiteren Terminal in der Gemeinschaftsschule aufzustellen. Diese Schule sei vordringlich zu behandeln. Die Friedrich-Paulsen-Schule liegt bekanntlich in Nähe der Stadtbücherei, ist also im Gegensatz zur Gemeinschaftsschule schnell erreichbar. Thomas Uerschels (SPD) befürwortete für seine Fraktion ebenfalls die Kostenbeteiligung durch die Stadt. „Das neue Angebot ist sinnvoll. Denn nun kann der Büchereibesucher in aller Ruhe auch im digitalen Bücherschrank nachschauen. In der Schule hat der Terminal eine Brückenfunktion. Die Schüler sehen `Aha, es gibt ja noch die Stadtbücherei – da kann man auch einmal hingehen.´ Mit dem E-Circle gewinnt man neue Interessenten für die Onleihe und für die Bibliothek.“ „Eine ideale Ergänzung zum analogen Angebot“, betonte der Bürgermeister. Die Abstimmung erfolgte dann auch einstimmig „pro Förderung“ bei zwei Enthaltungen. Wie bereits im Schulausschuss besprochen, sollen zwei Geräte angeschafft werden. Endgültig befindet die Stadtvertretung in der kommenden Woche über den Antrag. „Ich bin froh, dass die zweite Hürde elegant genommen wurde“, freute sich Ronald Steiner über die Nachricht. „Wenn auch von Seiten des Landes alles klappt, können wir im Herbst mit dem neuen E-Circle loslegen.“





Schafgeschichten mit der Lammkönigin Anika Paysen


Lammkönigin Anika Paysen

Im Rahmen der "Lesewelle" fand am Dienstag, dem 07. Juni 2016 von 16.00 Uhr bis 17.00 Uhr eine besondere Vorlesestunde in der Stadtbücherei Niebüll statt. Die Lammkönigin von 2007/08 Anika Paysen kam und las Schafgeschichten für Kinder. Alle Kinder ab 3 Jahren waren zu dieser kostenlosen Veranstaltung ganz herzlich in die Stadtbücherei Niebüll eingeladen. Die Lesung war Teil der 21. Nordfriesischen Lammtage, die in diesem Jahr vom 21. Mai bis 31. Juli 2016 stattfinden.





Mehr über die Lammkönigin und die Lammtage gibt es hier:

www.lammtage.de




Räuber Hotzenplotz in Niebüll

Ausstellung


30. April - 03. Juni 2016

Räuber Hotzenplotz

Vom 30. April bis 03. Juni 2016 wird der Räuber Hotzenplotz in der Stadtbücherei Niebüll sein Unwesen treiben.


Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 29. April 2016 um 16.00 im Sitzungssaal des Niebüller Rathauses laden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein.


Zur Eröffnung bietet Schauspieler Enno Kalisch eine Leseaktion an. Im Anschluss wird die Ausstellung in der Stadtbücherei besucht, mit kleinen Überraschungen unterwegs.


Das Rahmenprogramm zur Austellung: www.niebuell.de




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 09.04.2016:

Niebüll holt den Hotzenplotz

Niebüll


Stephan Bülck


Niebüll holt den Hotzenplotz
Haben die Hotzenplotz-Tage organisiert: Holger Heinke (Stadtmarketing), Ronald Steiner (Stadtbücherei), Natalie Kujawa (Kulturbüro) und Anja Annuss (Malschule). Foto: Stephan Bülck

Er trägt sieben Messer am Gürtel, seine Pfefferpistole, einen Schlapphut und hat immer eine Prise Schnupftabak dabei: der Räuber Hotzenplotz. Niebüll bereitet sich auf den besonderen Gast vor, denn vom 30. April bis zum 3. Juni wird die Stadtbücherei die Hotzenplotz-Ausstellung „Schnupftabak im Spritzenhaus“ präsentieren. Zur Verfügung gestellt wurde sie vom Thienemann-Esslinger Verlag. Die Exponate – dazu gehören Bücher und Medien aus aller Welt (die Bücher wurden in 34 Sprachen übersetzt), sowie viele interessante Dinge – stammen aus dem Privatbesitz von Susanne Preußler-Bitsch, der Tochter des am 18. Februar 2013 verstorbenen „Hotzenplotz-Vaters“ und Kinderbuch-Autoren Otfried Preußler (auch „Der kleine Wassermann“, „Krabat“, „Das kleine Gespenst“, „Die kleine Hexe“ und andere).

Das ist „Hotzenplotz“

Wer kennt ihn nicht, den Räuber, der Großmutters – handbetriebene – Kaffeemühle geklaut und sich damit den Zorn von Kasperl und Seppel zugezogen hat. Denn die Mühle, sie spielt beim Mahlen das Lied „Alles neu macht der Mai“, war ein Geschenk an die Seniorin. Nun heften sie sich an die Fersen des Diebes und schaffen es mit einem Trick, seine Räuberhöhle im Wald zu finden. Doch Hotzenplotz durchschaut das Spiel, überlistet Kasperl und Seppel, nimmt beide gefangen. Vorher jedoch vertauschen beide ihre Rollen. Kasperl wird, weil er sich – inzwischen als Seppel verkleidet – zu dumm anstellt, für einen Beutel Schnupftabak an den Zauberer Petrosilius Zwackelmann verkauft, wo er nun Kartoffeln schälen soll, was Zwackelmann mit seinen Zauberkräften partout nicht fertig bringt. Welche Rolle die Fee Amaryllis und der Polizist Alois Dimpfelmoser spielen und wie Hotzenplotz am Ende doch als Gefangener im „Spritzenhaus“ landet, wird hier noch nicht verraten. Erschienen ist das erste Buch im August 1962. Auf Drängen seiner jungen Fans folgten zwei weitere Bände, in denen Otfried Preußler die Geschichte fortsetzt. Am Ende wird aus dem Räuber der Wirt einer Schänke. Benannt hat Preußler seine Titelfigur übrigens nach einer Stadt in Schlesien.

Die Ausstellung


2012 wurde die Ausstellung „Schnupftabak im Spritzenhaus“ zum 50. Geburtstag des Räuber Hotzenplotz initiiert. Holger Heinke vom Stadtmarketing stieß auf sie beim Stöbern („Ich bin immer auf der Suche nach etwas Neuem“) auf die Internetseite des Thienemann-Esslinger-Verlages, fragte dort an und hatte Glück. Und nun kommt sie nach Niebüll – mit einem riesen Beiprogramm. Möglich gemacht haben dies eine Reihe von Beteiligten. Mit im „Boot“ sitzen das Haus der Jugend, das Stadtmarketing, die Stadtbücherei das Kulturbüro, die Malschule des Richard-Haizmann-Museums, die Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik in Niebüll und Eck’s Kino. Finanziell gefördert werden Ausstellung und Veranstaltungen rund um die Figuren des Otfried Preußler von der Kulturstiftung des Kreises Nordfriesland und der Kulturstiftung der Nord-Ostsee-Sparkasse (NOSPA). Eröffnung ist am Freitag, 29. April, 16 Uhr, im Sitzungssaal des Niebüller Rathauses. Dabeisein wird auch der aus Rodenäs stammende Improvisationskünstler und Schauspieler Enno Kalisch (Tatort „Gegen den Kopf“, Club der roten Bänder und andere) mit einer Leseaktion für Kinder. Anschließend geht es zur Ausstellung in die Stadtbücherei – mit einem Abstecher zur „Kaffeemaus“, denn dort hat man sich – wie der Ratskeller – vom 2. Mai bis zum 3. Juni mit einer „räuberischen Mittagskarte“ und anderen Leibgerichten aus Preußlers Büchern (etwa Kasperl und Seppels Pflaumenkuchen) auf die Hotzenplotz-Wochen eingestellt.

Viele Mitmach-Aktionen

Doch das ist noch lange nicht alles. Es gibt einen Malwettbewerb „Meine liebste Figur von Otfried Preußler“ für Kinder ab zehn Jahren. Bilder im DIN-A3-Format können bis zum 30. April in der Stadtbücherei abgegeben werden, die schönsten Bilder werden im Foyer des Rathauses ausgestellt und prämiert.

Alle Älteren zwischen zehn und 18 Jahren dürfen ihre Talente bei einem Schreibwettbewerb „Räuber Hotzenplotz 2.0“ unter Beweis stellen. In ihrer Kurzgeschichte (etwa fünf DIN A4-Seiten, gängige Schriftart, Größe 12) sollen sie beschreiben, wie der Räuber Hotzenplotz heute seinem Räuberhandwerk nachgehen würde. Kurzgeschichten können bis zum 13. Mai an das kulturbueroniebuell@freenet.de geschickt werden. Die besten fünf Geschichten werden prämiert, in einem Heft zusammengefasst und sind in der Stadtbücherei zu bekommen.

Im Haus der Jugend Niebüll (Hans-Momsen-Straße 9c) gibt es am Mittwoch, 20. April, von 15 bis 18 Uhr für alle Kinder und Jugendliche zwischen acht und zwölf Jahren ein „Räuber Hotzenplotz-Fingerpuppen-Baseln“. Das Angebot ist kostenlos.

„Räuberparty im Hexenkessel“ heißt es am Mittwoch, 4. Mai, von 15 bis 18 Uhr – ebenfalls im Haus der Jugend Niebüll. Die Kleine Hexe und der Räuber Hotzenplotz laden alle Acht- bis 14-Jährigen zur Kinderdisco ein (Eintritt: einen Euro, wer beispielsweise als Hotzenplotz, kleine Hexe, Seppel oder gar als Kaffeemühle dabei ist, hat freien Eintritt).

Das „Figurentheater Köln“ führt am Dienstag, 10. Mai, 15 Uhr, in der Turnhalle der Alwin-Lensch-Schule Otfried Preußlers Stück „Die Kleine Hexe“ (Dauer: 60 Minuten) auf. Eintrittskarten (Kinder: drei Euro, Erwachsene: fünf Euro) gibt es vor Ort (Einlass: 14 Uhr) oder in der Stadtbücherei.

Die Kindermalschule im Richard-Haizmann-Museum bietet unter der Leitung von Anja Annuss dienstags am 10., 17. und 24. Mai (jeweils von 15 bis 16.30 Uhr) für alle Sechs- bis Zwölfjährigen Acrylmalerei, inspiriert durch die Otfried-Preußler-Figuren, an. Kosten: 15 Euro (inklusive Material), Anmeldung unter Telefon 04661/942609.

Und das Eck’s Kino zeigt am Sonntag, 22. Mai, 14 Uhr, die „Räuber Hotzenplotz“-Verfilmung aus dem Jahre 2006, Regie: Gernot Roll. Die Hauptrolle spielt Armin Rohde. Zu sehen sind Christiane Hörbiger (Großmutter), Piet Klocke (Wachtmeister Dimpfelmoser) und Rufus Beck (Zauberer Petrosilius Zwackelmann). Eintritt: fünf Euro.

Weiterhin gibt es viele, nichtöffentliche Aktionen in den Schulen.




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 21.04.2016:

Großmutter ist schon da ...

Niebüll


Arndt Prenzel


Großmutter ist schon da
Foto: Arndt Prenzel

Die Hotzenplotz-Ausstellung wirft ihre Schatten voraus: Die Großmutter hat bereits Platz genommen; im idyllischen Innenhof der Niebüller Stadtbücherei. Wer genau hinschaut, findet die reizende alte Dame. Sie sitzt dort, als wäre es ihr Stammplatz. Ab dem 30. April wird der Räuber Hotzenplotz dann höchstpersönlich in der Stadtbücherei Niebüll sein Unwesen treiben. Vorher wird die Stadtbücherei weiter von außen mit Figure geschmückt. "Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 29. April um 16 Uhr im Sitzungssaal des Niebüller Rathauses laden wir herzlich ein!", so Büchereileiter Ronald Steiner.



Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 24.05.2016:

Gestern, 16.08 Uhr ...

Niebüll


Dieter Wrege


Der Räuber Hotzenplotz in der Stadtbücherei Niebüll
Foto: Dieter Wrege

„Keiner verlässt den Saal!“ Mit dieser Aufforderung platzte Räuber Hotzenplotz in die Stadtbücherei und forderte ein gutes Dutzend Kinder auf, Platz zu behalten. Der Befehl des finsteren, ganz in Schwarz gekleideten Gesellen war gleichzeitig Aufforderung zu kuschen und mucksmäuschenstill zuzuhören. Doch Hotzenplotz war, wie sich schnell herausstellte, auf der Suche nach der Schatzkiste. Diese steckte, verborgen zwischen zwei Märchenbüchern, im Regal. Die Kiste geschnappt und sie mit geübter Hand aufgebrochen, entdeckte er drinnen jede Menge süßen Kram, den er – zuweilen auch ein Herz für Kinder zeigend – in der Runde der jungen Gäste verteilte




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 13.05.2016:

"Niebüll steht für Kultur und Kunstsinn"

Niebüll


Arndt Prenzel


Dr. Thomas Gädeke class=
Thomas Gädeke wird Nachfolger von Andreas Brandt.
Foto: Arndt Prenzel

Das ist eine gute Nachricht für die Kulturszene in Nordfriesland: Ronald Steiner, Leiter der Niebüller Stadtbücherei, ist es gelungen, mit Dr. Thomas Gädeke einen hochkarätigen Kunst-Kurator für die überregional beachteten Ausstellungen in der Bibliothek zu gewinnen. Gädeke wird damit Nachfolger des Anfang des Jahres verstorbenen Andreas Brandt, der mit seiner Kuratorentätigkeit Maßstäbe setzte, die Stadtbücherei zum künstlerischen Gegenpol des Richard-Haizmann-Museums entwickelte und im Laufe der Jahre internationale Kunst immer wieder nach Niebüll holte. Das Nordfriesland Tageblatt führte aus Anlass der Einführung des neuen Kunst-Kurators ein Gespräch mit Dr. Thomas Gädeke, der im Hauptberuf die grafische Abteilung des Landesmuseums Schloss Gottorf leitet.

Niebüll freut sich auf einen neuen Kunst-Kurator. Der Stellenwert der Stadt erhöht sich damit nicht nur auf der „künstlerischen Landkarte“. Wie kam es zu diesem ungewöhnlichen Engagement?

Dr. Thomas Gädeke: Ganz einfach, Ronald Steiner hat mich direkt gefragt; wir kennen uns seit längerer Zeit über die verschiedenen Ausstellungen, die Andreas Brandt kuratiert hat.

Sie waren mit Andreas Brandt gut bekannt?


Das kann man sagen. Wir haben uns gut verstanden, haben nach den Vernissagen in der Stadtbücherei bei sommerlichen Treffen gemeinsam in seinem Garten gesessen, haben uns gegenseitig besucht.

Wie ist nun Ihr Konzept für den Ausstellungsraum Stadtbücherei?

Es steht auf drei Säulen. Zunächst möchte ich keinen Bruch mit der Vergangenheit, wie es sonst oft üblich ist, wenn ein Neuer kommt. Die Konstruktivisten stehen weiter – wie bei Andreas Brandt – im Mittelpunkt. Gleichrangig kommen die norddeutschen Realisten hinzu, angesehene Künstler wie Friedel Anderson beispielsweise. Bekannte Künstler freier Kunstrichtungen von außerhalb komplettieren das Konzept.

Haben Sie schon Kontakte aufgenommen, gibt es schon Namen?

Im Frühjahr 2017 kommt mit Hinnerk Bodendieck (Jahrgang 1965) ein Vertreter der jüngeren Generation. Er ist bekannt für seine eindrucksvollen, ungewöhnlichen Impressionen aus Afrika, St. Tropez oder der Reeperbahn. Mit einer eigenen digitalen Bildsprache kommentiert er gesellschaftliche Zusammenhänge. Für den Sommer 2017 ist Heribert Friedland, Lovis Corinth- und August Macke-Preisträger, präsent unter anderem in New York, London oder in der Pinakothek München, vorgesehen. Er ist derzeit noch ein Insider-Tipp. 2018 steht mit Hermann Leber ein Bildhauer, Maler und Grafiker aus Nürnberg, im Fokus. 25 Jahre lang prägte er zudem als Professor die Ausbildung junger Künstler an der Hochschule in Regenburg.

Das hört sich spannend an. Wann und mit wem geht es los?

Wir starten wie gewohnt am Sonnabend, diesmal am 11. Juni, 11.30 Uhr, mit einer Künstlerin, einer freien Malerin und ausgebildeten Grafikerin: Susanne Pertiet. Sie kommt zur Eröffnung, der Titel passt zur Jahreszeit: „Sommer im Quadrat!“ Pertiet studierte in Salzburg, absolvierte die Schule des Sehens von Oskar Kokoschka; sie steht in der Tradition der Konstruktivisten wie Max Bill. Der inhaltliche Ansatz folgt einer klaren, strengen Flächenaufteilung, Symbole wie das Kreuz spielen eine Rolle, man findet Anklänge zu Natur, Landschaft, Himmel und Horizont – abstrakt dargestellt.

Was folgt auf Susanne Pertiet?

Auf die traditionelle Sommer-Schau folgt im September eine Ausstellung mit der dänischen Künstlerin Geske Johannsen aus Tondern beziehungsweise Frankfurt, die Professor Manfred Reuther, früherer Direktor der Nolde Stiftung Seebüll, kuratiert. Ihr Vater ist der Künstler Dyke Johannsen, ein enger Freund von Andreas Brandt. Hier schließt sich ein Kreis, der im Dezember/Januar mit einer großen Andreas Brandt-Retrospektive in Schloss Gottorf wieder geöffnet wird.

Eine Frage zum Schluss: Warum tun Sie sich das an? Wie man sich vorstellen kann, ist Ihre ehrenamtliche Tätigkeit sehr umfangreich und arbeitsaufwendig.

Der Idealismus, mit dem in Niebüll in der Stadtbücherei Kunst präsentiert wird, stimmt. Das ist mir sehr sympathisch. Niebüll steht für viel Kultur und Kunstsinn. Es macht mir Freude, mich hier einbringen zu können. Zudem bin ich der Stadt schon über Jahrzehnte hinweg verbunden, allein durch meine Tätigkeit am Landesmuseum.




"Ein Mond für Leonore"
mit Wolfgang Welter

Lesung für Kinder ab 5 Jahren



Wolfgang Welter

Am Dienstag, dem 12. April 2016 las der Schauspieler Wolfgang Welter im Rahmen der beliebten Vorlesestunde der "Lesewelle" die Geschichte "Ein Mond für Leonore". Alle Kinder ab 5 Jahren waren zu dieser kostenlosen Veranstaltung ganz herzlich in die Stadtbücherei Niebüll eingeladen.

Wolfgang Welter ist in der Region schon vielen Erwachsenen durch seine Lesungen bekannt, aber auch deutschlandweit steht er regelmäßig auf der Theaterbühne.

Mehr über Wolfgang Welter gibt es hier:

www.wolfgangwelter.de





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 14.04.2016:

Wie die Prinzessin zu ihrem Mond kam

Niebüll


Arndt Prenzel


Lesung mit Wolfgang Welter
Gebannt lauschen die Zuhörer Vorleser Wolfgang Welter.
Foto: Arndt Prenzel

Die Lesewelle schwappte in die Stadtbücherei: Der Schauspieler Wolfgang Welter war am Dienstagnachmittag zu Gast. Viele Kinder samt erwachsenem Anhang genossen die lebhafte Darbietung. "Der Mond für Leonore" ist eine wunderbare Geschichte des Amerikaners James Thurber. Seine Shortstories sind weltberühmt. Liebenswert, hintergründig, voller Esprit. Die Prinzessin Leonore ist krank, sie ist schlecht drauf. Nur der König weiß die Rettung: Leonore braucht den Mond, um gesund zu werden. Keine ganz einfache Aufgabe für den Hofstaat: Medicus, Kämmerer, Magicus, Mathematicus geben sich alle Mühe - doch ihr Fazit ist: Den Mond kann man nicht herunterholen. Nur der Hofnarr hat die richtige Idee. Er beauftragt den Hof-Goldschmied einen kleinen Mond zu aus Gold zu gestalten. Die Prinzessin ist nun glücklich und wird gesund, doch der König sieht ein neues Problem: Was sagt die Prinzessin, wenn am Abend der Mond aufgeht …? Wieder hat der Narr die beste Idee: "Fragt doch die Prinzessin, sie hat bestimmt die passende Antwort!" So kommt es denn auch: Denn Leonore meint, als sie den richtigen Mond sieht, nur: "Das ist doch genauso wie, wenn man einen Zahn verliert - es wächst ein anderer nach!" Die Kinder und Erwachsenen lauschten gebannt, denn Wolfang Welter verstand es, jeder Figur einen eigenen Tonfall, eine besondere Aussprache zu verleihen. Der Narr kam lustig-geckenhaft herüber, von oben herab tönte der Kämmerer; der Magicus schnarrte und rollte das "Rrrrr", während der Mathematicus scheinbar alles besser wusste. Der König wirkte als echter Herrscher überzeugend, während die Prinzessin als Kind die Älteren mit Natürlichkeit und Direktheit ganz einfach übertrumpfte, ohne arrogant zu wirken. "Alles hat eine Erklärung!" so lautet die frohe Botschaft. Manchmal braucht man nicht den "Mond in echt", um wieder gesund zu werden. Und der Hofnarr ist als Dümmster der Klügste: Denn er traut dem Kind alles zu.




Lesung

Sabine Thiesler

"Und draußen stirbt ein Vogel"



Die Stadtbücherei Niebüll freute sich am Donnerstag, dem 21. Januar 2016 Sabine Thiesler in ihren Räumen begrüßen zu dürfen. Sabine Thiesler las aus ihrem neuen Thriller "Und draußen stirbt ein Vogel". Hierzu lud die Stadtbücherei Niebüll herzlich ein.



Und draußen stirbt ein Vogel
Nervenzerreißende Spannung in der Toskana: Hasserfüllt beobachtet er die Autorin Rina Kramer bei ihrer Lesung. Jedes Wort von ihr macht ihn wütend. Sie hat ihn bestohlen, hat seine Ideen und Gedanken geraubt. Er reist ihr nach, findet sie in ihrem idyllischen Landhaus in der Toskana und mietet sich bei ihr ein. Wie ein harmloser Urlauber, aber besessen davon, sie zu vernichten. Rina ahnt nicht, was der eigentümliche Gast plant. Als sie endlich die Gefahr erkennt, ist es bereits zu spät.





Sabine Thiesler, Foto: Christian Thiel Sabine Thiesler, geboren und aufgewachsen in Berlin, studierte Germanistik und Theaterwissenschaften. Sie arbeitete einige Jahre als Schauspielerin im Fernsehen und auf der Bühne und schrieb außerdem erfolgreich Theaterstücke und zahlreiche Drehbücher fürs Fernsehen (u.a. Das Haus am Watt, Der Mörder und sein Kind, Stich ins Herz und mehrere Folgen für die Reihen Tatort und Polizeiruf 110). Ihr Debütroman Der Kindersammler war ein sensationeller Erfolg, und auch all ihre weiteren Thriller standen monatelang auf der Bestsellerliste.





Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 13.01.2016:

Hochspannung in der Stadtbücherei

Niebüll


Dieter Wrege


Sabine Thiesler in der Stadtbücherei Niebüll
Mit effektvollem Leselicht brachte Autorin Sabine Thiesler ihr Publikum in die richtige Thriller-Stimmung. Foto: Dieter Wrege

Licht aus. Das Handy auch. Der Wunsch, mucksmäuschenstill zu lauschen, erfüllte sich von selbst. In der Stadtbücherei las Sabine Thiesler. Sabine Thiesler? Ist das nicht die, die so viele Krimis geschrieben hat und jüngst in der Autoren-Championsleague des „Spiegel“ auf Platz 8 rangierte? „Die ist es“, sagte sich Ronald Steiner und holte sie in die Bücherei. Und am Donnerstagabend war sie da. Ein Glücksgriff, sollten alle erkennen, die ihr andächtig zuhörten, als sie einige neugierig machende Seiten aus ihrem Thriller mit dem Titel „Und draußen stirbt ein Vogel“ las. Seiten, die gerade mal so viel hergaben, dass dieser Buchtitel auf den Einkaufszettel des nächsten Tages gehört. Zur Person der Autorin, bei der unter Berufsbezeichnung auch Synchronsprecherin und Schauspielerin steht: Ihre Wiege stand 1957 in Berlin-Wilmersdorf, Vater Regisseur, Mutter Lehrerin. Nach der Schulzeit, in der Deutsch ihr Leistungs- und Lieblingsfach war und Schreiben bevorzugtes Faible, studierte sie Germanistik und Theaterwissenschaften, stand mit Wolfgang Gruner auf den Brettern der „Stachelschweine“, arbeitete auch einige Jahre als Schauspielerin, schrieb Theaterstücke und eine Reihe von Drehbüchern sowie etliche Folgen für „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ und schließlich Romane. Debütroman war „Der Kindersammler“. Mittlerweile zählt sie längst zu den Krimiautoren, in deren Reihe sie sich mit ihren Titeln auch auf die Bestsellerlisten hochschrieb. Jetzt lebt die gebürtige Berlinerin in einem nordfriesischen Grenzdorf weit oben auf der Landkarte, macht aber auch Urlaub in der sonnigen Toscana, wo ihr aktueller Roman auch spielt. Nordfriesland und Toscana? Einige ihrer Zuhörer der Lesung wollten wissen, warum sie ausgerechnet hierher gezogen ist. „Weil mir das tierisch gute Wetter in der Toscana auf den Geist ging – und daraus Heimweh nach Nordfriesland entstand“, scherzte sie. Doch zu den Passagen ihres neuen Romans, die mit einer Lesung beginnen, in der Rina Kramer (Hauptperson ihres Thrillers) noch einmal in Aktion vor Publikum tritt, bevor sie sich in ihr Urlaubsdomizil in der sonnigen Toscana zurückzieht. Dorthin verfolgt sie Manuel, ihr heimlicher Stalker, der bei ihrer letzten Lesung im Publikum saß. Manuel schafft es, sich in ihrer Nähe einzumieten – übrigens mitsamt seiner zahmen Ratte „Tony“. Er schafft es auch, in Kontakt zu ihr zu gelangen. Und nicht nur das. Er gibt zu erkennen, dass er alle ihre Bücher kennt. Das ist ihr langsam unheimlich. Dann ist auch noch ihr Sohn Fabian mit im Spiel, der von einer Tour nicht zurückkommt. Und dann eskaliert das Geschehen. Rina Kramer macht sich auf die Suche nach dem Sohn. Sie wird von Manuel überfallen und in einen Keller gesperrt, in den sich auch die von Manuel geliebte Ratte verirrt. Rina und Ratte schaffen es, aus dem Keller zu kommen. Rina gelingt es, ins Auto zu gelangen, um loszufahren und ihren Sohn zu finden. Als sie den Wagen starten will, spürt sie ein Messer an der Kehle. Die Spannung nähert sich dem Höhepunkt. Dabei sollte es auch bleiben. Denn: Hier endete Sabine Thiesler mit der Lesung – der ersten übrigens zu ihrem neuen Buch, auf dessen nächsten Seiten die Spannung zu bersten droht. „Das ist so üblich bei solchen Lesungen, in denen das Ende, wie immer es auch ausgehen mag, nicht verraten wird.“ Sabine Thiesler hat ihre Leser auf die Spur gebracht. Aber führt diese nicht womöglich in die Irre? Man wird es herausfinden – in weiteren übrigens gut, flüssig, bildhaft und lecker geschrieben Passagen bis zur letzten Seite.






Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 06.01.2016:

Hauptmedium bleibt das Buch

Niebüll


Dieter Wrege


Statistik 2015
Wieder dienstbereit: Heike Christ, Anke Hansen, Ronald Steiner und Anett Petersen. Foto: Dieter Wrege

Die Stadtbücherei meldet mit 190 401 Entleihungen im vergangenen Jahr einen neuen Rekord. Damit wurde die bisherige Bestmarke von 2011 um 5400 Entleihungen übertroffen, berichtet Büchereichef Ronald Steiner. Die Bücherei hat ihren Dienst am Montag nach einer kurzen Weihnachts-/Neujahrpause aufgenommen, die Mitarbeiter stehen ihren Kunden aus Stadt und Land wieder wie gewohnt zur Verfügung. Kunden der Bücherei – das sind zurzeit 2810 aktive Leser, je zur Hälfte Niebüller und Bürger aus dem Umland. Ihnen stehen in der Stadtbücherei heute 41000 Medien zur Verfügung, in der Hauptsache immer noch Bücher, obwohl sich dem Buch nach und nach immer wieder neue Medien dazu gesellt haben wie Konsolenspiele, CDs, DVDs sowie Bilder aus der büchereieigenen Artothek. Die Zahl der Entleihungen hat sich im Laufe der Zeit ständig erhöht. 1982 waren es 51 986 und 1989 nach dem Umzug von der Marktstraße in die Hauptstraße 46 in den ehemaligen Bökingharder Hof (davor Thamsen’s Gasthof/Hotel Lange) erstmals über 100 000 Entleihungen. Nach Einführung der EDV setzte sich der Anstieg weiter fort. Der Anstieg der Entleihziffern verläuft etwa parallel zur Entwicklung der Niebüller Einwohnerzahl: Die Bücherei steuert auf 200 000 Entleihungen zu, die Stadt auf 10 000 Einwohner. Jüngstes Medium ist die „Onleihe“, bei der der Leser statt des Buches das „e-book“ in die Hand nimmt, vom dem im vergangenen Jahr 6000 Exemplare über den virtuellen Tresen gingen. Kern blieb jedoch weiterhin das Buch. Daran konnten auch die etwa 58 000 „Non-Book-Medien“ nichts ändern. Zuweilen gingen wiederum Anspruch und Interesse der Leser über das hinaus, was die Bücherei zu bieten hatte. Um besonderen Anforderungen zu genügen, wurden 1573 Bücher von anderen Büchereien besorgt. Umgekehrt verlieh die Niebüller Bücherei 1352 Bücher nach auswärts. Neu in den Bestand wurden 3091 Medien aufgenommen – und 2963 veraltete und zerlesene „Schwarten“ aus dem Bestand entfernt. Die Stadtbücherei profitiert insofern von ihrer Zugehörigkeit zur Büchereizentrale des Landes, als sie wie jede andere Bücherei nicht alles, was gewünscht wird, im Regal hat. Wie gesagt: Hauptmedium bleibt das Buch, das zuweilen in den wissenschaftlichen Leihverkehr eingebunden ist. Wichtigstes Buch in Stadtbücherei ist und bleibt das „Buch der Bücher“ – die Bibel. Ihr gut erhaltener Zustand verrät freilich, dass sie nicht sehr oft entliehen wird. Das gilt aber auch für eine Reihe von Klassikern – die von Dichterfürsten inbegriffen. Die Bestsellerliste wechselt ständig. Der Buchreport des „Spiegel“ lässt Jojo Moyes „Ein ganz neues Leben“, Dörte Hansens „Altes Land“ oder Sebastian Fitzeks „Joshuas Profil“ weit oben rangieren. Bei der Sachbüchern und Biografien sind Peter Scholl-Latour (Mein Leben) und Henning Mankells „Treibsand“ ziemlich weit oben zu finden. Die Junioren lieben nach wie vor „Gregs Tagebücher“. Wer gerne in der Küche werkelt oder gar strickt, findet auch eine stattliche Auswahl von Kochbüchern und Strickanleitungen. Wer noch nicht liest, für den schwappt ab dem 12. Januar wieder die „Lesewelle“ durch die Bücherei. Auch „sonst“ war wieder einiges los in der Bücherei. Wolfgang Welter faszinierte mit seiner wunderbar glasklaren Stimmer, Jochen Missfeldt und Friedel Anderson waren gemeinsam zu Gast, Manfred Degen schwadronierte aus Richtung Sylt und August, das starke Puppentheater“, unterhielt die Kinder mit Pettersson und Findus. Außerdem lasen die alte und neue Lammkönigin, liefen die Ausstellungen von Karl Hartung und Hans Plutta sowie vom Geschichtsverein über die Nazizeit. Womit die Stadtbücherei sich einmal mehr als Kulturzentrum inmitten einer lebendigen Stadt präsentierte.





Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 16.01.2016:

Leserin des Jahres gekürt

Niebüll


Stephan Bülck


Leserindes Jahres 2015

Sie liest gerne Thriller und historische Romane, ihre Lieblingsautorinnen sind Rebecca Gablé und Diana Gabaldon. Nun ist sie Leserin des Jahres 2015 der Stadbücherei Niebüll: Maren Bonnichsen aus Klixbüll. Im vergangenen Jahr registrierten Büchereichef Ronald Steiner und seine Mitarbeiterinnen für die 44-Jährige insgesamt 1420 Entleihen. „Und ihre Nutzung der ’Onleihe zwischen den Meeren’ ist da noch nicht mitgerechnet“, berichtet Steiner. Insgesamt 200 Leser nutzen den Service, sich ihre Bücher auf ihre elektronischen Lesegeräte zu laden. Die sogenannten E-Books stehen auch bei Maren Bonnichsen hoch im Kurs. „Bücher verbrauchen sehr viel Platz. Ich möchte sie Zuhause einfach nicht herumstehen haben“, sagt sie lachend. Daher leihe sie sich ihre persönlichen Bestseller aus – mit Unterstützung ihres elfjährigen Sohnes. Er habe zu dem tollen Ergebnis beigetragen. Derzeit sind in der Stadtbücherei 2800 Leser aktiv, etwa 1400 kommen aus Niebüll.




"Der vierte König"
mit Wolfgang Welter

Weihnachtslesung für Kinder ab 5 Jahren



Wolfgang Welter

Am Dienstag, dem 22. Dezember 2015 findet zum letzten Mal in diesem Jahr die beliebte Vorlesestunde der "Lesewelle" statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung freuen wir uns, den Schauspieler Wolfgang Welter in der Stadtbücherei Niebüll zu begrüßen. Er wird die weihnachtliche Geschichte "Der vierte König" für alle Kinder ab 5 Jahren vorlesen.

Beginn ist 16.00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Wolfgang Welter ist in der Region schon vielen Erwachsenen durch seine Lesungen bekannt, aber auch deutschlandweit steht er regelmäßig auf der Theaterbühne.

Mehr über Wolfgang Welter gibt es hier:

www.wolfgangwelter.de





Wiedergänger -
Eine andere Geschichte von Sylt

Erzählung von Jochen Missfeldt mit Inselbildern von Friedel Anderson


Ausstellung und Buchvorstellung


12. November bis 22. Dezember 2015

Wiedergänger - Eine andere Geschichte von Sylt

Zur Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung am Donnerstag, dem 12. November 2015 um 19.30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich in die Stadtbücherei Niebüll ein.

Die Idee des Buches ist im weitesten Sinn eine Landschaftsbeschreibung der Insel Sylt. Dabei beschreiten die Künstler ganz unterschiedliche Wege. Für Jochen Missfeldt ist Sylt vor allem ein Raum der Erinnerung an viele Menschen, die ihm dort begegnet sind: Sagenhafte Gestalten wie Ekke Nekkepen oder die Steinkönigin von Morsum Kliff, Personen der Zeitgeschichte, deren Schicksal ihn beeindruckt und bewegt, der väterliche Freund Gregor von Sylt, ein kantiger Weltverbesser, der auf dem Friedhof von Keitum seine endgültige Ruhe findet – und natürlich trifft sich der Autor auch selbst wieder als Kind, das vom Fliegen schwärmt, als Schüler, der die bittersüßen Qualen der ersten Liebe bestehen muss, und als Pilot, der über Sylt eine gefährliche Situation meistert. Und wie in einem Traum erscheinen alle diese Personen auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden, freundliche Wiedergänger in gemeinsamer Spur.

Für den Maler Friedel Anderson ist Sylt in erster Linie ein Raum der Farben. Die Insel liegt offen und unschuldig vor ihm. Er darf malen, was er sieht, und im besten Fall gelingt es ihm, mit der Atmosphäre seiner Bilder auch ein wenig vom Mythos der Natur zu erzählen. Im Spannungsfeld dieser unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen entsteht ein Buch, das eine andere Geschichte von Sylt erzählt: Eine Geschichte, die hinter der Fassade von Eventkultur und Luxusküche wieder das Ursprüngliche und Echte entdeckt.


Jochen Missfeldt (Foto: Andreas Kölsch) Der Schriftsteller JOCHEN MISSFELDT

geboren 1941 in Satrup bei Schleswig, kann auf einen ungewöhnlichen Lebensweg zurückblicken. Nach einer Karriere als Pilot bei der Luftwaffe studierte er ab 1982 Philosophie, Volkskunde und Musikwissenschaft. Seither ist ein umfangreiches literarisches Werk entstanden: Gedichte, Kurzprosa, drei große Romane und eine Storm-Biografie. Seine Arbeiten wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2002, dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein 2006 und zuletzt dem Italo-Svevo-Preis 2014.

Der Maler FRIEDEL ANDERSON

geboren 1954 in Oberhausen, studierte Kunstgeschichte in Göttingen und Malerei bei Prof. Manfred Bluth in Kassel. Seit 1985 lebt und arbeitet er als freischaffender Maler in Itzehoe. Sein Werk wird gemeinhin dem Realismus zugerechnet, weist aber inzwischen in impressionistischer Manier weit darüber hinaus: Der Gegenstand tritt zurück hinter seine Wirkung durch Licht und Farbe. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, viele Arbeiten in öffentlichen und privaten Sammlungen. Seit 2009 Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg. Mehrfach hat Friedel Anderson einzelne Landschaften malerisch erforscht : Die Elbe von der Quelle bis zur Mündung, die Provence, Istambul und Ionien, Venedig, Afrika ….. Und nun also Sylt.




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 17.10.2015:


Sylt-Werke von Friedel Anderson in der Stadtbücherei

Niebüll


Arndt Prenzel

Das ist etwas für Syltfans vom Festland: Die Winterausstellung in der Stadtbücherei präsentiert ab Donnerstag, 12. November, (bis 22. Dezember) den bekannten norddeutschen Künstler Friedel Anderson. Ein schmales Werk war der Auslöser, denn der Hintergrund der Ausstellung ist sinnigerweise ein Buch: Die Sylter Erzählung von Jochen Missfeldt erfuhr eine geniale Ergänzung durch 29 Inselbilder von Friedel Anderson. Die Idee war zunächst eine Landschaftsbeschreibung des Eilands. Dabei beschritten die beiden Männer ganz unterschiedliche Wege. „Sylt ist für mich die Erinnerung an viele Menschen, die mir dort begegnet sind: Sagenhafte Gestalten wie Ekke Nekkepen oder die Steinkönigin von Morsum Kliff, Personen der Zeitgeschichte, der väterliche Freund Gregor von Sylt, ein kantiger Weltverbesserer, der auf dem Friedhof von Keitum seine endgültige Ruhe findet“, so Jochen Missfeld. Er schildert, wie er als Kind vom Fliegen schwärmt, wie er als Schüler die Qualen der ersten Liebe bestehen muss, und wie er als Pilot über Sylt eine gefährliche Situation meistert. Wie in einem Traum erscheinen alle diese Personen auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden, freundliche Wiedergänger in gemeinsamer Spur. Bei der ersten Eröffnung der Ausstellung in der Galerie Herold in Kampen und der gleichzeitigen Buchvorstellung in Keitum wurde dann auch gerätselt: Ist Goldschmiedin Edda Raspé die Steinkönigin? Oder verbirgt sich hinter Gregor ein bekannter Künstler? Der kleine Text ist leicht und locker geschrieben – wäre ohne die Bilder aber nicht vorstellbar. Friedel Anderson hat zuvor schon Landschaften dargestellt und zuvor durchmessen: die Elbe von der Quelle bis zur Mündung, die Provence, Istanbul und Ionien, Venedig, Afrika und nun die Insel. Für den Sechzigjährigen ist Sylt ein (T)raum für Farben. Es ist ein Erlebnis für die Augen, wenn hier jemand nicht die Maler-Fantasie zu sehr fabulieren lässt. Denn das Eiland spricht für sich. Mit seinen Unterschieden, mit seinen eigenen Gesetzen. Er malt nur, was er sieht, und bildet so die Natur kongenial ab. Kein Kitsch, kein Nolde, kein Heckel. Es ist das echte, unverwüstliche Sylt jenseits der Eventkultur. Das Sylt, das auch die Niebüller lieben, wenn sie in Morsum aus der Bahn steigen, um einmal bis zur Kupferkanne zu wandern; um von dort über Rotes Kliff bis Westerland laufen. Diese Impressionen, dieses Kopfkino, hat Friedel Anderson eingefangen. Kein Wunder also, wenn Galerist Rainer Herold die Arbeiten rasant verkaufte. Zum Glück hat der Künstler nachgelegt, so dass in der Stadtbücherei ein ungetrübter Kunstgenuss ansteht.






Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 12.11.2015:


Anderson-Werke bis Weihnachten in der Bücherei zu sehen

Niebüll


Stephan Bülck


Ausstellung Wiedergänger
Büchereichef Ronald Steiner vor einem von 20 ausgestellten Bildern.
Foto: Stephan Bülck

„Er ist in Schleswig-Holstein von den noch lebenden Malern die Nummer 1", schwärmt Ronald Steiner, Leiter der Stadtbücherei, von Maler Friedel Anderson. Von heute an, 12. November, sind bis zum 22. Dezember in den Räumlichkeiten 20 ausgewählte Werke (Ölbilder auf Leinwand und Grafiken) zu sehen – darunter „Märzspaziergängerin“, „Hörnum Odde“, „Vor Kampen“, „Lister Düne 1 + 2“ und andere. Ein Teil der Arbeiten findet sich als Illustrationen in dem Buch „Wiedergänger – eine andere Geschichte von Sylt“ von Jochen Missfeldt wieder. Letzterer ist auch Gast bei der heutigen Vernissage, die um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei beginnt. Der 1941 in Satrup geborene, frühere Lufwaffenpilot und jetziger Schriftsteller liest aus seiner Erzählung, die in der Edition Eichthal erschienen ist. Missfeldt schrieb unter anderem Gedichte, drei große Romane und eine Storm-Biographie, wurde 2002 mit dem Wilhelm–Raabe-Literaturpreis, 2006 mit dem Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein und 2014 mit dem Italo-Svevo-Preis ausgezeichnet. Der Maler Friedel Anderson wurde 1954 in Oberhausen geboren, studierte Kunstgeschichte in Göttingen und Malerei bei Professor Manfred Bluth in Kassel. Seit 1985 lebt er als freischaffender Maler in Itzehoe, ist seit 2009 Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg. Die Provence, Istanbul, Venedig, Afrika und auch Sylt finden sich in seinen Bildern wieder, die er im In- und Ausland ausstellt. In der Stadtbücherei Niebüll ist Anderson nach 2007 zum zweiten Mal Gast.





Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 14.11.2015:


Heimat - hörbar und sichtbar

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellung Wiedergänger
Jochen Missfeldt, Ronald Steiner und Jens Uwe Jess baten zur Doppelveranstaltung.
Foto: Dieter Wrege

Macht denn ein weiteres Buch über Sylt noch Sinn? Diese Frage stellte der Eckernförder Verleger Jens Uwe Jess bei einer Doppelveranstaltung in der Stadtbücherei. Dort stellte der in Itzehoe lebende Maler Friedel Anderson seine Sylt-Bilder vor. Der Maler selbst war nicht vor Ort. „Andersons Werke sind aber nach 2007 zum zweiten Mal in der Stadtbücherei“, freute sich Ronald Steiner. Verbunden mit der vom Büchereichef organisierten und gut besuchten Vernissage war eine Autorenlesung des Schriftstellers Jochen Missfeldt, der aus seinem neuen Buch „Wiedergänger“ las, einer in freier Fantasie verfassten Art Landschaftsbeschreibung der Insel Sylt, gespickt mit Mythen und Blicken zurück in eine Vergangenheit, die für den Autor auch biografische Züge hatte. „Es macht Sinn“, erinnerte sich der Verleger der vor einem Jahrzehnt begonnenen Zusammenarbeit mit Missfeldt. Er zeichne ein Landschaftsbild auf eine besondere Art, erinnerte sich der Verleger womöglich der früheren Tätigkeit des damaligen Oberstleutnants der Bundesluftwaffe im Cockpit eines der in Leck stationierten Starfighter. War es der andere Blick auf die Landschaften, der ihn inspirierte? Von der Insel Sylt, wo er mit seinen Eltern dann und wann Urlaub machte, nahm der heute 74-Jährige jungenhafte Erinnerungen mit, als er die Jets der britischen Besatzungsmacht vom Inselflugplatz bei Keitum abheben sah. Doch nach seiner Zeit beim „Bund“ und dem Studium (Musikwissenschaft, Philosophie, Volkskunde) erweiterten sich seine Sichtweisen, angereichert mit Fantasie und Kreativität. Und vor allem ging er den Dingen auf den Grund und folgte dem Rat des Historikers Albert Panten, der auch in seinem Buch vorkommt und ihm riet: „Wenn du wissen willst, was wirklich war, musst du lesen, was aufgeschrieben wurde.“ „Mit dem Cabrio auf die Insel“ heißt die erste von drei Episoden aus seinem Buch, in dem er allerdings um heute bekannte Stationen wie Gosch und Gogärtchen einen Bogen macht, den kauzigen Ortpreußen Gregor (ist es Peter Kuhlemann?) erfindet und in den Dünen nach den vom Piraten Puan vergrabenen Schätzen sucht. In den Katakomben am Morsum-Kliff, in denen angeblich die Steinkönigin lebt, verbirgt sich, wie man meinen sollte, einen Batzen Zuneigung für die Insel. Im dritten Beitrag rundet Missfeldt den Verlauf eines Jahres ab, holt die Wintersachen aus dem Schrank, spricht zwar vom Tod und wohnt der Bestattung des alten Gregor bei, lässt aber auch den Winter anklingen, der auf der Insel seine besonderen Reize und schönen Seiten hat. Warum also „noch“ eine Geschichte über Sylt? Die Antwort findet sich auf 107 Seiten eines Mix aus Erinnerung, Fantasie und Mythen und wohl auch aus der Historie einer besonderen Landschaft. Sylt eben. Und der Leser bekommt einen Eindruck vom „Wiedergänger“. Wiedergänger? Im Volksglauben unseres Kulturkreises dichtet man ihm Gespenster in verschiedenen Erscheinungsformen an. Jochen Missfeldt sorgt in seiner „anderen Geschichte von Sylt“ nicht nur für angenehme Unterhaltung. Er lädt auch zur Spökenkiekerei an, zum Nachdenken über Liebe, Tod und Teufel – und dazu, sich die in die Buchseiten eingefügten Bilder anzuschauen und mit ihnen in ein Reich der Farben und der Stille einzutauchen.




Kabarett & Satire
Manfred Degen
Advent, Advent, der Degen brennt ...



…darauf, seinem Publikum die Lachtränen in die Augen zu treiben!


Manfred Degen
Am Donnerstag, dem 17. Dezember 2015 in der Stadtbücherei Niebüll. Beginn der Veranstaltung ist 20.00 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr. Eintrittskarten gibt es nur in der Stadtbücherei Niebüll.

Advent und Weihnachten aus der Sicht eines Sylters, Glühwein und Lebkuchen statt Schampus oder Kaviar und eine rote Weihnachtsmann-Nase statt nackter Möpse in der Sylter Sonne. Dass das geht, wird der Sylter Satiriker Manfred Degen mit seiner adventlichen Klamauklesung am 17. Dezember in der Stadtbücherei Niebüll beweisen. Mit deftigen Texten, trockener Satire und feinsinnig-hintergründigen Plaudereien wird er mal wieder einen verbalen Stepptanz präsentieren, manchmal um die Ecke gedacht und oft auch mitten zwischen die Augen. Sie werden den typischen Sylter kennen lernen: geldgierig, laut, rücksichtslos, intrigant und doch auch eine Seele von Mensch, der sich mit Grandezza jedem Sturm entgegenstellt. Freuen Sie sich auf einen Abend mit norddeutschem Wortwitz, sprachlicher Eleganz und erleben Sie die praktizierte Kunst des Abschweifens
Manfred Degen liest die schrillsten Weihnachtsgeschichten aus seinen Büchern und berichtet von seinen Welttourneen und Veranstaltungen, die anders als geplant verlaufen sind. Auch wenn die Geschichten oftmals voller Brisanz sind, pikanter Tabus und verwickelter Sachverhalte, entwirrt der Künstler sie beschwingt und macht alles verstehbar. Ein Riesenspaß für alle, Adventsvergnügen einmal ganz anders.

Für das leibliche Wohl an dem Abend sorgen die Damen vom Ladies Circle 16 Südtondern.



Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 19.12.2015:

Ein Meister der frechen Zunge

Niebüll


Dieter Wrege




Manfred Degen
Der Sylter Satireker Manfred Degen.
Foto: Dieter Wrege

Der Abend in der brechend vollen Stadtbücherei bot Gelegenheit, Kraft zu tanken für den hektischen Endspurt vor den Festtagen. Ronald Steiner gebührt ein Dank dafür, Manfred Degen (66), den Sylter Entertainer in Sachen Humor, nach Niebüll geholt zu haben, wo er seit 23 Jahren nach seinem „gleitenden Abschied“ von seinem Arbeitgeber DB von Zeit zu Zeit seine Späße treibt. So auch an diesem (draußen) trüben Donnerstagabend, der als Klamauklesung proklamiert war, die er dann auch war – und sicher auch noch viel mehr, weil knappe zwei Stunden lang Lachen und Kichern angesagt waren und zuweilen auch mal Schenkelklopfen, wenn dem Degen mal ein Kalauer entglitt. Degen? So heißt der Satiriker von der Insel nicht nur, er ist es zuweilen auch, wenn er mit seiner frechen Zunge wie mit einer Klingenwaffe in die Gesellschaft hineinsticht, skurrile Typen zeichnet und Zustände karikiert, in denen immer ein Körnchen Wahrheit enthalten ist. Wenn der Degen plaudert, schildert oder schwadroniert, blitzt kreatives Formulieren auf. Entweder ist es die Sprache des Nachbarn von neben an oder die des Milliardärs aus den Kampener Szenelokalen. Schnell hat er die Gäste vom Ellbogen bis runter nach Hörnum beim Wickel, vergisst aber auch die Einheimischen nicht – wie etwa den Morsumer, dem er nachsagt, er liefere bei seinen Fragen gleich die Antworten mit. Die Aktualität der Tage kommt auch nicht zu kurz, wenn aus jetzt geträllerten Liedern weihnachtliche Lärmemissionen heraushört, und im Shopping die Gier nach materiellen Gütern ahnt. Wenn er über den Weihnachtsmarkt flaniert, hört er gar die Schlürfgeräusche an den Glühweinständen. In der Fünf-Sprachen-Region unterscheidet er zwischen der dänischen „Rødgrød med fløde“, dem friesischen „Rüm Hart“ und dem plattdeutschen „Lever dod“. Den arabischen Fotografen hört er „allemallachen“ sagen, wenn er zum Gruppenbild bittet. Das zu frühe Ableben vergleicht er mit einer Kerze, die schneller brennt, weil man intensiver gelebt hat. Was für Degen Heimat bedeutet, hat er auf einem Trip nach Australien verspürt. Er verspüre auch Sehnsucht nach dem Winter. Das könne nur der verstehen, der eine Sommernacht mit einer Mücke verbracht hat. Ob man Heiligabend in die Kirche gehe, wollte er wissen – und wenn ja warum? „Mal ehrlich“, fragte er seine Zuhörer: „Würden Sie einem Sackgesicht auch ein ‚frohes Fest‘ wünschen?“ Dann schwenkte Manfred Degen auf die Zielgerade ein, kam nochmal am Gogärtchen vorbei, blickte auf die dortige Gästeliste, meinte ein FIFA-Präsidiumsmitglied gesehen zu haben, und einen Ritterkreuzträger (mit Eichenlaub) und Damen mit kiloweise Silikon und Botox. Er berichtete von der Warteschlange vor der Autoverladung, die bis vor seine Haustür reichte und beendete seinen Rundumschlag mit einem Abstecher bei den Landfrauen und den promovierten Entenzählern auf Hallig Gröde. Schließlich rollte Manfred Degen seine freche Zunge ein, die er eloquent ausgefahren hatte. Danach hatten die Besucher Gelegenheit, Ronald Steiner zum Geburtstag zu gratulierten und mit einem Gläschen, eingeschenkt von Ladies Circle, mit ihm anzustoßen.







Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 23.09.2015:

Wenn nichts mehr ist wie es war

Niebüll


Stephan Bülck


Übergabe Bücherkoffer
Stellen der Koffer vor: Büchereichef Ronald Steiner und Hans-Jürgen Strufe, Vorsitzender des Kofferstifters "Förderverein Villa Paletti".
Foto: Stephan Bülck

„Irgendwie anders", „Annikas andere Welt", „Wenn der Windmann kommt", „Die Nachtvögel" oder „Lieber Matz, Dein Papa hat’ne Meise" – das sind nur einige Buchtitel, die Leser ab sofort in einem speziellen Koffer in der Stadtbücherei vorfinden. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie wollen helfen, „mit Kinder über psychische Schwierigkeiten, Belastungen und Erkrankungen von Eltern zu reden“. Denn noch immer ist es schwierig, dem Nachwuchs klarzumachen, was da manchmal in den Köpfen von Mutter oder Vater passiert, was in ihnen vorgeht, wie sie sich gerade fühlen – und warum das so ist. Selbst Erwachsene tun sich damit schwer, ihre Freunde, Verwandte oder Arbeitskollegen diesbezüglich zu verstehen, sich in sie hineinzuversetzen, oder einfach nur zuzuhören und dann zu begreifen. Dabei kann von psychischen Schwierigkeiten jederzeit jeder betroffen werden oder sein. Anzeige Anzeige Im dem Bücherkoffer, enthalten sind insgesamt 21 Buchtitel für verschiedene Altersstufen, finden Eltern und Kinder eine Hilfestellung, mit dem Thema verständlich umzugehen, die Sprachlosigkeit zu beheben, Unsicherheiten in Verständnis umzuwandeln. Zusammengestellt hat ihn der Förderverein der Kinder- und Jugendpsychatrie „Villa Paletti“, vertreten durch seinen Vorsitzenden Hans-Jürgen Strufe. „Jeder Koffer hat einen Sachwert von 300 Euro“, erklärt er. „Diesen Bücherkoffer stellen wir gemeinnützigen Kooperationspartnern und Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, kostenlos zur Verfügung. Die Titel werden ständig aktualisiert.“ Die Koffer stellen eine Ergänzung zu den Elternkursen, die derzeit in Südtondern in Zusammenarbeit mit den Lebenshilfeeinrichtungen Niebüll (LENI) erfolgreich durchgeführt werden, dar. „Wir hoffen, durch dieses unkomplizierte Angebot, deren Kosten keine Krankenkasse übernimmt, den Menschen helfen zu können.“ Finanziert wird der Bücherkoffer – neben den anderen Angeboten (siehe Infokasten) – durch den Förderverein, der gemeinnützige Verein ist wiederum auf steuerabzugsfähige Spendengelder angewiesen. Jeweils einer der Bücherkoffer war vom 27. August bis zum 4. September in den Niebüller Buchhandlungen (Friesische Buchhandlung und Bücherstube Leu) zu finden. „Dafür waren wir den Inhabern sehr dankbar“, so Hans-Jürgen Strufe. Hier können alle Titel auch künftig bestellt werden. Eines der Koffer-Exemplare hat der Förderverein nun stellvertretend für die Stadtbücherei Niebüll deren Leiter Ronald Steiner überreicht. „Wir werden die Titel listen und in unser Verzeichnis einpflegen, dann können sie bei uns, wie jedes andere Buch auch, ausgeliehen werden“, erklärt er.







"Der Josa mit der Zauberfiedel"
mit Wolfgang Welter

Lesung für Kinder ab 5 Jahren



Wolfgang Welter

Am Dienstag, dem 01. September 2015 startete die beliebte Vorlesestunde der "Lesewelle" in eine neue Saison. Im Rahmen dieser Veranstaltung fand eine besondere Lesung in der Stadtbücherei Niebüll statt. Der Schauspieler Wolfgang Welter kam und las die Geschichte "Der Josa mit der Zauberfiedel".

Wolfgang Welter ist in der Region schon vielen Erwachsenen durch seine Lesungen bekannt, aber auch deutschlandweit steht er regelmäßig auf der Theaterbühne.

Mehr über Wolfgang Welter gibt es hier:

www.wolfgangwelter.de


Zum Stück:
Der alte Köhler Jerormir und sein Sohn Josa sind eigentlich die glücklichsten Menschen auf der Welt, wenn da nicht dieses eine Problem wäre: Josa ist der kleinste und schwächlichste Köhlersohn, den man je gesehen hat. Eines Tages bekommt Josa eine Zaubergeige geschenkt. Eine Geige, die jeden Zuhörer entweder groß und stark oder aber ganz klein machen kann. Und mit dieser Geige macht sich Josa auf den Weg zum Mond ….




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.09.2015:

Vorlesevergnügen: Vom Winzling Josa und seiner Zauberfiedel

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung mit Wolfgang Welter
Gebannt hörten Große und Kleine Wolfgang Welter zu.
Foto: Dieter Wrege

Die wunderbare Geschichte von Josa, dem kleinen, schwächlichen Köhlersohn, stand im Mittelpunkt der Lesewelle am Dienstag in der Stadtbücherei. Vorgelesen wurde sie vom Schauspieler Wolfgang Welter, einem früheren Düsseldorfer, der heute mit Ehefrau Diana im Nordergotteskoog lebt und der Hektik der Großstadt nordfriesische Ruhe und Gelassenheit vorgezogen hat. Welter ist Fan des bekannten Kinderbuchautors Horst Eckert, einem gebürtigen Oberschlesier, der sich hinter dem Künstlernamen Janosch verbirgt. In der Geschichte wird berichtet, wie der Winzling Josa eine Zauberfiedel geschenkt bekommt und mit dieser wahre Wunder vollbringt. Die Zaubergeige macht jeden Zuhörer entweder groß und stark oder ganz klein. Josa macht sich mit der Geige auf dem Weg zum Mond. Unterwegs begegnet er Menschen, denen er dank seiner Geige helfen oder sie besiegen kann, wie den gierigen König und seine Soldaten. Als er am Ende der Welt angekommen ist, spielt er für den Mond, der mal größer, mal kleiner wird . Der alte Köhler sieht das und weiß, dass nur Josa solche Wunder vollbringen kann.




Karl Hartung

Zeichnungen


11. Juli bis 31. August 2015

Zeichnung, 1950

Vom 11. Juli bis 31. August 2015 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Zeichnungen des Künstlers und Bildhauers Karl Hartung (1908-1967).

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 11. Juli 2015 um 11.30 Uhr luden wir Sie und Ihre Freunde ganz herzlich ein.


Grußworte: Peter Ewaldsen, Amtsvorsteher Amt Südtondern

Einführung: Dr. Jörg Garbrecht, Kunsthalle Mannheim

Begrüßung: Ronald Steiner, Stadtbücherei Niebüll




Karl Hartung wird 1908 in Hamburg als Sohn eines Tischlers geboren. Nach seiner Ausbildung als Steinmetz, die er 1923 beginnt, studiert Karl Hartung Kunst. 1929 geht Hartung mit einem Stipendium nach Paris, dort studiert er das Werk Rodins und Maillols. 1932 kehrt Karl Hartung nach Hamburg zurück, doch schnell spürt er, wie sich durch die Kulturpolitik des NS-Regimes die Arbeits- und Lebensbedingungen für ihn als abstrakt arbeitenden Bildhauer erschweren. Daher siedelt Hartung mit seiner Familie 1936 nach Berlin über. Erst 1946 gelingt Hartung der künstlerische Durchbruch mit seiner ersten Einzelausstellung in der Galerie Rosen in Berlin. Drei Jahre später wird Karl Hartung, einer der populärsten Bildhauer der Nachkriegszeit, an die Hochschule der Bildenden Künste Berlin berufen, 1955 übernimmt er den Vorsitz des Deutschen Künstlerbundes. In diesem Jahr nimmt Hartung an der documenta I teil. Es folgen Teilnahmen an der Biennale in Venedig und weitere internationale Ausstellungen. Karl Hartung stirbt am 19. Juni 1967 in Berlin.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 27.6.2015:

Wegbereiter abstrakter Bildhauerrei

Niebüll


Arndt Prenzel

Ausstellung Karl Hartung
Professor Andreas Brandt widmet die Sommer-ausstellung in der Niebüll Stadtbibliothek dem deutschen Bildhauer Karl Hartung.
Foto: Prenzel

Professor Andreas Brandt widmet die beliebte Sommer-Ausstellung in der Niebüller Stadtbibliothek dem deutschen Bildhauer Karl Hartung. Die Vernissage ist für Sonnabend, 11 Juli, angesetzt. Karl Hartung ist nicht mehr und nicht weniger “der“ deutsche Bildhauer, der nach 1945 der deutschen Kunst international Geltung verschaffte. Der 1908 geborene Künstler hat während der NS-Diktatur im Verborgenen eine neue Formensprache jenseits der Nazi-Kitschkunst entwickelt, seine abstrakten Skulpturen sind in einem Atemzug mit Henry Moore zu nennen. Seine Werke waren beziehungsweise sind in den bedeutenden Kunstmuseen zu sehen, zum Beispiel bereits 1957 im weltberühmten Museum of Modern Art (MoMA) New York. Das Nordfriesland Tageblatt sprach aus diesem Anlass mit Professor Andreas Brandt.

Gibt es einen speziellen Grund, Karl Hartung jetzt zu präsentieren?

Andreas Brandt: Meine Absicht ist es, während der Sommermonate in der Stadtbücherei nach Werner Scholz 2014 wieder eine attraktive Ausstellung zu zeigen. Ich freue mich sehr, dass nach 1987 Karl Hartung wieder in Niebüll präsent ist. Drei seiner Skulpturen befinden sich übrigens als Dauerleihgabe im Richard Haizmann Museum.

Mit Karl Hartung kommt einer der ganz großen Namen nach Niebüll. Wie erklärt sich dies? Karl Hartung kann im Zusammenhang mit Richard Haizmann genannt werden; er ließ sich von Haizmann inspirieren in den 30er Jahren. 1935 stellten die beiden in Hamburg sogar gemeinsam aus.

Was verbindet die beiden Künstler? Die Hinwendung zur abstrakten Formensprache, die sich sogar in einzelnen Kunstwerken manifestiert.

Zum Beispiel? Die Vogel-Darstellungen von Karl Hartung aus dem Jahr 1937/38 weisen erstaunliche Parallelen zu Haizmann auf.

Was werden die Niebüller Kunstfreunde in der Stadtbücherei sehen dürfen? Es sind Zeichnungen aus verschiedenen Schaffensperioden. Menschenbilder, Gesichter. Sie bilden einen zweiten, bisher nahezu unbekannten Werkkomplex.

Zeichnen – eine eher untergeordnete Leidenschaft des Bildhauers? Nein, keinesfalls. Karl Hartung hat von Beginn an gezeichnet, hat über 800 Werke geschaffen. Hartung hat im Zeichnen sich selbst entdeckt, wie er sagt.

Wie erhielten Sie den Zugang zu den Arbeiten? Über die Tochter Hanna Hartung, sie verwaltet den Nachlass.
Haben sie Karl Hartung gekannt?
Als Student bin ich ihm flüchtig begegnet. Ich habe Karl Hartung als zurückhaltende, freundliche Erscheinung in Erinnerung.

Gibt es weitere Anmerkungen? Die öffentliche Vernissage in der Stadtbücherei ist am dem 11. Juli um 11.30 Uhr. Die Begrüßung übernimmt Ronald Steiner, Stadtbücherei Niebüll, Grußworte spricht Peter Ewaldsen, Amt Südtondern. Die Einführungsrede hält Dr. Jörg Garbrecht, Kunsthalle Mannheim. Die Sommer-Ausstellung der Stadtbücherei Niebüll läuft bis 31. August 2015.




Puppentheater



"Pettersson und Findus"





Die Stadtbücherei Niebüll lies am Mittwoch, dem 19. August 2015 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll die Puppen tanzen. Das Theater mit Puppen "AUGUST Theater" aus Dresden spielte das Stück "Pettersson und Findus". Hierzu sind alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen. Beginn der Veranstaltung war 16.00 Uhr, Einlass ab 15.30 Uhr.

Bild: Pettersson und Findus Infos zum Stück:
Ein Stück nach den Kinderbüchern von Sven Nordqvist über Abneigung und Zuneigung, über Freundschaft und schlechtes Wetter, gespielt von einem Schauspieler und einer Katze mit viel Witz, Sehnsüchten, Tempo, Träumen und Musik für die ganze Familie. Was für eine Welt tut sich da auf! Doch der alte Pettersson und der witzige Findus können trotz ihrer Verschiedenheit sehr gut miteinander auskommen. So kann man miterleben, dass Kater Findus mindestens dreimal im Jahr Geburtstag feiert, wie man einen wilden Stier austrickst und an welcher genialen Erfindung Pettersson gerade arbeitet. Und an die singenden Hühner auf Pettersson's Hof wird sich bestimmt jeder noch lange erinnern... Ein Theaterstück mit dem Schauspieler und Puppenspieler Grigorij Kästner- Kubsch und der Puppenspielerin Randi Kästner-Kubsch.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 21.08.2015:

Turbulente Show voller Tempo und Witz

Niebüll


Dieter Wrege


Pettersson & Findus

Foto: Dieter Wrege

Immer, wenn das August-Theater aus Dresden zu Gast im Rathaus-Saal ist, ist eine volle Hütte garantiert. So war es auch am Mittwoch mit 100 Besuchern – Müttern und Kindern sowie einigen wenigen Männern. Auf dem Programm standen erneut Petersson und Findus, die beiden Kinderbuchfiguren von Sven Nordqvist, zu deren Fans auch Büchereichef Ronald Steiner zählt. Sonst wären die Schau- und Puppenspieler Randi und Grigorij Kästner-Kubsch nicht bereits zum elften Mal nach Niebüll gekommen. Auch diesmal gab es wieder eine turbulente Show voller Tempo und Witz, die von der Liebe des alten Herren Pettersson zu seinem vorwitzigen Kater erzählt, angereichert mit Begebenheiten aus dem (Er)Leben der beiden Berühmtheiten aus Nordqvists Kinderwelt. So feierte Kater Findus einen seiner drei jährlichen Geburtstage, geriet ein Flugmaschinenbau total daneben und gackerten die vorwitzigen Hühner dazwischen.




Schafgeschichten mit der Lammkönigin Jane Petersen


Lammkönigin Jane Petersen

Im Rahmen der "Lesewelle" fand am Dienstag, dem 09. Juni 2015 von 16.00 Uhr bis 17.00 Uhr eine besondere Vorlesestunde in der Stadtbücherei Niebüll statt. Die amtierende Lammkönigin Jane Petersen kommt und liest Schafgeschichten für Kinder. Alle Kinder ab 3 Jahren waren zu dieser kostenlosen Veranstaltung ganz herzlich in die Stadtbücherei Niebüll eingeladen. Die Lesung war Teil der 20. Nordfriesischen Lammtage, die in diesem Jahr vom 09. Mai bis 31. Juli 2015 stattfinden.


Mehr über die Lammkönigin und die Lammtage gibt es hier:

www.lammtage.de





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 11.6.2015:

Die Lammkönigin liest und die Kleinen hören zu

Niebüll


Arndt Prenzel



Lamm Königin Jane Petersen las in der Stadtbücherei
Lammkönigin Jane Petersen las in der Stadtbücherei.
Foto: Prenzel

Einen roten Teppich hatte Büchereichef Ronald Steiner dann doch nicht ausgerollt. Aber der Leiter der Stadtbibliothek begrüßte die Königin formvollendet mit Handkuss, fiel jedoch nicht auf die Knie. Jane Petersen, die neue Lammkönigin, nahm es gelassen und freute sich auf den Auftritt. Im Rahmen der Lesewelle, die jeden Dienstag stattfindet, hatte sie sich bereit erklärt, den Lütten vorzulesen. Ronadl Steiner hatte einige Kinderbilderbücher vorausgewählt, die Königin entschied dann selbst, was sie den kleinen Niebüllern bieten wollte. Rund 20 kleine Lesefans samt Anhang hatte sich in der Bücherei eingefunden, trotz bestem Sommerwetter. "Das Schaf Charlotte" war für die Lammkönigin das ideale Vorlesebuch; die Kinder konnten davon kaum genug bekommen. Denn das Schaf Charlotte erlebt nicht nur mit dem Kätzchen, sondern auch mit seinen Freunde tolle Abenteuer. Die Drei- bis Achtjährigen lauschten gespannt, was das unternehmungslustige Schaf alles durchmacht. Spannung! Jane Petersen verstand es, das Publikum zu fesseln. Und wenn es gar zu aufregend wurde, war da immer noch die Hand von Opa oder der Mama. Vorlesen und lesen ist nach wie vor in. Elttern sind an der (Vor-)bildung der Kinder extrem interessiert. "Die jungen Leserinnen und Leser kommen gern zu uns!", freut sich Ronald Steiner. "Das Genre Kinderliteratur boomt, es kommen ständig neue, fantasievolle (Bilder-)Bücher auf den Markt!" Die ruhige Atmosphäre in den Niebüller Räumlichkeiten animiert zum entspannten und konzentriertem Schauen, Lesen und Auswählen. Die Mitarbeiterinnen haben jede Menge an Angeboten parat. Die Lesewelle findet derzeit jeden Dienstag von 16 bis 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.




Die Stadtbücherei Niebüll zeigte in einer Sonderausstellung Werke des Niebüller Künstlers Hans Plutta.





Aus derWochenschau vom 22.05.2015:

Sonderausstellung in der Stadtbücherei Niebüll

Niebüll


Arndt Prenzel


Hallig Oland, Hans Plutta
Die Region verdankt dem Künstler Hans Plutta viele Impressionen.
Foto: privat

Anett Petersen, Anke Hansen und Ronald Steiner sind zufrieden mit der Resonanz: Die Stadtbücherei Niebüll zeigt noch bis Ende des Monats in einer kleinen Ausstellung Bilder von dem Niebüller Künstler Hans Plutta. "Ein Künstler, dem Niebüll viel zu verdanken hat; der vor 35 Jahren in Niebüll verstarb", erklärt Büchereileiter Ronald Steiner. Das ist auch der Anlass der Spenderausstellung. "Die Bilder stammen aus öffentlichen und privaten Besitz", so Ronald Steiner. In Niebüll wohnte Hans Plutta im Osterweg; er stellte nach dem Krieg unter anderem im Schuhhaus Schmäl aus. Seine Werke wurden als Hochzeitsgeschenke und als Präsente der persönliche Zuneigung zur Heimat geschätzt; denn er bildete wie kein Zweiter "sein" Nordfriesland ab. Viele Niebüller schmückten mit seinen Bildern ihre Wohnzimmer oder Flure. Friesenhäuser, Bauernhöfe, Landschaften, aber auch Boote, das Watt und die Halligen bildeten dabei herausragende Motive für den Künstler, der nicht nur in Kiel sondern auch in Berlin an der Kunstkademie studierte. Meister wie Nolde, Barlach oder Rohlffs förderten ihn, luden ihn zur Jahresausstellung. Beeinflusst wurde er von der Neuen Sachlichkeit, aber er schuf seinen eigenen Stil, übernahm nicht die innere Distanz zum Dargestellten. Es ging ihm um das wahre "Wesen der norddeutschen Landschaft". Wichtig war Plutta die naturgetreue Wiedergabe, die die Intensität seiner Darstellung ausmacht. Keine oberflächliches Zurschaustellen des Gesehehen, sondern ein "zur Ruhe kommendes sich Einlassen des Betrachters". Nach der Übersiedlung nach Niebüll widmete er sich mehr denn je der Landschaft. Immer wieder wanderte er durch die Marsch, über die Inseln und Halligen. In den 50er Jahren kam eine mehr expressive Phase. Das einzelne Detail im Bild wurde nun geringer, die Landschaft wurde so insgesamt großzügiger, dennoch ausdrucksstärker dargestellt. Hans Plutta schuf ein umfangreiches Werk, neben melancholisch anmutenden Landschaften auch Porträts, Stilleben und Figurenbilder. Typisch für Niebüll sind z. B. auch die Rummelpott-Kinder; aber auch die Bilder der Reetdachhäuser, die längst nicht mehr stehen. Hans Plutta wurde 1902 in Kiel als Sohn eines Kapitäns geboren, dort absolvierte er an der Kunstgewerbeschule seine Ausbildung. 1928 zog er zum Sudium nach Berlin, nach dem Krieg 1946 nach Niebüll. Dort starb er im Jahre 1980. Hans Plutta wurde mit Ausstellungen in der Sparkasse und im Richard Haizmann Museum geehrt, zuletzt 2002.




Lesung

Constanze Wilken

"Der Duft der Wildrose"


Die Stadtbücherei Niebüll und der Landfrauenverein Niebüll luden gemeinsam zu einer Lesung ein. Constanze Wilken stellte ihren Roman "Der Duft der Wildrose" am Donnerstag, dem 23.04.2015 im Andersen-Haus in Risum-Lindholm vor. Die Veranstaltung fand mit freundlicher Unterstützung der NOSPA Niebüll statt.




Buchcover Der Duft der Wildrose

Auf Bitten ihrer Tante Birdie fährt die junge Caitlin Turner in das hübsche walisische Küstenstädtchen Portmeirion. Dort führt Birdie einen kleinen Porzellanladen, den Cait hüten soll, während sich ihre Tante einer Operation unterzieht. Auf unerwartete Weise wird Cait mit den Schatten ihrer Vergangenheit konfrontiert, denn Birdie deutet vor ihrer Abreise an, es gebe ein dunkles Familiengeheimnis. Dann lernt Cait den wortkargen Ranger Jake kennen und wird in einen Zwiespalt der Gefühle geworfen. Doch Jake ist einem Verbrechen im Snowdonia Nationalpark auf der Spur, und die Ereignisse drohen sich zu überstürzen… Ein tragisches Geheimnis verband Birdie und Caitlins Mutter. Wird sich das Schicksal wiederholen?



copyright: Constanze Wilken

Nach dem Studium der Kunstgeschichte in Kiel ging Constanze Wilken nach Wales, wo sie mehrere Jahre lebte und an ihrer Promotion arbeitete. In Wales entstand die Idee zu ihrem ersten Roman. Neben dem Schreiben bestimmt die Liebe zu Kunst und Antiquitäten das Schaffen der Autorin, deren Recherchereisen sie quer durch Europa führen. Die Autorin lebt und arbeitet mit ihrer Familie, ihren Hunden und Katzen, in der Zurückgezogenheit ihrer nordfriesischen Heimat.


Die website von Constanze Wilken finden Sie hier:

www.constanzewilken.de



Aus derWochenschau vom 02.05.2015:

Spannende Lesung"

Niebüll


Arndt Prenzel


Lesung mit Constanze Wilken
Hahn im Korb: Ronald Steiner mit Lammkönigin Kerstin Carstensen und Autorin Constanze Wilken.
Foto: privat

Die Stadtbücherei Niebüll und der Landfrauenverein Niebüll hatten gemeinsam zu einer Lesung mit Autorin Constanze Wilken in Andersen-Haus in Risum-Lindholm eingeladen. Ronald Steiner (Stadtbücherei) bedankte sich beim Sponsor Nospa für die Unterstützung; Filialleiter Ralf Friedrichsen begrüßte mit Telse Brodersen die Gäste. Rund 50 Damen fanden den Weg ins Kulturzentrum. Anwesend war auch die amtierende Lammkönigin Kerstin Carstensen, vor der die sympathische Autorin einen echten Hofknicks zeigte. Constanze Wilken erzählte zunächst aus ihrem bewegten Leben: Sie stammt aus St. Peter-Ording, ging nach dem Studium der Kunstgeschichte in Kiel nach Wales, wo sie mehrere Jahre lebte und an ihrer Promotion arbeitete. Dort fotografierte sie auch Landschaften und Leute; diese Bilder zeigte sie parallel zur Lesung. Das heißt, dass ihre Recherche gründlich ist; das merkt man den Romanen auch an. Denn die Menschen, die dort auftauchen sind authentisch, wie aus dem Leben gegriffen. Anschließend las sie aus Roman "Der Duft der Wildrose", der in Wales spielt. De bekennende Veganerin und Tierfreundin ging auch auf Fragen aus dem Publikum ein; berichtete, dass die Geburt eines Buches neun Monate dauere. Ihr neuer Roman ist gefühlsbetont, bewegt die Emotionen. Ein unterhaltsamer Leseabend im Andersen-Haus hinterließ lauter zufriedene Besucher. "Am Welttag des Buches ein perfekter Abend", bedankte sich Constanze Wilken, "ein rundum gelungener Abend!"




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 21.4.2015:

Artothek: Kunst zum Ausleihen"

Niebüll


Stephan Bülck


Kunst zum Ausleihen
Auch diese Bilder von Eduard Bargheer, Bob Bonies und Prof. Andreas Brandt gehören zum Angebot.
Foto: Stephan Bülck

Bücher, Hörbücher, E-Book-Reader, CDs und DVDs, Konsolenspiele - mehr als 40000 Medien hat die Stadtbücherei Niebüll in ihrem Bestand. Was weniger bekannt ist: Sie besitzt mittlerweile 72 Bilder, allesamt Originale und überwiegend Werke norddeutscher Realisten und Konstruktivisten. Darunter sind Arbeiten von Prof. Andreas Brandt, Jan Leseberg, Heinz Mack, Eduard Bargheer, Friedel Anderson, Max Mahlmann, Bob Bonies, Günter Zachariasen oder Gudrun Piper. Bilder, die zwischen 1967 und 2011 entstanden. Der Clou: Auch diese gerahmten Werke können Bücherei-Mitglieder gegen Vorlage ihrer gültigen blauen Karte ohne Aufpreis mit nach Hause nehmen. "Ich leihe mir ein Bild aus, wie bei einem Buch, nur etwas länger", erklärt Büchereichef Ronald Steiner (61) das Prinzip in einem Satz. "Die Ausleihdauer beträgt höchstens ein Vierteljahr." Wer nimmt dieses Angebot wahr? "Es sind hauptsächlich Privatleute. Sie holen sich ein Bild, hängen es sich beispielsweise ins Wohnzimmer und tauschen es nach drei Monaten gegen ein anderes um." Die bundesweit populäre Idee geht auf den Künstler Norbert Weber zurück. Er ist Vorsitzender des vor 25 Jahren gegründeten Artothekenverbands Schleswig-Holstein. Die Organisation koordiniert die Arbeit der Institutionen des Kunstverleihs im Lande. So auch im Februar für "Kunst auf Zeit - Zeit für Kunst" im Landeshaus Kiel. Mit fünf Werken war die Stadtbücherei Niebüll bei der Ausstellung vertreten. Und nicht nur das. "Bis zum 10. Mai haben wir ein Bild nach Neustadt am Rübenberge (Niedersachsen) verliehen", berichtet Steiner stolz. Auch hier wird es im Rahmen einer Ausstellung zu sehen sein. An die Werke kommen der Diplom-Bibliothekar und seine Mitarbeiter über ihre vielen Kontakte, die sie aufbauen und pflegen. "Es macht Spaß, Schriftsteller und andere Künstler zu treffen, sie kennenzulernen, und jeder soll gerne wieder zu uns kommen." Sie gehen seit Jahren in der Stadtbücherei ein und aus. Das Büchereiteam tut einiges, um auch für die rund 3000 Nutzer am Ball zu bleiben. Veranstaltungen wie Lesungen, darunter zum Thema Buddhismus mit Gerd Boll und dem Schauspieler Jochen Regelien sowie die regelmäßige Lesewelle (die nächste ist heute um 16 Uhr), bei der Ehrenamtliche Kinder ab drei Jahren kostenlos eine Stunde lang vorlesen, gehören dazu. Bei größeren Events kann sich Ronald Steiner auf die unbürokratische Hilfe von Kooperationspartnern und "Nachbarn" verlassen. So stellte aufgrund der sich schon im Vorfeld abzeichnenden großen Nachfrage die VR-Bank unlängst bei einer Lesung von Wolfgang Raloff zum Thema "Niebüll zur Zeit des Nationalsozialismus" ihren Veranstaltungsraum zur Verfügung. Für die Lesung aus "Der Duft der Wildrose" am Donnerstag, 23. April (19 Uhr, Einlass 18.30 Uhr) mit der Autorin Constanze Wilke laden Stadtbücherei und Landfrauenverein Niebüll mit Unterstützung der Nord-Ostsee-Sparkasse in das Andersen-Haus nach Klockries ein. "Man weiß sich zu helfen, die Leute sind hilfsbereit und offen." Natürlich darf auch die Stadtbücherei Niebüll den Anschluss nicht verlieren. Vor einem Jahr stieg sie bei der sogenannten Onleihe ein. "Derzeit haben wir 80 Leser, die im Internet über uns aktiv Bücher herunterladen und auf ihre Endgeräte überspielen." Und das Erstaunliche: "Es sind viele ältere Leser. Das hätte ich nicht gedacht." Aber so ganz mag Ronald Steiner auf Papier nicht verzichten. "Ich habe lieber ein Buch aus Papier in der Hand", gesteht er. Und das gilt auch für die Tageszeitung. "Ich hoffe, die Zeitung wird es noch lange in der Papierform geben." Steiner ist ursprünglich Hamburger. Nach seinem Studium verschlug es ihn zunächst in die Stadtbücherei Kiel. Mittlerweile ist er seit 33 Jahren Leiter der Stadtbücherei Niebüll. "In vier Jahren gehe ich in Rente." Ingrid Menzel hatte die Aufgabe vor ihm wahrgenommen - ebenfalls über Jahrzehnte. Zahlen, die für sich sprechen. Ronald Steiner: "Bibliothekar in Niebüll - das ist ein Traumjob." Sein Lieblingsmaler ist der Kolumbianer Fernando Botero. Sein Lieblingsschriftsteller? "Siegfried Lenz. Ich hätte ihn gerne einmal hier gehabt."




Puppentheater


Hase und Igel


Die Stadtbücherei Niebüll lies am Mittwoch, dem 08. April 2015 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll die Puppen tanzen. Das Theater mit Puppen "August das Starke Theater" aus Dresden spielte das Stück "Hase und Igel", nach dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm. Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.



Hase und Igel Infos zum Stück:

Das ist ja auch ein Ärger! Immer und immer wieder muss der Hase den Igel beleidigen und kränken. Da kann man dem Igel nicht verdenken, dass er dem Hasen den Hochmut austreiben will und schlägt ihm eine Wette vor...

Ein Mitspielstück mit zwei Spielern und Ihren Marionetten, einer Flachfigur, nach dem Märchen der Gebrüder Grimm, nur mit einem optimistischen Schluss.






Buchvorstellung und Vortrag "Niebüll in der Zeit des Nationalsozialismus"


Buchcover von Niebüll in der Zeit des Nationalsozialismus

Wolfgang Raloff, ehemaliger Schulleiter des Friedrich-Paulsen-Gymnasiums und jetzt stellvertretender Vorsitzender des Vereins für Niebüller Geschichte, stellte am Donnerstag, 26. Februar, sein Buch „Niebüll in der Zeit des Nationalsozialismus – eine Dokumentation in Auszügen von Zeitungen“ vor.







Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 02.03.2015:

"Ich sehe Niebüll mit anderen Augen"

Niebüll


Arndt Prenzel


Lesung Niebüll in der Zeit des Nationalsozialismus
Wolfgang Raloff im Gespräch mit einer Jugendlichen, die zur Lesung erschienen war.
Foto: Arndt Prenzel

Riesenandrang in der VR-Bank bei der Lesung des Buches "Niebüll in der Zeit des Nationalsozialismus", einer Dokumentation von Berichten aus der Nordfriesischen Rundchau und Südtondernschen Zeitung, zusammengestellt von Wolfgang Raloff: Weit über hundert, überwiegend ältere Bürger aus Niebüll und Umgebung hatten sich am Donnerstagabend auf den Weg gemacht, um Heimat- und Zeitgeschichte hautnah zu erfahren. Büchereileiter Ronald Steiner hatte die Veranstaltung kurzerhand in die VR Bank verlegt; es mussten dennoch Interessierte nach Hause geschickt werden. Regionalmarktleiter Carsten Johannsen begrüßte die Gäste und bedauerte, dass die Kapazität des Hauses beschränkt sei. Wolfgang Raloff zeigte sich angesichts der vielen Besucher bewegt, erläuterte dann, dass er sich im ersten Teil der Lesung auf die Umbruchphase 1932/1933 beschränken wolle. "Wie konnte es dazu kommen?" Diese Frage beantwortete der frühere Direktor der FPS mit vielen Fakten. Für den erstaunlich raschen Aufstieg der NSDAP wurde die Wirtschaftskrise, insbesondere unter der Bauernschaft, die allgemein desolate Lage der Weimarer Republik, andauernder Parteienzwist, der Verlust von Nordschleswigs an Dänemark aufgeführt. Ein rechtsradikales Umfeld war längst entstanden, das ab Ende der 20er Jahre von der NSDAP beerbt wurde. "Neben der Brechung des Marxismus haben wir die besondere Aufgabe, den schleswig-holsteinischen Bauern zu erfassen. Erst wenn dieser neben dem Arbeiter die siegende Idee des Nationalsozialismus unter dem Hakenkreuzbanner erkannt hat, ist die meerumschlungene Nordmark unser", hatte der Völkische Beobachter bereits 1926 propagiert. 1930 entstand die Niebüller NSDAP-Ortsgruppe mit 50 Mitgliedern, an der Spitze Lehrer und Ärzte. Damit änderte sich das Bild Niebülls grundlegend. Es gab zahlreiche Aufmärsche, Versammlungen und Abendfeiern. Themen waren dort die Kriegsschuldlüge, die Bedrohung durch den Kommunismus. Die Braunhemden wurden attraktiv, man(n) wollte dabei sein. Bereits Ende 1931 gab es über 100 SA-Männer, fast alle Berufe vom Handwerker bis zum Buchhändler waren vertreten; sie versammelten sich zum Gruppenbild auf den Schulhof der FPS. Die Stimmung wandte sich nun auch gegen Andersdenkende. Ein Schulleiter der FPS wurde per gezielter Meinungsmache vertrieben, Denunziationen nahmen zu. Als am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, zog ein Fackelzug durch Hauptstraße und Westersteig zur Gaststätte Braune Burg. "Ab dann begann die Gleichschaltung", so Raloff. Es betraf alle Vereine und Verbände, auch die Kirche. Die Rituale des Jahres mit Führers Geburtstag, Sonnenwende und Erntedankfest sorgten für eine scheinbare Normalität. Doch bald folgten weitere Verdächtigungen, Hausdurchsuchungen und Verhaftungen. Einzelne Personen kamen in "Schutzhaft". Ende 1933 wurde das Gemeindevertretungsgesetz abgeschafft, nun galt auch in der Provinz das Führer-Prinzip. In der Pause wurde lebhaft diskutiert, das Bedürfnis zu sprechen, sich auszutauschen war groß. Im zweiten Teil des Abends beschrieb Wolfgang Raloff die geschichtlichen Hintergründe und Ereignisse von dem Beginn der Judenverfolgung in der "Reichspogromnacht" bis zur "Endlösung", von der generellen Erfassung des Individuums im NS-Staat. Er berichtete von der ersten Kriegsweihnacht, zitierte aus den Todesanzeigen Niebüller Familien, deren Anzahl sich im Verlauf des Krieges ständig steigern sollte. Der verzweifelte Versuch des Regimes, den Durchhaltewillen zu stärken, dokumentierte der Besuch mehrerer Ritterkreuzträger in Niebüll. Die Lesung endete mit einem Blick auf den Entnazifizierungsprozess eines Niebüller NS-Protagonisten. Dem Ortsgruppenleiter war nicht nachzuweisen ... "Das muss man erstmal sacken lassen", erklärte Ronald Steiner und bekannte: "Ich sehe Niebüll jetzt mit anderen Augen." Nach Fragen zur Adolf-Hitler-Eiche (sie steht noch heute vor dem Richard Haizmann Museum, dem ehemaligen Rathaus) und nach jüdischen Mitbürgern in Niebüll (nur einer ist wohl namentlich bekannt) verwies ein Zuhörer auf die Notwendigkeit, die Vergangenheit in Form von Workshops aufzuarbeiten. Das Buch "Niebüll in der Zeit des Nationalsozialismus" wurde jetzt nachgedruckt und kann im "Verein für Niebüller Geschichte" unter der Telefonnummer 04661/4806 oder im Buchhandel in Niebüll und Leck für 19,90 Euro gekauft werden. Zwei weitere Bücher zur Niebüller NS-Vergangenheit erscheinen bald: "Lebensbilder" von Beate und Wolfgang Jandt (Zeitzeugen berichten) und "Dr. Charlotte Heidrich, Briefe an ihren Mann 1945" zusammengestellt von Albert Panten. Beide Bücher werden rechtzeitig zur Ausstellungseröffnung "Niebüll in der Zeit des Nationalsozialismus" am Sonntag, 15. März, 115 Uhr im Richard Haizmann Museum vorliegen.




"Wie die Dinge sind" - ein buddhistischer Lese-Abend


Eine zeitgemäße Einführung in die Lehre Buddhas

Spannende Schilderungen aus "Wie die Dinge sind" von Lama Ole Nydahl, wurden am Donnerstag dem 22.1.2015 in der Stadtbücherei von Schauspieler Jochen Regelien gelesen. Anschließend gab es Zeit, Fragen zum Buch und zum buddhistischen Verständnis an den Experten und Diamantwegslehrer Gerd Boll zu stellen.




Gerd Boll

Gerd Boll ist verheiratet, Vater von 6 Kindern und führt einen landwirtschaftlichen Betrieb an der Schleswig - Holsteinischen Ostseeküste. Seit 24 Jahren ist er Buddhist und lehrt seit vielen Jahren im Auftrage von Lama Ole buddhistische Inhalte im In- und Ausland.







Jochen Regelien

Jochen Regelien ist seit 40 Jahren als freier Schauspieler tätig, lebt seit 29 Jahren in Hamburg und ist seit 18 Jahren praktizierender Buddhist.










Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 24.01.2015:

Bewusstes Verweilen im Hier und Jetzt

Niebüll


Arndt Prenzel


Buddhistischer-Leseabend in der Stadtbücherei Niebüll
Gerd Boll - er lehrt den Diamantweg
Foto: Arndt Prenzel

Der buddhistische Lese-Abend in der Stadtbücherei Niebüll ist ein alljährliches Ritual; stets kommen hier am seelischen Innenleben stark beteiligte Menschen zusammen, der weibliche Anteil ist groß. BüchereileiterRonald Steiner begrüßte die Protagonisten, den Hamburger Schauspieler Jochen Regelien und den Landwirt und Diamantsweglehrer Gerd Boll aus Eckernförde. Es war bereits der vierte buddhistische Abend, nach "Buddha und die Liebe" und anderen Themen wie "Tod und Wiedergeburt" nun ein wenig aus der Praxis, eine Einführung in die Lehre Buddhas. Diesmal las Jochen Regelien Auszüge aus dem wegweisenden Buch "Wie Dinge sind" von Lama Ole Nydahl, dem "Erfinder" des Diamantweg-Buddhismus". Lama Ole Nydahl hat nahezu alle bedeutenden tibetischen Lamas der Karma Kagyü Linie in den Westen geholt und die zeitlose Weisheit der Karma Kagyü Linie der westlichen Welt zugänglich gemacht. Jeder versuche, so Nydal, Schönes zu erleben, Schlechtes zu vermeiden, Angenehmes zu behalten und mit Schwierigem auszukommen. Das gesuchte Glück wohnt jedem inne. Alle Belehrungen Buddhas richten sich auf den Geist. Doch der ungeübte Geist funktioniere oft wie ein Auge: Nimmt das Äußerem wahr, kann sich selbst nicht sehen.Daran muss man arbeiten. Die "Erleuchtung" ist dann die volle Verwirklichung des Geistes. In der nächsten Runde beantwortete Gerd Boll durch die Lesung aufgeworfene Fragen. Dabei ging es um Trost spenden, die Sinnhaftigkeit des Lebens und "wer wir sind und woher wir kommen". Wie kann der moderne Mensch seine Alltagserlebnisse für die geistige Entwicklung nutzen? Der praktizierende Buddhist Gerd Boll brachte es auf den Punkt: "Es gibt kein Gestern und Morgen - die Erleuchtung bedeutet das entspannte, bewusste Verweilen im Hier und Jetzt". Gerd Boll sprühte vor Freude und Zuwendung. Er verkörpert bereits idealerweise die Ziele der Buddhisten, zusammengefasst als Liebe, die allumfassend ist. Zur Liebe zählt auch Mitgefühl, Mitfreude und ganz überraschend die Krönung der Liebe, Gleichmut. Mit Mitteln der Meditation kann man sich auf den Diamantweg begeben. Boll animierte das Publikum zur Entspannung, so dass sich alle Besucher am Ende an einer viertelstündigen Meditation erfreuten. Strahlende Gesichter, es hat funktioniert. "Nächstes Jahr sehen wir uns am gleichen Ort", erklärte Ronald Steiner. Dann gilt es, mit der fünften Lesung ein kleines Jubiläum zu begehen. Jochen Regelien und Gerd Boll freuen sich schon. Veranstalter werden wieder die Stadtbücherei und das Buddhistische Zentrum Nordfriesland sein.





Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 05.01.2015:

Stadtbücherei kratzt an Rekordmarke

Niebüll


Dieter Wrege


Statistik 2014
Blicken zufrieden auf das abgelaufene Jahr: Anett Petersen und Ronald Steiner in der Stadtbücherei Niebüll.
Foto: Dieter Wrege

Die Stadtbücherei schließt das Jahr 2014 mit stattlichen Erfolgszahlen ab. Dieses Fazit zog Büchereichef Ronald Steiner. Mit seiner Kollegin Anett Petersen bilanzierte er, was im kulturellen Zentrum der Niebüller Stadtmitte "los" war, wer kam und sich etwas "zum Schmökern" holte oder wer sich an dem einen oder anderen Angebot erfreute. Mit der "Onleihe zwischen den Meeren" gab es auch mal wieder etwas Neues. Und überhaupt wurde die Stadtbücherei Niebüll ihrem Bildungsauftrag auch 2014 in vielfältiger Weise gerecht. Onleihe? Seit Mai vergangenen Jahres können Leser der Stadtbücherei digitale Medien rund um die Uhr für bestimmte Zeit auf ihren PC, ihr E-Book oder ein anderes mobiles Endgerät herunterladen. Diesen Service nutzen bereits 163 Leser und haben sich seither 2806 Mal Lesestoff, Videos und ePaper herangeklickt. Im Kreisvergleich liegt Niebüll nach Husum an zweiter Stelle. Der Onleihe-Medienbestand umfasst 18 400 Titel in 39 500 Exemplaren. Ronald Steiner ist sicher, dass die Nachfrage nach digitalen Medien zunimmt. Übrigens kann man sich eBook-Reader bei der Bücherei auch ausleihen. Auf diesen Geräten stehen bis zu 25 Titel zur Verfügung. Mit zurzeit 40 000 verschiedenen Medien ist die Stadtbücherei gut sortiert und bietet für jeden etwas. Mit 185 202 Entleihungen nähert sich die Bücherei dem Rekordjahr 2011 mit 186 459 entliehenen Medien. Gegenüber 2013 waren es zwei Prozent mehr. Die Schallgrenze von 200 000 Medien scheint nach den Worten Steiners durchaus noch erreichbar. "Aber dazu müsste die Innenstadt noch attraktiver werden." Mehr Kinder könnten es auch tun, weil Kinderbücher nach wie vor stark gefragt sind. Die Bücherei zählt weiterhin einen Stamm von 3000 Lesern, die sich Stadt und Land zur Hälfte teilen. Bei der Ausleihe dominiert das gedruckte Wort mit 120 000 Medien. Auf den Non-Book-Bereich entfallen 60 000 Medien. Um selteneren Wünschen zu entsprechen, wurden von anderen Büchereien 1336 Medien geliehen - und umgekehrt 1465 Medien an Nachbarbüchereien verliehen. Als lokale Bestseller waren unter anderem gefragt E.L. James dreibändiger Edelporno "Shades of Grey", Follets Romantrilogie sowie "Der Distelfink" von Donna Tartt. Gut gingen weiterhin "Gregs Tagebücher", von denen es bereits 9 (?) gibt. Gefragt aus dem Bereich Sachbuch waren Abhandlungen über Handarbeit, Garten, Kochen und Wohnen. Mit den Jahren hat sich die Stadtbücherei zu einem "Kulturtempel" entwickelt. Nolde-Freund Werner Scholz stellte expressionistische Malerei aus. Der Schauspieler Wolfgang Welter las Pumuckel-Gruselgeschichten. Gerd Boll und Jochen Regelien erzählten buddhistische Geschichten. Übersetzer Friedhelm Rathjen kam am Ehrentag seiner Zunft nach Niebüll. Dr. Olaf Jessen berichtete über die Schlacht bei Verdun - und "Überflieger" Jochen Missfeld las aus "Klaar Kimming". Auch Herr Pettersson und Fundus waren zu Gast und entzückten eine stattliche Kinderschar. Lammkönigin Kerstin I. las Schafgeschichten. - Für dieses Jahr stehen einige Termine bereits fest. Unter anderem wird in einer weiteren buddhistischen Lesung erläutert, "wie die Dinge sind", wird der Sylter Manfred Degen wieder einmal ablästern und werden die Kinder sich am 13. Januar um 16 Uhr über die erste Lesewelle 2015 freuen.



Aus der Wochenschau vom 11.01.2015:

Bücherei Niebüll: auf dem Weg zum Rekord

Niebüll


Arndt Prenzel


Statistik 2014
Anett Petersen und Anke Hansen von der Stadtbücherei Niebüll, die das Projekt Onleihe in Niebüll betreuen.
Foto: Arndt Prenzel

Anett Petersen, Anke Hansen und Ronald Steiner sind zufrieden: Mit 185.202 Entleihungen ist die Bücherei auf dem Weg zum Rekord von 200.000 Vorgängen. Bereits am ersten Tag des neues Jahres kam es zu Bestleistungen: Über 3.000 Leihvorgänge am Montag! Schon jetzt ist die Onleihe ein Hit: Seit Mai 2014 können die Kunden der Stadtbücherei digitale Medien rund um die Uhr herunterladen. Diesen Service nutzen viele Leser: 2806 Mal wurde bequem vom Sessel aus geklickt. Im Kreisvergleich belegte die Stadtbücherei Niebüll damit Platz 2 in der Anzahl der Entleihungen, gleich hinter der Stadtbibliothek Husum und vor der Stadtbücherei Bredstedt. Ein Grund, stolz zu sein. Der Onleihe-Medienbestand ist umfangreich, beträgt 18.400 Titel in 39.500 Exemplaren. Wer will, darf sich eBook-Reader mit bis zu 25 Titeln ausleihen. Mit 40.000 Medien ist die Stadtbücherei gut sortiert und bietet für jeden etwas. Die Leserschaft ist konstant. "Wir haben rund 3000 Leser, die Hälfte kommt aus Niebüll", so Ronald Steiner. "Sehr gern gelesen wurde der neue Frank Schätzing-Thriller "Breaking News", aber auch weiterhin E.L. James dreibändiger Erotikroman "Shades of Grey" - und ganz vorn "Darm mit Charme"", so Anett Petersen. Beim Thema Sachbuch sind Bücher über kreatives Kochen, Handarbeit, Garten und Wohnen begehrt. Auch sonst blieb die Stadtbücherei das Kulturzentrum im Herzen der Stadt: Hochwertig die Ausstellung mit Bildern von Werner Scholz, einem bekannten Expressionisten, hervorragend kuratiert von Professor Andreas Brandt. Der Schauspieler Wolfgang Welter lockte die Kleinen mit Gruselgeschichten, Gerd Boll und Jochen Regelien erreichten die Esoteriker der Region mit einer Einführung in die Lehre Buddhas. Ein bundesweites Highlight: Deutschlands bester Übersetzer, Friedhelm Rathjen aus Südwesthörn, präsentierte einen spannenden Einblick in seine "Werkstatt". Ebenso spannend: Dr. Olaf Jessen las aus seinem bemerkenswerten Werk über Schlacht bei Verdun, Ex-Flieger und Erfolgsautor Jochen Missfeld stellte sein neues "Klaar Kimming" vor. Pettersson und Findus, eine echte (Lamm-)königin Kerstin I.- Lese-Erlebnisse ohen Ende für groß und klein. Am 13. Januar um 16 Uhr können sich die Kinder über die erste Lesewelle 2015 freuen. Und am 22. Januar, 20 Uhr, kommt Diamantsweglehrer Gerd Boll ins Haus. Die Stadtbücherei Niebüll blickt somitvzufrieden und optimistisch ins neue Jahr und geht davon aus, dass 2015 die Nachfrage nach digitalen Medien noch zunehmen wird, denn der eine oder andere Leser hat sicher ein Tablet, Smartphone oder E-Book-Reader unter dem Weihnachtsbaum vorgefunden. Unter www.onleihe.de/sh können die Leser ohne zusätzliche Registrierung und Kosten ihren eMedien-Korb füllen.





Aus der Wochenschau vom 08.02.2015:

Lesefamilie des Jahres 2014

Niebüll


Wolfgang Pustal


Lesefamilie 2014
Die lesefredigste Familie des Jahres 2014: Bibliothekar Ronald Steiner (li.) bedankte sich bei Jeanette und Andreas Borchers und ihren Kindern Hannah und Lean und dem kleinen Ben Haie für die enorme Zahl von 2.450 Enlteihungen.
Foto:Wolfgang Pustal

Ronald Steiner war selbst überrascht von der Anzahl der Entleihungen, die die Familie Borchers aus Enge-Sande im letzten Jahr in der Stadtbücherei Niebüll getätigt hat. "Insgesamt hat die Familie 2.450 Medien im Jahr bei uns entliehen - das ist eine enorme Zahl und wohl auch Rekord", meinte der Leiter. Runtergerechnet sind das 50 Bücher, Zeitschriften, CDs, DVDs und Comics - und das jede Woche. Vater Andreas, Mutter Jeannette, Hannah (10) und Lean (6) teilen sich aber diesen Berg an Lesestoff. Der kleine Ben Haie, gerade erst acht Wochen alt, macht noch nicht mit beim Lesemarathon. "Ich lese am liebsten Sachliteratur und technische Bücher über Computer und zum Entspannen dann auch Krimis", erzählt Andreas Borchers. Da der Familienvater in Niebüll arbeitet, liegt die Stadtbücherei für ihn quasi auf dem Weg. Ehefrau Jeannette, Lehrerin in Risum und zurzeit gerade im Mutterschutz, liest ebenfalls gerne Krimis, historische Romane und zur Unterhaltung auch gerne Zeitschriften. Die "Leseratte" der Familie ist die 10-jährige Hannah - und natürlich liest auch sie am liebsten Krimis wie "Die drei ???" oder "Fünf Freunde". Als Dank für soviel Treue zur Stadtbücherei gab es Blumen für Jeannette Borchers und Süßes für Andreas, Hannah und Lean. Insgesamt haben die rund 3.000 Leserinnen und Leser der Stadtbücherei 2014 185.202 Medien entliehen. Mit 40.000 Medien ist die Stadtbücherei gut sortiert und bietet für jeden etwas.




Lesung und Bildvortrag mit Dr. Olaf Jessen

"100 Jahre Erster Weltkrieg: Verdun 1916 - Urschlacht des Jahrhunderts"


Am Montag, dem 24. November 2014 präsentierte Dr. Olaf Jessen sein neues Buch "Verdun 1916 - Urschlacht des Jahrhunderts" in der Stadtbücherei Niebüll.

Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit dem Rotary Club Niebüll statt.



Buchcover: Verdun 1916 - Urschlacht des Jahrhunderts

"So furchtbar kann nicht einmal die Hölle sein", entsetzte sich ein Augenzeuge. Nie wieder starben mehr Soldaten auf so engem Raum wie in Verdun 1916. Olaf Jessen zeichnet auf der Grundlage vergessener Dokumente ein neues Bild der Schlüsselschlacht des Ersten Weltkrieges. Glänzend erzählt und unter die Haut gehend: für alle, die den Großen Krieg aus Sicht der Frontsoldaten und Heerführer beider Seiten neu kennenlernen wollen.

Warum Verdun? Um den Sinn der "Blutmühle" strategisch zu erklären, verweisen Historiker gewöhnlich auf Erich von Falkenhayn. Die französische Armee, so hatte der Generalstabschef behauptet, sollte bei Verdun "verbluten". Doch vergessene Quellen belegen: "Operation Gericht" zielte auf den Durchbruch und die Rückkehr zum Bewegungskrieg. 300 Tage und 300 Nächte tobte die Urschlacht des Jahrhunderts. Sie durchkreuzte die alliierten Pläne an der Somme, beschleunigte den Kriegseintritt der USA, verschärfte den Niedergang des deutschen Heeres, befeuerte die Dolchstoßlegende und stieß die Entwicklung moderner Luftwaffen an. Und sie legte den Keim für Frankreichs Katastrophe 1940 im "Blitzkrieg" der Wehrmacht. Es ist kein Zufall, dass gerade Verdun später zum Erinnerungsort der deutsch-französischen Freundschaft wurde.

Olaf Jessen, Dr. phil., geb. 1968, Historiker und Publizist, lebt in Husum. Von ihm erschienen sind zahlreiche Veröffentlichungen zur preußischen und deutschen Geschichte.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 26.11.2014:

Nachdenken über Verdun

Niebüll


Dieter Wrege

Lesung mit Dr. Olaf Jessen
Dr. Olaf Jessen
Foto: Dieter Wrege

"100 Jahre Erster Weltkrieg - Verdun 1916 - Urschlacht des Jahrhunderts." Unter diesem Schlagwort hatten Stadtbücherei und Rotarier den Historiker Dr. Olaf Jessen nach Niebüll geholt, wo er aus seinem neuen "Verdun-Buch" las und Zusammenhänge um die "Urschlacht des Jahrhunderts" erläuterte. Der 46-jährige Historiker und Publizist, von der Kritik für saubere, akribisch intensive Recherche und seine glänzende "Schreibe" gelobt, ist durch zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte bekannt geworden. Bei der Lesung in der Bücherei fiel die maskuline Majorität auf. Einige der Besucher hatten bei Frankreich-Reisen Station in Verdun gemacht und auch das Beinhaus von Douaumont besucht, eine der Grab- und Gedenkstätten für die Toten beider Seiten, die auf 800 000 gefallene Soldaten geschätzt werden. In der Schilderung des Husumer Autors werden zwei Aspekte deutlich: die militärische und taktische Sichtweise auf der einen und das entsetzliche Grauen auf der anderen Seite. Als zentrale Figur kommt der Chef der obersten Heeresleitung Erich von Falkenhayn ins Spiel, der die französische Armee "verbluten" lassen wollte. Andererseits aber wollte man deutscherseits zum erfolgreichen Bewegungskrieg zurückkehren. Auf Seiten der Franzosen buhlten Politik und Militär um die "richtige" Taktik, die sich schließlich darin auflöste, dass Verdun nationalen Symbolcharakter bekam. Ergebnis: die Schlacht mutierte zu einem 300-tägigen Stellungskrieg, in dem die Landschaft um die Zitadelle Verdun von 50 Millionen Granaten und Minen durchpflügt wurde und sich die gefallenen Soldaten zu Bergen auftürmten. Was am Ende blieb, waren Erkenntnisse und Fragen. Der erste große Krieg der Weltgeschichte hatte die erste große Materialschlacht erlebt - und das erste große Massensterben. Militärisch gesehen, endete sie mit einem Patt, das die Front zwischen Ost und West nicht veränderte. Doch sie beschleunigte den Eintritt der USA in den Krieg und das daraus resultierende Ende der deutschen Streitkräfte, zumal sich der Krieg auch auf die Meere ausweitete. Dass dem sinnlosen Sterben kein früheres Ende beschert wurde, lag nicht zuletzt am sturen taktischen Festhalten der deutschen Generalität. So senkte sich über die Region Verdun eine Totenglocke, unter der Spuren noch heute sichtbar werden.




litteraturfest.nu


Lesung mit Angelika Klüssendorf und Christian Jungersen

Litteraturfest.nu ist ein nordisches Literaturfestival in der deutsch-dänischen Grenzregion Südjütland/Schleswig. Mit dem Festival soll das Interesse für Literatur und speziell die Kenntnis deutscher und nordischer Literatur auf beiden Seiten der Grenzen gefördert werden. Das Festival trägt damit aktiv zum kulturellen Leben der Grenzregion bei. In diesem Jahr findet das nordische Literaturfestival bereits zum fünften Mal statt. Das Festival wird vom Nordisk Informationskontor für Südjütland/Südschleswig arrangiert, in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Stadt Flensburg, der Dänischen Centralbibliothek in Flensburg und zahlreichen Bibliotheken in der Grenzregion, sowie Partnern an der Universität Flensburg, Syddansk Universitet in Sonderburg und dem Literaturhaus in Kiel.


Die Stadtbücherei Niebüll freute sich, in diesem Jahr die deutsche Autorin Angelika Klüssendorf und den dänischen Autor Christian Jungersen präsentieren zu dürfen. Die Lesung fand am Mittwoch, dem 19. November 2014 in der Stadtbücherei Niebüll statt.
Der Abend wurde moderiert von Ulrich Sonnenberg, bis Ende 2003 Verkaufsleiter der Verlage Suhrkamp und Insel in Frankfurt am Main. Seit 2004 arbeitet er als freier Übersetzer und Herausgeber.


Angelika Klüssendorf Angelika Klüssendorf, geboren 1958 in Ahrensburg, lebte von 1961 bis 1985 in Leipzig, wo sie eine Ausbildung zur Zootechnikerin/Mechanisatorin absolvierte und anschließend in einer Melkanlage tätig war. 1985 übersiedelte sie in die Bundesrepublik Deutschland. Heute lebt sie in Berlin. Sie veröffentlichte unter anderem die Erzählungsbände „Aus allen Himmeln“ und „Amateure“. Ihr Roman „Das Mädchen“ war für den Deutschen Buchpreis (Shortlist) nominiert. Zuletzt folgte der „April“, welcher eine eigenständige Fortsetzung von „Das Mädchen“ darstellt.



Christian Jungersen Christian Jungersen, 1962 in Kopenhagen geboren, hat bislang drei Romane geschrieben, die sowohl national wie international großes Aufsehen erregten. Er debütierte 1999 mit dem Roman „Krat“ und erhielt den Debütantenpreis des Bogforums. Seine besondere Meisterschaft besteht darin, komplexe Themen in spannende und überraschende Geschichten umzusetzen. So geht es in „Du verschwindest“ um nichts weniger als die Frage: Was genau macht den Menschen aus und seine Persönlichkeit? Christian Jungersen recherchiert für seine Bücher immer sehr gründlich, so dass es zuweilen 6 bis 8 Jahre dauert, ehe ein neuer Roman erscheint. Christian Jungersen lebt den Großteil des Jahres auf Malta.


Mehr zur Veranstaltung "litteraturfest.nu":www.litteraturfestival.nu/



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 22.11.2014:

Spannung pur: Starautoren zu Gast in der Stadtbücherei

Niebüll


Arndt Prenzel

Lesung mit Angelika Klüssendorf und Chrisitan Jungersen
Ronald Steiner begrüßt seine Gäste
Foto: Arndt Prenzel

Die Niebüller Stadtbücherei stand ganz im Zeichen des nordischen Literaturfestivals in der deutsch-dänischen Grenzregion Südjütland/Schleswig. Leiter Ronald Steiner freute sich sichtlich, mit Angelika Klüssendorf – zweimal wurde sie bereits für den Deutschen Buchpreis nominiert – und dem dänischen Autor Christian Jungersen zwei renommierte Schriftsteller präsentieren zu dürfen. Letzterer ein gefragter Bestseller-Autor, in 20 Sprachen übersetzt. Moderiert wurde der spannende Lese-Abend von Ulrich Sonnenberg, früherer Verkaufsleiter der Verlage Suhrkamp und Insel in Frankfurt am Main. Angelika Klüssendorf thematisiert in „Das Mädchen“ und „April“ die eigene, schwierige Jugend in der DDR, ohne dabei autobiografisch vorzugehen. „Alles ist Fiktion“, betonte sie vehement. „Klar ist jedoch, dass ich das beschreibe, was ich kenne, es ist vertrautes Terrain.“ Die Zuhörer verfolgten gespannt dem aufregenden auf und ab der nicht angepassten, jungen Person. Gelobt wird von Kritikerseite Klüssendorfs lakonischer Stil, der knapp und kurz alles auf den Punkt bringt. „Harte Arbeit“, meinte die auf dem Lande lebende Schriftstellerin. „Jeden Tag wird eine Seite geschafft!“ Sie streicht jedoch immer wieder, was nicht gefällt. Hochgerechnet hätte „April“ sonst 5000 Seiten. Derzeit sitzt sie bereits am dritten Teil der Trilogie, wie sie verriet. Christian Jungersen, 1962 in Kopenhagen geboren, ist ein ganz anderes Kaliber. Er kommt vom Film, hatte sechs Exposés geschrieben, die allesamt abgelehnt wurden. „Als ich die Entwürfe zufällig hintereinander las, kam mir die Idee, einen Roman daraus zu machen.“ Eine gute Idee: Alle drei Romane bekamen sofort national wie international große Resonanz. Jungersens Ziel ist es, schwierige Themen in spannende und überraschende Geschichten umzusetzen. So geht es in „Du verschwindest“ um die Frage: Was genau macht den Menschen aus und seine Persönlichkeit? Christian Jungersen bemüht dazu die Gehirnforschung, streut in das Buch wissenschaftliche Erkenntnisse ein. Dazu interviewte er Ärzte, Wissenschaftler, Pädagogen, die alle bereitwillig Auskunft gaben – zur Verwunderung der Niebüller Zuhörer, die dazu nachfragten. „Ich verändere mich mit jeder Zeile, die ich schreibe“, so sein Credo. Er recherchiert für alle seine Bücher mehr als gründlich. So setzte er sich wochenlang in ein Büro, um das Thema Mobbing nachzuvollziehen. Auch hier konnte er sich auf die Bereitwilligkeit seiner Mitmenschen verlassen. Kein Wunder, dass es bis zu acht Jahren dauert, ehe ein neuer Roman erscheint. Christian Jungersen lebt den Großteil des Jahres auf Malta, bereist aber die Länder, in denen der Roman spielen soll. Man merkt deutlich, dass Christian Jungersen vom Film kommt. Die Episode, die er vortrug, war unglaublich aufregend; er schildert die irrsinnige Autofahrt der Familie. Viel kommt dabei an Gedankenflut beim Zuhörer zusammen. Fährt der Vater so verrückt, weil sein Tumor auf ihn wirkt? Oder ist die Familienstruktur bereits aufgelöst? Hat die Ehefrau Schuld? Die Zuhörer wissen es nicht, möchten aber sofort mehr erfahren. „Ich schreibe absichtlich sogenannte Pageturner (Seitenwender, Synonym für schnelles Lesen)“, verriet der sympathische Däne. Spannung muss sein; so lassen sich auch ungewöhnliche Themen gut verpacken. „Der Leser lernt mit“, so Christian Jungersen, „und für mich ist es ein permanenter Brainstorm.“ Es war ein perfekter Abend für Literaturinteressierte, mit der Gelegenheit zum Gespräch. Kaum nachvollziehbar ist allerdings, warum das jüngere Publikum durch Abwesenheit glänzte. Für Niebüller Schüler offensichtlich uninteressant, eine Riesenchance wurde vertan. Erfreulich war die Anwesenheit zahlreicher dänischer Nachbarn.






"Klaar Kimming": Premieren-Lesung mit Jochen Missfeldt

Am Dienstag, dem 04. November 2014 präsentierte Jochen Missfeldt den eben erschienenen Bildband "Klaar Kimming - Eine fotografische Reise durch Norddeutschland in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts".

Die Veranstaltung fandt in Zusammenarbeit mit "BÜCHER OHNE GRENZEN", Ladelund, statt.


Jochen Missfeldt (Foto: Andreas Kölsch) »Schauen und Erleben« war das Lebensmotto des Hamburger Kaufmanns und Wanderfotografen Max Broders (1886 - 1974). Seine Fotografien aus der frühen Zeit des 20. Jahrhunderts hat er liebevoll und sorgfältig mit Anmerkungen versehen und archiviert. Jetzt wurde sein großer Schatz gehoben. Auf mitreißende und bezaubernde Weise erzählen die Bilder in diesem opulenten Bildband aus einer scheinbar längst vergangenen Zeit. Max Broders, dem Wandern und Fotografieren Leidenschaft und Lebensinhalt waren, erwanderte auch die Bilder, die den Westen und Osten Schleswig-Holsteins, die Halligen und das Hamburger Umland in unsere Gegenwart heben. Der bekannte norddeutsche Schriftsteller Jochen Missfeldt ergänzt mit seinem profunden Wissen der Region die Fotografien und nimmt den Leser mit in die kulturhistorisch einzigartige Landschaft Norddeutschlands.

Jochen Missfeldt, geboren 1941 in Satrup, lebt und arbeitet in Stadum, Kreis Nordfriesland, und Oeversee, Kreis Schleswig-Flensburg.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 06.11.2014:

Fotografische Reise durch Norddeutschland

Niebüll


Dieter Wrege

Buchvorstellung Klaar Kimming in der Stadtbücherei Niebüll
Autor Jochen Missfeldt
Foto: Dieter Wrege

Dieser Bildband dürfte nicht nur die Halligfriesen interessieren. Im Kölner Emons-Verlag, spezialisiert auf regionale Literatur, ist Anfang vergangenen Monats ein solcher Bildband des Hamburger Wanderfotografen Max Broders (1886-1974) erschienen. Unter dem Titel "Klaar Kimming" wird auf 240 Seiten eine fotografische Reise durch Norddeutschland im frühen 20. Jahrhundert dokumentiert. Vor dem Druck des Bildbandes bat der Verlag den Schriftsteller Jochen Missfeld (73) um ein Vorwort. Der in Stadum lebende Literat las in der Stadtbücherei aus seinen Zeilen, die nicht nur eine sorgfältige Recherche widerspiegelten, sondern den Wert der schwarzweißen Dokumentation aus einer Zeit, in der die Fotografie noch nicht aus den Kinderschuhen heraus war, noch aufwerteten. Im Fokus der von Missfeldt ausgewählten Fotomotive stand die Hallig Langeneß, die Max Broders "entdeckt", in sein Herz geschlossen und sie nahezu akribisch genau schildert. Zu der Dokumentation des Lebens der Inselbewohner konnte sich der Fotograf nur auf den Sommer beschränken. Als Kaufmann in einer hanseatischen Reederei stand ihm nur der Urlaub für seine Wanderungen zur Verfügung. Gleichwohl ergab sich über die Jahre ein dennoch repräsentatives Porträt vom harten Leben der Halligfriesen. Mit von der Partie bei der Premieren-Lesung in der Bücherei war Broders's Sohn Volquard, der in Wedel lebt und die Kamera des Vaters mitbrachte. Max Broders hatte sie 1904 von seinem Lehrlingsgehalt erstanden: eine 9 x 12-cm-Plattenkamera der Marke Voigtländer. Kamera und Stativ gehören auch zu seinem Gepäck, wenn er auf Tour ging. Denn: zu seinen Leidenschaften gehörte neben der Fotografie auch das Wandern. Die Wanderlust hatte er von seinem Eiderstedter Elternhaus. Sein Vater war als Schlosser auf der Walz, die Mutter bei vornehmen Herrschaften als Köchin zu Diensten. Der Turn- und Wander(vogel)bewegung ("raus aus der Stadt - rein in die Natur") hatte sich Broders schon in jungen Jahren angeschlossen und war mit dabei, als der Wanderverein "Morgenrot" gegründet wurde. Broders, schilderte Missfeldt, war Nichtraucher und blieb Einzelgänger. Das fotografische Interesse hielt ihn von anderem fern, Neugierde und Fantasie dominierten. Er suchte die Natur und blieb dabei abseits der Spur der professionellen Fotografen. Und dann kam auch noch seine Lieblingshallig hinzu, ihre Menschen und deren Lebensweise. Max Broders schrieb auch, hielt Vorträge und notierte unter den Bildern, was er sah. Das erleichterte das Heben des fotografischen Schatzes, der nun in einem opulenten Band sichtbar - und im Buchhandel für 39,95 Euro zu haben ist. Die Bekanntschaft mit dem hier weniger bekannten Fotografen ist nicht zuletzt auch dem Bücherdorf Ladelund, Gyde Köster und Bibliothekar Ronald Steiner zu verdanken, die mit ihrer Einladung in Stadtbücherei auf großes Interesse stießen.





Gläserner Übersetzer

Aktion zum Internationalen Übersetzertag mit Friedhelm Rathjen

30. September 2014

Der Verein Weltlesebühne lädt am 30. September 2014 anlässlich des Internationalen Übersetzertags, nach dem Bibelübersetzer und Schutzpatron des Berufsstandes auch "Hieronymustag" genannt, in 32 Städten weltweit zu rund 40 Veranstaltungen rund um das Übersetzen ein. Ziel der Aktion ist es, die Arbeit von Literaturübersetzern sichtbar und anschaulich zu machen. Alle Veranstaltungen finden im Format des "Gläsernen Übersetzers" statt, das im Rahmen einer ein- bis zweistündigen Präsentation Einblick in die Übersetzertätigkeit gewährt: Ein Literaturübersetzer arbeitet öffentlich an einer Übersetzung, macht seine Überlegungen transparent und stellt seine Entscheidungen zur Diskussion.

Friedhelm Rathjen übersetzt in der Stadtbücherei Niebüll Zum Internationalen Übersetzertag am 30. September 2014 lässt sich Friedhelm Rathjen in Niebüll bei seiner Arbeit über die Schulter schauen und vor Publikum bisher unveröffentlichte Textpassagen von Mark Twain übertragen. Beginn der Veranstaltung ist 20.00 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Insgesamt 21 Veranstaltungen im Format des "Gläsernen Übersetzers" sind in Berlin, Düsseldorf, Flensburg, Frankfurt am Main, Freiburg, Hamburg, Heidelberg, Kiel, Köln, Leipzig, München, Niebüll, Stuttgart und Zürich geplant. Darüber hinaus werden in 18 Goethe-Instituten, beispielsweise in Bratislava, Buenos Aires, Delhi, Kairo, Peking, Tel Aviv und Wellington, "Gläserne Übersetzer", zum Einsatz kommen. Übersetzt wird Literatur aus verschiedensten Sprachen, etwa dem Arabischen, Englischen, Finnischen, Französischen, Hebräischen, Italienischen, Spanischen und Ungarischen.

"Übersetzt man Literatur, bedeutet jeder Originaltext, jede Ausgangssprache eine neue Heraus-forderung. Wie viele Varianten probiert man aus, schlägt man im einsprachigen oder im zwei-sprachigen Wörterbuch nach, recherchiert man bei Wikipedia oder auf der Seite eines Insekten-forschers, wie nah bleibt man am Original und wie viel eigene Inspiration fließt in den Text? Im öffentlichen Arbeitszimmer des ›Gläsernen Übersetzers‹ kann man das live mitverfolgen. Ideen, Vorschläge und Kritik aus dem Publikum sind willkommen", so die Vereinsvorsitzenden von Weltlesebühne e.V. Martina Kempter und Gabriele Leupold.

Die Veranstaltungen zum Internationalen Übersetzertag sind eine Initiative des 2009 gegründeten Vereins Weltlesebühne, der sich für eine lebendige und streitbare Übersetzungskultur einsetzt. Der überregionale Zusammenschluss von Literaturübersetzern möchte die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Bedeutung des Übersetzens als Kulturtechnik, Sprachhandwerk und Wortkunst lenken und seinen Akteuren zu größerer Anerkennung verhelfen. Die Idee des "Gläsernen Übersetzers" stammt aus Skandinavien, heute hat sich das Veranstaltungsformat weltweit etabliert.

Weitere Informationen zu Weltlesebühne e.V. finden Sie unter:
http://www.weltlesebuehne.de


Die Aktion zum "Hieronymustag" wird gefördert vom Auswärtigen Amt, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Deutschen Übersetzerfonds e.V., dem Goethe-Institut, der Kunststiftung NRW, Pro Helvetia, der Robert Bosch Stiftung und der S. Fischer Stiftung.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 02.10.2014:

Ein Meister der wohlgesetzten Worte

Niebüll


Arndt Prenzel

Hieronymustag mit Friedhelm Rathjen in der Stadtbücherei Niebüll
Seine Arbeit ist entscheident für das Lesevergnügen : Friedhelm Rathjen.
Foto: Arndt Prenzel

Der laue Dienstagabend bekam ein spätes Glanzlicht: Büchereileiter Ronald Steiner strahlte während der Begrüßung wie selten zuvor: "Wir sind zum internationalen Tag der Übersetzer, dem Hieronymustag, in aller Munde, wie z. B. London, Peking, Mexiko City … und eben hier Niebüll." Weltweit in allen Goethe-Instituten und in weiteren bundesdeutschen Städten waren "Gläserne Übersetzer" zumeist in Bibliotheken präsent. Der Verein Weltlesebühne hatte sich mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung zum Ziel gesetzt, Literaturübersetzern ein Forum zu bieten, denen, die im Verborgenen arbeiten, einmal öffentlich vorzustellen, ihre Arbeitsweise live vorzuführen. Süd(tondern) liegt da ganz vorn. Der Zufall will es nämlich, dass Friedhelm Rathjen aus Südwesthörn als Übersetzer von James Joyce, Samuel Beckett, Herman Melville und Mark Twain eine ganz große Nummer ist. "Er ist der Beste!" freute sich Ronald Steiner. Damit nicht genug: Nebenan in Tondern lebt Marieke Heimburger, eine eingebürgerte Hessin, die unter anderem Jussi Adler-Ohlsen übersetzt. Sie hat nicht nur bundesweit die Veranstaltungen zum Internationalen Übersetzertag koordiniert; sie kennt auch Friedhelm Rathjen. "Wir haben uns am Küchentisch einer Freundin kennengelernt", erzählte sie gut gelaunt. "Du warst damals etwas sperrig!" In der Niebüller Bücherei war davon nichts zu spüren. Friedhelm Rathjen hatte seinen Arbeitstisch aufgebaut, war umgeben von dicken Wörterbüchern, so z. B. dem Muret-Sanders, das für uralte englische Begriffe ein wahres Juwel ist. Das kaum zu wuppende Oxford Lexikon war griffbereit am Boden aufgestellt; die Internetverbindung funktionierte. Dann ging es los. Rathjen hat einen noch unübersetzten Urtext von Mark Twain aufgetan; ein Stück aus Huckleberry Finn, den er bereits kongenial übersetzt hat. "Warum Twain damals diesen Text entfernt hat, weiß ich nicht", so der Mann von der Küste, der beim Radfahren am besten nachdenken kann ("das Rad habe ich heute nicht dabei!"). "Vermutlich war es zu deftig, vielleicht hat seine Frau dazwischengefunkt. Oder er hat es geschrieben, um mit seiner Fau ins Gespräch zu kommen …" Friedhelm Rathjen führte anhand des Wortes "Erweckungsversammlung" vor, wie er recherchiert und verifiziert. Erst, wenn er glasklar den Beweis hat, dass das Wort in den Text passt, aus der damaligen Zeit stammt, die Situation richtig wiedergibt, darf es bleiben. Dazu bedient er sich mit schneller Routine des Internets und der Lexika; notiert auch manchesmal handschriftlich. "Mein Ziel ist es, erst einmal durch das Buch zu kommen!" so der stämmige Niedersachse, der vom Bauernhof stammt. Es ist reines Handwerk, wie Rathjen betont: "Ich will den Autor nicht interpretieren, das führt vom Werk weg." Natürlich hat er eine bestimmte Vorstellung, welchen Ton, welchen Sprachgestus und -Duktus er anschlägt. "Ich liebe - wie man bei Moby Dick sieht - lange, wirre Sätze", gestand er. Bei Huckleberry Finn ist der "Sound" ein wilder Mix aus eigenen Dialekten und falschem Deutsch; es hört sich authentisch an. Es gab wohl schon Versuche, Finn einzuschwäbeln; "nicht gelungen" befand Rathjen. "Ich nehme es so, wie es da steht!" So wird der pure Text - der schon im Original sehr lebendig ist -frei übersetzt: "Der Prediger scharwenzelt herum, ratzfatz die Bibel geschnappt, die Leute - die, wo von denen er sah - sind am Stöhnen" und so weiter. Das Publikum half schnell engagiert mit: "Mein Herr!", das geht nicht, hieß es. "Es muss "Oh Herr!" heißen. …" Friedhelm Rathjen ließ sich nicht irritieren, fand immer wieder sehr bildhafte Begriffe wie "Gejuchze" oder "röhrte drauflos". Dem Publikum wurde schnell klar: Übersetzen ist eine Mühsal. Rathjens Energie reichte früher für zwölf Stunden Übersetzen am Stück, sieben Tage die Woche. Die Zeit drängte jedesmal, denn für ein Normblatt gibt es lediglich 20 Euro. Der Beruf ist zweifelsfrei eine Leidenschaft, die kaum ernährt. Jetzt hat Friedhelm Rathjen - wie auch seine Kollegin Marieke Heimburger genügend Aufträge, doch eine Sicherheit gibt es nicht. Umso mehr wuchs an diesem Abend der Respekt vor der Arbeit, die so entscheidend für das Lesevergnügen ist. Nachzuprüfen beim aktuellen Rathjen-Werk, Howard Jacobsons "Im Zoo". Die Besucher ließen es sich nicht entgehen, ein druckfrisches Exemplar samt Unterschrift mitzunehmen. Und die Gewissheit, an der nächsten Huckleberry-Finn-Ausgabe ein wenig mitgewirkt zu haben.




Ausstellung

Werner Scholz

Pastellzeichnung, 1977 (62x48 cm) Pastelle


5. Juli - 30. August 2014

Vom 5. Juli bis 30. August 2014 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Arbeiten des österreichisch-deutschen Malers Werner Scholz (1898-1982).

Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, dem 5. Juli 2014 um 11.30 Uhr luden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein.

Zur Eröffnung sprach Dr. Thomas Gädeke, Schloss Gottorf.




Werner Scholz, Sohn des Architekten Ehrenfried Scholz, eines Schülers von Walter Gropius sowie der Pianistin Elisabeth Gollner begann 1916 ein Studium der Malerei an der Berliner Hochschule für bildende Künste, das er, unterbrochen durch seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg, wobei er durch eine Verletzung seinen linken Arm verlor, von 1919 bis 1921 fortsetzte, bis er ein Atelier in Berlin bezog. Unter dem Einfluss von Emil Nolde sowie Karl Schmidt-Rottluff schilderte er anklagend in den 1920er- und 1930er Jahren mit expressionistischen Stilmitteln Not und Elend des Kleinbürgertums der Kriegs- und Nachkriegszeit. Nachdem 1937 „Das tote Kind“ sowie „Stilleben mit Amaryllis“ von den Nazis zu "Entarteter Kunst" erklärt und in der gleichnamigen Ausstellung in München gezeigt wurde, wurde Werner Scholz mit einem Ausstellungsverbot belegt. 1939 übersiedelte er von Berlin nach Alpbach in Tirol, 1944 fiel sein Berliner Atelier einem Bombenangriff zum Opfer. Nach 1945 widmete Scholz sich insbesondere biblischen Themen, so schuf er in seinen späten Jahren je einen großen Pastellzyklus zum Alten Testament sowie zur griechischen Mythologie.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 07.07.2014:

Großartige Kunst des Nolde-Freunds

Niebüll


Arndt Prenzel


Ausstellung Werner Scholz
Freude über den großen Zuspruch bei der Ausstellungseröffnung: Ronald Steiner, Claudia Grasse, Prof. Andreas Brandt und Dr. Thomas Gädeke.
Foto: Arndt Prenzel

Niebülls Kunstszene erlebte am Sonnabend den nächsten Höhepunkt der Ausstellungseröffnungen. In der Niebüller Stadtbücherei wird Werner Scholz, ein fast vergessener Meister des späten Expressionismus gezeigt. Es ist dem Kurator Andreas Brandt zu verdanken, dass Scholz auf diese Weise gewürdigt wird. Büchereileiter Ronald Steiner begrüßte neben Kunstfreunden aus Hamburg und Berlin vor allem die Tocher Claudia Grasse, die selbst mit fünf ausdruckstarken Linolschnitten vertreten ist. "Eine Doppelausstellung", bemerkte der strahlende Gastgeber. Dr. Thomas Gädeke, stellvertretender Direktor des Landesmuseum und Leiter der Kunstabteilung, hielt eine einführende Rede. Werner Scholz begann 1916 ein Studium der Malerei an der Berliner Hochschule für bildende Künste. Er zog als Achtzehjähriger in den Ersten Weltkrieg, verlor seinen linken Arm, studierte von 1919 bis 1920 weiter, bevor er ein Atelier in Berlin einrichtete. Er kannte Emil Nolde - der ihn förderte - sowie Karl Schmidt-Rottluff. "Er gehört zu den Künstlern der verschollenen Generation", bemerkte Gädeke, "sie waren zu jung, um bis 1933 etwas Großes geschaffen zu haben." Dabei war Scholz ein überaus hoffnungsvolles Talent. Hatte 1925 seine erste Ausstellung. National-Galerie und Wallraf-Richartz Museum erwarben seine Bilder. Paul Sachs (Gründer MoMa New York) sah 1932 seine Arbeiten im Folkwang Museum Essen. Werner Scholz verarbeitete mit expressionistischen Stilmitteln Not und Elend der Zwischenkriegszeit. Er entwickelte seinen expressiven Realismus, gestaltete das Berliner Großstadtmilieu mit eigenen oft krassen Ansätzen. Es ist bei diesem Maler die tiefe Trauer der Erschütterung, die den Grundakkord seines Schaffens bildet. Von Trauer geprägt wirken seine Bildnisse auf den Betrachter, stellte ein Journalist treffend fest. Das konnte den Nationalsozialisten nicht gefallen. 1937 wurden zwei seiner Arbeiten in der berüchtigten Ausstellung "Entartete Kunst" in München gezeigt, danach wurde der Künstler mit einem Ausstellungsverbot belegt. In der Konsequenz zog der Maler von Berlin nach Alpbach in Tirol, blieb dort bis zu seinem Tode 1982; sein Berliner Atelier mit vielen Bildern wurde im Bombenhagel zerstört. Nach 1945 widmete Scholz sich biblischen Themen, auch der griechischen Mythologie. Die Anerkennung kam spät und blieb nachhaltig - Scholz Kunstwerke hängen heute in vielen bedeutenden Museen wie z.B. die Eremitage. Jedoch verlangte der Zeitgeist und die Kunstkritik ab 1950 eine komplette Neuorientierung - hin zur abstrakten, nicht gegenständlichen Malerei. So galt Scholz als "noch nicht entdeckt bw. als vergessen". Das kann sich durchaus ändern. "Wir sehen hier wunderbar leichte Blätter", so Gädeke abschließend in seiner Rede. "Man findet Natur, Landschaft, Bergkaten ein aufsteigendes Pegasuspferd ... das tanzende Paar lässt uns staunen." Kraft und Optimismus könne man aus der Betrachtung dieser späten Arbeiten ziehen. Werner Scholz hat ein gewaltiges Werk hinterlassen, das nun in Niebüll in einem kleinen Ausschnitt zusehen ist. Die Ausstellung ist bis zum 30. August zu besichtigen.




Puppentheater



Findus zieht um - Neues von Pettersson & Findus


Die Stadtbücherei Niebüll lies am Mittwoch, dem 30. Juli 2014 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll die Puppen tanzen. Das Theater mit Puppen "August das Starke Theater" aus Dresden spielte das Stück "Findus zieht um - Neus von Pettersson und Findus". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.



Findus zieht um Infos zum Stück:

In der neuen Geschichte hat Findus am Ende von Petterssons Bett eine eigene Schlafstatt bekommen. Doch statt Pettersson seinen Schlaf zu gönnen, fängt er jeden Morgen um vier Uhr an, in seinem kleinen Bett herum zu hüpfen und dabei Töne von sich zu geben, die man noch hinter dem nächsten Berg hören kann. Obwohl Findus Pettersson versprochen hatte, ihn schlafen zu lassen, hält er sich nicht daran. Als Pettersson ihn ermahnt und seinen Kater an sein Versprechen erinnert, beschließt Findus: "Dann ziehe ich um!" Der gutmütige Pettersson hilft ihm dabei und baut das alte Holzplumsklo zu einem eigenen kleinen Häuschen für Findus um. Richtig sauber und gemütlich wird das. Hüpfen kann man dort ganz ausgezeichnet, und eigentlich braucht man nicht einmal zum Abendessen zu Pettersson zu gehen. Doch des Nachts ist es ganz schön unheimlich so alleine und bestimmt sitzt auch der Fuchs vor der Tür und wartet nur darauf, einen kleinen Findus zu verspeisen. Vielleicht ist es bei Pettersson doch schöner?

Typisch Pettersson und Findus: Anrührend, charmant und urkomisch.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 01.08.2014:

Zwei ungleiche Freunde

Niebüll


Dieter Wrege


Findus zieht um
Grigorij und Randi Kästner-Kubsch vom Dresdener Puppentheater "August das starke Theater" begeisterten in Niebüll.
Foto: Dieter Wrege

Wenn sich Herr Pettersson und sein Kater Findus für einen Besuch in Niebüll ankündigen, sind ihnen ein rappelvoller Sitzungssaal im Rathaus und eine gut gelaunte Rasselbande mitsamt einer permanent schmunzelnden Elternschar sicher. Grigorij und Randi Kästner-Kubsch vom Dresdner Puppentheater „August das starke Theater“ sind fast schon Stammgäste in Niebüll. Das hat seinen Grund auch darin, dass Büchereichef Ronald Steiner einen Narren am Katzenfreund und seinem Quälgeist gefressen hat. Und außerdem gehören Sven Nordqvists Bücher zur „Stammliteratur“ vieler Kinderstuben. Was liegt der gastgebenden Stadtbücherei näher, als die Dresdener Puppenspieler immer wieder nach Niebüll einzuladen – 2014 zum dritten Mal. Als echte Profis dieses wunderbaren Metiers wissen sie meisterhaft auf der Klaviatur der guten Laune zu klimpern und Kinderherzen zu erfreuen. Was war dieses Mal los in der malerischen Hütte des Herrn Pettersson? Es hieß, sein Kater werde umziehen. Herr Pettersson schätzte einen geruhsamen Schlaf. Und Findus? Der hippelige Kater, der seinen Platz am Fußende des Bettes seines Herrn hatte, beliebte in aller Herrgottsfrühe im Bett zu hüpfen und dabei laut zu tönen, obwohl er gelobt hatte, den Alten schlafen zu lassen. Dieser ermahnte ihn. Darauf Findus: „Dann ziehe ich um.“ Neue Bleibe wurde das Plumpsklo, das einzurichten Herr Pettersson mithalf. Findus bekam es zwar gemütlich. Doch bald beschlichen ihn Ängste wegen des umherschleichenden Fuchses. Er fand, dass es bei Herrn Pettersson doch schöner und sicherer sei. Womit schnell wieder alles wie vorher war. Natürlich durften in dieser Geschichte die lustigen Intermezzi mit den gackernden Hühnern und anderem Getier nicht fehlen. Die Zeit verging wie im Fluge. Eine weitere Geschichte von einem gutmütigen alten Herrn, einem kleinen putzmunteren Quälgeist und einer großen Freundschaft wurde begeisternd gespielt und meisterhaft erzählt. Für die beiden Dresdener Schauspieler war es die dritte Geschichte von Findus und Herrn Pettersson, die sie in Niebüll aufführten – und mit Sicherheit nicht die letzte.




Schafgeschichten mit der Lammkönigin Kerstin Carstensen


Lammkönigin Kerstin Carstensen

Im Rahmen der "Lesewelle" fand am Dienstag, dem 17. Juni 2014 von 16.00 Uhr bis 17.00 Uhr eine besondere Vorlesestunde in der Stadtbücherei Niebüll statt. Die amtierende Lammkönigin Kerstin Carstensen aus Galmsbüll kam und las Schafgeschichten für Kinder. Alle Kinder ab 3 Jahren waren zu dieser kostenlosen Veranstaltung ganz herzlich in die Stadtbücherei Niebüll eingeladen. Die Lesung war Teil der 19. Nordfriesischen Lammtage, die in diesem Jahr vom 24. Mai bis 31. Juli 2014 stattfinden.

Mehr über die Lammkönigin und die Lammtage gibt es hier:

www.lammtage.de




Pumuckl-Gruselgeschichte mit Wolfgang Welter



Wolfgang Welter

Im Rahmen der "Lesewelle" fand am Dienstag, dem 27. Mai 2014 von 16.00 Uhr bis 16.30 Uhr eine besondere Vorlesestunde in der Stadtbücherei Niebüll statt. Der Schauspieler Wolfgang Welter aus Düsseldorf kam und brachte eine Gruselgeschichte mit dem frechen Kobold Pumuckl mit. Alle Kinder ab 5 Jahren waren zu dieser kostenlosen Veranstaltung ganz herzlich in die Stadtbücherei Niebüll eingeladen.
Wolfgang Welter ist in der Region schon vielen Erwachsenen durch seine Lesungen bekannt, aber auch deutschlandweit steht er regelmäßig auf der Theaterbühne.

Mehr über Wolfgang Welter gibt es hier:

www.wolfgangwelter.de





Aus der Wochenschau vom 16.02.2014:

Drei Meilensteine für das Lesen

Niebüll


Arndt Prenzel


Kostenlose Vorlese-Sets für dreijährige Kinder gibt es in der Stadtbücherei Niebüll
Die Stadtbücherei Niebüll will das Lesen fördern: Büchereileiter Ronald Steiner mit den beiden "Leseratten" Paulina Martens (li.) und Emma-Luis Müller.
Foto: Arndt Prenzel

Ideal für Eltern mit Kleinkindern. Sie können das Lesen der Kleinen fördern. Die Stadtbücherei Niebüll verteilt in Kooperation mit der Stiftung Lesen kostenlose Vorlese-Sets an alle dreijährigen Kinder. Mit denen wird gleichsam die zweite Stufe erklommen, wird das bundesweite Leseförderprogramm weitergeführt. "Die Fähigkeit, gut lesen und schreiben zu können, ist der Schlüssel für das Lernen in der Schule. Gemeinsam Bücher anschauen und vorlesen unterstützt auf spielerische Weise die kindliche Entwicklung und Sprache. Sich konzentrieren, den Wortschatz erweitern, Zusammenhänge verstehen - dies wird beim Vorlesen wie von selbst geübt. Zudem erfährt das Kind Nähe und Geborgenheit", erklärt Büchereileiter Ronald Steiner. Die lobenswerte Initiative wird von der Stiftung Lesen im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt und läuft über insgesamt drei Jahre. Es waren die miserablen Lesefähigkeiten deutscher Schüler bei der PISA-Studie 2009, die Bildungspolitiker nachdrücklich motivierte, bereits Kleinkinder zu Lesern zu machen. Der erste Teil von Lesestart richtete sich an Einjährige und ihre Eltern, der nun folgende zweite zielt auf die nächste Altersgruppe. Das Lese-Päckchen für die Dreijährigen ist pädagogisch ausgefeilt, natürlich altersgerecht und auch an die Eltern adressiert: Es enthält Bilderbuch, Elternratgeber mit praktischen Tipps zum Vorlesen und Erzählen und Buchtipps für drei- bis sechsjährige Kinder. Lesestart-Botschafter sind Marietta Slomka, Höhner-Sänger Henning Krautmacher, Schauspieler Sky du Mont, Boxerin Regina Halmich oder Regisseur Fatih Akin.





"Die Buddhas vom Dach der Welt" - ein buddhistischer Lese-Abend


Eine Reise in den Diamantweg-Buddhismus

Auf ihrer Hochzeitsreise 1968 nach Nepal begegneten Hannah und Ole Nydahl als einige der ersten Westler dem Diamantweg-Buddhismus. Schon 1969 wurden sie hier Schüler des ersten bewusst wiedergeborenen Lama Gyalwa Karmapa, dem "König der Yogis". Die Kraft der Kagyü oder "mündlich übertragenen" Meditationsschule des tibetischen Buddhismus sollte ihr Leben grundlegend verändern. Auf abenteuerlichen Reisen und in wachsender Zusammenarbeit mit den wichtigsten Meditationsmeistern lernten sie die Welt des Diamantweg-Buddhismus kennen und wurden selbst Träger seiner Mittel. Nach drei aufregenden Lehrjahren in den Himalayas bat sie der Karmapa, die Lehre in den Westen zu bringen.

Spannende Schilderungen aus "Die Buddhas vom Dach der Welt" von Lama Ole Nydahl, wurden am Donnerstag den 23.1.2014 in der Stadtbücherei von Schauspieler Jochen Regelien gelesen. Anschließend gab es Zeit, Fragen zum Buch und zum buddhistischen Verständnis an den Experten und Nydahls Schüler Gerd Boll zu stellen.




Gerd Boll

Gerd Boll ist verheiratet, Vater von 6 Kindern und führt einen landwirtschaftlichen Betrieb an der Schleswig - Holsteinischen Ostseeküste. Seit 23 Jahren ist er Buddhist und lehrt seit vielen Jahren im Auftrage von Lama Ole buddhistische Inhalte im In- und Ausland.







Jochen Regelien

Jochen Regelien ist seit 40 Jahren als freier Schauspieler tätig, lebt seit 28 Jahren in Hamburg und ist seit 17 Jahren praktizierender Buddhist.









Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 30.01.2014:

Auf der Suche nach Erleuchtung

Niebüll


Stephan Bülck


Buddhistische Lesung
Büchereichef Ronald Steiner erhält von Cathrine Jauer das neue Lama-Ole-Werk.
Foto: Stephan Bülck

Während einer Lesung in der Stadtbücherei berichteten Buddhisten über ihre Erfahrungen und stellten sch den Fragen der Besucher.
"Wie steht der Buddhismus zum Thema Transplantationen von Organen?", "Welche Rolle spielen bewusstseinsverändernde Mittel im Buddhismus?" - Das sind nur zwei der Fragen, die Zuhörern auf der Seele brennen. Gerd Boll, verheirateter Landwirt von der Ostseeküste, Vater von sechs Kindern und seit 25 Jahren Buddhist, hört sichtlich entspannt zu und hat Antworten. Doch zuvor entführt der Hamburger Jochen Regelien, seit 40 Jahren als freier Schauspieler und Sprecher tätig, sein Publikum in der Stadtbücherei in die Welt des Diamantweg-Buddhismus. Er liest aus den spannenden Erinnerungen Lama Ole Nydahls "Die Buddhas vom Dach der Welt". Nach den Themen "Buddha und die Liebe" sowie "Tod und Wiedergeburt" die dritte Lesung. Organisiert haben die Veranstaltung Cathrine Jauer und Linda Carstensen vom Buddhistischen Zentrum in Langenhorn. Mit ruhiger Stimme trägt Jochen Regelien, seit 17 Jahren praktizierender Buddhist, ausgewählte Abschnitte vor. Auf 270 Seiten beschreibt Lama Ole, spannend und humorvoll erzählt, seine abenteuerliche Reise mit Ehefrau Hannah 1968 nach Nepal, sein Zusammentreffen mit den wichtigsten Meditationsmeistern, die drei Lehrjahre im Himalaya und schließlich seinen Auftrag, die Lehre in den Westen zu tragen. Schwarz/weiß-Fotos und ein Anhang mit Worterklärungen machen deutlich, wie vielschichtig der Buddhismus ist. Gerd Boll lehrt seit vielen Jahren im Auftrage von Lama Ole buddhistische Inhalte im In- und Ausland. Das war nicht immer so. "Ich bin auf dem Land als ganz gewöhnlicher Bauer aufgewachsen, so mit CDU und Feuerwehr", beginnt er fröhlich die Fragerunde. "Vor 25 Jahren habe ich den Buddhismus getroffen, zehn Jahre nach der Rückkehr von Lama Ole in den Westen." Von da habe er sich selber auf eine spirituelle Suche gemacht. "Ich habe alles ausprobiert, den Lama Ole schließlich in Kiel getroffen. Und da dachte ich: Wenn das Buddhismus ist, dann bin ich Buddhist." Seither ging er der Frage nach: "Wie werde ich so schnell wie möglich erleuchtet?" Viel habe er meditiert und von seinem Vorbild gelernt. "Ich war Pazifist, Hippi, Vegetarier, gegen Autobahnen. So war ich damals. Lama Ole Nydal hat mir soviel Steine vom Herzen genommen - es war wie fliegen." Eine natürliche Hingabe, die im Herzen zu spüren sei, verbinde sie nun. Zum Thema Organtransplantation erklärt Gerd Boll: "Wir Buddhisten stellen unser Leben zur Verfügung - zum Wohle anderer Wesen." Das schließe auch den Körper ein. Bei Organentnahmen müsse eine spirituelle Atmosphäre entstehen. Das Bewusstsein weile in der Nähe des Körpers. Schön wäre es, bei Opfern von Verkehrsunfällen nach dem Tode etwa 20 Minuten mit der Organentnahme zu warten, damit Körper und Geist nach der buddhistischen Lehre die Möglichkeit hätten, sich voneinander zu verabschieden. "Ob man Ärzte dazu bewegen kann, dass ist die Frage." Auch, wenn er selber in der Jugend Erfahrungen mit Drogen gesammelt habe, so gilt bei aller Toleranz: "Buddhismus hat nichts mit Drogen zu tun. Meditation und Drogen - das geht gar nicht."




Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 03.01.2014:

Viel Appetit auf neuen Lesestoff

Niebüll


Dieter Wrege


Statistik 2013
Ob klassisch oder elektronisch: Ronald Steiner hat tausende Bücher im Bestand.
Foto: Dieter Wrege

Die Stadtbücherei Niebüll meldet ein erfolgreiches Jahr 2013 - und eine Reihe von Neuheiten. Neu ist, dass das "E-book" als neues Medium immer mehr Anhänger findet und dass die "Onleihe" als neue Form des Ausleihgeschäfts startet. Neu ist auch, dass sich die Entleihziffer der Bücherei nach einem leichten Knick 2012 erholt hat und wieder angestiegen ist. Und wem es entgangen sein sollte: die Niebüller Stadtbücherei befindet sich seit 25 Jahren an ihrem Standort in der Stadtmitte. Gegenüber dem Jahr 2012 ist die Entleihziffer um 2000 auf 181 000 Medien angestiegen und nähert sich dem Höchststand von 2011 mit 184 000 Medien. Für die Ausleihe verfügt die Bücherei derzeit über einen Bestand von 40 000 Medien, darunter 30 000 Bücher. Unter den Neuerungen hat das E-book an Beliebtheit zugenommen , berichtet Büchereileiter Ronald Steiner. Zurzeit verfügt die Bücherei über neun so genannte Reader, deren jeder 16 mal ausgeliehen wurde. Unter "E-book" ist ein Gerät für elektronische Bücher zu verstehen, die nicht auf Papier gedruckt sind. Die neue "Masche" geht jetzt in die "Onleihe" über, bei der der Leser Bücher rund um die Uhr leihen (wir berichteten) und auf seinen PC daheim aufladen kann. Diese Möglichkeit gibt es schon jetzt. Sie startet jedoch erst zum Frühjahr voll durch. Gut halten sich im Medienbestand Konsolenspiele, Zeitschriften, Hörbücher, Spiele und sogar Bilder. Die man für drei Monate entleihen kann. Die Stadtbücherei zählt nach wie vor 3000 Leser. 49 Prozent von ihnen sind Niebüller. Von den 51 Prozent auswärtiger Leser kommt der größte Teil aus Risum-Lindholm. Anders herum: an Niebüller Büchereikunden wurden 90 000 Medien ausgeliehen, an Risum-Lindholmer 26 800. Erstaunlich ist auch, dass 2012 Nummer eins bis drei der "Leser des Jahres" aus Risum-Lindholm kamen. Die Stadtbücherei war 2013 an 246 Tagen und wöchentlich je 28 Stunden dienstbereit und mit je zwei Voll- und Teilzeitkräften besetzt. Über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus war die Bücherei Ort kultureller Veranstaltungen - beim Hauptstraßenvergnügen, mit vier Ausstellungen, Lesungen, einem Kindertheater und als "Taschen-Shop" sowie bei einer "Wii-Party" für Kinder. Das Buch ist nach wie vor Medium Nummer eins geblieben. Die Bestsellerliste der Bücherei deckt sich in etwa mit der des "Spiegel". In der Sparte Belletristik hielten sich "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster sprang…" und "Die Analphabetin, die rechnen konnte" (beide von Jonas Jonasson), Tim Vermes' "Er ist wieder da" sowie Jussi Adler-Olsens Bestseller in der Spitzengruppe. Attila Hildmanns Sachbuch interessierte vor allem die Veganer. Thomas Jaenisch informierte, wie "Myboshi-Mützen" entstehen. Und aus der Kinder- und Jugendecke wurde häufig zu Jeff Kinneys "Gregs Tagebuch" gegriffen. Nach kurzer Pause ist die Bücher seit gestern wieder geöffnet. Wie gewohnt war am ersten Tag des neuen Jahres der Bär los - und der Appetit auf neuen Lesestoff riesengroß. dew





Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 15.01.2014:

Risumer ist Leser des Jahres

Niebüll


Stephan Bülck


Leser des Jahres 2013

"Er ist unser Topman", sagt Büchereichef Ronald Steiner lachend. Gemeint ist Harald Grunau (63) aus Risum-Lindholm (Foto: mit Anke Hansen). Mit 1231 Ausleihen in der Stadtbücherei - ist er der Leser des Jahres 2013. Auf den Plätzen zwei und drei: ebenfalls Risum-Lindholmer. Seit 1979 leiht sich der Unternehmensberater Grunau hauptsächlich Fachzeitschriften und Fachbücher zu den Themen Computer und BWL aus. Seine Ehefrau Gila steht auf Krimis. Ronald Steiner: "Risum-Lindholm ist sehr stark vertreten - trotz der Fahrbücherei. 2013 haben 357 Leser aus der Gemeinde insgesamt 26826 Medien ausgeliehen, die 1484 Niebüller Leser brachten es auf 90106 Medien."




Aus der Wochenschau vom 09.02.2014:

Ungebrochene Lese-Neu-Gier

Niebüll


Arndt Prenzel


Leser des Jahres 2013
Ronald Steiner mit Harald Grunau - er ist der "Leser des Jahres" und kommt aus Risum Lindholm.
Foto: Arndt Prenzel

Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner ist mit 2013 rundum zufrieden. Die Entleih-Jahresbilanz ist gegenüber 2012 um 2000 auf 181.570 Medien angestiegen und reicht damit fast heran bis zum Rekord aus dem Jahr 2011. "Erstaunlich ist, dass sich das E-Book so schnell durchsetzt, berichtet Ronald Steiner. Neun Reader stehen bereit; sie wurden 145 Mal ausgegeben; sind im Schnitt fünf Mal mehr ausgeliehen als ein Buch, das im Schnitt drei Mal entliehen wird (Bestand: 30.000). Die Stadtbücherei verfügt 3000 Leser. Knapp die Hälfte kommt aus Niebüll. Die Leser aus Risum-Lindholm sind besonders rege: sie sind mit 26 800 Entleih-Aktionen notiert; die Niebüller immerhin mit 90.000. Und auch der "Leser des Jahres", Harald Grunau, kommt aus Risum-Limdholm. Mit 1.231 Entleihungen toppt er alle anderen. Trocken, aber durchaus eindrucksvoll ist diese Bilanz: Die Stadtbücherei öffnete im Vorjahr an 246 Tagen, war wöchentlich 28 Stunden besetzt. Die Bestsellerliste passt sich den Vorgaben aus TV und Presse an: "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster sprang…" und aktuell "Die Analphabetin, die rechnen konnte" (Jonas Jonasson), Tim Vermes umstrittenes Hitlerbuch "Er ist wieder da" sowie Jussi Adler-Olsens Kracher, die sprachlich und inhaltlich wenig zu bieten haben - aber immer spannend sind. Aktuelle Titel reizen die Ernährungsexperten: so z. B. "Vegan For Fit". Kinder schätzen Jeff Kinneys "Gregs Tagebuch". Bemerkenswerte, landesweit beachtete Ausstellungen - hierzu gehört zweifellos die Dyke Johannsen-Schau - gehören zum besonderen Profil des kulturellen Stadtzentrums. Lesungen, Kindertheater und eine "Wii-Party" für Kinder belegen die weiteren Aktivitäten, die die Attraktivität der Stadt deutlich verbessern.




Weihnachtsausstellung 2013

Dyke Johannsen

Lithographien und Holzschnitte


30. November bis 21. Dezember 2013

Fanø, 1980er Jahre, Lithographie (44 x56 cm)

Vom 30.11.2013 bis 21.12.2013 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Lithographien und Holzschnitte des Künstlers Dyke Johannsen (1933-2009) aus Tondern.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 30. November 2013 um 11.30 Uhr luden wir Sie und Ihre Freunde ganz herzlich ein.


Es sprachen Peter Ewaldsen, Amtsvorsteher Amt Südtondern
und Bente Sonne, Formidlingsinspektør Kunstmuseet Brundlund Slot.

Begrüßung: Ronald Steiner, Stadtbücherei Niebüll




Dyke Johannsen:

geboren 1933 in Tondern, gestorben 2009 in Frankfurt/M.

Ausbildung:
1950-1955 Goldschmied, Tondern
1955 Zeichen Akademie, Hanau am Main
1956-1958 Akademie der Bildenden Künste, München
1961-1963 S.W. Hayter, Atelier 17, Paris

Einzelausstellungen in Dänemark, Schweden, Deutschland, USA

Gruppenausstellungen in Dänemark, Frankreich, Holland, Deutschland, USA



Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 07.12.2013:

Grafik in eindrucksvollen Formen

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellungseröfnnung Dyke Johannsen
Laudatoren: Bente Sonne und Peter Ewaldsen.
Foto: Dieter Wrege

Die Weihnachtsausstellung in der Stadtbücherei ist zum mittlerweile dritten Mal dem aus Tondern stammenden Kunstmaler Dyke Johannsen gewidmet, der in diesem Jahr 80 geworden wäre. Die von Prof. Andreas Brandt , einem Freund Johannsens, ausgewählten 34 Lithographien und farbigen Holzschnitte sind bis zum 23. Dezember zu sehen. Bente Sonne vom Kunstmuseum im Schloss Brundlund (Apenrade),wo ein Großteil der Werke Johannsens ausgestellt ist, sprach zur Vernissage am Sonnabend. Büchereileiter Ronald Steiner begrüßte zu der gut besuchten Eröffnung eine große Anzahl von Gästen aus dem dänischen Grenzland. "Das ist heute hier ‚so was von voll' und fast schon ein Familientreffen" freute er sich und spielte er auf den Bekanntheitsgrad des Künstlers an, der familiär ohnehin schon Kontakte zu Niebüll hatte, in Tondern zuerst als Goldschmied wirkte, dann in Hanau und München studierte und in der Malerei zu Ansehen kam. Zum ersten Mal stellte ihn der Kunstverein 1992 im Haizmann-Museum aus, danach 2006 die Bücherei. "Was heute hier zu sehen ist, das ist von hoher Qualität" erklärte Amtsvorsteher Peter Ewaldsen, der Dyke Johannsen als einen Schleswiger bezeichnete und ihn mit seinem künstlerischen Schaffen in der Reihe der Emil Nolde, Hans-Peter Feddersen und Carl-Ludwig-Jessen sieht. Auch Nobelpreisträger Theodor Mommsen habe seine Wurzeln hier gehabt. "Es macht mich stolz, dass so viele große Menschen aus dieser Landschaft hervor gegangen sind. Mit Blick auf die Malerei des Dyke Johannsen meinte Ewaldsen, abstrakte Darstellung rege die Fantasie an. Und an Ronald Steiner "adressiert" sagte Ewaldsen, viele kleine und schöne Ausstellungen hätten die Stadtbücherei zu einem "Kunstpalast" gemacht. Bente Sonne stellte das grafische Werk Johannsens als etwas Kraftvolles vor. Beispielhaft dafür nannte sie die "Zaubersonne" - ein abstraktes Farbenspiel von der Insel Fanø, auf der der Künstler viele Sommer verbrachte. Die Bilderauswahl für diese Ausstellung erzeugt nach ihren Worten Rhythmus, Gefühl und Spannung. "Wir sehen heute Grafik in eindrucksvollen Farben und Formen", blickte sie in die Runde. Grafik könne zuweilen auch langweilig sein. "Hier aber nicht", differenziere sie. Gute Grafik sei jedoch auch abhängig von der Zusammenarbeit zwischen dem Künstler und dem Drucker - einer Art geistiger und fachlicher Seelenverwandtschaft, "wenn der Lithograph mit derselben Leidenschaft arbeitet wie der Künstler." Dyke Johannsen, meldete sie, sei jetzt Teil der Sammlung in Bundlund Slot, wie das Apenrader Kunstmuseum in der Landessprache heißt. Dort würde Dyke Johannsen mehrfach ausgestellt. Die Weihnachtsausstellung kann während der Öffnungszeiten der Bücherei besucht werden.



Aus der Wochenschau vom 08.12.2013:

Kräftige Farben, starke Motive

Niebüll


Arndt Prenzel


Ausstellungseröfnnung Dyke Johannsen
Gelungene Eröffnung mit Jane Johannsen (l.), Ronald Steiner, Bente Sonne, Andreas Brandt und Peter Ewaldsen.
Foto: Arndt Prenzel

Sehr sehenswerte Werke von dem dänischen Künstler Dyke Johannsen werden bis 21. Dezember in der Stadtbücherei Niebüll gezeigt. Stilvolle Lithographien und Holzschnitte des Künstlers (1933-2009), der aus Tondern stammt; in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden wäre. Ronald Steiner, Leiter der Stadtbücherei Niebüll, begrüßte die Gäste, unter ihnen die Witwe Jane Johannsen aus dem Westen Tonderns, Professor Manfred Reuter und Gattin, Dr. Thomas Gädeke, Stellvertretender Direktor des Landesmuseums und Leiter der Graphischen Sammlung, Künstlerin Frauke Gloyer und Kurator Professor Andreas Brandt. Viele der Gäste kannten den markanten Künstler persönlich. Zur Eröffnung der Ausstellung sprachen Peter Ewaldsen, Amtsvorsteher Amt Südtondern und Bente Sonne, Formidlingsinspektør Kunstmuseet Brundlund Slot. Ewaldsen verwies auf die erstaunliche Tatsache, dass der Landesteil (Nord-) Schleswig soviele bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht habe. Farbenfroh und farbgewaltig vermittelt Johannsens bildnerisches Werk, das mit einer unbeschwerten, kindlichen Ursprünglichkeit wirkt, Heiterkeit und Lebensfreude ausstrahlt. Seine Kunst ist von Vereinfachung und Reinheit geprägt. Alles in Johannsens Malerei ist in kräftiger Farbe, die er selbst einmal als "wichtigsten Freund des Malers" bezeichnete. Johannsens ursprüngliche handwerkliche Ausbildung als Goldschmied spielt für seine Kunst eine bedeutsame Rolle. Neben farbintensiven Kraftfeldern finden sich eigenwillige und ornamentale Zeichen, die mal gelassen nebeneinander ruhen, mal spielerisch ausgelassen zu tanzen scheinen. Alle Formen und Flächen fügen sich jedoch immer zu einem geschlossen-luftigen Gefüge zusammen, das spontan und gleichzeitig diszipliniert wirkt, willkürlich scheint und doch geordnet ist. Motivisch ist Johannsens Malerei geprägt von Landschaften, von Stilleben, Figurenbilder, Phantasien und von abstrakten Formulierungen, die nahe Bezüge zur Natur aufweisen.




Aus der Wochenschau vom 17.11.2013:

Jedes Stück ist ein Unikat

Niebüll


Wolfgang Pustal


Die Nova recycelte Werbebanner zu Taschen
Sie präsentieren das Recycling der ganz besonderen Art (v.li.): Kathrin Elshoff, Abteilungsleiterin der Nova, Ronald Steiner, Leiter der Stadtbücherei, Holger Heinke vom Stadtmarketing und Urte Langmaack, Leiterin der Nähgruppe der Nova. Foto: Wolfgang Pustal

Die Stadtbücherei Niebüll wirbt seit einigen Jahren für ihre diversen Ausstellungen mit großen Werbebannern aus Kunststoffplane. Diese wurden früher wiederverwendet. Seit gut zwei Jahren ist das nicht mehr praktikabel. „Es ist einfacher und auch billiger, immer wieder neue Planen zu nehmen. So hatten sich bei uns vier Planen angesammelt, für die wir eine neue Verwendung gesucht haben. Holger Heinke kam dann aufdie Idee,die Nova, die ja schon ganz individuelle Taschen produziert, zu beauftragen, auch daraus Taschen zu machen“, erzählte Ronald Steiner am Donnerstag bei der Präsentation der fertigen Produkte. Und die gut 15 Mitarbeiter der Nähgruppe der Nova leisteten hervorragende Arbeit, die Taschen sind zu Meisterwerken geworden, richtigen Designerstücken - und jede ist ein wirkliches Unikat. „Wir haben mit den Werbeplanen quasi ein Up- Cycling vorgenommen, sie veredelt. So entstanden Originale mit einem Zertifikat“, erklärte Urte Langmaack, Leiterin der Nähgruppe. Für eine Tasche brauchten die Mitarbeiter gut einen Tag. Vier Banner wurden verarbeitet: eins von der Ausstellung von Ernst Kahl, eins von Guido Wandreys Wimmelbildern und zwei vom Literaturfestival. Ein Banner reichte für fünf bis sechs Taschen, es gibt sie in zwei verschiedenen Größen. Innen sind die Taschen mit Stoff gefüttert und mit einer Kopie des Originalbanners versehen. Die gut 20 Taschen sind bis zum 30. November in der Stadtbücherei zu sehen und auch zu kaufen. Der Preis liegt bei 80 Euro. Die Taschen, hergestellt aus den Bannern von Wandrey und Kahl können von den Künstlern persönlich signiert werden und kosten dann 115 Euro.




litteraturfest.nu


Lesung mit Helene Uri und Steve Sem-Sandberg


Bereits zum vierten Mal findet das deutsch-skandinavische Literaturfestival litteraturfest.nu in der deutsch-dänischen Grenzregion Sønderjylland-Schleswig statt. Das Festival wird veranstaltet von Nordisk Informationskontor in Flensburg und dem Kulturbüro der Stadt Flensburg in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Bibliotheken in der gesamten Grenzregion.

Die Stadtbücherei Niebüll freut sich, in diesem Jahr Gastgeber der Festivaleröffnungsveranstaltung zu sein.

litteraturfest.nu wird am Mittwoch, dem 18.09.2013 um 19.00 im Andersen-Hüs in Risum-Lindholm eröffnet. Nach Grussworten von Risum-Lindholms Bürgermeister Hauke Christiansen und der Minderheitenbeauftragen der Landesregierung Frau Renate Schnack lesen die Norwegerin Helene Uri und der Schwede Steve Sem-Sandberg aus ihren Büchern und stellen sich den Fragen des Publikums.
Moderiert wird die Veranstaltung von Torge Korff (Leiter des Kulturbüros der Stadt Flensburg). Das musikalisches Rahmenprogramm gestalten Nomke Johannsen und Kathrin Zastrow.
Der Eintritt zu dieser Veranstaltung beträgt 10,00 Euro. Karten gibt es in der Stadtbücherei Niebüll und an der Abendkasse.



Helene Uri Helene Uri aus Norwegen ist Autorin und Sprachforscherin. Sie arbeitete zuerst als Sprachforscherin und schrieb eine Doktorarbeit, aber bereits frühzeitig entschied sie sich, hauptberuflich als belletristische Autorin zu arbeiten. 2005 erschien in Deutschland ihr Roman "Honigzungen", der die lichten und dunklen Seiten von weiblicher Gemeinschaft zum Thema hat. Helene Uri schreibt mit großer psychologischer Einsicht. Sie ist eine scharfe Beobachterin und nimmt häufig die nicht immer ganz so positiven Motive der einzelnen Menschen unter die Lupe. Nicht selten überrascht sie ihre Leser mit einer unerwarteten Handlungswendung. In ihrem Jugendbuch "Anna am Freitag" schreibt Helene Uri auf leichtverständliche Weise über sprachwissenschaftliche Themen. Zuletzt erschien auf Deutsch das Buch "Nur die stärksten überleben. Ein Campus-Roman".



Steve Sem-Sandberg Der Autor, Kritiker und Übersetzer Steve Sem-Sandberg stammt aus Schweden und wohnt in Stockholm und Wien. Er debütierte 1987 mit dem Roman "De ansiktslösa" ("Die Gesichtslosen"). Der Durchbruch gelang ihm 1996 mit dem Roman "Theres" über Ulrike Meinhof, welcher 2012 auch auf Deutsch erschien. Zuletzt veröffentlichte er den viel gelobten Roman "Die Elenden von ?ódz" über die Juden im polnischen Ghetto in ?ódz während des 2. Weltkriegs. Außer Romanen schreibt Steve Sem-Sandberg Essays, Reportagen und Hörspiele. Für seine Werke erhielt er verschiedene Preise, unter anderem Augustpriset, und er war für den Literaturpreis des Nordischen Rats nominiert.

Mehr zur Veranstaltung "litteraturfest.nu":www.litteraturfest.nu





Aus der Moin-Moin vom 05.09.2013:

Festivaleröffnung in Klockries

Niebüll


Hilke Eckert


Pressetermin litteraturfest.nu
Torge Korff, Ronald Steiner, Hauke Friedrichsen, Hauke Christiansen und Ruth Faber freuen sich auf ein interessantes Literaturfestival.
Foto: Hilke Eckert

Zum vierten Mal findet das deutsch-skandinavische Literaturfestival litteraturfest.nu in der deutsch-dänischen Grenzregion Sønderjylland-Schleswig statt. Das Festival wird veranstaltet vom Nordisk-Informationskontor in Flensburg, und dem Kulturbüro der Stadt Flensburg, in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Bibliotheken in der gesamten Grenzregion. Das litteraturfest.nu wird am Mittwoch, den 18.09.2013 um 19.00 Uhr im Andersen-Hüs, in Risum-Lindholm eröffnet. "Wir bieten eine spannende Auswahl an aktuellen Autoren aus den skandinavischen Ländern, sowie aus Deutschland und freuen uns auf ein spannendes Festival 2013", verriet Torge Korff, Leiter des Kulturbüros der Stadt Flensburg. Nach den Grussworten von Risum-Lindholms Bürgermeister Hauke Christiansen und der Minderheitsbeauftragten der Landesregierung, Frau Renate Schnack, lesen die Norwegerin Helene Uri und der Schwede Steve Sem-Sandberg aus ihren Werken und stellen sich den Fragen des Publikums. Moderiert wird die Veranstaltung von Torge Korff. Das musikalische Rahmenprogramm gestalten Nomke Johannsen und Kathrin Zastrow. "Die Stadtbücherei Niebüll freut sich, in diesem Jahr Gastgeber der Festivaler-öffnungsveranstaltung zu sein", betont Bibliothekar Ronald Steiner. "Wir möchten Literatur über die Grenzen hinaus verbreiten. Lesen soll wieder mehr in den Mittelpunkt rücken", so Torge Korff abschließend. Es finden insgesamt 25 Veranstaltungen statt. Darunter ein Film, im Kino 51 Stufen in Flensburg, Poetry Slam im Kühlhaus Flensburg und Lesungen namhafter Autoren in verschiedenen Einrichtungen. Den Abschluss bildet ein Konzert im Flensborghus am 21.09.2013. Eintrittskarten und das umfangreiche Programmheft sind ab sofort in der Stadtbücherei in Niebüll, sowie an der Abendkasse erhältlich.



Aus dem Nordfriesland-Tageblatt vom 20.09.2013:

Skandinavischer Lese-Genuss

Niebüll


Dieter Wrege


Helene Uri, Torge Korff, Steve Sem-Sandberg
Uri, Sem-Sandberg mit Übersetzer Korff.
Foto: Dieter Wrege

Literaturfreunde aus der deutsch-dänischen Grenzregion hatten zum Auftakt des 4. grenzüberschreitenden Literaturfestes in der "Fünf-Sprachen-Gemeinde" Risum-Lindholm Gelegenheit, zwei skandinavische Autoren kennen zu lernen: die Norwegerin Dr. Helene Uri und den zwischen Stockholm und Wien pendelnden Schweden Steve Sem-Sandberg - sie von der Sprachwissenschaft und -forschung zur belletristischen Literatur übergewechselt, er Autor, Kritiker und Übersetzer. Beide lasen in ihrer jeweiligen Muttersprache. Torge Korff, Chef des Flensburger Kulturbüros übersetzte. Ronald Steiner (Stadtbücherei Niebüll) wurde die Ehre zuteil, Gastgeber der diesjährigen Eröffnungsveranstaltung zu sein, die wegen des ansehnlichen Interesses im Andersen-Haus stattfand und von 80 Gästen besucht wurde - unter ihnen die Minderheitenbeauftrage der Landesregierung Renate Schnack. Torge Korff und Anette Jensen (Nordisk Informationskontor), Stig Bæk Andersen (Kulturausschuss Tondern) und Bürgermeister Hauke Christiansen (Risum-Lindholm) grüßten dreisprachig, Nomke Johannsen und Katrin Zastrow (beide Gesang und Gitarre) leiteten den literarischen Abend musikalisch ein. Von Risum-Lindholm aus nimmt das Literaturfest Kurs auf die Flensburger Bibliothek, wo die Abschlussveranstaltung stattfindet. Bis dahin hat das 14 Stationen dies- und jenseits der Grenze durchlaufen. Steve Sem-Sandbergs Geschichte spielt in der polnischen Stadt Lódz, wo die Gestapo ein Ghetto eingerichtet hat, in dem die arbeitsfähigen Männer bei Kräften gehalten und die Alten, Kranken und Kinder nach und nach "selektiert" und deportiert werden - in eines der Vernichtungslager. Sem-Sandberg erzählt unter anderem vom Juden-Ältesten Rumkowski, den man im Ghetto entweder als Kollaborateur mit den Nazis sieht - oder als "Retter", der den einen oder anderen verschont hat. Sem-Sandberg sagt, er habe die aus dem Ghetto vorliegenden und von Betroffenen verfassten Protokolle deshalb zum Stoff seines Romans gewählt, weil sie einerseits "von innen" kamen, andererseits aber auch die Gefühle widerspiegelten, die die "Elenden" aus dieser Stadt zwischen Bangen und Hoffnung bewegten. Helene Uri hat seit ihrem Wechsel von der Linguistik zur Literatur 14 Bücher geschrieben, von denen vier ins Deutsche übersetzt wurden: "Anna am Freitag", "Honigzungen", "Ich sehe wie die Welt sich dreht" und "Nur die stärksten überleben." Sie las den Einstieg in das letztere dieser vier Bücher, der kaum etwas über seinen Inhalt verriet, doch gleichwohl neugierig machte. Torge Korff half ein wenig nach und verriet nur soviel, dass die Geschichte ein Campus-Roman ist - und offenbar in ihrer Uni Oslo spielt. Doch weil sie nach eigenen Worten nicht über ihre Uni schreiben mochte, weil sich das nicht gehört, verlegte sie die Geschichte in das von ihr erfundene fiktive "Institut für futuristische Linguistik" , das es in Wirklichkeit nicht gibt, jedoch jenem Raum öffnet, in dem eine pfiffige Literatin jeden Zwang abstreifen und sich belletristisch-linguistisch über die Themenfülle in einem Campus auslassen kann. Ronald Steiner dankte allen, die am Zustandekommen dieses Ereignisses mit regionaler Ausstrahlung mitgeholfen haben. Als er in der Ankündigung für diesen Abend versicherte, er werde nicht nur Gelegenheit sein, andere Kulturen und Menschen zu erleben, sondern auch eine Bereicherung, hatte er nicht zu viel versprochen.




Der Geschichtenfinder

Enno Kalisch


03. September 2013

Der Geschichtenfinder Enno Kalisch

Im Rahmen der "Lesewelle" fand am Dienstag, dem 03. September 2013 um 16.00 Uhr eine besondere Vorlesestunde in der Stadtbücherei Niebüll statt. Der Schauspieler Enno Kalisch erfindet mit den Kindern Geschichten. Er ist neugierig und stellt ganz einfache Fragen, schon geht es los. Man braucht nicht viel. Vielleicht handelt die Geschichte von einem Jungen oder Mädchen, einem Helden oder einer Heldin, einem Tier oder einem Wesen, das es noch gar nicht gibt? Das Schöne ist, die Geschichte geht immer weiter, und fast alle Ideen haben Platz. Das macht meistens großen Spaß und hinterher trauen sich die Kinder oft noch ein wenig mehr, ihre eigenen Ideen in einer selbst erfundenen Geschichte zu erzählen oder für sich selbst auszudenken.


Zur Person : Enno Kalisch ist als Schauspieler und Sprecher für Film, Fernsehen und auf der Bühne tätig. Am Sonntag, dem 08.9.2013, 20.15 Uhr wird Enno Kalisch übrigens im Berliner Tatort in der Episode "Gegen den Kopf" zu sehen sein. Auf der Bühne arbeitet er seit über 15 Jahren mit Improvisationen. Er wohnt in Bonn, aber er ist in Rodenäs aufgewachsen und in Niebüll zur Schule und in die Bücherei gegangen. Enno freut sich sehr auf diesen Heimatbesuch. Sehr!

Presse: Kalisch ließ die Sonne aufgehen. Immer mit dabei eine gehörige Portion Humor, eine Quäntchen Melancholie und ein Sack voll Fantasie. Metropolnews, Viola Eigenbrodt, 9.11.2012


www.ennokalisch.de






Wii-Spielenachmittag in der Stadtbücherei Niebüll

Zu einem Wii-Spielenachmittag luden die Stadtbücherei Niebüll und der Elektronikmarkt Euronics ein. Am Mittwoch, dem 28.08.2013 konnten Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren gemeinsam von 14:00 bis 17:00 Uhr in der Stadtbücherei Niebüll kostenlos neue Wii-Spiele an der Wii-U-Konsole ausprobieren.




Aus dem Nordfrieslandtageblatt vom 17.08.2013:

Vorlese-Spaß in der Bücherei

Niebüll


Dieter Wrege


Die Lesewelle startet in eine neue Saison
Foto: Dieter Wrege

Die Sommerferien sind vorbei. In der Stadtbücherei hat die "Lesewelle" für Kinder ab drei Jahren wieder Fahrt aufgenommen. Am Dienstag war Telke Gedan mit vier Mädchen anzutreffen, die daran interessiert waren, was wohl unter den tollen Zeichnungen in dem Buch steht, dass sie aus dem Regal gezogen haben. Das Angebot Lesewelle nehmen unterschiedlich viele Kinder wahr - "auch solche, die schon lesen können", sagt Telke Gedan, der es Spaß macht, den Kinden die faszinierende Welt des Buches näher zu bringen. Zum Team der "Leserinnen" in der Bücherei gehören sechs Damen, die sich abwechseln. Die Bücher, aus denen vorgelesen wird, können die Kinder selbst aussuchen.




Ernst Kahl

Brotlose Kunst


6. Juli - 24. August 2013

Brotlose Kunst, 1999

Vom 6. Juli bis 24. August 2013 zeigte die Stadtbücherei Niebüll in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing Niebüll Arbeiten des Cartoonisten und Malers Ernst Kahl.


Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, dem 6. Juli 2013 um 11.30 Uhr luden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein.


Zur Eröffnung sprach der Künstler selbst.

Ronald Steiner und Holger Heinke.





Ernst Kahl wurde 1949 in Schleswig-Holstein geboren und lebt heute mit der Künstlerin Eva Muggenthaler und den gemeinsamen zwei Kindern in Hamburg und Schwabstedt. Zahlreiche Bücher sind von ihm erschienen. Seine Cartoons und Bildergeschichten wurden und werden u.a. in Pardon, Konkret, Titanic, Die Zeit und der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht. Die regelmäßig in der Zeitschrift Der Feinschmecker unter „Kahls Tafelspitzen“ veröffentlichten Arbeiten zeichnete 1992 der Art Director´s Club Deutschland aus.
Als Autor des Drehbuchs "Wir können auch anders ... (Regie: Detlev Buck) erhielt er 1993 den Bundesfilmpreis. Sein Kurzfilm "Archie" wurde für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert. 2007 wurde Kahl mit dem Göttinger Elch für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
2011 erhielt Ernst Kahl den Wilhelm-Busch-Preis 2010/2011. "Er ist ein brillantes Multitalent", urteilte die Jury. Er sei Maler, Zeichner, Objektkünstler, Autor, Filmemacher, Hörbuchsprecher, Songschreiber und Musiker, hieß es weiter zur Begründung. Kahl habe nicht nur den Begriff der Komik, sondern auch der Kunst neu definiert. Als Entwickler und Avangardist erschaffe er neue Welten.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 05.07.2013:

Bissiges auf Leinwand

Niebüll


Vanessa Müller


Ernst Kahl - Brotlose Kunst

Foto: Vanessa Müller

Hohen Besuch erhält die Stadtbücherei Niebüll am kommenden Sonnabend. Der bekannte Cartoonist und Maler Ernst Kahl eröffnet am Sonnabend, 6. Juli, seine Ausstellung "Brotlose Kunst", die bis zum 24. August in der Niebüller Stadtbücherei in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing Niebüll zu sehen sein wird. Die Arbeiten des Künstlers, der 2010/2011 den Wilhelm Busch Preis erhielt, sind regelmäßig in Publikationen wie Titanic, die Zeit und der Süddeutschen Zeitung zu sehen. Im Stil harmloser Cartoons verpackt bannt der Schleswig-Holsteiner bissige Themen auf die Leinwände - er bügelt sie sozusagen für die Leinwände glatt. "Wir haben die harmloseren Werke am Eingang platziert", sagt Büchereileiter Ronald Steiner schmunzelnd und fügt an, dass er sich auf den Besuch des Künstlers freut.






Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 10.07.2013:

Heiterer Start in die neue Ausstellung

Niebüll


Dieter Wrege


Bei der gutbesuchten Vernissage unterhielt der vielfach ausgezeichnete Künstler Enrst Kahl die Zuhörer mit Anekdoten.
Gut aufgelegt: Ernst Kahl
Foto: Dieter Wrege

Als der Maler, Zeichner, Cartoonist und Tausendkünstler Ernst Karl und sein Freund, der Gitarrist Hardy Kayser, in einer Göttinger Kneipe öffentlich des 250. Geburtstages des Mathematikers, Physikers, genialen Aphoristikers und "Oheims der Satire" Georg Christoph Lichtenberg gedachten, erschienen gerade mal acht Leute. Ihre Zahl reduzierte sich während der Veranstaltung bis auf zwei - ein Ehepaar, dem zur Hochzeit die Eintrittstickets geschenkt wurden. "Daher bin ich glücklich, dass heute an die 50 Besucher in die Stadtbücherei gekommen sind", schmunzelte ein gut aufgelegter Ernst Kahl in voll besetzte Stuhlreihen hinein. Büchereichef Ronald Steiner, gleichfalls gut gelaunt und froh, dass es "mit dem Kahl" endlich geklappt hat, hieß das Multitalent willkommen, nachdem man vor drei Jahren mit seiner Frau Evi Muggenthaler bereits Bekanntschaft gemacht hatte. "Sagen Sie nicht 'Talent' - sagen Sie lieber 'Genie' zu mir", korrigierte ihn der Künstler und versetzte seine Fans in heitere Stimmung, die sich angesichts seiner zum Besten gegebenen Erinnerungen fortsetzte. Es war eigentlich weniger eine Vernissage, sondern mehr eine anekdotenhafte Aneinanderreihung von Begebenheiten aus der jüngeren Vita eines begnadeten und vielfach ausgezeichneten Künstlers. Kahl erzählte weitere Geschichten, erinnerte an die vom Kühlschrank, in dem kein Licht brennt, zupfte die Saiten seiner Mandoline und besang Pudel Manfred und meinte, man sollte statt eines Zylinders besser Pudelmützen tragen und zelebrierte (am Rande eines Swimmingpools) einen blütenreinen Rap. Weil seine Bilder für sich sprechen, verzichtete der Künstler darauf, näher auf sie einzugehen und empfahl seinen begeisterten Zuhörern, viel Spaß mit seinen insgesamt 32 Hinguckern zu haben. Seine Niebüller Gastgeber, die Bücherei und das Stadtmarketing als Sponsor, hatten der bis zum 24. August laufenden Ausstellung das Motto des Kahl-Bildes "Brotlose Kunst" gegeben. Brotlose Kunst? Mitnichten, muss man angesichts der mit frechem Strich karikierten Themenvielfalt korrigieren. Ernst Kahl lässt das Leder rollen, findet das Haar in der Suppe, bittet zum Tanztee, fragt, wer Gaddafis Hund nimmt oder Blondie gekillt hat, lässt Sprechblasen über den amerikanischen Expressionismus reden oder befindet, "dass mir eine Mikrowelle nicht in die Kombüse kommt".






Aus der Wochenschau vom 28.07.2013

Ernst Kahl - das Universalgenie

Niebüll


Arndt Prenzel


Ausstellungseröfnung Ernst Kahl
Ernst Kahl berichtet unterhaltsam und kritisch über Aktuelles aus seinem Leben.
Foto: Arndt Prenzel

Ernst Kahl ist zweifellos ein einmaliger Typ. Zunächst einmal sehr sympathisch, weil überhaupt nicht abgehoben, sondern sehr direkt, äußerst freundlich, noch mehr schelmisch, aber auch bodenständig. Als Künstler längst bundesweit anerkannt, und dennoch ganz normal. So ist die Ausstellungseröffnung "Brotlose Kunst" in Niebüll eine Art Theatervorstellung. Ernst Kahl springt immer hinter der Bücherwand hervor, wenn er Büchereileiter Ronald Steiner bei einer Falschmeldung erwischt. "Multitalent, das stimmt nicht - ich universal ..." "Genie!", ruft jemand dazwischen. Steiner erwähnt seine Erfolge als Drehbuchautor und Filmemacher. "Man hat es schwer, wenn einem alles gelingt!" Als Autor des Drehbuchs "Wir können auch anders" erhielt er den Bundesfilmpreis. Sein Kurzfilm "Archie" wurde für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert.
Universalgenie in Niebüll
Also, nun das Universalgenie in Niebüll. Wie kam es dazu? Ronald Steiner hatte eine Ausstellung mit der Künstlerin Eva Muggenthaler organisiert. Diese ist zufällig Kahls Ehefrau. So kam eins zum anderen. Doch das Künstlerleben hat auch Schattenseiten, berichtete Ernst Kahl in seiner Rede: Franziska Augstein hat vor kurzem im Feuilleton der Süddeutschen eine ursprünglich in der Zeitschrift "Der Feinschmecker" veröffentlichte Zeichnung Kahls von einem Monster mit der Bildunterschrift "Israels Feinde halten das Land für einen gefräßigen Moloch", um zwei Rezensionen israelkritischer Sachbücher zu illustrieren. Das Bild heißt eigentlich und sinnigerweise "Bad and breakfast", also das Böse und das Frühstück, nimmt den Begriff "Bed & breakfast" auf die Schippe. Kahl schilderte eindringlich, wie nun im Netz eine Hetzjagd auf ihn begann. "Wenig lustig!" Ernst Kahl erzählte noch mehr und bot sogar zur Ukulele ein Lied über seinen geliebten Pudel Manfred. Mit "Afrika" gelang ihm ein bemerkenswertes sozialkritisches Lied, minimalistisch-pointiert. Und immer wieder erzählte der Schwabstedter kleine merkwürdige Geschichten, sehr zur Erheiterung des Publikums. Noch stundenlang hätte es so weitergehen können. Leider war irgendwann Ende, viel Beifall, nun schauten sich alle die Bilder an.
Hintergründig, amüsant, mal boshaft
Zur Ausstellung: Ernst Kahls Kunst ist hintergründig, amüsant, mal boshaft. Herrlich seine wörtlich-zeichnerisch umgesetzten Alltagsbegriffe wie "beleidigte Leberwürste". Die Würste lassen Schmunzeln! Oder das bitterböse Bild von einem traurigen Diktator Adolf Hitler mit Kätzchen. "Who killed Blondie?" Abgründig auch die fröhliche Fahrt der Ferkel - zum Schlachthof. Oder der gesellige Alien, der gemütlich beim Bauernhof-Frühstück sitzt. Stilistisch, technisch und thematisch schuf er ein außergewöhnlich vielseitiges und abwechslungsreiches Gesamtwerk. Innerhalb der bildenden Kunst bedient er sich beim prächtigen Tafelbild, Cartoon und der Bildergeschichte. Zahlreiche Bücher sind von ihm erschienen. Seine Cartoons und Bildergeschichten wurden und werden u.a. in Pardon, Konkret, Titanic, Die Zeit und der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht. Bis zum 24. August werden in der Stadtbücherei Niebüll Bilder des mehrfach preisgekrönten Malers und Cartoonisten gezeigt. Die Präsentation ist eine Zusammenarbeit zwischen Bücherei und Stadtmarketing Niebüll. Kahls Arbeiten sind werktags, außer mittwochs, von 9.30 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr und sonnabends, von 10 bis 12 Uhr, zu sehen.




Puppentheater



"Pettersson und Findus"


Die Stadtbücherei Niebüll lies am Mittwoch, dem 07. August 2013 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll die Puppen tanzen. Das Theater mit Puppen "August das Starke Theater" aus Dresden spielte das Stück "Pettersson und Findus". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen. Beginn der Veranstaltung war 16.00 Uhr, Einlass ab 15.30 Uhr. Der Eintritt betrug 5,00 Euro, Karten gab es nur im Vorverkauf in der Stadtbücherei Niebüll.

Bild: Pettersson und Findus Infos zum Stück:
Ein Stück nach den Kinderbüchern von Sven Nordqvist über Abneigung und Zuneigung, über Freundschaft und schlechtes Wetter, gespielt von einem Schauspieler und einer Katze mit viel Witz, Sehnsüchten, Tempo, Träumen und Musik für die ganze Familie. Was für eine Welt tut sich da auf! Doch der alte Pettersson und der witzige Findus können trotz ihrer Verschiedenheit sehr gut miteinander auskommen. So kann man miterleben, dass Kater Findus mindestens dreimal im Jahr Geburtstag feiert, wie man einen wilden Stier austrickst und an welcher genialen Erfindung Pettersson gerade arbeitet. Und an die singenden Hühner auf Pettersson's Hof wird sich bestimmt jeder noch lange erinnern... Ein Theaterstück mit dem Schauspieler und Puppenspieler Grigorij Kästner- Kubsch und der Puppenspielerin Randi Kästner-Kubsch.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 09.08.2013:

Wundersame Welt in der Küche

Niebüll


Dieter Wrege


Pettersson & Findus

Foto: Dieter Wrege

Herr Pettersson und Kater Findus waren erneut in Hochform. Zum wiederholten Mal sorgten die beiden Stars aus Sven Nordqvists Kinderbüchern für eine volle Hütte im Niebüller Rathaus. Die Dresdener Puppenspieler Grigorij und Randi Kästner-Kubsch (alias Pettersson & Findus) begeisterten ihre Zuschauer. In Herrn Petterssons Küche, in der Kater Findus wieder mal Geburtstag hatte, in der skurrile Dialoge geführt wurden und sogar gezeltet wurde, tat sich eine wundersame Welt für die großen und kleinen Leute auf, sodass eine Theaterstunde wie im Fluge verlief.




Leif Kath

Ein Maler aus Christiansfeld


Bilder aus den letzten Jahren

Gouache 2012 (25x35 cm)

Vom 25. Mai bis 29. Juni 2013 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Arbeiten des dänischen Künstlers Leif Kath. Unter dem Titel "Leif Kath - Ein Maler aus Christiansfeld" waren Bilder aus den letzten Jahren zu sehen.






Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 25. Mai um 11.30 Uhr waren Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen.


Es sprachen Landrat Dieter Harrsen

und Prof. Dr. Manfred Reuther.

Ronald Steiner



Leif Kath (geb. 1945 in Hadersleben) hat unter anderem ausgestellt in:

Elizabeth Harris Gallery, New York

Museet Holmen

Galleri Weinberger, Copenhagen

Kunstmuseet Brundlund Slot

Galleri MøllerWitt, Århus

Sønderjyllands Kunstmuseum, Tønder

Overgaden, Copenhagen

DCA Gallery, New York

Museumscenter Aars

Kunstmuseet Trapholt

Vestjyllands Kunstmuseum, Tistrup

Kunst & Co, Flensburg


Über Leif Kath:www.leifkath.dk



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 25.05.2013:

Ein Maler aus Christiansfeld

Niebüll


Vanessa Müller


Leif Kath - Ein Maler aus Christiansfeld

Foto: Vanessa Müller

In der Stadtbücherei Niebüll wird heute die Ausstellung des Malers Leif Kath unter dem Titel "Bilder aus den letzten Jahren" eröffnet. Die Vernissage beginnt um 11.30 Uhr. Gezeigt hat der Däne aus Christiansfeld seine Arbeiten bereits in vielen Galerien New Yorks, unter anderem der DCA Gallery und der Elsabeth Harris Gallery. Zur Vernissage, der Künstler ist anwesend, sprechen Landrat Dieter Harrsen und Professor Dr. Manfred Reuther Grußworte.



Aus der Wochenschau vom 16.6.2013:

Kreis. Halbkrei. Punkt - geometrische Formen

Niebüll


Arndt Prenzel


Leif Kath - Ein Maler aus Christiansfeld
Eröffnung einer sehr interessanten Ausstellung (v.li.): Gitte und Leif Kath mit Landrat Dieter Harrsen, Büchereichef Ronald Steiner und Prof. Manfred Reuther aus Klockries.
Foto: Arndt Prenzel

Bis zum 29. Juni zeigt die Stadtbücherei Niebüll Arbeiten des dänischen Künstlers Leif Kath. Unter dem Titel "Leif Kath - Ein Maler aus Christiansfeld" sind Bilder aus den letzten Jahren zu sehen. Zur Eröffnung der Ausstellung erschien Prominenz wie Landrat Dieter Harrsen und der frühere Nolde-Direktor Professor Manfred Reuther, der auch die Rede hielt. Reuther kam gerade aus New York, wo Leif Kaths Arbeiten in der renommierten Elizabeth Harris Gallery ausgestellt wurden. Der Künstler im Kontext mit berühmtesten Größen der Kunstszene - und nun in Niebüll präsent. Reuther pries die eigene Bildsprache des Künstlers in Bildstruktur und Gliederung, die stringente Vielfalt. Stellte diese in einen möglichen Zusammenhang mit der Bauweise der Heimat Christiansfeld. Auch Landrat Dieter Harrsen zeigte sich angetan von dem Werk des in Deutschland bislang wenig wahrgenommenen Künstlers, der in den USA sein Publikum hat. "Gitter, Rechtecke, Punkte, Wellenlinien und kalligraphischen Schriften: Optisch sind seine Arbeiten auf ein abstraktes Vokabular beschränkt", schrieb die New York Times. Dieter Harrsen lobte zugleich die Arbeit der Niebüller Bücherei als Kulturzentrum in nunmehr 25 Jahren im Zentrum Niebülls und sprach sich für die deutsch-dänische Zusammenarbeit aus. Leif Kath war sehr angetan von der Offenheit der Niebüller Kunstszene, die komplett angetreten war, führte viele Gespräche. Last, but not least gebührte Professor Andreas Brandt als Kurator wieder einmal Dank und Lob, dass er einen so bedeutenden Künstler nach Niebüll lockte. Büchereileiter Ronald Steiner freut sich nun auf viele interessierte Besucher. Die Welt Leif Kaths tut sich für den auf, der sich mit seinen Werken intensiv auseinandersetzt. Für diese meditative Form der Betrachtung ist die Bücherei der ideale Ort.




Aus der Wochenschau vom 26.05.2013:

Fünf neue E-Book-Reader

Niebüll


Wolfgang Pustal


Spendenübergabe für neue E-Book-Reader
Spende für fünf neue E-Book-Reader: Christian Sinn (li.), Filialbereichsleiter der Nospa, überreicht Ronald Steiner, Leiter der Stadtbücherei Niebüll, den Scheck über 1.000 Euro.
Foto: Wolfgang Pustal

Weit mehr als eine Million Deutsche besitzen bereits eins, Tendenz steigend. Die Rede ist von elektronischen Lesegeräten, auch E-Book-Reader genannt. Besonders beliebt sind diese kleinen platz- und gewichtssparenden Reader im Urlaub. "Die fünf E-Book-Reader, die wir bislang ahben, sind immer unterwegs, nie haben wir hier eines liegen. Meist werden die E-Book-Reader für den Urlaub bestellt", bestätigt Ronald Steiner, Leiter der Stadtbücherei Niebüll, den Trend. Nun bekam die Stadtbücherei von der Nord-Ostsee Sparkasse (Nospa) eine Spende von 1.000 Euro für fünf weitere dieser kleinen elektronischen Lesegeräte. "Wir freuen uns immer, wenn wir etwas Sinnvolles unterstützen können", erklärte Christian Sinn, Filialbereichsleiter der Nospa, bei der Übergabe des großen symbolischen Schecks. "Wir sind froh über diese schöne Spende, denn sonst könnten wir uns den Kauf nicht erlauben. Die neuen E-Book-Reader werden auch mit neuen Buchtiteln bestückt wie Bestsellern, Thrillern, Liebesromane, Sachbüchern oder mehr. Da ist dann wieder für jeden etwas drauf", so Steiner. Mit den fünf neuen Readern hofft der Leiter der Stadtbücherei den gestiegenen Bedarf besser decken zu können, so dass die Bestellzeiten von derzeit zwei Wochen und mehr entfallen können.




25 Jahre Stadtbücherei Niebüll im Bökingharder Hof
Dieses Jubiläum wird gefeiert!



Vor 25 Jahren zog die Stadtbücherei Niebüll von der Marktstraße in den ehemaligen Bökingharder Hof im Herzen von Niebüll.

Dieses Jubiläum feiern wir zum Hauptstrassenvergnügen am Samstag, dem 04. Mai 2013 mit einem Tag der offenen Tür von 10.00 bis 17.00 Uhr.



Petronellas Traum



Um 14.00 Uhr sind alle Kinder zum Puppentheater in die Bücherei eingeladen. Das Figurentheater "Mahamudra" spielt "Petronellas Traum" und nimmt seine kleinen und großen Zuschauer mit auf eine wundersame Reise.







Die mit dem Hut, Foto Wilfried Dix



Weiter geht es um 15.15 Uhr, wenn die Band "Die mit dem Hut" vor der Bücherei mit Musik und humorvollen Einlagen ihr Publikum begeistern wird.







Die Veranstaltungen sind kostenlos, das Team der Stadtbücherei Niebüll freut sich über ein großes Interesse und viele Besucher.








Gudrun Piper
Frühe Arbeiten


9. März bis 30. April 2013

Aquarell 1948 (25x35 cm)

Vom 9. März bis 30. April 2013 zeigte die Stadtbücherei Niebüll unter dem Titel "Frühe Arbeiten" Bilder der Malerin und Graphikerin Gudrun Piper.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 9. März 2013 um 11.30 Uhr luden wir Sie und ihre Freunde ganz herzlich ein.

Zur Einführung ins Werk sprach Marion Tuck, Hamburg.





Aquarell 1948 (27,5x34 cm)

Die Malerin und Graphikerin Gudrun Piper, geboren 1917 in Kobe, Japan, ist die Tochter der Schriftstellerin Maria Piper. 1927 übersiedelte sie mit der Familie von Japan nach Hamburg. Von 1937 bis 1943 studierte sie an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Dazwischen lag ein Jahresaufenthalt in Italien. Von 1944 bis 1948 hielt sie sich in Oberbayern auf, ab 1946 bei Karl Caspar in München. 1948 kehrte Piper nach Hamburg zurück, wo sie 1953 den Maler Max Hermann Mahlmann (1912–2000) heiratete. Mit ihm arbeitete sie künstlerisch zusammen und stellte gemeinsam mit ihm aus.
Gudrun Piper lebt und arbeitet in Wedel bei Hamburg.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 11.03.2013:

Hommage an den Kult der Einfachheit

Niebüll


Ursula Konitzki


Ausstellung Gudrun Piper
Kam zur Vernissage: Gudrun Piper.
Foto: Ursula Konitzki

Nach dieser hochkarätigen Ausstellung in der Niebüller Stadtbücherei mit frühen Werken der weit über die Grenzen der Republik bekannten Künstlerin Gudrun Piper würde sich so manches Großstadtmuseum im In- und Ausland alle zehn Finger ablecken. Und dass die über 95-jährige Malerin, die verheiratet war mit dem nicht minder bekannten konstruktivistischen Maler Max Hermann Mahlmann, persönlich aus Wedel bei Hamburg angereist war, honorierten Honoratioren und Bürger der Stadt mit dankbarem Applaus und bewundernden Worten. Begleitet wurde die alte Dame von ihrer Tochter Maria Mahlmann, die ebenfalls eine künstlerische Laufbahn eingeschlagen hat. Dass das Künstlerduo Piper-Mahlmann vielen Niebüllern ein Begriff ist, haben sie dem im Ort lebenden und der gleichen Kunstrichtung angehörenden Maler Professor Andreas Brandt zu verdanken, einem langjährigen Freund des Malerehepaares, der die Verbindung hergestellt hat. Es ist nicht die erste Begegnung der an der Kunst interessierten Menschen vor Ort mit Gudrun Piper. Laut Büchereileiter Ronald Steiner unterhält sie seit über 20 Jahren eine Beziehung zur Kleinstadt im Norden Nordfrieslands. In ihren Mauern hat sie gemeinsam mit Mann und Tochter Maria vor Jahren bereits ausgestellt, im Richard Haizmann Museum und in der Stadtbücherei. Gudrun Piper ist, wie es die Laudatorin und langjährige Freundin der Familie, Marion Tuck, zur Ausstellungseröffnung vor gewohnt zahlreichem Publikum formulierte, eine der wenigen deutschen Künstlerinnen, die sich der konstruktiv-konkreten Malerei verschrieben hat, und das konsequent seit mehr als 50 Jahren. Beide, Gudrun Piper und Max Mahlmann, sind essentieller Teil der Geschichte der Konkreten Kunst nach 1945 nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa. In zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen wurden ihre künstlerische Arbeit und ihr Engagement gewürdigt. Gudrun Piper ist, so Marion Tuck: "die wohl älteste aktive Künstlerin in Schleswig-Holstein". Die in der Stadtbücherei gezeigten Bilder stammen aus der Zeit vor 1950, einer Zeit, in der Gudrun Piper viel gereist ist. Die meisten der ausgestellten Bilder sind in dieser Zeit entstanden. Sie zeigen Landschaften und einige Portraits in unterschiedlichen Techniken, viele von ihnen noch in Sütterlinschrift signiert. In dieser Zeit entwickelte die Malerin und Graphikerin auch ihre ersten geometrisierenden Kompositionen. Besonders fasziniert war sie vom Quadrat, dessen bildnerisch ambivalentes Verhältnis zwischen Abbild und Sinnbild für sie bis heute eine große ästhetische Herausforderung bedeutet. Gudrun Piper wurde am 1. Juli 1917 in Kobe in Japan als Tochter eines deutschen Kaufmanns und einer Schriftstellerin geboren, fernab von den Kriegsereignissen in Deutschland. Sie durfte "in ihrem Traumland" eine unbeschwerte Kindheit verleben. In ihren Arbeiten spiegeln sich das klare, minimalistische Design - der Kult der Einfachheit - des damaligen Japans wieder, das ihr gefiel. 1927 kehrte die Familie nach Hamburg zurück. Nach ihrem Realschulabschluss besuchte Gudrun Piper die Handelsschule, danach die private Malschule von Gerda Koppel. In dieser Zeit entstanden auf Seminarreisen unter anderem nach Langeness Landschaftsbilder, die in der Stadtbücherei zu sehen sind. Von 1937 bis 1943 studierte Gudrun Piper an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Ein Jahr in Italien und eine Reihe von Studienreisen schlossen sich an. An der Akademie in München setzte sie ihr Studium fort, bevor sie 1948 nach Hamburg zurückkehrte. Gudrun Piper zählt zusammen mit ihrem Mann zu den Gründungsmitgliedern des Künstlerkreises "Hamburger Gruppe", aus der sich wichtige nationale und internationale Kontakte ergaben. Ihr Haus in Wedel wurde zu einem Treffpunkt für namhafte Maler und Musiker. Die Hansestadt Hamburg verlieh beiden gemeinsam den Edwin-Scharff-Preis. 1995 wurden sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Das Künstlerehepaar arbeitete bis zum Tod von Max Hermann Mahlmann im Jahre 2000 fünf Jahrzehnte lang eng zusammen, bewahrte sich aber dennoch seine Eigenständigkeit in der jeweiligen Bildsprache. Anlässlich der Vernissage verblüffte Vladimir Anochin, ein junger Geigenvirtuose, mit seinem Solospiel. Er spielte Stücke von Johann Sebastian Bach und Sergej Prokofjew in Perfektion. Die Ausstellung der frühen Arbeiten von Gudrun Piper ist noch bis zum 30. April in der Stadtbücherei während der Öffnungszeiten zu sehen



Aus der Wochenschau vom 31.03.2013:

Deutschlands älteste Künstlerin

Niebüll


Arndt Prenzel


Ausstellung Gudrun Piper
Gudrun Piper wird in der Stadtbücherei von Professor Andreas Brandt (l.) und seiner Ehefrau Kristina begrüßt.
Foto: Arndt Prenzel

Die Malerin und Graphikerin Gudrun Piper ist wahrscheinlich Deutschlands älteste aktive Künstlerin - jetzt sind ihre frühen Arbeiten bis 30. April in der Stadtbücherei Niebüll zu sehen. Bücherei-Leiter Ronald Steiner erläuterte, dass sie bereits mit ihrem Mann, dem Maler Max Hermann Mahlmann und der Tochter Maria, einer bekannte Designerin, in Niebüll ausgestellt habe. Ihre Enkeltochter ist die Soulsängerin Oceana. Ronald Steiner bedankte sich bei dem Kurator Andreas Brandt, begrüßte mit Manfred Reuter, langjähriger Direktor der Nolde Stiftung, einen Weggefährten der Kunst. Marion Tuck, Freundin der Künstlerin, gab einen eindrucksvollen Einblick in Gudrun Pipers Lebensgeschichte. Die Malerin und Graphikerin Gudrun Piper wuchs in Japan auf, studierte später an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Nach dem Krieg kam sie nach Hamburg, wo sie Anfang der fünfziger Jahre Max Hermann Mahlmann heiratete. Eine kreative Verbindung und starke Schaffensperiode begann. Mit ihrem Mann arbeitete sie auch künstlerisch zusammen; das gemeinsame Haus hatte zwei Ateliers. "Stimmt alles", sagte Gudrun Piper unter dem Beifall des Publikums, das sich zuvor an dem Violinkonzert von Vladimir Anochin erfreut hatte. Gudrun Piper - sie arbeitet noch jeden Tag - zeigt in Niebüll ihr Frühwerk, kraftvoll, farbig, vielfältig gestaltet. Land- und Ortschaften, Mediterranes und Nördliches, Porträts und zwei Hunde, die als Wächter vor dem Haus in Wedel unvergessen sind. Ihre Hallig "Langeness", vor 75 Jahren entstanden, wirkt, erstaunlich "jung". Die Sylter Dünen tauchen als Motiv ebenso auf wie der Blick auf markante Hamburger Ecken. "Horizontal, vertikal, aufstrebend" sind graphische Beispiele ihrer großen Kunst. Andreas Brandt und Uwe Haupenthal, Leiter des Richard-Haitzmann-Museums, konnten - spontan befragt - den Kunstinteressierten beim Rundgang zu den Bildern Wissenswertes erläutern. Die Vernissage wollte kein Ende nehmen; soviel gab es zu besprechen und auszutauschen. Wenn das kein Kompliment ist!




"Von Tod und Wiedergeburt" - ein buddhistischer Lese-Abend


Der dänische Lehrer Lama Ole Nydahl ist seit 40 Jahren weltweit für den Diamantweg-Buddhismus unterwegs. Er führt in seinem Buch "Tod und Wiedergeburt" in die Kunst des Sterbens ein und gibt Vertrauen in die zeitlose Natur des Geistes. Lama Ole Nydahl beschreibt den Sterbeprozess und zeigt Unterstützungsmöglichkeiten, auf äußerer und innerer Ebene; insbesondere zeigt er die besonderen Möglichkeiten mit Mitteln des Phowas in befreite Zustände zu kommen.
Am Donnerstag, dem 24. Januar 2013 las der Schauspieler Jochen Regelien in der Stadtbücherei Niebüll Auszüge aus dem Buch "Von Tod und Wiedergeburt" . Anschließend gab es Zeit, Fragen zu dem Buch und zum buddhistischen Verständnis an den Experten und Nydahls Schüler Gerd Boll zu stellen.

Veranstalter war das Buddhistischen Zentrum Nordfriesland.



Gerd Boll

Gerd Boll ist verheiratet, Vater von 4 Kindern und führt einen landwirtschaftlichen Betrieb an der Schleswig - Holsteinischen Ostseeküste. Seit 24 Jahren ist er Buddhist und lehrt seit vielen Jahren im Auftrage von Lama Ole buddhistische Inhalte im In- und Ausland.







Jochen Regelien

Jochen Regelien ist seit 39 Jahren als freier Schauspieler tätig, lebt seit 26 Jahren in Hamburg und ist seit 15 Jahren praktizierender Buddhist.










Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 26.01.2013:

Lesung zu "Tod und Wiedergeburt" : Alles in Buddha

Niebüll


Arndt Prenzel


Buddhistischer Leseabend
Freuten sich über einen gelungenen Abend: Jochen Regelien und Ronald Steiner.
Foto: Arndt Prenzel

Ein buddhistischer Lese-Abend wirkt in der Stadtbücherei Niebüll stets wie ein Magnet: volles Haus am Donenrstagabend, mit sehr starkem weiblichen Anteil. Veranstalter waren die Stadtbücherei und das Buddhistische Zentrum Nordfriesland. Der Hamburger Schauspieler Jochen Regelien las Auszüge aus dem spannenden Buch "Tod und Wiedergeburt" von Lama Ole Nydahl, dem "Erfinder" des Diamantweg-Buddhismus"; Gerd Boll beantwortete anschließend Fragen. "Es ist verrückt, was passiert, wenn man das Buch liest", erklärte Regelien zu Beginn mit Verve, "man spürt intensiv das Vertrauen in die Zeitlosigkeit des Geistes." Lama Ole Nydahl sehe das Sterben positiv, letztlich sei es nur ein Übergang, da der Geist eines jeden weiterlebe. Dies sei auch wissenschaftlich bewiesen. Nach gehaltvollen, konzentrierten 50 Minuten ging es danach wesenlich lockerer weiter. Der praktizierende Buddhist und Landwirt Gerd Boll, ein sympathischer "Strahlemann", war sich komplett sicher: "Weiterleben macht Spaß. Ich fühle mich unsterblich, da ich weiß, dass mein Geist weiterlebt." Er wirkte dabei durchaus glaubwürdig, da er mit viel Humor agierte. Freudvoll und effektiv, frei und kraftvoll zu leben, sei das Ziel eines Buddhisten. Mit Mitteln der Phowas (Übungen) habe er befreite Zustände erreicht. Seine Leichtigkeit übertrug sich auf das Publikum, so dass nahezu alle Besucher zum Schluss an einer viertelstündigen Meditation teilnahmen. "Wir sehen uns gleich beim Bier", meinte Boll augenzwinkernd. "Oder nächstes Jahr am gleichen Ort", versicherte Bücherei-Leiter Ronald Steiner unter starkem Beifall und großer Zustimmung. Buddhismus ist in Nordfriesland nicht zuletzt dank der ausgeprägten Persönlichkeiten sehr attraktiv.




Aus dem Nordfrieslandtageblatt vom 19.12.2012:

Freudensprünge für den Weihnachtsmann

Niebüll


Stephan Bülck


Freudensprünge für den Weihnachtsmann
Foto: Stephan Bülck

Bei der letzten Lesewelle in diesem Jahr kam gestern der Weihnachtsmann auf einen Sprung in die Stadtbücherei. Großzügig verteilte er Schoko-Nikoläuse an die manchmal vor Freude hüpfenden Kinder. Der Nachwuchs konnte bei dieser Gelegenheit das eine oder andere Gedicht anbringen. Egal ob Kinder oder Erwachsene: Wer sich über die Feiertage noch mit Lesematerial und sonstigen Medien eindecken muss, sollte sich beeilen. Denn zwischen Weihnachten und Neujahr ist die Stadtbücherei geschlossen. Letzte Chance, sich bei dieser Gelegenheit auch die Ausstellung von Frauke Gloyer und Jan Leseberg anzusehen, ist am Sonnabend, 22. Dezember. Geöffnet ist die Bücherei dann wieder ab dem 3. Januar. Die Lesewelle geht am 15. Januar in die nächste Runde.




Frauke Gloyer / Jan Leseberg
Langeneß


Malerei und Zeichnung

Frauke Gloyer, Treuberg im Frühling, Öl auf Leinwand, 2009

Vom 1. bis 22. Dezember 2012 zeigte die Stadtbücherei Niebüll unter dem Titel "Langeneß" Arbeiten der Künstlerin Frauke Gloyer und des Malers Jan Leseberg.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 1. Dezember 2012 um 11.30 Uhr luden wir Sie und ihre Freunde ganz herzlich ein.

Begrüßung: Ronald Steiner

Grußworte: Peter Ewaldsen, Amtsvorsteher Amt Südtondern

Zur Eröffnung sprach Dr. Thomas Gädeke, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Schloss Gottorf.




Frauke Gloyer

Geboren 1961 in Flensburg

Abitur 1980 am Alten Gymnasium Flensburg

Studium der Freien Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig (Prof.L. von Monkiewitz und R.Dörfler)

Seit 1986 freischaffend in Niebüll / Nordfriesland, seit 2008 in ihrem Atelier in Galmsbüll


Mehr über Frauke Gloyer:www.frauke-gloyer.de





Jan Leseberg, Blick nach Westen/Langeneß, Tusche auf Papier, o.J.

Jan Leseberg

geboren 1948 in Hamburg

Ausbildung bei Albert Feser und Volker D. Heydorn in Hamburg.

Architekturstudium an der Uni Hannover.

Meisterschüler und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Zeichnen und Malen.

Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Dänemark, Florenz und Tokyo.

Studienaufenthalte in Carrara (Skulpturen in Marmor) und Florenz (Radierung und Lithografie).

Seit 1973 Mitglied im BBK Hamburg, seit 1982 auch im BBK Schleswig-Holstein.






Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.12.2012:

Topduo der bildenden Kunst

Niebüll


Dieter Wrege


Frauke Gloyer und Jan Leseberg
Bekannte Künstler: Frauke Gloyer und Jan Leseberg
Foto: Dieter Wrege

Weihnachtsausstellung in der Stadtbücherei - eigentlich ein seit Jahren gewohntes und lieb gewordenes Ereignis für die Kunstfreunde der Region. Doch ein solches Interesse und einen derartigen Zulauf wie am ersten Adventswochenende hat eine Ausstellung in der Bücherei bisher selten erlebt - wenn überhaupt. Der Grund? Mit der aus Flensburg stammenden Wahlnordfriesin Frauke Gloyer (51) und dem "malenden Architekten" und Hamburger Jung’ Jan Leseberg (64) hatte Büchereileiter Ronald Steiner zwei Zugnummern der Extraklasse in sein Haus gelockt. "Ich bin stolz, dass ihr beide in Südtondern lebt", schwärmte Amtsvorsteher Peter Ewaldsen vom heimischen Topduo der bildenden Kunst. Und Dr. Thomas Gädeke, Kommissarischer Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte (Schloß Gottorf/Schleswig) attestierte den beiden Künstlern Bodenständigkeit und Einfühlsamkeit, "die uns eine Menge bringt und uns einen Spiegel vorhält für das, was differenziert und einfühlsam macht". Obwohl die beiden Künstler längst bekannt sind, stellte sie Ronald Steiner nochmals vor. Frauke Gloyer machte sich bereits im Alter von 23 Jahren einen Namen. "Schuld" war der legendäre Einstand mit ihrer ersten großen Ausstellung 1984 in der alten Bücherei an der Marktstraße, als nahezu sämtliche Bilder eine Viertelstunde nach dem Start den roten Punkt (für "verkauft") trugen. Sie hatte sich auf Anhieb als Riesentalent erwiesen, freilich professionell geführt von ihrem Mann und Mentor Berend Harke Feddersen, einem Enkel des großen Hans Peter Feddersen. Jan Leseberg hat sich als Architekt, Maler und Zeichner einen Namen gemacht. Zu seinem Faible zählt die historische Hauslandschaft, in der er mit der Restaurierung alter Häuser (vom Roten Haubarg bis zum Andersen-Haus) seine Spuren hinterließ. Als malender Architekt folgte er bekannter Tradition. Doch besonders spitz und feinfühlig ließ er den Stift zuweilen sogar über Butterbrotpapier flitzen, wenn er in der Imbissbude seines Rodenäser Nachbarn Karl-Ludwig "Lude" Ingwersen dort weilende Gäste skizzierte. "Leute bei Lude" hieß auch seine erste Ausstellung in der Niebüller Bücherei. "Ich kenne beide. Und ich kenne ihre Arbeiten. Sie sind begreifbar", erklärte Peter Ewaldsen, der vor der Vernissage beide Künstler besucht hatte. "Ihr gehört zu uns!", rief er ihnen zu. Dr. Thomas Gädeke sagte: "Beide Künstler ergänzen einander." Hier finde Erneuerung von Kunst und Kultur aus der Region heraus statt. Und hier sei heute das Beste zu sehen. Kunst drückte es Gädeke aus, müsse auch als Bollwerk gegen den Stumpfsinn gesehen werden.





Aus der Wochenschau vom 09.12.2012:

Bilder, die jeder versteht

Niebüll


Arndt Prenzel


Frauke Gloyer und Jan Leseberg
Frauke Gloyer und Jan Leseberg - zwei bemerkenswerte Künstler, die sich Südtondern/Nordfriesland widmen.
Foto: Arndt Prenzel

Die Weihnachtsausstellung unter dem Titel "Langeneß" in der Stadtbücherei ist in diesem Jahr ein besondere Ereignis. Büchereileiter Ronald Steiner konnte am Sonnabend mit Frauke Gloyer und Jan Leseberg zwei weithin bekannte, heimatverbundene Künstler präsentieren. Beide Künstler weilten auf Langeness, suchten dort die Auseinandersetzung mit dem Gesehenem. Ein spannender Kontrast: Jan Lesebergs eher reduzierte, sparsame Zeichnungen im Gegensatz zu Frauke Gloyers farblich differenzierten "Momentaufnahmen" der Hallig: Ringelgänse, ein kleiner Priel, ein Stallfenster, das graue Watt. Jan Leseberg widmete sich dem Winter auf der Hallig, sieht "Hooge am Horizont" und endeckt ein "Heck mit Seetang". Beide Künstler beweisen ihr Gespür für Landschaft und Ruhe, die Gelassenheit und Einsamkeit, die Schönheit und für Situationen. Südtonderns Amtsvorsteher Peter Ewaldsen fand in seiner Rede den richtigen Ton, er stellte die Künstler auf seine sehr persönliche Art vor. Seine eigene Erkenntnis "Ich verstehe diese Bilder" dürfte auch für die große Besucherzahl gelten, aus dem Herzen gesprochen. Dr. Thomas Gädeke, Kommissarischer Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte (Schloss Gottorf) griff Ewaldsens Wort von der Bodenständigkeit der Künstler auf und fügte als zweiten Begriff Einfühlsamkeit hinzu. Ein gescheiter Hinweis auf die Sensibiliät der Künstler, die sich so intensiv mit dieser Landschaft beschäftigen. "Die Erneuerung von Kunst und Kultur kommt aus der Provinz", erklärte Gädeke, "Kunst ist ein Bollwerk gegen den Stumpfsinn." Jan Leseberg, über dessen Erscheinen sich alle besonders freuten, ist speziell im Norden als Architekt, Maler und Zeichner bekannt. Neben der Restaurierung historischer Gebäude Häuser ( Roten Haubarg/Andersen-Haus) war er der "malende Chronist" im Rodenäser Imbiss von Karl-Ludwig "Lude" Ingwersen, "Leute bei Lude" hieß daher seine erste Ausstellung in der Niebüller Bücherei. Die Bücherei als Kulturzentrum, als "Entdeckungszentrum". Ronald Steiner erwähnte auch Frauke Gloyers erste große Ausstellung 1984 in der alten Bücherei an der Marktstraße, denn das war der erste große Erfolg.




bunte-steine-aus-daenemark



Vom 1. bis 27. November 2012 präsentierte sich die "Werktstadt nova" mit ihrem Online-Shop "bunte-steine-aus-daenemark.de" in der Stadtbücherei Niebüll. Gezeigt wurden viele Lego Exponate und eine Bilder-Präsentation.

Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, dem 1. November 2012 um 19.00 Uhr luden die nova und die Stadtbücherei Niebüll Sie und ihre Freunde ganz herzlich ein. Zur Eröffnung sprachen Günter Fenner, Geschäftsführer der Mürwiker Werkstätten Gmbh und Brigitte Reick, ehrenamtliche Projektleiterin.


Seit dem 26. Januar 2010 dreht sich in der "Werkstatt nova" der Mürwiker Werkstätten in Niebüll alles um die bunten Steine aus Dänemark . Ein zehnköpfiges Team bearbeitet alle Aufgaben rund um Lego®: Über den An- und Verkauf von gebrauchten und neuen Steinen, das Sortieren, das Katalogisieren und das Zusammenstellen der Steine bis hin zum Versand. Der Online-Shop bietet Ihnen eine Auswahl aus über eine Million unterschiedlichen Legosteinen und Legofiguren an.

Hier geht es zum Online-Shop:www.bunte-steine-aus-daenemark.de



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.11.2012:

Die Faszination Lego

Niebüll


Vanessa Müller


Faszination Lego
Vom Schiff bis zur Rakete: Die Spielsteine sind enorm vielseitig - sas wissen auch Ronald Steiner, Brigitte Reick und Günter Fenner.
Foto: Vanessa Müller

Was ist bunt, besteht aus 800 000 Teilen und 14 000 Sorten? Mit dieser Frage begann Günter Fenner, der Geschäftsführer der Mürwiker Werkstätten, seine Eröffnungsrede. "Bunte Steine aus Dänemark" lautet der Titel der neuen Ausstellung in der Niebüller Stadtbücherei. Die Antwort auf seine Frage lautete: "Unser Lego-Lager in Niebüll." Seit 2009 führen die Mürwiker Werkstätten hier ein großes Lager samt Online-Shop mit gebrauchten Lego-Steinen in der "Werkstatt Nova". Anhand von Fotos und Ausstellungsstücken in Glasvitrinen können sich die Besucher der Stadtbücherei bis zum 27. November ein Bild davon machen, was die Arbeit der Werkstatt Nova beinhaltet und was so alles aus Lego gebaut werden kann. Um ins Online-Geschäft einsteigen zu können, mussten 2009 im Niebüller Lager zunächst mehrere Wochen alle Steine nach Farben und Formen sortiert, gezählt und dann katalogisiert werden. Keine leichte Aufgabe, denn die kleinen Plastiksteinchen unterscheiden sich oft nur in winzigen Merkmalen oder Farbschattierungen. So wird beispielsweise von einigen Lego-Fans der Eifelturm gerne in Modellgröße in einem ganz bestimmten grauen Farbton aus einem bestimmten Herstellungsjahr nachgebaut. Von Niebüll aus werden die Lego-Steine in die ganze Welt verschickt: "Wir haben bereits nach Australien, Südamerika, China und selbst Grönland geliefert", berichtet Günter Fenner. Aufgrund der großen Nachfrage und der 14 000 Sorten rangiere der Online-Shop der Werkstatt national auf Platz drei und weltweit auf dem fünften Platz unter allen Legobörsen. So ein großer Bestand erfordert neben einer guten Logistik auch viel ehrenamtliches Engagement. Einen besonderen Dank richtet der Geschäftsführer daher an Brigitte Reick, die als ehrenamtliche Projektleiterin viel zum Gelingen beigetragen habe. "Es fing damit an, dass ich einen Karton mit Lego-Steinen der Nova zum Verkauf angeboten habe", berichtete die Projektleiterin. In Gruppenarbeit mit anderen Helfern habe sie viel überlegt, ausprobiert, gebastelt und mit großem Spaß unter anderem auch die Ausstellungsstücke zusammengebaut. Ronald Steiner freute sich, mit dieser Ausstellung die Mürwiker Werkstätten zum dritten Mal in der Stadtbücherei begrüßen zu können und verriet, dass mit der Lego-Ausstellung ein kleiner Traum von ihm in Erfüllung gegangen sei. Bereits am ersten Ausstellungstag verbuchte die Bücherei viele Besucher, darunter zahlreiche Kinder. "Ich freue mich, dass Lego immer noch so aktuell ist und weiterhin so eine Faszination auf Groß und Klein ausübt", sagte Steiner und fügte an, dass statistisch jeder Mensch weltweit 80 Legosteine in seinem Besitz habe - Tendenz steigend.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 14.11.2012:

Kinder bestimmen das Programm

Niebüll


Stephan Bülck


Das Vorlese-Team der Lesewelle
Das Vorlese-Team: Helga Radischat, Maria Reese, Christa Kuhlmann, Karoline Friedrichs, Almuth Danziger und Büchereichef Ronald Steiner.
Foto: Stephan Bülck

"Kinder sind ganz besondere Leute", sagt Karoline Friedrichs. Sie ist eine der ehrenamtlichen Vorleserinnen, die jeden Dienstag von 16 bis 17 Uhr in der Stadtbücherei zu finden sind. Ihre Zuhörer: Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren, das Durchschnittsalter beträgt fünf. Begonnen hatte das Projekt "Lesewelle" in den Jahren 2004/2005. Franziska Droz-Nebelung wurde auf die Initiative "Deutschland liest vor e. V." aufmerksam. Seit 2005 schwappt die Lesewelle auch in Niebüll einmal wöchentlich durch die Bücherei - für die Kinder kostenlos. Mit Christa Kuhlmann und Lilo Marloth-Kalweit sind immer noch zwei Vorleserinnen aus dem Gründungsteam aktiv. Verstärkt wird die Gruppe von Karoline Friedrichs, Helga Radischat, Maria Rese, Almuth Danziger und Telke Gedan. Sie kommen größtenteils aus dem Umkreis von Niebüll. Mal sieben, mal acht sind sie, wechseln sich im 14-tägigen Rhythmus ab. Damit ist sichergestellt, dass auch in den Urlaubszeiten oder bei Erkrankungen Vorleserinnen vor Ort sind. In der Bücherei geht es heute lebhaft zu wie auf einem Bahnhof. Kinder lachen und schwatzen, die Mütter - aber auch einige Väter sind darunter - versuchen, ihren Nachwuchs aus den Jacken zu schälen. Tilo hat die Prozedur schon hinter sich und steht an einem kleinen Tisch. Karoline Friedrichs gibt ihm ein kleines Pappkärtchen aus dem Karteikasten. Die kleine Blechdose ist voller farbiger Stempel mit den unterschiedlichsten Motiven: Sonne, Küken, Frosch oder ein Fisch. Thilo sucht sich einen Truthahn aus und drückt stolz den Stempel auf seine Teilnahme-Karte. Wofür sind die gut? "Wenn eines der Kinder zehn oder zwanzig Mal dabei war, dann gibt es eine Urkunde", erklärt Maria Rese. "Das spornt sie an, immer wieder dabei zu sein." Und es gibt ganz treue Besucher, weiß Karoline Friedrichs. Dann geht's los. "Im Gegensatz zu professionellen Vorleserinnen bereiten wir uns zuhause nicht vor", gesteht Helga Radischat. Gelesen wird immer im Dreierteam - und zwar das, was die Kinder wollen. Dazu können sie ihr Lieblingsbuch von zu Hause mitnehmen oder sich aus dem Angebot der Bücherei eines aussuchen. "Niemand bekommt hier etwas aufgedrückt", sagt Almuth Danziger entschlossen. "Wir sind flexibel." Mit allzu langen Texten seien die Jüngsten meistens überfordert. "Dann kürzen wir selber." Auch Thilo hat ein Buch zum Vorlesen dabei: die Geschichte von der dummen Gans. Hin und wieder wollen die Initiatorinnen den Kindern auch etwas Besonderes bieten. Dann werden beispielsweise Zauberer oder Märchenerzähler eingeladen. Peter Meseritzer, Heidrun Stoltenberg und Astrid Jensen sind nur einige Namen. Vor Weihnachten wird der Zauber Jako Mado in der Stadtbücherei auftreten. Im Frühjahr bot die Einrichtung in Zusammenarbeit mit der Fachschule für Sozialpädagogik den zukünftigen Erziehern die Gelegenheit, Erfahrungen im Vorlesen zu sammeln. Mittlerweile lauscht die dritte Generation von Kindern im Vorlesealter den spannenden Geschichten. Maria Rese: "Es ist eine schöne Sache. Es macht einfach Spaß, die Kinder zu begeistern." Damit spricht sie aus, was auch ihre Kolleginnen empfinden. Vorlesende Männer sucht man hier allerdings vergebens.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.11.2012:

Hunderte Geschichten in einem Bild

Niebüll


Dieter Wrege


Übergabe Wimmelbild
Gekauft: Guido Wandrey übergab Holger Heinke das Wimmelbild.
Foto: Dieter Wrege

Er gehört zum Genre der bildenden Künstler und ist genauer gesagt Maler, Grafiker, Zeichner und Illustrator. Er ist auch Lyriker und spielt Laute und Gitarre. So gesehen ist Guido Wandrey eine Art Tausendkünstler, aber auch eine Frohnatur, die man gerne um sich hat. Vom 9. Juni bis zum 15. August dieses Jahres entzückte der Dagebüller in der Stadtbücherei Jung und Alt mit seinen Wimmelbildern, durch die er (auch international) bekannt wurde und mittlerweile gefragter Illustrator von Kinderbüchern ist - in denen allerding s nicht nur Kinder begeistert blättern. Eindrücke von der Wimmelbilder-Ausstellung wirkten auch bei Stadtmanager Holger Heinke nach. Er kam auf den Gedanken, Guido Wandrey zu fragen, ob er denn nicht auch ein Wimmelbild vom belebten Niebüller Rathausplatz fürs Stadtmarketing machen würde. Nach einiger Bedenkzeit sagte der Künstler zu, sammelte mithilfe von Fotografien Eindrücke von alter und neuer Architektur in der Stadtmitte und ließ gedanklich Revue passieren, was sich so alles auf dem Rathausplatz tut: vom Wochenmarkt bis zum Hauptstraßenvergnügen, von verkaufsoffenen Sonntagen bis zum Betrieb an sonnigen Sommertagen, um es mit spitzer Feder und feinem Tuschpinsel zu einem quicklebendigen und "erzählenden Bild" zu formen. In die verschiedenartige Szenerie stellte er Menschen hinein: vom Baby bis zum Opa, vom lebhaften Buttje bis zum Heranwachsenden, vom Büchereikunden bis zu Frau Hansen oder Frau Petersen, die einkaufen gehen. Er hat auch Bürgermeister Bockholts Tauben nicht vergessen, denen eine Katze auf der Spur ist. Auf dem Brunnen lässt er zwei Knaben tollen und den Gärtner Blumen und Gewächse feilbieten. Im Hintergrund links oben fährt einen Autozug nach Sylt und ein klitzekleiner Leuchtturm erinnert an die Nähe der Küste. Aus dem rechten Büchereifester schaut Leiter Ronald Steiner dem Treiben zu. Kurzum: es wimmelt auf dem Rathausplatz. Holger Heinke erwarb das Wimmelbild für das Stadtmarketing. Guido Wandrey arbeitete eine Woche daran - übrigens auch während der Niebüll-Messe, aus der er "menschliche Eindrücke" in sein lustiges Werk hineinarbeitete. Das Bild, das der Künstler in der Bücherei dem Stadtmanager übergab, wird in den nächsten Wochen in der Kinderabteilung der Bücherei zu sehen sein - eventuell auch in einer Ausstellung in der neuen VR-Bank. "Niebüll ist eine tolle Stadt", sagte Guido Wandrey, der in Hannover Grafik-Design studierte und seither als freier Illustrator arbeitet und über langjährige Erfahrung in der Werbebranche verfügt. Dann und wann ist er auch in andern Stilrichtungen tätig oder schreibt Gedichte und entspannt sich, indem er in der Musik der Renaissance die Laute zupft. In eines seiner nächsten Bücher wird er das Niebüller Wimmelbild mit einfügen, verrät der Künstler. In seinem nächsten Werk widme er sich dem Thema Winter. Ob es auch ein Wimmelbild wird? Man darf gespannt sein.





Kabarett & Satire
Manfred Degen
"Sylter dürfen das ..."



Manfred Degen - Sylter dürfen das ...

Ein "Best of" der vergangenen Jahre und neue Geschichten von der Goldstaubinsel.

Am Freitag, dem 2. November in der Stadtbücherei Niebüll.

Ausverkaufte Säle und ein florierender Schwarzhandel mit Eintrittskarten: Das aktuelle Best-of-Programm des Sylter Kabarettisten Manfred Degen ist auf der Goldstaubinsel wie eine Bombe eingeschlagen! Die Presse berichtet von einem "Pointengewitter, verbalen Glanzleistungen" und "Non-stop-Attacken auf das Zwergfell. Lachsalven, rauschender Beifall und rheinische Festlaune prägen den Abend." Er steht einfach da, plaudert rotzfrech über die Sylter, die Promis, die Nackten, Schönen und Reichen. Der Insel-Komiker hat mal wieder alle Tabus geknackt und hervorgezerrt, worüber bisher niemand zu sprechen gewagt hat. Er hat Türen geöffnet und in sämtlichen Lotter-betten herumgewühlt. Das Ergebnis ist haarsträubend und - gut so - zum Totlachen!
Am Freitag, dem 2. November wird Manfred Degen in der Stadtbücherei in Niebüll Gast sein. Mit deftigen Witz, trockener Satire und feinsinnig-hintergründigen Monologen wird er einen verbalen Stepptanz präsentieren - Realsatire und Klamauk, manchmal um die Ecke gedacht und oft auch mitten zwischen die Augen. Degens Thema ist Sylt, der Norden und die ganze Welt. Er stellt mit launig erzählten, abstrusen und scheinbar unzusammenhängenden Geschichtchen den typischen Sylter fehlerfrei dar: geldgierig, rücksichtslos, laut intrigant und doch auch eine Seele von Mensch. Trotzdem oder gerade aus diesem Grunde lieben und fürchten ihn die Sylter und die Gäste: Für einige ist er der Kult-Comedy-Star, für andere der Hofnarr oder die Nervensäge. Auch stellt Manfred Degen sein neues Buch "Sylter dürfen das…" vor. Nach der Veranstaltung wird tüchtig signiert!



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 05.11.2012:

Niebüller Grünkohl und friesische Feuchtgebiete

Niebüll


Arndt Prenzel


Begeisterte Degen-Fans mit dem Satire-Meister
Degen und Fans: Der Satiriker präsentierte sich als charmanter Entertainer.
Foto: Arndt Prenzel

Manfred Degen, Sylter Satiriker mit gern gelesener shz-Kolumne am Wochenende, traute sich nach Niebüll. Dazu gehört Mut, denn schließlich zieht er die Stadt bei seinen Auftritten auf Sylt gehörig durch den Kakao: Vielleicht war gerade deshalb die Stadtbücherei schnell ausverkauft. In Niebüll gab sich Manfred Degen zunächst zurückhaltend. Doch dann legte er los, charmant, verschmitzt, bissig. Auch gern mal frech: Als früherer Bahnbeamter kennt er Südtonders Metrolpole genau, hat hier Freunde und Fans. So erfuhren die rund 90 begeisterten Zuschauer, warum Niebüller Grünkohl bei der aktiven Sterbehilfe eingesetzt wird, wie extrem es bei der Niebüller Bahnhofsmission zugeht und warum Niebüll von den Syltern immer wieder gern angesteuert wird: Um hier die Insolvenz anzumelden ("Inkontinenz", sagen die Morsumer). Manfred Degen nahm alles aufs Korn: die Grünen, die Makler, die Veganer, die Touristen oder die Morsumer - und natürlich die Sylter und ihre Kurgäste in allen unterschiedlichen Facetten. Neu im "Best of"-Programm seine Beschreibung des typischen Föhr- oder Amrum-Urlaubers. "Seit 52 Jahren komme er auf die Insel", will jetzt die "Feuchtgebiete" ins Friesische übersetzen ... Pointiert die Episode über die edle Sylter Bronze-Bräune, die so ganz anders als die Niebüller Bräune, die zwischen Leberschaden, Sonnenbank und vergammeltes Quittenmus changiert, wirkt. Die Besucher kamen aus dem Lachen nicht heraus. Seine verrückten Geschichten tanzen auf dem Seil zwischen Realität und Fantasie. Das Publikum wusste nie genau, ob das alles wahr ist oder genial erfunden. Das machte den Abend ungemein unterhaltsam, kurzweilig und spannend. "Die Einfälle kommen mir oft nachts", verriet Manfred Degen dem Nordfriesland Tageblatt. "Ich liege plötzlich wach und habe einen Einfall. Dann dauert es noch zwei Stunden bis die Geschichte komplett ist." Seine Wortschöpfungen sorgten ebenso für Brüller wie die überraschenden Pointen; stets mit dem Florett gesetzt, nie mit dem Säbel. Tatsächlich ist Manfred Degen mit Recht ein Kult-Comedy-Star mit landesweiter Fangemeinde. Die Insulaner müssen mit der "Nervensäge" leben, die Niebüller durften einfach nur genießen. Fazit: Ein absolut vergnüglicher Abend, kulianrisch verbunden mit dem köstlichen Catering durch den Lady Circle Südtondern. Wer noch etwas für den Gabentisch suchte, wurde fündig: Manfred Degen präsentierte sein neues Buch "Sylter dürfen das …", das er mit persönlichen Bemerkungen fleißig signierte.





Lesung
Sandra Dünschede
"Nordfeuer"



Neuer Mord in Nordfriesland - Sandra Dünschede präsentierte ihren 5. Nordfriesland-Krimi.

Am Mittwoch, dem 24. Oktober 2012 war die Autorin Sandra Dünschede erneut zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Sie las aus ihrem Kriminalroman "Nordfeuer" Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.
Kulinarisch begleitet wurde der Abend durch den Ladies Circle Südtondern, der gegen eine Spende Getränke und Knabbereien anbot.


Cover Nordfeuer Zum Inhalt des Buches: Die Menschen in Nordfriesland leben in Angst und Schrecken. Ein Feuerteufel treibt sein Unwesen. 14 Brände hat er bereits gelegt – fünf davon allein in Risum-Lindholm. Der Polizei fehlt jede Spur. Dann fällt die Grundschule im Dorf dem Brandstifter zum Opfer und im Lehrerzimmer des abgebrannten Gebäudes stößt die Feuerwehr auf eine verkohlte Frauenleiche. Die Kriminalpolizei geht von einem Unfall aus, doch Kommissar Dirk Thamsen und seine Freunde Haie, Tom und Marlene vermuten, dass ein Trittbretttäter dahinter steckt, der einen Mord vertuschen will …




Autorenfoto Sandra Dünschede Sandra Dünschede, geboren 1972 in Niebüll/Nordfriesland, studierte Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft in Düsseldorf. Kurz darauf begann sie mit dem Schreiben, vornehmlich von Kurzgeschichten und Kurzkrimis. 2006 erschien ihr erster Kriminalroman "Deichgrab", für den sie dem Medienpreis 2007 des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes ausgezeichnet wurde.







Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 26.10.2012:

Mit Hang zum Morbiden

Niebüll


Vanessa Müller


Lesung mit Sandra Dünschede
Mörderisch spannend: Sandra Dünschede las aus ihrem jüngsten Werk.
Foto: Vanessa Müller

Jeder Stuhl und jeder Hocker der Stadtbücherei kam bei der Lesung der Risumer Autorin Sandra Dünschede zum Einsatz. Der Büchereileiter Ronald Steiner freute sich, die Autorin nach einer einjährigen Pause wieder in Niebüll begrüßen zu können. Diese Pause, erklärte Sandra Dünschede, sei zwangsläufig entstanden, da sie nach zehn Jahren in Düsseldorf wieder in den Norden nach Hamburg gezogen sei. Nachdem sich der Umzugsstress gelegt hatte, entstand dort dann ihr aktuelles Buch „Nordfeuer“, das sie auch mit zur Lesung in die Niebüller Bücherei brachte. Der Krimi spielt in der Heimat der Autorin. Bei der Lesung sorgten vor allem die regionalen und dem Publikum wohl bekannten Orte, wie etwa die „Taverne an der Uhlebüller Straße“, für Schmunzeln. Ein Interview mit der Autorin.
Woher nehmen Sie Ihre Inspirationen für die Krimis? Sandra Dünschede: Aus meiner Leidenschaft für den Norden.
In Ihrem neusten Buch lassen Sie die Risum-Lindholmer Schule niederbrennen – ein Kindheitstraum? Nein, ich bin dort sehr gerne zur Schule gegangen und finde es toll, dass es die Grundschule nach wie vor gibt. Wenn ich in Risum bin, liegt die Schule an meiner dortigen Laufstrecke und dann erinnere ich mich immer gern an meine Zeit dort zurück, wenn ich über den Schulhof und anschließend den kleinen Weg zurück zur Dorfstraße laufe. Der Grund, warum die Schule in „Nordfeuer“ einem Feuerteufel zum Opfer fällt, besteht darin, dass ich einen Ort brauchte, zu dem Tom, Haie und Marlene einen Bezug haben und an dem gleichzeitig eine Leiche aufgefunden werden kann. Und da kam mir zu allererst die Grundschule in den Sinn.
Der Großteil Ihrer Krimis spielt hier in der Region – was macht Nordfriesland zu so einem attraktiven Tatort? Der eigentliche Grund, warum ich Nordfriesland als Schauplatz für meine Krimis gewählt habe, war, dass ich mich hier gut auskenne. Meine Eltern leben ja nach wie vor in Risum-Lindholm und mein Vater hat mich bei den Recherchearbeiten unterstützen können. Ich wohnte ja zu der Zeit noch in Düsseldorf und habe mir viele Passagen nur anhand von Landkarten und Informationen aus dem Internet ausgedacht. Mein Vater hat dann oftmals die Vorort-Recherche für mich übernommen. Außerdem finde ich, dass die Kriminalfälle sehr gut in diese raue Landschaft passen. Wind und Wetter, die Nordsee, die Verschlossenheit der Menschen, die Tradition der Märchen und Spukgeschichten – all das bietet, wie ich finde, eine hervorragende Kulisse für einen guten Krimi.
Dienen Personen aus Ihrem Umfeld als Inspiration für Ihre Buchfiguren? Ich denke, man wird als Autor immer von seinem Umfeld inspiriert. Aber es sind immer nur einzelne Aspekte oder Charakterzüge, die sich in meinen Figuren wiederfinden. Ansonsten sind die Protagonisten frei erfunden. Sie werden also kein Abbild von Dirk Thamsen bei der Niebüller Polizei finden.
Welche Schriftsteller gehören zu Ihren Vorbildern? Da ich persönlich keine Krimis gelesen habe, bevor ich selbst anfing, welche zu schreiben, sind meine Lieblingsschriftsteller tatsächlich eher klassisch. Kafka finde ich zum Beispiel großartig. Generell mag ich vor allem Schriftsteller, die es verstehen, mir eine bewegende Geschichte zu erzählen. Eine, bei der man am Schluss ein wenig Traurigkeit darüber verspürt, dass das Buch schon zu Ende ist. Bernhard Schlink, finde ich, kann das sehr gut oder auch Ildefonso Falcones. Im Krimibereich lese ich Simon Beckett, Karin Slaughter und Dan Brown sehr gern. Die Autoren haben tolle Figuren und ich fiebere immer geradezu auf den nächsten Band.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 18.10.2012:

Demenz erkennen und helfen

Niebüll


Dieter Wrege


Die Alzheimer-Gesellschaft in der Stadtbücherei Niebüll
Bücher und Broschüren stellt Professor Carsten Thoroe (l.) dem Leiter der Niebüller Bücherei, Ronald Steiner, zur Verfügung.
Foto: Dieter Wrege

Die Alzheimergesellschaft Nordfriesland e.V. geht in die Offensive. Sie will Büchereien mit Material ausstatten, um das Thema Demenz mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. "Wer informiert ist, kann dementen Menschen auch helfen", erklärte Prof. Dr. Carsten Thoroe (Husum), Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft, in einem Pressegespräch in der Stadtbücherei, wo er deren Leiter Ronald Steiner einen Packen Info-Material zur Verfügung stellte und Erläuterungen zu diesem immer noch vielfach als Tabu gehandelten Thema gab. Die Alzheimer-Krankheit, benannt nach dem Breslauer Neurologen Alois Alzheimer (1864-1915), fällt unter den Oberbegriff Demenz und gilt als eine bislang unheilbare degenerative Hirnerkrankung. Sie tritt etwa zwischen dem 60. und 90. Lebensjahr auf - zunächst in leichteren, später in heftigeren Auswirkungen, und zwar in einer Vielfalt von Erscheinungsformen. Der Alzheimer-Gesellschafft ist daran gelegen, dass man um diese Erscheinungsformen weiß. In der Bundesrepublik leben 1,4 Millionen demente Menschen, in Nordfriesland deren 2000. 80 Prozent der an Demenz Erkrankten leben zu Hause. Von ihnen werden die weitaus meisten von nur einem Angehörigen betreut, für den diese Aufgabe eine enorme Belastung ist. Hinzu kommt, dass die Erkrankung tabuisiert wird, dass man sich abkapselt und sich scheut, darüber zu reden. Demente Menschen sind Teil der Gesellschaft, sagt Prof. Thoroe, eigentlich promovierter Argrarier, der über eine erkrankte Angehörige zur Alzheimer-Gesellschaft stieß. "Sie sind nur etwas anders", fügte er hinzu und sieht sie im Zeichen des demografischen Wandels in einer stetig wachsenden Zahl. Seiner Gesellschaft kommt es darauf an dazu beizutragen, das Zusammenleben mit den an Demnz Erkrankten positiv zu gestalten. Dazu gehöre auch, Menschen mit Demenz ernst zu nehmen und ihnen und ihren Angehörigen mit Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Geduld zu begegnen. Was man tun kann, verraten Broschüren, Ratgeber und eine Fülle von Tipps, die öffentliche Büchereien bereithalten. "Wir sehen die Bücherei dafür als eine ideale Station", sagt Carsten Thoroe. Das in der Niebüller Stadtbücherei ausliegende Material umfasst Veröffentlichungen und praktische Ratschläge - und hilft überdies Verkäuferinnen, Polizisten, Angestellten usw. Anzeichen von Demenz zu erkennen . So kann die Kassiererin im Supermarkt erkennen, wenn jemand Waren hortet, ohne sie zu brauchen, oder wenn der Ehemann die von seiner Frau aufs Band gepackten Waren wieder in den Einkaufswagen zurückpackt, bevor sie die Kasse passieren. Demenz tritt in einer Fülle von Erscheinungsformen auf. Sie zu erkennen, ist auch Thema von Schulungen für Berufsgruppen - und zuweilen auch Unterrichtsstoff in der Schule, wo Kinder lernen können, wie sie Angehörigen mit Demenz helfen können. Adressat des Aktion der Alzheimer-Gesellschaft ist der Bürger. "Wissen, erkennen und helfen, war auch jüngst unser großes Thema", erinnerte Prof. Thoroe an den Welt-Alzheimertag 2012 unter den Motto "Demenz: zusammen leben." Er ermunterte seine nordfriesischen Mitbürger, diese Thematik offen und ohne Scheu anzugehen, Ängste beiseite zu schieben und keine Scham zu empfinden, wenn es ihn und oder einen Angehörigen einmal trifft. "Schauen Sie älteren Verwandten auch mal in den Kühlschrank oder den Brotkorb. Wenn der Kühlschrank übervoll ist, steht ein Problem an", sagte Carsten Thoroe, der Betroffenen, Pflegenden und Menschen in deren Umgebung ein besseres Miteinander wünscht.





Vortrag
"Wann geht das Euro-Abenteuer zu Ende?"


Am Montag, dem 8. Oktober 2012 hielt Prof. Dr. Wilhelm Nölling, ehemaliger Senator und Landeszentralbankpräsident in Hamburg einen Vortrag mit dem Titel "Wann geht das Euro-Abenteuer zu Ende?". Zu dieser Veranstaltung luden die Stadtbücherei Niebüll, der Rotary Club Niebüll, der Lions Club Südtondern, der OLd Table 44 Südtondern und das Stadtmarketing Niebüll ganz herzlich ein. Veranstaltungsort war die Mensa der Friedrich-Paulsen-Schule.
Moderiert wurde der Abend von Dr. Helge Matthiesen, Chefredakteur beim SHZ.


Prof. Dr. Wilhelm Nölling, Foto: Margret Pantelmann

Wilhelm Nölling wurde im Jahre 1933 im Kreis Wittgenstein geboren. Nach Volks- und Handelsschule, Berufsausbildung und -ausübung studierte er hauptsächlich Volkswirtschaftslehre in Köln, Hamburg (Akademie für Gemeinwirtschaft, Universität) und in Berkeley/Kalifornien. Wilhelm Nölling ist Diplom-Volkswirt, Master of Arts in Economics und Dr. rer. pol. Er war Hochschullehrer (1966-1969), Abgeordneter des Deutschen Bundestages (1969-1974), Senator in Hamburg (1974-1982), Präsident der Landeszentralbank in Hamburg und Mitglied des Zentralbankrates der Deutschen Bundesbank (1982-1992).Seit 1992 ist Nölling als Lehrbeauftragter und seit 1995 als Professor im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hamburg tätig. Im Jahre 1992 gründete er die Ost-West-Beratungsagentur in Hamburg. Prof. Dr. Wilhelm Nölling hat eine Reihe von Büchern, Buchbeiträgen und eine große Zahl von Aufsätzen, vor allem in überregionalen Zeitschriften und Zeitungen geschrieben. Mit W. Hankel, J. Starbatty und K.A. Schachtschneider wurde im Jahre 1998 eine (vergebliche) Klage gegen die voreilige Einführung der europäischen Währungsunion à la Maastricht gewagt.

Von Herrn Prof. Dr. Wilhelm Nölling sind u.a. erschienen:
„Die Euro-Klage. Warum die Währungsunion scheitern muss“ (erschienen 1998 in Ro Ro Ro – aktuell) und
„Die Euro-Illusion. Ist Europa noch zu retten?“ (erschienen 2001)
Im November 2003 erschien: „Der Ökonom als Politiker – Europa, Geld und die soziale Frage, Festschrift für Wilhelm Nölling“, sie wurde von Hankel/Schachtschneider/Starbatty herausgegeben.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 04.10.2012:

Wilhelm Nölling spricht zum Thema Euro-Abenteuer

Niebüll


Stephan Bülck


Wann geht das Euro-Abenteuer zu Ende?
Laden für ihre Organisationen ein: Dieter Schramm (Lions Club), Ronald Steiner (Stadtbücherei), Salem Hattab (Rotary Club) und Franz Brunk ( Old Table).
Foto: Stephan Bülck

"Wann geht das Euro-Abenteuer zu Ende?" So lautet der Titel eines Vortrages, den Prof. Dr. Wilhelm Nölling, ehemaliger Wirtschafts-Senator und Landeszentralbankpräsident in Hamburg, am Montag, 8. Oktober, in der Mensa der Friedrich-Paulsen-Schule Niebüll hält. Moderiert wird der Abend von Dr. Helge Matthiesen, Chefredakteur beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z). Beginn ist um 20 Uhr, Einlass um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Veranstalter sind der Rotary Club Niebüll, der Lions Club Südtondern, der Old Table 44 Südtondern, die Stadtbücherei Niebüll und das Stadtmarketing Niebüll. "So einen Finanzfachmann für den äußersten Norden zu gewinnen, ist eine absolut hervorragende Sache", sagt Salem Hattab, Präsident des Rotary Club Niebüll. Aus erster Hand erführen die Zuhörer Wissenswertes über ein brandaktuelles und zugleich heikles Thema. "Die Veranstaltung ist für uns wichtig. Da kommt der richtige Mann zur richtigen Zeit." Er hofft gemeinsam mit den übrigen Initiatoren auf möglichst viele Gäste. Natürlich haben die Besucher an diesem Abend reichlich Gelegenheit, Fragen an Prof. Nölling zu stellen. "Wir arbeiten mit den Nachbar-Clubs und auch anderen Organisationen für unsere Region hervorragend zusammen", berichtet Salem Hattab. Gemeinsame Besichtigungen, wie bei einer Flensburger Brauerei oder dem sh:z-Druckzentrum in Büdelsdorf, sowie Projekte sind keine Seltenheit. Als nächstes informieren sich die Niebüller Rotarier über die Arbeit des Kinderhospizes Sternenbrücke in Hamburg. "Wir wollen sehen, wo wir helfen können." Zur Person Wilhelm Nölling: Er wurde im Jahre 1933 im Kreis Wittgenstein geboren. Nach Volks- und Handelsschule, Berufsausbildung und -ausübung studierte er Volkswirtschaftslehre in Köln, Hamburg (Akademie für Gemeinwirtschaft, Universität) und in Berkeley/Kalifornien. Wilhelm Nölling ist Diplom-Volkswirt, Master of Arts in Economics und Dr. rer. pol. Er war Hochschullehrer (1966-1969), Abgeordneter des Deutschen Bundestages (1969-1974), Senator in Hamburg (1974-1982), Präsident der Landeszentralbank in Hamburg und Mitglied des Zentralbankrates der Deutschen Bundesbank (1982-1992). Seit 1992 ist Nölling als Lehrbeauftragter und seit 1995 als Professor im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hamburg tätig. Wilhelm Nölling hat eine Reihe von Büchern, Buchbeiträgen und Aufsätzen verfasst: "Die Euro-Klage. Warum die Währungsunion scheitern muss" (erschienen 1998 in Ro Ro Ro - aktuell), "Die Euro-Illusion. Ist Europa noch zu retten?" (erschienen 2001), "Der Ökonom als Politiker - Europa, Geld und die soziale Frage, Festschrift für Wilhelm Nölling". Sie wurde im November 2003 von Hankel/Schachtschneider/Starbatty herausgegeben.


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 10.10.2012:

Hat der Euro noch eine Zukunft?

Niebüll


Stephan Bülck


Wann geht das Euro-Abenteuer zu Ende?
Gäste und Gastgeber: Ronald Steiner, Salem G. Hattab, Dr. Helge Matthiesen, Prof. Dr. Wilhelm Nölling, Wilfried Bockholt, Dieter Schramm, Franz Brunk und Holger Heinke.
Foto: Stephan Bülck

"Ich handele nach Heinrich Heine: 'Was die Glocke hat geschlagen, sollst du deinem Volke sagen'." Mit diesem Satz beendete Prof. Dr. Wilhelm Nölling, ehemaliger Finanzsenator und Landeszentralbankpräsident in Hamburg, seinen Vortrag "Wann geht das Euro-Abenteuer zu Ende?". Eingeladen hatten der Rotary Club Niebüll, der Lions Club Südtondern, der Old Table 44 Südtondern, die Stadtbücherei und das Stadtmarketing. "Die Zusammenarbeit hat toll geklappt, und unser Dank gilt allen Mitwirkenden und dem interessierten Publikum", so Rotary-Präsident Salem Hattab. Aus dem ganzen Land waren Gäste in die FPS-Mensa geströmt, um mit dem Finanzexperten unter der Moderation von sh:z-Chefredakteur Dr. Helge Matthiesen zu diskutieren. Eine Reihe von Themen wurde dabei in zwei Stunden angeschnitten. So bezeichnete Prof. Dr. Nölling den Stabilisierungspakt als Selbstmord. Wenn ein Stabilisierungsfond benötigt werde, dann sei es offensichtlich, dass die Währung nicht stabil sei. "Kein Mensch aber hat gesagt, wir sollten eine gemeinsame Währung haben." Sie sei politisch gewollt. "Ich bin nicht gegen den Euro, nur die Bedingungen müssen gegeben sein." Er sei dafür, jedem Staat seine eigene Währung zu belassen. "Dann haben wir Konkurrenz, die ist gut." Der Dollar beispielsweise werde in der ganzen Welt genutzt. Dennoch käme niemand auf die Idee, ihn einzuführen. "Wir stecken im fünften Jahr in einer Krise, die wir offenbar nicht in den Griff bekommen." Nölling warf den Verantwortlichen vor, an Symptomen herumzudoktern, statt den Tumor zu bekämpfen. An den Kriterien des Mastricht-Vertrages werde herumgeschoben und damit ein Rechtsbruch nach dem anderen begangen. Damit müsse Schluss sein. Zahlreiche Mitglieder der Währungsunion würden stetig über ihre Verhältnisse leben, die Importe seien höher als die Exporte. "Das kann nicht gut gehen." Nichts hält er davon, Mittel wahllos an Staaten zu verteilen, die vorgeben in Not zu sein. "Haben Sie schon einmal ein Land gesehen, dessen Finanzminister sagt, er sei nicht in Not?" Die meisten hätten einfach nur Ausgaben und Einnahmen nicht im Einklang gehalten. Das Solidaritätsprinzip werde übertrieben und damit zu Tode geritten. Wilhelm Nölling kritisierte am Beispiel Griechenlands die Lebensstandardsicherung durch Transferzahlungen. "Slowenien kann seinen Leuten nicht klar machen, dass es einem Land helfen soll, dem es drei Mal so gut geht, wie dem eigenen." Gefahr sieht Nölling darin, dass sich die Menschen von der Währung abwenden. Gegen die Kapitalverkehrsfreiheit sei nichts einzuwenden, wohl aber, wenn die Kapitalflucht weg von Europa nach England, in die Schweiz und die USA überhand nehme. In der Währungsunion verzeichne man bis zum vergangenen Jahr 800 Milliarden Euro an Kapital-Export. "Das Geld hätten wir in Deutschland dringend gebraucht." Am Anfang einer Maßnahme Euro-Rettung hätte ein Schuldenschnitt stehen müssen. "Und dort werden wir auch noch hinkommen." Auf die Frage von Dr. Helge Matthiesen, ob es den Euro in zehn bis 15 Jahren noch gäbe, antwortete der Experte: "Ich muss ehrlich sagen: Ich weiß es nicht ganz genau. Wir können in vier Wochen mit der Währungsunion zu Ende sein. So ist sie ausgelegt, und das ist schlimm." Wilhelm Nöllings Fazit klang noch lange nach: "Eine Währung ist dann gut, wenn man nicht ununterbrochen über sie redet."





Die Mürwiker zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll


Filzarbeiten aus dem Werkstadtladen nordernArt

Nach der erfolgreichen Ausstellung im vergangenen Jahr waren die Mürwiker Werkstätten erneut zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll. Vom 20. August bis 22. September 2012 präsentierten Sie eine bunte Auswahl an schönen und nützlichen Dingen aus Filz, die in ihrem Werkstadtladen "nordernArt" in Flensburg in Handarbeit aus 100%igen Wollfilz und anderen Werkstoffen (z. B. Leder und Baumwolle) produziert wurden. Ob Accessoires, Schlüsselanhänger, Dekoartikel oder Taschen, für jeden Geschmack war etwas im kreativen Angebot dabei. Die phantasievollen Arbeiten konnten während der gewohnten Öffnungszeiten der Bücherei käuflich erworben werden.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 25.08.2012:

Mit Filzarbeiten auf Erfolgskurs

Niebüll


Stephan Bülck


Fantasievolles aus Filz
Fantasievolles aus Filz: Britt Lenschau (l.) und ihr Team.
Foto: Stephan Bülck

Es gibt keine große Vernissage, die Ausstellungseröffnung verläuft im Ruhigen und unspektakulär. Dennoch ist das, was noch bis zum 15. September in den Räumen der Stadtbücherei zu sehen ist, beachtlich. Schlüsselanhänger, Taschen und Deko-Artikel - farbenfroh und in mühevoller Kleinarbeit von Hand aus 100-prozentigem Wollfilz, Leder, Baumwolle oder recyceltem Material hergestellt. Aber auch Nistkästen und Brotkörbe gehören beispielsweise zum Angebot. Alles ist von Menschen mit Handicaps mit viel Herzblut, Liebe zum Detail und Sorgfalt hergestellt. Britt Lenschau, Ansprechpartnerin "nordernArt", einem Laden der Mürwiker Werkstätten in der Flensburger Norderstraße 38, hat einst mit Nähkursen bei der Einrichtung begonnen. "Irgendwann ist es explodiert", sagt sie lachend. Daraus geworden ist ein Projekt mit Nachhaltigkeit: "Jeder hat eine Idee, alle entwickeln mit." Seit fünf Jahren gibt es den Laden - auch ein Ort der Begegnung. Genäht und gestanzt werden die Ausstellungs- und Verkaufsstücke von 20 Menschen. Beteiligt sind aber weitaus mehr. Die Qualität der Produkte hat sich herumgesprochen. Immer mehr Auftragsarbeiten für Firmen fallen an. Kataloge gibt es inzwischen auch. Die Eisbären aus gebrauchten, aussortierten, gewaschenen und verarbeiteten Frotteehandtüchern verschiedener Hotels könnten bald ganz groß raus kommen. Im Moment stehen die Mürwiker in Verhandlungen mit dem Word Wildlife Fund (WWF). Geplant ist, die Bären zwecks Unterstützung der WWF-Projekte zu verkaufen.





litteraturfest.nu


Lesung mit Susanna Alakoski und Andreas Maier


Zum dritten Mal hieß es "Herzlich Willkommen" zum grenzüberschreitenden Literaturfestival "litteraturfest.nu." Neun Autorinnen und Autoren aus allen skandinavischen Ländern und Deutschland waren im gesamten deutsch-dänischen Grenzgebiet zu Gast und stellten sich dem Gespräch mit ihren Leserinnen und Lesern. Die Literatur dieser Autoren war ebenso vielfältig wie ihre Herkunft: Krimis, Romane mit historischen Bezügen, Familiengeschichten, Identitätssuchen sowie Jugendbücher waren darunter.

Die Stadtbücherei Niebüll freute sich, die schwedische Autorin Susanna Alakoski und den deutschen Autor Andreas Maier präsentieren zu können. Sie lasen am Mittwoch, dem 19. September 2012 in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Moderiert wurde die Veranstaltung von Torge Korff, Leiter des Kulturbüros Flensburg.




Susanna Alakoski Susanna Alakoski wurde in Finnland geboren, wuchs aber in Südschweden auf. Sie arbeitete zunächst als Sozialarbeiterin, bevor Sie im Jahr 2006 mit ihrem Roman "Bessere Zeiten" debütierte. Der Roman schildert die Welt der Schwachen und Ausgegrenzten und trägt autobiografische Züge. Alakoski hat Sucht und Missbrauch aus nächster Nähe erlebt. Ihre Kindheits- und Jugenderinnerungen bewegen. Mit 18 Jahren erst begann sie zu lesen; davor galt ihre ganze Kraft dem Überleben. 2010 erschien ihr Roman "Håpas du trifs bra i fengelset". Alakoski erhielt unter anderem den schwedischen Literaturpreis Augustpriset. Die Verfilmung ihres Romans "Bessere Zeiten" durch die Regisseurin Pernilla August wurde mit dem Filmpreis des Nordischen Rats ausgezeichnet.


Andreas Maier Andreas Maier wurde im hessischen Bad Nauheim geboren. Er studierte Altphilologie, Germanistik und Philosophie in Frankfurt am Main und ist Doktor der Philosophie im Bereich Germanistik. Er lebte wechselweise in der Wetterau und in Südtirol. Andreas Maier wohnt in Frankfurt am Main. Im Jahr 2000 erschien sein Debüt „Wäldchestag", dem weitere Romane folgten. Von einer auf insgesamt 11 Bände angelegten Reihe sind bislang die Romane „Das Zimmer" (2010) und „Das Haus" (2011) veröffentlicht. Andreas Maier wurde unter anderem mit dem Hugo-Ball-Preis ausgezeichnet.



Mehr zur Veranstaltung "litteraturfest.nu":www.litteraturfest.nu





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.09.2012:

Literaturfest: Zwei bekannte Autoren lesen in der Bücherei

Niebüll


Dieter Wrege


litteraturfest.nu 2012
Torge Korff, Anette Jensen und Ronald Steiner informierten über die Veranstaltung in Niebüll.
Foto: Dieter Wrege

Das deutsch-dänische Grenzland feiert in der Zeit vom 16. bis 22. September sein mittlerweile drittes Literaturfest. An zehn Standorten im Grenzland werden sich bekannte und preisgekrönte Autoren aus sechs Ländern in 25 Veranstaltungen präsentieren, teilte Niebülls Büchereileiter Ronald Steiner in einer Pressekonferenz mit. Einer der Veranstaltungsorte der jetzt jährlichen stattfindenden Autorenlesungen ist am 19. September (19,30 Uhr, Stadtbücherei) Niebüll, wo die Schwedin Susanna Alakoski und der Deutsche Andreas Maier lesen werden. Die in Finnland geborene und in Südschweden aufgewachsene Autorin stellt ihr Buch "Bessere Zeiten" vor, mit dem sie 2006 debütierte. Ihr Roman spielt in der Welt der Schwachen und Ausgegrenzten, trägt autobiografische Züge und wurde verfilmt. Ich-Erzähler Dr. Andreas Maier liest Passagen aus seinen Romanen "Das Zimmer" und "Das Haus" - beides Teile einer Familiensaga aus dem Frankfurter Umland. Initiatorin der grenzüberschreitenden Literaturveranstaltungen ist die Dänin Anette Jensen, Leiterin des Nordisk Informationskontor. Vor zehn Jahren fing sie klein an, nordische Literatur zu präsentieren - zunächst mit einigen wenigen Autoren, dann, als das Interesse zunahm, in größerem Umfang und 2009 auf den Rahmen des "Literaturfestes" zusteuernd, das nun seine dritte Auflage erlebt. Ihr Vorbild seien, wie sie im Pressgespräch verriet, die in Dänemark üblichen Lesekreise gewesen. Auf dem diesjährigen "Fest" werden Literaturfreunde beiderseits der Grenze neun Autoren aus Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Island und der Bundesrepublik erleben. Mit im Bunde des Veranstalters ist Torge Korff, vormals Stadtbücherei Flensburg, heute Leiter des Kulturbüros der Stadt Flensburg. Er gehört außerdem zum Team der Moderatoren und Übersetzer und wird in Niebüll die von Susanna Alakoski gelesenen Passagen aus dem Schwedischen ins Deutsche übersetzen. Ronald Steiner und die "Stammgäste" dieser besonderen Art von Autorenlesungen erwarten ertragreiche und unerwartet interessante literarische Erlebnisse.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 21.09.2012:

Zwei Autoren begeistern in der Stadtbücherei

Niebüll


Ursula Konitzki


litteraturfest.nu 2012
Lasen aus ihren Werken: Die Autoren Susanna Alakoski und Andreas Maier.
Foto: Ursula Konitzki

Zwei hervorragende, mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnete Schriftsteller konnte der Leiter der Niebüller Stadtbücherei, Ronald Steiner, im Rahmen des in diesem Jahr zum 3. Mal durchgeführten nordischen Literaturfestivals "litteraturfest nu" in den Büchereiräumen willkommen heißen. Die gebürtige Finnin und in Schweden lebende Susanna Alakoski und der im hessischen Bad Nauheim geborene und in Frankfurt am Main lebende Andreas Maier stellten einem zahlreichen Publikum ihre neusten Romane vor. Büchereileiter Ronald Steiner verhehlte seine Freude darüber nicht, zumal Niebüll mit dieser Veranstaltung zum 3.Mal zu den ausgesuchten Begegnungsorten mit hochkarätigen deutschen und skandinavischen Schriftstellern gehört. Das diesjährige Festival wird flankiert von einer Schreibwerkstatt, einer Kunstausstellung und einer Filmreihe. Steiner begrüßte des Weiteren den Leiter des Kulturbüros der Stadt Flensburg, Torge Korff, der die Moderation übernahm, Sabine Neumann, Übersetzerin des Romans "Bessere Zeiten" von Susanna Alakoski und Karen Nölle vom Verlag "edition fünf", der den Roman herausgegeben hat. Der Abend erwies sich als ausgesprochen spannend hinsichtlich der Arbeitsweise der beiden Literaten mit Kostproben ihres Schaffens und entspannend im Austausch mit dem Publikum. Ronald Steiner: "Ich hätte nie gedacht, dass deutsche Literatur so lustig sein kann". Dass die Sozialarbeiterin Susanna Alakoski nicht nur Kolumnen für schwedische Zeitschriften und Romane schreibt, sondern auch in Andalusien schwedischen Sprachunterricht erteilt, überraschte. Die Autorin las in schwedischer Sprache eine kurze Begebenheit aus ihrem Roman "Bessere Zeiten" (der schwedische Titel lautet "Svinalängorna"). Karen Nölle übersetzte weitere Passagen. In der Erzählung geht um die Kindheit der Protagonistin Leena am Rande der Gesellschaft, über das stille Warten auf "Bessere Zeiten". Ihre Eltern sind "Quartalssäufer". Leena beschließt eines Tages, dieser Trostlosigkeit zu entkommen. Ein Autor, sagt Susanna Alakoski, müsse Zusammenhänge offen legen. "Ein Buch hat keine Botschaft, aber ein Anliegen". Das Anliegen müsse sich entwickeln, ergänzt Torge Korff. Es müsse Inhalte transportieren und Menschen erreichen, das sei Kern des Schreibens. Susanna Alakoski bringt ihre eigenen Erfahrungen mit ein in ihren Roman, der inzwischen verfilmt wurde. Sie hat Sucht und Missbrauch aus nächster Nähe erlebt. "Schreiben ist für mich ein lustvoller Prozess, aber es ist schwer, Autor zu werden und schwer, einen Verlag zu finden", beantwortet sie diesbezügliche Fragen aus dem Publikum. Ob man schreiben lernen kann. "Ja", sagt sie. "Das hat mit Technik zu tun". "Nein", widerspricht Andreas Maier, der promovierte Philosoph und Autor mit der humorvollen Handschrift. Man könne Schreiben eher nicht lernen. Andreas Maier behauptet von sich, dass er nicht schreiben kann. Die Zuhörer in Niebüll sind da aber ganz anderer Meinung, nachdem der Autor - sehr zum Vergnügen aller - aus einer frühen Kolumne liest, in der es um seine Seelenverwandtschaft mit Onkel J. geht.





Guido Wandrey
Sommerausstellung


9. Juni - 11.August 2012

Wimmelbild von Guido Wandrey

Die Sommerausstellung 2012 in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll wird zu einem Großteil wimmelig und wuselig.
In Kooperation mit dem Stadtmarketing Niebüll zeigt die Stadtbücherei vom 09. Juni bis 11.August 2012 Bilder des in Fahretoft lebenden Künstlers und Illustrators Guido Wandrey.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 09. Juni um 11.30 Uhr spricht Karin Friedrichsen aus Stedesand. Alle Interessierten und Freunde sind herzlich eingeladen.


Wer Kinder hat, wird auch Wimmelbilder kennen. Es sind diese bunten Ansichten von Bauernhöfen, Zoos, Städten, Stränden, Stadtparks und vielen weiteren Motiven mit vielen, vielen Menschen, die alle etwas anderes machen. Kinder können sich so spielerisch mit dem auseinandersetzen, was der Mensch so tut. Auf Wimmelbildern gibt viel zu entdecken. Wimmelbilder gibt es groß- und kleinformatig, als Puzzle-Wimmelbuch oder als interaktive Tiptoi-Ausgabe. Die Wimmelbilder Guido Wandreys sind fast nicht mehr zu zählen und in die verschiedensten Sprachen übersetzt, auf der ganzen Welt bei vielen Kinderbucherlagen erschienen. Neben seinen Wimmelbildern, die alle Auftragsarbeiten sind, zeigt die Stadtbücherei auch einige "erwachsene" Werke des Künstlers, der seiner Leidenschaft zur Musik portraitiert auf die Leinwand bringt.
Die Sommerausstellung 2012 ist die dritte Ausstellung in der Reihe der Kinderbuchillustrationen in der Kooperation von Stadtbücherei und Stadtmarketing Niebüll. Guido Wandrey folgt hierbei auf Meike Teichmann und Eva Muggenthaler.

Mehr über Guido Wandrey finden Sie hier: http://www.guido-wandrey.de/





Wie Findus zu Pettersson kam

Die Stadtbücherei Niebüll lies am Donnerstag, dem 12. Juli 2012 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll die Puppen tanzen. Das Puppentheater "August das Starke Theater" aus Dresden spielte das Stück "Wie Findus zu Pettersson kam". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.



Bild: Pettersson und Findus Infos zum Stück:
Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr, folgte nun ein weiteres Stück nach den Kinderbüchern von Sven Nordqvist mit den beiden sehr gegensätzlichen Hauptdarstellern. Diesmal war Pettersson in seinem Tischlerschuppen mit dem Bau einer Zeitmaschine beschäftigt. Dass Findus nicht immer gerade dabei sehr behilflich war, wurde wieder zur Kraftprobe für die Beiden. Außerdem sorgten die Hühner und die kleinen Mucklas für genügend Überraschungen. Dass zum Schluss Findus und die Zuschauer erfuhren, wie er überhaupt zu Pettersson kam, wurde zu einem kleinen Wunder.
Wieder ging es einfallsreich und rasant zu. Ein Stück zum Träumen, Lachen und Mitfiebern und natürlich auch mit Musik für die ganze Familie.






Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 13.07.2012:

Wie Findus zu Pettersson kam?

Niebüll


Dieter Wrege


Wie Findus zu Pettersson kam
Foto: Dieter Wrege

Ganz einfach! Nachbarin Beda Andersson brachte, wie ein buntes Kinderbuch berichtet, dem alten Pettersson eines Tages einen Karton, auf dem "Findus grüne Erbsen", stand. "Hier hast du ein bisschen Gesellschaft, damit du nicht so einsam bist", sagte sie. Im Karton war ein kleines Katzenjunges, das er so nannte, wie es auf dem Karton stand. Mit Findus kam Leben ins Haus. Wie lebendig es wurde, zeigte sich, als Findus einmal verschwunden war, während Pettersson an einer Zeitmaschine bastelte. Doch Pettersson gelang es, den Kater schnell aufzufinden, obwohl seine verrückten Hühner immer wieder dazwischen gackerten. Diese und andere Geschichtchen erzählte "August - das starke Theater" aus Dresden (so sein nach "Firlefanz" neuer Name), das die Stadtbücherei eingeladen hatte und im ausverkauften Sitzungssaal vor 130 Kindern von vier bis acht Jahren die Puppen tanzen ließ - frei und in leicht abgewandelter Form nach dem Schweden Sven Nordqvist, dem Schöpfer des liebenswert schrulligen Pettersson und dessen witzig-pfiffigen Katers Findus.





Aus der Wochenschau vom 27.05.2012:

Bildschirm statt Buchseiten

Niebüll


Wolfgang Pustal


E-Book-Reader jetzt auch in der Stadtbücherei Niebüll
Klein, handlich und Platz für ein ganzes Bücherregal: Ronald Steiner (li.), Anett Petersen und Wilfried Bockholt präsentieren die neuen E-Book-Reader der Stadtbücherei.
Foto: Wolfgang Pustal

Weit mehr als eine Million Deutsche besitzen bereits eins, Tendenz steigend. Die Rede ist von elektronischen Lesegeräten, auch E-Book-Reader genannt. Ab sofort stellt die Stadtbücherei Niebüll Ihren Lesern zwei Sony E-Book-Reader zur Ausleihe zur Verfügung. Dieses Angebot richtet sich an alle, die dieses neue Medium gerne einmal selbst ausprobieren und sich einen Eindruck von der Funktion eines solchen Gerätes verschaffen möchten. Ganze Bücherregale lassen sich darauf speichern. Die Lesegeräte sind nicht größer als ein Taschenbuch, leicht und kompakt. Praktisch ist dies z.B. im Urlaub, da sich so viele Bücher mitnehmen lassen. Einfache Bedienung per Touchsreen "Der Sony E-Book-Reader besitzt einen einfach zu bedienenden Touchscreen, die Texte werden in schwarz/weiss dargestellt und durch ein modernes und kontrastreichen E-Ink Display klar und deutlich wiedergegeben. So liest man augenfreundlich wie auf echtem Papier, selbst beim Lesen im Sonnenlicht. Außerdem lässt sich auch die Schriftgröße individuell einstellen", erklärt Anett Petersen die Funktionsweise der neuen Reader. "Andere Büchereien haben mit diesem Sony-E-Book-Reader sehr gute Erfahrungen gemacht. Unser Ziel ist es, in naher Zukunft noch vier weitere Geräte anzuschaffen", ergänzt Büchereileiter Ronald Steiner. Für Bürgermeister Wilfried Bockholt beginnt damit - wieder einmal - in der Stadtbücherei die Zukunft. "Das Gerät ist sehr handlich und gut. Damit beginnt einen neue Zeit das ist die Zukunft der Bücherei". Die E-Book-Reader der Stadtbücherei Niebüll sind zurzeit mit 12 aktuellen Romanen bestückt, die in Zukunft durch weitere Titel ergänzt werden sollen. Bibliotheks-Kunden ab 18 Jahren können die E-Book-Reader für drei Wochen entleihen, bzw. reservieren, wenn diese entliehen sind. Eine Verlängerung der Leihfrist ist nicht möglich, damit möglichst viele Leser die Geräte ausprobieren können. "Wir haben in unsere Bücherei 40.000 Medien und davon sind noch über 30.000 herkömmliche, gedruckte Bücher", tröstet Ronald Steiner diejenigen, die sich Lesen nur mit einem Buch in der Hand vorstellen können.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 26.05.2012:

Digitale Büchersammlung für Mitglieder zum Nulltarif

Niebüll


Stephan Bülck


E-Book-Reader jetzt auch in der Stadtbücherei Niebüll
Präsentieren das Angebot: (v.l.) Ronald Steiner (mit Buch) sowie Anett Petersen und Wilfried Bockholt (mit den E-Book-Readern).
Foto: Stephan Bülck

In der Stadtbücherei können Leser ab kommender Woche sogenannte E-Book-Reader ausleihenNiebüll Mitglieder der Stadtbücherei können sich freuen. Sie können ab Anfang Juni E-Book-Reader ausleihen. Auf jedem der beiden reflektierfreien Lese-Geräte sind zwölf englische und deutsche Buchtitel (siehe Infokasten) gespeichert. Bedingung: Die Nutzer müssen mindestens 18 Jahre alt sein und für die Ausleihe einen Sicherungsschein unterschreiben. Er beinhaltet nicht nur eine Liste mit dem ausgeliehenen Material, sondern regelt auch die Ausleihfrist. Sie beträgt drei Wochen, eine Verlängerung ist nicht möglich. Weiterhin verpflichtet sich der Leser, das Gerät sorgsam zu behandeln, an den gespeicherten Inhalten nicht rumzumanipulieren oder sie gar zu löschen sowie die Urheberbestimmungen einzuhalten. Geht das elektronische Buch verloren oder wird es mutwillig beschädigt gibt's Ersatz - und zwar vom Schadensverursacher. "Eigentlich wollten wir die E-Books erst im kommenden Jahr einführen", erklärt Büchereichef Ronald Steiner. Doch dann ging alles schneller, als erwartet. "Die Idee dazu entstand vor kurzem während einer Fortbildung", berichtet Bibliotheksassistentin Anett Petersen. Ziel ist es, die Leser zunächst einmal mit den Geräten, deren Menü-Führung über einen Touch-Screen gesteuert wird, vertraut zu machen. Stimmt die Nachfrage, so soll das Angebot auf bis zu sechs Geräte erweitert werden. Und auch das Sortiment an Büchern wird nach und nach ergänzt. Auf jedem Reader haben bis zu 1000 Werke Platz. Das erspart im Urlaub das Mitschleppen kiloschwerer Bücher, freut sich Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt. Und virtuelle Eselsohren sind auch möglich. Ronald Steiner: "Die zukünftige Zielgruppe ist die Generation 50 plus." Die Bücherei befindet sich seit zwei Jahren komplett in der Verantwortung der Stadt. "Und sie ist in der Statistik der Büchereivereinigung Schleswig-Holstein eine der erfolgreichsten überhaupt", freut sich der Bürgermeister. "Von insgesamt 40000 Medien in der Stadtbücherei sind 30000 immer noch Bücher." Ergänzt wird das Angebot durch drei Internet-Arbeitsplätze, eine Kaffee-Ecke und viele Veranstaltungen. Geplant ist mittelfristig auch die sogenannte On-Leihe einzuführen. Dann können Leser von zuhause aus ihre Lieblingslektüre direkt bei der Bücherei über das Internet ordern und herunterladen. Wer will, kann sich schon jetzt über www.stadtbuecherei-niebuell.de für die Reader-Ausleihe vormerken lassen. Tot ist das herkömmliche Buch deswegen aber noch lange nicht. Denn: Nicht jeder nimmt sich abends gerne einen beleuchteten Monitor mit ins Bett. Da ist ein handliches Buch doch schöner.





mahlmann
3 generationen


grafik
collagen
fotos

14.4. - 31.5.2012

Vom 14. April bis 31. Mai 2012 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Arbeiten von Max Hermann Mahlmann, Maria Mahlmann und über Oceana Mahlmann.
Oceana Mahlmann wurde fotografiert von Sergej Kischnick.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 14. April 2012 um 11.30 Uhr luden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.


Begrüßung: Ronald Steiner
Einführung: Prof. Karl-Achim Czemper, Hamburg

Der Kurator der Ausstellung war Prof. Andreas Brandt aus Niebüll.




Max Hermann Mahlmann (1912-2000); Holzschnitt 1954
Max Hermann Mahlmann (1912-2000)
Holzschnitt 1954
Maria Mahlmann, Collage
Maria Mahlmann, Collage
Oceana Mahlmann, Foto: Sergej Kischnick
Oceana Mahlmann
Foto: Sergej Kischnick






Max Hermann Mahlmann (1912-2000) war ein deutscher Maler, der hauptsächlich gegenstandslose Werke schuf. Mahlmann studierte von 1934 bis 1938 als Schüler Richard Müllers an der Akademie der Bildenden Künste in Dresden und arbeitete zunächst auch als Bühnenmaler und Gebrauchsgraphiker. Im Zweiten Weltkrieg war er Soldat im Russlandfeldzug. Mahlmann wandte sich – stark beeinflusst von Wassili Kandinsky und Josef Albers – nach 1945 der gegenstandslosen Malerei zu und konzentrierte sich auf geometrisch-konstruktivistische Kompositionen. 1953 heiratete er die ebenfalls konstruktivistisch-gegenstandslose Malerin Gudrun Piper; mit ihr stellte er stets gemeinsam aus. Von 1958 bis 1977 wirkte er als Dozent an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg, von da ab arbeitete er als freier Künstler.


Maria Mahlmann wurde 1955 in Hamburg geboren, studierte in den Siebzigern an der FH Hamburg Gestaltung und ging anschließend nach Paris, wo sie unter anderem bei Jean Patou und mit Christian Lacroix arbeitete.
In den Neunzigern arbeitete sie unter anderem für das Haus Chanel und widmete sich freien zeichnerischen Arbeiten. In den letzten Jahren machte sie z.B. durch die Entwicklung des Kostümbildes für den Fim "Rette Deine Haut" von Lars Becker von sich reden. Ihre Arbeiten waren unter anderem im Rahmen der Ausstellung "Last Minute" zu sehen.
Maria Mahlmann ist Mutter dreier Kinder. Sie lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin.

Mehr über Maria Mahlmann finden Sie hier: www.mariamahlmann.de


Oceana Mahlmann wurde 1982 in Wedel geboren und ist die Tochter von Maria Mahlmann. Oceanas Mutter arbeitete als Modedesignerin in Paris und New York City. In New York heiratete sie einen deutsch-amerikanischen Musiker und DJ aus Boston. Oceana wuchs sowohl in der USA, als auch in Deutschland bei ihren Großeltern, Max Hermann Mahlmann und Gudrun Piper, in Wedel bei Hamburg auf. Sie durchlebte eine musikalische Jugend mit Ballett-, Gesangsunterricht und Bühnenauftritten mit Maceo Parker, einem Freund der Familie, der später auch den Anstoß für ihre Solokarriere gab. Dem Beispiel ihres Vaters folgend, zog Oceana bereits mit 16 Jahren von zu Hause aus, um als Sängerin die Welt zu bereisen.
In Deutschland trat sie als Backgroundsängerin für Seeed und Tourneesängerin für Boundzound auf. Des Weiteren war sie auch als Choreografin tätig und sorgte so unter anderem für die Choreografie bei einer Seeed-Tour und wirkte beim Video zu Bettina von Fettes Brot mit. Außerdem sammelte sie Erfahrungen als Musicaldarstellerin in Aida (alternierende Erstbesetzung der Hauptrolle) und im Ensemble von Dirty Dancing, war 2009 mit Raphael Saadiq auf Tour und wurde auch schon als Opening-Act für das Radiokonzert von Annie Lennox engagiert.
Ihre eigene Musikerkarriere startete sie 2008. Die Musik von Oceana ist eine Mischung ihrer musikalischen Wurzeln aus Soul, Pop, Hip-Hop und House.
Aufgrund der großen Popularität, die Oceana insbesondere in Polen genießt, wurde die Sängerin vom polnischen und ukrainischen Fußballverband ausgewählt, um mit "Endless Summer" den offiziellen Titelsong zur Fußball-Europameisterschaft 2012 zu singen.

Mehr über Oceana finden Sie hier: http://www.myspace.com/oceanaofficial




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 16.04.2012:

Kunst im Dreierpack

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellungseröffnung
Gut besucht war die Eröffnung der neuen Ausstellung in der Niebüller Bücherei.
Foto: Dieter Wrege

Dreimal Mahlmann, drei Generationen und drei unterschiedliche Genres der Kunst. So etwas hat es in der Stadtbücherei bisher noch nicht gegeben. Büchereichef Ronald Steiner präsentierte abstrakte Malerei von Max Hermann Mahlmann, Modedesign und Collagen von dessen Tochter Maria und eine Fotoserie der Enkelin und Sängerin Oceana, die von den Ausrichtern der Fußball-EM auserkoren wurde, den offiziellen Titelsong zur Fußballeuropameisterschaft 2012 zu singen. Zu verdanken ist dieses wohl seltene Ereignis Prof. Andreas Brandt. Dem Kurator der Ausstellung war nicht entgangen, dass Max Hermann Mahlmann jetzt 100 Jahre alt geworden wäre. Überdies gibt es in der Ausstellung, die bis Ende Mai zu sehen sein wird, ein partielles Wiedersehen mit Werken Mahlmanns, der 1990/91 mit der Ausstellung "Max Hermann Mahlmann + Gudrun Piper - Konstruktion und Programm" im Richard-Haizmann-Museum vertreten war. Gudrun Piper (95), ebenfalls "gegenstandslose Malerin" ist die Witwe Mahlmanns und war bei der Vernissage am Sonnabend mit von der Partie. Sie und Tochter Maria äußerten Bewunderung für die kleine "Kunstoase" im Norden des Landes, die qualitativ so sehr viel her macht. Nähre Bekanntschaft mit Mahlmann & Mahlmann vermittelte Prof. Carl-Achim Czemper, Dozent an der Hamburger Fachhochschule für Gestaltung und Freund der "Mahlmänner", zu denen er engeren Kontakt über deren Niebüller Ausstellung vor 21 Jahren knüpfte, als er zusammen mit dem damaligen Museumskustos Erwin Heizmann am Ausstellungskatalog mitwirkte. Czemper enthüllte der heimischen Kunstszene ein Mosaik von Erinnerungen und Daten aus dem Leben Mahlmanns. Er und Gudrun Mahlmann-Piper bewohnten ein kombiniertes Wohn- und Atelierhaus in Wedel. Czemper: "Haus und Einrichtung waren ein Bekenntnis zur Moderne, das Atelier eine Oase der Stille und Konzentration - und die Gespräche mit Mahlmann und Gudrun Piper anregend und bereichernd." Kennen lernte Mahlmann seine Frau in der Volkshochschule. Als er sie nach einer Veranstaltung nach Hause brachte, überraschte er sie mit der Feststellung: "Fräulein Piper, ich finde, wir sollten zusammenbleiben - …und heiraten." Es sei eine glückliche Ehe geworden, berichtete Prof. Czemper Max Hermann Mahlmann, Sohn eines Hamburger Kaufmanns, verließ die Schule vor dem Abi, wurde Gebrauchsgrafiker und besuchte die Dresdener Kunstakademie. Den Krieg erlebte er an der West- und Ostfront, rettete Zeichnungen und Aquarelle übers Kriegsende (einige davon waren von 15 Jahren im RHM zusehen), und wandte sich fortan der vorher verpönten Kunst des Westens zu: Kubismus, Abstraktion und gegenstandsloser Malerei sowie "geometrisierenden Formen" in üppigen Farben. In die Künstlerfamilie hinein wurde Marie geboren. Kein Wunder, sagte Czemper, dass auch sie die künstlerische Laufbahn einschlug, freilich eine andere als die der Eltern. Statt zu "systematischer Disziplin" neigte sie zu Leichtigkeit und Ungezwungenheit - und wandte sich dem Modedesign zu, das sie in Hamburg studierte und in Paris einer Anstellung fand, wo auch Tochter Oceana geboren wurde. Diese wuchs bei ihrem Opa auf, weil Mama Maria in Paris Mutterrolle und Beruf nicht auf die Reihe bringen konnte und ihr Vater "in der karibischern Ferne" verblieben war. Oceana ist mittlerweile ein Star, in Polen und der Ukraine beliebt und der Welt des Soul, Pop und HipHop zu Hause. Vor dem Anpfiff zur EM wird man ihren "Endless Summer" hören. Und wenn der ein Ohrwurm wird, mögen sich Niebüller sicher auch an sie erinnern, obwohl sie an der Vernissage in der Bücherei nicht teilnehmen konnte, weil sie gerade ein Konzert in Kroatien hatte - und sich in Niebüll durch ihren Fotografen Sergej Kischnick vertreten ließ.






Lesung

Olaf Jessen

"Die Moltkes"

Biographie einer Familie

Am Montag, dem 07. Mai 2012 war Dr. Olaf Jessen zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll und las aus seinem Buch "Die Moltkes - Biographie einer Familie".


Olaf Jessen erzählt in seinem glänzend geschriebenen Buch aus dem Leben der Familie von Moltke, die wie keine andere in Militär und Politik die deutsche Geschichte geprägt hat. Zur Sprache kommen dabei auch die Frauen, von der Hofdame Königin Luises bis zu der kürzlich verstorbenen Widerstandskämpferin Freya von Moltke. Die Moltkes haben über sieben Generationen, vom Zeitalter Napoleons bis in unsere Gegenwart, eine führende Rolle gespielt: als Schlachtensieger und gescheiterte Weltkriegsstrategen, demokratische Regierungschefs und Innenminister des Kaisers, homosexuelle Komponisten und patriarchalische Gutsbesitzer, Botschafter des NS-Regimes und Widerstandskämpfer gegen Hitler, Investmentbanker in New York und Visionäre eines geeinten Europa. Helmuth von Moltke, der Sieger von Königgrätz und Sedan, wurde zur Ikone des Kaiserreichs, der Widerstandskämpfer Helmuth James von Moltke zur Identifikationsfigur einer demokratischen und weltoffenen Bundesrepublik.
Olaf Jessens meisterhaftes Porträt des Adelsgeschlechts ist daher mehr als eine spannende Familiengeschichte: In den Moltkes spiegelt sich die preußische und deutsche Geschichte und das sich wandelnde Selbstverständnis einer Nation.

Olaf Jessen, Dr. phil., geb. 1968, ist freier Historiker und lebt in Husum. Zahlreiche Veröffentlichungen zur preußischen und deutschen Geschichte.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 12.05.2012:

Vom Leben und Wirken der Moltkes

Niebüll


Ursula Konitzki


Lesung Die Molktes -Biographie einer Familie mit Dr. Olaf Jessen
Freuten sich über viele Zuhörer: Büchereileiter Ronald Steiner (l.) und Rotary-Präsident Hauke Brückner mit Autor Olaf Jessen (M.).
Foto: Ursula Konitzki

Mit einem derartigen Wissenshunger über die Familie von Moltke hatten Büchereileiter Ronald Steiner und der Präsident des Niebüller Rotary-Clubs Hauke Brückner nicht gerechnet, als sie den Autor Olaf Jessen zu einer Lesung in die Stadtbücherei baten. Der Andrang war gewaltig und sprengte fast den Rahmen der Räume. Selbst in der Geschichte bewanderte Zuhörer wie ein anwesender Generalstabsoberst aus Braderup erfuhren aus der glänzend geschriebenen und recherchierten Biographie der Familie von Moltke Neues. Der Grund: Der promovierte Historiker und Publizist Olaf Jessen hatte die Möglichkeit, in Archiven von Bund und Militär für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Dokumente über das alte Adelsgeschlecht einsehen zu können, dessen Wurzeln zurück bis ins 12. Jahrhundert reichen. Auch führten Familienmitglieder Gespräche mit Jessen und stellten ihm sogar ihr Privatarchiv zur Verfügung, in dem er Dokumente einsehen durfte, die vor ihm noch niemand zu Gesicht bekommen hat. Seine umfangreichen Recherchen und sein Wissen über das Leben und Wirken dieser Familie vom Zeitalter Napoleons bis in die Gegenwart verarbeitete Jessen auf 477 Seiten in 15 Kapiteln mit 56 Abbildungen zu einer spannenden und menschlich anrührenden Lektüre. Die von Moltkes prägten wie kaum eine andere Familie die Wechselbeziehung zwischen Krieg und Nation. Sie spielten über sieben Generationen hinweg eine führende Rolle vom Schlachtensieger, Widerstandskämpfer gegen Hitler bis zum heutigen Investmentbanker in New York und Visionär eines geeinten Europas. Etliche Denkmäler, schon zu seinen Lebzeiten errichtet, erinnern an Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke, der aufgrund seiner Leistung für die Nation sehr verehrt wurde. "Man sah in ihm die Verkörperung des Preußentums", erklärte Olaf Jessen. "In fast jeder Stadt gibt es eine Moltkestraße, zumeist in den Vierteln der Gründungszeit", so der Autor. Selbst auf dem Mond wurde ein Krater nach den von Moltkes benannt. Die Familie hat heute mehr als 3000 Mitglieder, verstreut auf allen Kontinenten. Olaf Jessen, Jahrgang 1968, hat sich bereits durch Veröffentlichungen zur preußischen und deutschen Geschichte einen Namen gemacht. Er wuchs in Itzehoe auf. Seine beiden ersten Lebensjahre verbrachte er in Nordfriesland. Jetzt kehrte er von Freiburg im Breisgau in seine Heimat zurück und lebt in Husum.






Lesung

Reinhard Pelte

"Tiefflug"


Reinhard Pelte

Am Mittwoch, dem 22. Februar 2012 war der Autor Reinhard Pelte erneut zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Er las aus seinem vierten Kriminalroman "Tiefflug". Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.

Kulinarisch begleitet wurde der Abend durch das Schlemmerkontor Martensen, das vor Beginn der Lesung einen Prosecco reichte und in der Pause Knabbereien anbot.






Zum Buch:
Kriminalrat Tomas Jung ist ausgebrannt, sein letzter Fall hat ihn schwer mitgenommen. Um sich zu erholen, reist er mit seiner Frau an die Algarve und macht dort die Bekanntschaft eines Deutschen, der sich nur „Tiny“ nennt. Nach und nach muss Jung erkennen, dass Tiny in einen Entführungsfall verwickelt ist, der gerade die ganze Welt in Atem hält: ein englisches Mädchen ist während des Urlaubs mit ihren Eltern spurlos aus dem Hotelzimmer verschwunden. Jung konfrontiert seinen Nachbarn mit seinem Wissen und erlebt einen Alptraum …

Der Autor:
Reinhard Pelte wurde 1943 geboren. Der Diplommeteorologe fuhr lange Zeit zur See, u. a. auf dem Segelschulschiff Gorch Fock, und lernte auf diese Weise die Welt kennen: Afrika, Amerika, Arabien, das Mittelmeer, die Karibik. Heute lebt der Weinliebhaber bei Flensburg, schreibt Kriminalromane und raucht gelegentlich eine gute Zigarre. Nach seinem überaus erfolgreichen Krimidebüt „Inselkoller“ setzt Pelte mit „Tiefflug“ die Serie um den Flensburger Kriminalrat Tomas Jung fort. Es ist der viertete Fall für Kommissar Jung.


Mehr über Reinhard Pelte erfahren Sie hier: www.pelte.de



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 24.02.2012:

"Von einem Urlaub, der zum Horrortrip wurde"

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung mit Reinhard Pelte






Reinhard Pelte las aus seinem jüngst veröffentlichten Roman.
Foto: Dieter Wrege

Er war wieder da. Nachdem der Flensburger Krimi-Autor Reinhard Pelte (68) mit der "Inselbeichte" den nordfriesischen Thriller-Fans vor drei Monaten in der Stadtbücherei seinen Erstling vorgestellt hatte, begrüßten sie ihn am Mittwoch mit seinem vierten Krimi wie einen alten Bekannten. "Tiefflug" heißt seine neue im Gmeiner-Verlag erschienene Veröffentlichung, die - noch druckfrisch - in der Bücherstube bei Dennis Leu zu haben ist. Die neue Geschichte handelt von einem, der auszog, um Urlaub zu machen und an seinem Ferienort einen Albtraum erlebt. Die Story hat einen semi-authentischen Ursprung und ähnelt einem Entführungsfall vom 3. Mai 2007, als die dreijährige Tochter Melanie des britischen Arztehepaares McCann spurlos verschwindet. Der Fall blieb bis heute unaufgeklärt. Reinhard Peltes neuer Krimi erinnert an den Fall, der lange weltweit die Runde machte. Doch zurück zum "Tiefflug" - einem Titel, über dessen Bedeutung der Leser zusätzlich rätseln darf. Peltes Protagonist ist auch in Krimi Nummer vier der Flensburger Kriminalrat Tomas Jung, der sich nach einem schwierigen Fall ausgelaugt und urlaubsreif fühlt. Zusammen mit Ehefrau Svenja reist er nach Portugal an die Algarve, wo die Jungs ein Ferienhaus mieten. Vor Ort machen sie gleich Bekanntschaft mit ihrem Hausnachbarn, einem Deutschen namens Tiny. Bis ins kleinste Detail hinein - und die Neugierde behutsam steigernd - stellt der Autor zunächst die Weichen, die in die Geschichte hinein führen. Bis sich diese zuspritzt, lässt er sich Zeit, beschreibt die Idylle, macht dem Leser Appetit, auch mal Urlaub dort zu machen, schwelgt in geradezu lustvollen Formulierungen - und begrüßt auch mal einen Tag wie einen liebevollen Verwandten. Doch lässt er keineswegs auch Dinge aus, die die Idylle stören. Zunächst ist es Svenjas Koffer, der aus dem Flieger nicht aufs Gepäckband kam. Dann ist es Svenja selbst, die ihrem Tomas Trouble macht. Und. Überleitend zum Kern der Geschichte, um den der Autor noch locker herum tänzelt, kommt Nachbar Tiny ins Spiel, die zunächst schnelle Bekanntschaft, die jedoch zunehmend Fragezeichen aufwirft. Da ist es zunächst eine in der Handlung auftauchende Kinderleiche. Dann die Frage, warum Svenjas Koffer, den Jung und Tiny vom Flughafen abholen, nicht in den Kofferraum von Tiny Auto geladen werden soll, sondern auf den Rücksitz. Vermeintliche Kleinigkeiten fügten sich dem erfahrenen Kriminalbeamten bald zu einem Mosaik, das sich zur Frage steigert, wer denn eigentlich dieser Tiny ist, der sich auch noch mit dem Beinamen "The Top Gun" schmückt. Die in der einen oder andern Szene immer wieder über den Bildschirm flimmernden Nachrichten vom Entführungsfall halten die Spannung aufrecht, ohne dass sich Kriminalrat Jung einen Reim auf die eine oder andere Wahrnehmung machen kann. Gleichwohl lässt der Autor immer wieder durchblicken, dass Tomas Jung, den sein Nachbar bereits "Tomi" nennt, ein vom Naturell her grüblerischer, von berufswegen jedoch grübelnd-denkender Typ ist, mit dem sich allmählich auch der Leser identifiziert und seiner Spur folgt. Hier bricht Reinhard Peltes Lesung ab, getreu dem ungeschriebenen Gesetz lesender Krimiautoren, vorab nicht zuviel zu verraten und damit Lösungen und Pointen zu "ermorden". Es bleibt bis dahin dennoch unterhaltsam, zumal man sich mit gut beobachtenden Urlauber Jung auch an schönen Dingen, wie dem Essen, der Luft, dem Wein und dem Ambiente der Albarve erfreuen kann. Um der Krimi-Spannung die ihr gebührende Achtung zu zollen: es gelingt dem Polizisten Jung nicht, sich den ominösen Tiny auf Distanz zu halten. Und das macht den Fall an der Albarve für ihn zu einem Horrortrip.






"Der Buddha und die Liebe" - ein buddhistischer Lese-Abend


Liebe und Partnerschaft beeinflussen und prägen das persönliche Lebensgefühl. Der buddhistische Lehrer Lama Ole Nydahl hat dazu ein Buch verfasst, in dem die Lehren Buddhas zu diesem Thema zusammengefasst und für westliche Lebenssituationen interpretiert werden.
Am Donnerstag, dem 19. Januar 2012 las der Schauspieler Jochen Regelien in der Stadtbücherei Niebüll Auszüge aus dem Buch "Der Buddha und die Liebe" . Anschließend gab es Zeit, Fragen zu dem Buch und zum buddhistischen Verständnis an den Experten und Nydahls Schüler Gerd Boll zu stellen.




Gerd Boll

Gerd Boll ist verheiratet, Vater von 4 Kindern und führt einen landwirtschaftlichen Betrieb an der Schleswig - Holsteinischen Ostseeküste. Seit 23 Jahren ist er Buddhist und lehrt seit vielen Jahren im Auftrage von Lama Ole buddhistische Inhalte im In- und Ausland.







Jochen Regelien

Jochen Regelien ist seit 38 Jahren als freier Schauspieler tätig, lebt seit 25 Jahren in Hamburg und ist seit 14 Jahren praktizierender Buddhist.









Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 21.01.2012:

Über Karma, Glück und Partnerschaft

Niebüll


Vanessa Müller


Lesung Der Buddha und die Liebe mit Jochen Regelien
Vorleser: Der Schauspieler Jochen Regelien ist seit 14 Jahren Buddhist.
Foto: Vanessa Müller

Eine Lesung, 90 Gäste - es herrschte Hochbetrieb in der Stadtbücherei Niebüll. Mit so vielen Besuchern hatte selbst der erfahrene Büchereileiter Ronald Steiner bei dieser Veranstaltung nicht gerechnet. "Ich bin überwältigt", gab er unumwunden zu. Grund für den Andrang: eine buddhistische Lesung. Die Suche nach Glück und Zufriedenheit, einer gut funktionierenden Partnerschaft sowie innerer Ausgeglichenheit beschäftigt die meisten Menschen über einen kürzeren oder längeren Zeitraum ihres Lebens. Viele von ihnen finden die Antworten im Buddhismus, der für die einen eine Religion, für die anderen eine Art Philosophie oder Lebenseinstellung ist. Der Buddhismus gewinnt immer mehr Anhänger, auch in Schleswig-Holstein. Einige der insgesamt 400 Zentren des Diamantweg-Buddhismus der Karma Kagyü Linie, einer speziellen Glaubensrichtung, sind beispielsweise in Langenhorn, auf Sylt und in Flensburg zu finden. Spirituelles Oberhaupt dieser Richtung ist der dänische Lama Ole Nydahl, der im Jahr 1972 das erste dieser Zentren gründete. Seit mehr als 25 Jahren reist Lama Ole Nydahl um die ganze Welt, hält Vorträge und verfasst Bücher zum Thema Buddhismus. Aus einem seiner Bücher, "Der Buddha und die Liebe", las in der Niebüller Stadtbücherei der in Hamburg lebende Schauspieler Jochen Regelien, der seit 14 Jahren praktizierender Buddhist ist. Die Auszüge des Buches behandelten verschiedene Gedankengänge der buddhistischen Lehre, unter anderem zu den Themen Glück, Partnerschaft und die positive wie auch negative Kraft der Gefühle. Nach einer guten Stunde Lesung, der die Zuhörer fast andächtig lauschten, bestand die Möglichkeit, einen Schüler Ole Nydahls, Gerd Boll, über die Lehre Buddhas zu befragen. Boll ist seit 23 Jahren Anhänger dieser Lebenseinstellung und lehrt im Auftrag Nydahls diese Inhalte im In- und Ausland. Die ihm gestellten Fragen beantwortete er ohne Umschweife und gut verständlich. "Wir können ja Tacheles reden", sagte der in Schleswig-Holstein lebende Buddhist und erläuterte das Wort Karma beispielsweise mit: "Die norddeutsche Erklärung für Karma ist wohl ,wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus'." Der Abend, der vom Buddhistischen Zentrum Langenhorn organisiert wurde, endete mit einer gemeinsamen Meditation.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 04.01.2012:

"Mieser Sommer sorgt für Rekord"

Niebüll


Dieter Wrege



Statistik 2011
"Recherche": Ronald Steiner sucht für Julia Wirth im Verzeichnis der Bücherei nach dem gewünschten Buchtitel.
Foto: Dieter Wrege

Dem Superjahr 2010 ließ die Stadtbücherei Niebüll 2011 ein Rekordjahr folgen. Aus ihrem Bestand von derzeit rund 40 000 Medien verzeichneten Büchereichef Ronald Steiner und seine Mitarbeiterinnen 186 459 Entleihungen. Damit legte die Bücherei gegenüber 2010 noch einmal 5,6 Prozent zu und notiert in der Chronik das bislang ausleihstärkste Jahr ihrer Geschichte. "Das miese Wetter trieb uns 2011 die Leute geradezu über die Türschwelle", vermutet Ronald Steiner einen der Gründe. Im deutlich angestiegenen Spaß- und Unterhaltungsfaktor sah er einen anderen Grund. "Es wird leider nicht mehr gelesen", relativierte er die Erfolgszahlen, die in erster Linie im Entleih-Plus bei den DVDs, CDs und Konsolenspielen begründet liegen. Auch sieht der Chefbibliothekar des beliebten Niebüller Kulturtreffpunktes das Ganze in einem veränderten Konsumverhalten, auf das die Bücherei über die Jahre hinweg mit einer breiteren Medienauswahl reagierte. "Wir sehen uns als eine liberale und offene Bücherei mit niedrigen Hemmschwellen - als eine Bücherei für jedermann", sagt ein umtriebiger, stets gut gelaunter und vor lauter pfiffigen Ideen sprühender Ronald Steiner. Keine Statistik ohne Zahlen. Seit dem Ruhestand von Ingrid Menzel in der alten Bücherei an der "ALS" und dem Dienstantritt von Ronald Steiner hat sich der Medienbestand auf heute 40 000 "Stück" verdoppelt. Das sind 29 542 Bücher, 1 767 Zeitschriften, 713 Taschenbücher, 2961 CDs, 2678 CDRoms/DVDs, 69 Bilder in der Artothek und 489 Konsolenspiele. In 1 389,5 Stunden an 247 Öffnungstagen wurden den zurzeit 3 188 aktiven Lesern und Kunden ( 1801 Erwachsene und 1387 Kinder und Jugendliche) im Alter zwischen drei und 83 Jahren unter anderem über den Tresen gereicht: 96 000 Bücher, 15 000 Zeitschriften, 11 170 CDs, 27 969 CDRoms/DVDs, 5 254 Taschenbücher und 8 167 Konsolenspiele. Im Leihverkehr besorgte die Bücherei 2 206 Medien. Anderen Büchereien stellte sie 1209 Medien zur Verfügung. Renner unter den Büchern waren die Thriller-Trilogie des Dänen Jussi Adler Olsen mit "Erlösung/Schändung/ Erbarmen", "Greg's Tagebuch" von Jeff Kinney und Christopher Paolini's "Eragon" und bei den Kinder beliebt die "Warrior Cats" von Erin Hunter. Unter den Sachbüchern hielten Herbert Schwans Biografie über Hannelore Kohl "Die Frau an seiner Seite" und "Leben oder gelebt werden" von Kanzlersohn Walter Kohl ebenso Spitzenplätze wie Walter Isaacsons Geschichte über das Genie Steve Jobs. Bei den DVDs waren "The King's Speech", "Kokowäh" und "Das Konzert" stark gefragt. In der Bücherei stellten die Mürwiker, Frauke Gloyer, Meike Teichmann, Godje Momsen, und David Brandt aus. Herr Pettersson & Fundus waren erneut "Puppen-Stammgäste". Jon Isaksen und Jon Kalman Stefansson lasen im Literaturfest, und Reinhard Pelte aus seinem Krimi "Inselbeichte". Bei der nächsten Lesung geht es schon am 19. Januar um Lama Ole Nydahls "Der Buddha und die Liebe". Und: am 15. März vollendet Ronald Steiner sein 30. Jahr in Diensten der Stadtbücherei, die seit zwei Jahren in der Trägerschaft der Stadt steht.




Aus der Wochenschau vom 08.01.2012:

"Wieder ein Rekordjahr!"

Niebüll


Wolfgang Pustal



Statistik 2011
Das Team der Stadtbücherei: Bibliothekar Ronald Steiner und seine drei Mitarbeiterinnen Anett Petersen(li.), Anke Hansen und Heike Christ (re.) hatten im Rekordjahr 2011 alle Hände voll zu tun.
Foto: Wolfgang Pustal

"Der schlechte Sommer hat uns wohl in die Hände gespielt. Viele Urlauber haben unser gutes Angebot genutzt. Bei schlechtem Wetter leihen sie mehr aus als bei Sonnenschein", erklärt Ronald Steiner das bislang ausleihstärkste Jahr der Stadtbücherei Niebüll. Bereits 2010 war ein Superjahr für die Stadtbücherei, aber 2011 wurde mit 186.000 Entleihungen das bislang absolute Rekordjahr für Steiner und seinen Damen. "Für eine Stadt wie Niebüll mit seinen rund 10.000 Einwohnern ist das Angebot von rund 40.000 Medien schon enorm. Wir haben den Vorteil, dass wir hier alle Schulen vor Ort haben und die Friedrich-Paulsen-Schule. Unser Standort direkt in der Hauptstraße ist sehr gut", kann sich der Bibliothekar nicht beklagen. Seit zwei Jahren ist die Stadtbücherei wieder im städtischen Besitz und wird vom Amt Südtondern verwaltet. "Die Zusammenarbeit mit dem Amt klappt hervorragend", lobt Steiner.
In seinen nunmehr fast 30 Jahren als Leiter der Stadtbücherei kann er auf stetig steigende Zahlen verweisen. "Ich habe 1982 mit rund 20.00 Medien und 50.000 Ausleihen angefangen. Seit dem hat sich unser Angebot verdoppelt und die Entleihungen haben sich mehr als verdreifacht", blickt Ronald Steiner in seinem Jubiläumsjahr zurück. Im März darf er sein 30. Jahr in der Stadtbücherei feiern. In den drei Jahrzehnten hat sich einiges verändert. Neue Medien wie CDs, CD-ROMs, DVDs, Bilder der Artothek und Spiele und Konsolenspiele gab es damals noch nicht. Aber nach wie vor spielt das gedruckte Wort die größte Rolle im Angebot der Stadtbücherei. Fast 30.000 Bücher, 1.800 Zeitschriften und 713 Taschenbücher sind vor Ort und wurden im letzten Jahr über 110.000 Mal ausgeliehen. Die Stadtbücherei hat sich außerdem als Ausstellungs- und Veranstaltungsort einen Namen gemacht. Im diesem Sommer findet wieder eine Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein Musikfestival statt mit dem Thema "China". Am Donnerstag, 19. Januar, um 20.00 Uhr liest der Schauspieler Jochen Regelien in der Stadtbücherei Niebüll Auszüge aus dem Buch "Der Buddha und die Liebe". Anschließend gibt es Zeit, Fragen zu dem Buch und zum buddhistischen Verständnis an den Experten und Nydahls Schüler Gerd Boll zu stellen. Und am Dienstag, 10. Januar, beginnt wieder die "Lesewelle". Hier lesen vier ehrenamtliche Vorleserinnen an jedem Dienstag von 16.00 bis 17.00 Uhr kleinen Zuhörern Geschichten vor. "Wenn wir diesen Stand halten können, müssen wir zufrieden sein. Wir sind immer offen für alles Neue und gehen immer mit der Zeit", verrät Steiner eines der Geheimnisse des Erfolges




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 18.01.2012:

"Lizenz zum Leihen"

Niebüll


Vanessa Müller


Anja Lorenzen, Leserin des Jahres 2011

Foto: Vanessa Müller

Mindestens einmal die Woche kommt Anja Lorenzen in die Stadtbücherei, manchmal öfter. "Ich leihe immer zum Wochenende etwas für mich und die Kinder aus", berichtet die Risum-Lindholmerin, die mit 1478 Ausleihen die "Leserin des Jahres 2011" geworden ist. Für die 43-Jährige ist es die optimale Lösung: "Meine fünf Kinder finden alles, was sie interessiert, hier in der Bücherei. Was nicht vorrätig ist, bestellen wir über die Zentralbibliothek und lassen es nach Niebüll schicken, dass funktioniert wunderbar." Aber nicht nur Bücher stehen auf der Ausleihliste der Familie, sondern auch Comics, Zeitschriften und DVDs - das spart Geld. "Alleine bei dem Betrag, was die Modezeitschriften kosten, die meine älteren Töchter gerne lesen. Da wäre das Taschengeld schnell ausgegeben, wenn sie die alle kaufen würden." Die Ausleihe aus der Bücherei bringt einen weiteren Vorteil mit sich: In den Kinderzimmern ist anstelle von Bücherregalen nun jede Menge Platz für Puppen, Autos, Schminkutensilien und Co. Während ihre Sprösslinge bereits im Vorfeld genau wissen, was sie lesen möchte und dies per Mausklick reservieren, stöbert Anja Lorenzen auch gerne mal in Bücherregalen. Büchereileiter Ronald Steiner freut sich über so treue Kundschaft




Aus der Wochenschau vom 22.01.2012:

Leserin des Jahres 2011

Niebüll


Wolfgang Pustal



Leserin des Jahres 2011
Leserin des Jahres 2011 der Stadtbücherei Niebüll: Bibliothekar Ronald Steiner überreichte Anja Lorenzen als Lerin mit den meisten Ausleihen einen Blumenstrauß.
Foto: Wolfgang Pustal

Bibliothekar Ronald Steiner hatte Anja Lorenzen eingeladen, um ihr als "Leserin des Jahres 2011" der Stadtbücherei Niebüll zu gratulieren. Die Risum-Lindholmerin hatte im letzten Jahr insgesamt 1.403 verschiedene Medien ausgeliehen - eine gigantische Zahl auf den ersten Blick. "Das ist eigentlich geschummelt, denn die habe ich natürlich nicht alle alleine ausgeliehen. Die meisten Ausleihen waren für meine fünf Kinder", macht Anja Lorenzen deutlich, wer diese Menge an Büchern, Zeitschriften, Comics und DVDs "verschlungen" hat. Da fällt Ronald Steiner noch urplötzlich auf, dass die älteste Tochter Bele selbst eine eigne Karte hat, auf der auch noch 75 Ausleihen notiert sind. Also kommen für die Familie Lorenzen insgesamt sogar 1.478 Ausleihen zusammen. "Gut 50 Prozent unser Leser kommen aus Niebüll, aber der zweitwichtigste Ort für uns ist Risum-Lindholm. Hier haben wir 365 aktive Leser, die pro Jahr rund 26.000 Medien bei uns ausleihen", zählt Ronald Steiner auf. Einmal pro Woche ist Anja Lorenzen mindestens in der Stadtbücherei - meistens freitags, um ihre Kinder mit genügend Lesestoff in Form von Büchern, Zeitschriften und DVDs für das Wochenende einzudecken. "Mein Sohn liest am liebsten Comics, meine jüngste Tochter Jönna sieht gerne DVDs mit Benjamin Blümchen, die größeren Mädchen lesen Fantasieromane und meine älteste Tochter Bele auch schon Modezeitschriften", erklärt die fünffache Mutter. Da kommt schnell eine ganze Menge zusammen. Anja Lorenzen selbst liest vieles und querbeet. Historische Romane hat sie dabei aber am liebsten. Die beste Informationsquelle vor dem nächsten Besuch der Stadtbücherei ist dabei das Internet. Hier informieren sich Anja Lorenzen und ihre Kinder und bestellen schon vorab auf der Homepage der Stadtbücherei die gewünschten Bücher, Zeitschriften und DVDs. "Meine Kinder haben meist ganz feste Vorstellungen, was sie lesen oder sehen wollen. Ich hingegen schaue meist, was neu ist und mich interessieren könnte. Von den Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei werden wir immer gut und fachmännisch beraten. Die wissen ganz genau, wo das gewünschte Buch zu finden ist", lobt Anja Lorenzen das gute Angebot und den freundlichen Service. Ronald Steiner überreichte Anja Lorenzen einen Blumenstrauß und bedankte sich bei seiner treuesten Kundin und ihren Kindern. Und beim Herausgehen fällt ihr dann noch ein: "Ich muss ja noch Bücher mitnehmen!"





David Brandt

RAUMPORTRAITS

12.11.2011 - 23.12.2011


David Brandt - Dresden

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 12. November 2011 um 11.30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Begrüßung: Ronald Steiner

Grußworte: Wilfried Bockholt, Bürgermeister

Einführung: Dr. Jörg Garbrecht, Noldestiftung Seebüll


Die Ausstellung RAUMPORTRAITS in der Stadtbücherei Niebüll zeigt Fotografien von David Brandt: Portraits von Personen in Räumen, aber auch Portraits von Räumen, denen Menschen, durch Architektur und Nutzung ein Gesicht gegeben haben.
Im Eingangsbereich der Ausstellung werden mit Gerhard Richter, Ulrich Rückriem und Georg Baselitz international bekannte Künstler jeweils im Einzelportrait in einer Arbeitssituation gezeigt. In der Präsentation als Triptychon werden sie sich gleichzeitig gegenübergestellt - und der Betrachter zum Vergleich aufgefordert. In zwei klassischen schwarz-weiß Portraits treten der Regisseur Michael Haneke und der Künstler Stefan Wewerka der Kamera frontal entgegen - der eine ernst, der andere lachend, beide im Dialog mit dem Fotografen.

Verteilt über die Bibliothek werden Bilder von Räumen gezeigt, die als Einzelaufnahmen entstanden sind, aber jeweils zu Paaren kombiniert werden. Zwei Kinder am Strand von Sylt korrespondieren mit zwei Kongressteilnehmern in Dresden, die Garderobe im Dresdner Hygienemuseum steht einem Ausstellungsraum der Hamburger Kunsthalle gegenüber, die Oper Bayreuth einem Einkaufszentrum in Dresden, eine U-Boot-Kapsel einem Sojus-Raumschiff. Die Raumpaare sind so gewählt, dass sie durch ihre Inhalte, Materialien, Farben, Stimmungen, Unterschiede und Ähnlichkeiten sowie formale Aspekte weit über die Einzelaufnahme hinaus den Betrachter zu Überlegungen anregen. Die paarweise Hängung ermöglicht den Vergleich. Der Zugang zu den Bildern ist unmittelbar, die resultierenden Assoziationen und Überlegungen beim Betrachter können tiefer gehen. David Brandt möchte seine Ausstellung durchaus als Sehschule verstanden wissen.


VITA
David Brandt ist 1960 In Berlin geboren. Er arbeitet seit 25 Jahren als freiberuflicher Fotograf, seit zwölf Jahren in Dresden. Im Jahr 2010 wurde er in den Deutschen Werkbund Sachsen berufen. Die Bilder sind teils bei Aufträgen, teils frei im Lauf der letzten 10 Jahre entstanden.

www.david-brandt.de David Brandt - Sylt














Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 10.11.2011:

"Schritt für Schritt zur Vernissage"

Niebüll


Moritz Pelte


Ausstellung David Brandt

Gastgeber, Kurator und Künstler gehen gemeinsame Wege. Ronald Steiner, Andreas Brandt und David Brandt bereiten die Ausstellung "Raumportraits" vor. Sie wird Werke des Dresdener Fotografen zeigen. Hinter dem Ausstellungstitel verbergen sich Porträtaufnahmen, aber auch Porträts von Räumen, denen Menschen, durch Architektur und Nutzung ein Gesicht gegeben haben.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 14.11.2011:

"Fotografien, die den Blick schärfen"

Niebüll


Dieter Wrege



Ausstellung RAUMPORTRAITS
"Künstler und Handwerker": David Brandt verbindet Inspiration und Perfektion.
Foto: Dieter Wrege

"Brandt in der Niebüller Stadtbücherei!" Diese Headline, nur akustisch vernommen, könnte auf eine Katastrophe hindeuten, wie die vor sieben Jahren in der Weimarer Herzogin Anna-Amalia-Bibliothek, in der unschätzbare Werte und Teile des Weltnaturerbes ein Raub der Flammen wurden. Doch sutje, wie man in Nordfriesland sagt: Es ging um den Berufsfotografen David Brandt (51), einen Sohn von Professor Andreas Brandt, den Büchereichef Ronald Steiner zur aktuellen Weihnachtsausstellung 2011 in die Bücherei holte. Wo man bis zum 23. Dezember "Raumporträts" (Name der Ausstellung) sehen kann - 44 mittel- und großformatige Fotografien, technisch perfekt, gestochen scharf und in bestechende Präzision und Klarheit, wie Dr. Jörg Garbrecht, Kurator und Leiter der Berliner Dependance der Noldestiftung, empfand und sich in seinen Betrachtungen die Chance zu einem heiteren Wortspiel nicht entgehen lassen mochte. Doch gleichwohl könne man von einem Feuer sprechen, das die 44 "Brandtherde" (Zahl der Bilder) auflodern lassen und Aufmerksamkeit "bis zur Belastungsgrenze" entfachen. Der Betrachter könne Geschautes gliedern, Bildpaare erkennen, Bilder einander zuordnen und sie bis ins Detail erforschen, um festzustellen, dass diese Details ineinander greifen und neue Zusammenhänge hervorbringen. Die Ausstellung sei nichts für Gaffer. Sie verdiene aufmerksame Beobachter. In der Regel ermüde die Betrachtung von Bildern nach 30 Sekunden. Dem Erblinden des Auges wolle jeder Künstler entgegenwirken. Garbrecht: "Hier, bei diesen Bildern, bleibt man nach 30 Sekunden putzmunter." Zu dieser seiner Erkenntnis führte der Kurator Beispiele an, wie etwa das eines orientalischen Prunkzelts, das nach seinen Worten dazu geeignet sei, das Sehen in der Alltagswelt zu schärfen. David Brandt, sagte Grabrecht, sei Handwerker und Künstler in Personalunion, Künstler wegen seines Neugierde entfachenden Sehens und Handwerker wegen seiner kompromisslosen Perfektion. "Er ist eben ein großartiger Fotograf", rundete Garbrecht seine Betrachtungen ab und kehrte zu seinem anfänglichen Wortspiel zurück, indem er meinte, die 44 Fotografien des David Brandt würden sich in das Gedächtnis der Betrachter einbrennen. "Brandt in der Niebüll Stadtbücherei" - das ist eine ausgesprochen gute Nachricht." "Große Kunst in einer kleinen Stadt." Mit diesen Worten lobte Bürgermeister Wilfried Bockholt den "Kulturtempel" Stadtbücherei, die über die Jahre mehr wurde als nur ein Ort, der Bücher verleiht. Neben den neu dazu gekommenen Medien habe es die Bücherei verstanden, ihre Aufgabe mit Kunst in großer Bandbreite zu kombinieren. Aus aktuellem Anlass lud Bockholt Kunstfreunde aus Stadt und Land dazu ein, auch die Ausstellung von Franziska Rutz im Haizmann zu besichen. "Zwei bemerkenswerte Fotoausstellungen zur selben Zeit - wann hat es das schon mal in Niebüll gegeben?"




Aus der Wochenschau vom 20.11.2011:

"Brilliante Farben"

Niebüll


Beate Kneißler



Ausstellung RAUMPORTRAITS










Zu Gast in der Stadtbücherei: Der Fotograf David Brandt mit seiner Mutter, der Malerin und Autorin Sarah Haffner.
Foto: Beate Kneißler

"Brand(t) in der Stadtbücherei" titulierte Dr. Jörg Garbrecht die vermeintliche Presse-Schlagzeile über die Eröffnung der Weihnachtsausstellung 2011. "44 individuelle Brandtherde" -Raumportraits des Fotografen David Brandt-, die "gestochen scharf, vollendet ausgeleuchtet und akribisch komponiert sind", laudatierte der Abteilungsleiter der Nolde Stiftung Seebüll anläßlich der Vernissage in der Stadtbücherei. "In ihrer Klarheit und Präzision werden sich seine Arbeiten sicherlich in unser Gedächtnis einbrennen." David Brandt (Jahrgang 1960), Enkel des Publizisten Sebastian Haffner, arbeitet seit 25 Jahren als freiberuflicher Fotograf. Noch bis zum 23. Dezember zeigt die Stadtbücherei Portraits von Personen in Räumen und Portraits von Räumen, denen Menschen durch Architektur und Nutzung ein Gesicht gegeben haben. Portraitiert hat der Fotograf David Brandt unter anderem Altbundeskanzler Helmut Schmidt, Filmregisseur Michael Haneke und international renommierte Künstler wie Gerhard Richter, Georg Baselitz oder Ulrich Rückriem. Bilder von Räumen, etwa eine U-Boot-Kapsel und ein Sojus Raumschiff oder zwei Kinder am Strand von Sylt und zwei Kongressteilnehmer in Dresden sind zu Paaren kombiniert in der Bücherei verteilt. "David Brandt befeuert unseren Wahrnehmungsdrang und reizt unsere Aufmerksamkeit bis zur Belastungsgrenze", begeisterte Garbrecht für die Ausstellung. "Soviel Prominenz hatten wir hier selten" deutete Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner auf die ausgestellten Portrait-Fotografien als auch auf die anwesenden Vernissage-Gäste. Er sei sehr stolz, dass David Brandt diese wunderbare Ausstellung für die Stadtbücherei auf die Beine gestellt habe. Bürgermeister Wilfried Bockholt würdigte Ronald Steiner und sein Stadtbücherei-Team: "Das Haus hier ist viel mehr als eine Stadtbücherei. Es ist ein Haus, das geschriebene und dargestellte Kunst präsentiert. Da habt ihr einen ganz tollen Bogen geschlagen - das ist ein großes Haus in einer kleinen Stadt."






Lesung

Reinhard Pelte

"Inselbeichte"


Reinhard Pelte




Am Donnerstag, dem 24. November 2011 war der Autor Reinhard Pelte zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll sein. Er liest aus seinem dritten Krimi "Inselbeichte". Zwei Stunden lang nahm der Flensburger seine Zuhörer mit auf eine spannende Reise durch die Weiten Nordfrieslands und die abgründige Natur des Menschen. Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.




Beginn der Veranstaltung war 20.00 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr.
Unterstützt wurde die Lesung kulinarisch vom Schlemmerkontor Martensen, das zur Eröffnung einen Prosecco reicht und in der Pause Weine und Knabbereien anbot.

Zum Buch:
Es ist ein Tag wie jeder andere an dem die kleine Imke Carl mit dem Fahrrad zum Musikunterricht fährt. Doch dort kommt sie nie an. Mädchen und Fahrrad verschwinden auf dem Weg zwischen elterlichem Hof und Husum spurlos. Die Polizei ist ratlos. Zehn Jahre später landet die Akte auf dem Schreibtisch von Kriminalrat Tomas Jung. Der einzige Mitarbeiter des Dezernats für unaufgeklärte Kapitalverbrechen der Polizeiinspektion Nord in Flensburg macht sich wenig Hoffnung. Imkes Familie ist nach ihrem tragischen Verschwinden auseinandergebrochen. Die Mutter ist bereits verstorben, Vater und Bruder ausgewandert. Doch Jung bleibt hartnäckig. Während eine Schneekatastrophe über Schleswig-Holstein hereinbricht, stößt er endlich auf die ersehnte heiße Spur.

Der Autor:
Reinhard Pelte wurde 1943 geboren. Der Diplommeteorologe fuhr lange Zeit zur See, u. a. auf dem Segelschulschiff Gorch Fock, und lernte auf diese Weise die Welt kennen: Afrika, Amerika, Arabien, das Mittelmeer, die Karibik. Heute lebt der Weinliebhaber bei Flensburg, schreibt Kriminalromane und raucht gelegentlich eine gute Zigarre. Nach seinem überaus erfolgreichen Krimidebüt „Inselkoller“ setzt Pelte mit „Kielwasser“ die Serie um den Flensburger Kriminalrat Tomas Jung fort. "Inselbeichte" ist der dritte Fall für Kommissar Jung.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 26.11.2011:

"Inselbeichte" auf die angenehme Art"

Niebüll


Dieter Wrege




Lesung mit Reinhard Pelte














Zu Gast in der Bücherei: Krimi-Autor Reinhard Pelte.
Foto: Dieter Wrege

Krimiautoren haben es bei ihren Lesungen so an sich, dass sie aufhören, wenn es spannend wird und sich die Neugierde seiner Fans dem Siedepunkt nähert. Logisch, sonst könnte man sich die Lesestunde sparen. Bei Reinhard Pelte (68), einem neuen Gesicht unter den Autoren, die die ländliche Region zum "Tatort" gewähnt haben, kommt dazu, dass der Buchtitel "Inselbeichte" zur Frage verleitet, welche Insel wohl gemeint ist und wie viel Lokalkolorit auf den nordfriesischen Leser zukommt. Zwei Salat schmausende Plaudertaschen, die mit Pelte auf Sylt an einem Tisch saßen, haben den in Handewitt lebenden Diplom-Metereologen und Reserveoffizier im Range eines Fregattenkapitäns auf den Dreh gebracht, Krimis zu schreiben. Drei sind im Buchhandel zu haben, der vierte ist fertig und der fünfte in Arbeit. Zentrale Figur seiner Kriminalromane sowohl bei "Kielwasser" und "Inselkoller" als auch bei "Inselbeichte" ist der Flensburger Kriminalrat Tomas Jung, den Reinhard Pelte im Verlaufe seiner Handlungen aufbaut, ihn recherchieren läßt und ihn jedoch mithilfe dessen Chefs aufs Abstellgleis verbannt, wo er sich längst zu den Akten gelegter ungelöster Kapitalverbrechen annimmt. Doch sieht sich der "Sündenbock", der angeblich mal einen früheren Giftmord nicht zufrieden stellend gelöst haben soll, keineswegs bestraft. Hier setzt Pelte mit der Erklärung an, dass die Handlungen seiner Fälle Fiktion sind und dass sich ihm und seinem Protagonisten aus der Ecke der ungelösten Fälle eine breite Spielwiese seiner Fantasien öffnet. Wo andere sich die Zähne ausbeißen, setzt Tomas Jung still, behutsam, subtil und geduldig an und schafft Spannungsmomente. Gleichwohl lehnt die Geschichte der "Inselbeichte" an den tragischen und bis heute ungelösten Fall der Seike Sörensen an, die 1993 - damals elfjährig - spurlos verschwand. Was mit ihr passiert sein könnte, ist Fiktion. In Peltes Krimi ist es die junge Imke (11), die auf dem Weg zum Musikunterricht in Husum nie ankommt. Eine groß angelegte Suchaktion bleibt erfolglos. Kriminalrat Jung macht sich an die Arbeit. Der Autor begleitet ihn und erkennt schnell, dass sein Ermittler Zeichen zu setzen weiß, die Charaktere den Menschen um ihn herum akribisch auslotet, bewertet und einordnet, bis sich vage Ahnungen öffnen und neue Richtungen aufzeigen. Er lässt seinen Kripobeamten in die Welt des verschwundenen Mädchens eintauchen und von der Erkenntnis ausgehen, dass ein Verbrechen Spuren hinterlässt. Jung erkennt bei seinen Recherchen einmal mehr, dass ihn Menschen nicht überraschen können. Der Handlungsfluss wird von zwei Ereignissen unterbrochen. Das sind die Schneekatastrophe 1978/79 und ein Klassentreffen, auf das Tomas Jung stößt, als er im Hotel "Altes Gymnasium", seiner einstigen Penne, erfährt, dass ein "Schoolclass-Anniversary-Meeting" stattfindet. Bei der Gelegenheit dieses Klassentreffens sieht er Mitschüler wieder, Typen wie Harry Potter, Streber, Sportler und vor allem Immo, dem das Hotel gehört, und gegenüber dem sich Jungs Wiedersehensfreude bald in Skepsis umschlägt, weil er bei Immo Detailwissen über Imkes Verschwinden ahnt. Tomas Jung nutzt die Gelegenheit der Schneepause zu Charakterstudien. Dem Zuhörer mögen sie ein wenig zu lang(atmig?) erschienen sein. Ein Überraschungsmoment freilich lässt die Klasse aufhorchen, als sich Immo als Schwuchtel outet. Außerdem steigt, wie die Dialoge ergeben, die Spannung zwischen Kriminalrat Jung und dem einstigen Klassenkameraden Immo. Und als in Immos Hotel auch noch das Licht ausgeht, ist die Lesung beendet. Reinhard Pelte beteuert, dass die Handlung nur an bestimmte Ereignisse angelehnt - und alles andere Fiktion ist. Doch sei der eine oder andere der geschilderten Charaktere durchaus authentisch. Was aus Imke geworden ist, ob irgendwann der Klassenkamerad Udo auftaucht, der beim Meeting fehlte, und ob Tomas Jung diesen Fall überhaupt lösen wird? Das weiß man erst nach 270 Seiten durchaus spannender Lektüre, auf die der Autor die heimischen Krimifans in der Stadtbücherei auf angenehme Art einzustimmen wusste.







Godja Momsen

Farbobjekte


Farbobjekt

Vom 26. September bis 29. Oktober 2011 präsentierte der Kunstverein Niebüll in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll Arbeiten der Diplom-Designerin Godja Momsen.

Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, dem 24. September 2011, um 11.30 Uhr luden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Die Künstlerin war anwesend.

Es sprach Peter Ewaldsen, Amtsvorsteher Amt Südtondern.



Godja Momsen, Jahrgang 1964

Diplomierte Designerin seit 1994, Muthesius Hochschule Kiel

seit 1993 Atelier für Interieur und Farbgestaltung in Hamburg

ab 1994 freie Mitarbeit in Planungsbüros

1993 - 1996 Messebau

ab 1995 Wandbilder

ab 2000 Wandgestaltung und Objektbau für Museen und Ausstellungen

ab 2001 Kulissengestaltung und Spezialeffekte für Film- und Fernsehen

2002 - 08 Oberflächenstrukturen für Möbel und Raumelemente

ab 2005 Farb-, Bild- und Raumkonzepte

Die Designerin Godja Momsen fertigt abstrakt, expressive Farbobjekte, die modulartig kombiniert werden können. Die Arbeiten basieren auf einem minimalistisch klaren Konzept, sind farbenprächtig und zeitlos schön.

Mehr über Godja Momsen und ihre Arbeit :www.farbobjekte.de



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 23.09.2011:

"Quadratisch, puristisch, bunt"

Niebüll


Torsten Beetz


Godja Mommsen

Wenn Amtsvorsteher Peter Ewaldsen die Festansprache zu einer Kunstausstellung hält, hat das einen besonderen Grund: Der Kunstverein Niebüll präsentiert in der Stadtbücherei Arbeiten der Diplom- DesignerinGodjaMomsen. Die jetzt inHamburglebendeKünstlerin kommt ursprünglich aus Neukirchen und Ewaldsen – zugleich Bürgermeister der Gemeinde – kennt die heute 47-Jährige schon von Kindesbeinenan. DieAusstellung„Farbobjekte“ wird am morgigen Sonnabend, 24. September, um11.30Uhr eröffnet und ist anschließend bis zum29. Oktober zu sehen.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 27.09.2011:

"Farb-Objekte von Godja Momsen: Eine Chance für die Kreativität"

Niebüll


Ursula Konitzki


Ausstellungseröffnung Godja Momsen
Erfolgreiche Vernissage: (v.l.) Peter Ewaldsen, Godja Momsen und Erika Spaude
Foto: Ursula Konitzki

Der Niebüller Kunstverein konnte die Stadtbücherei für eine Ausstellung mit Farbobjekten der in Hamburg lebenden Designerin Godja Momsen gewinnen. Büchereileiter Ronald Steiner zeigte sich nicht nur von der großen Resonanz zur Vernissage begeistert, sondern auch vom harmonischen Einklang der 55 Farbobjekte mit den Büchern. Wie die Vorsitzende des Kunstvereins Erika Spaude anmerkte, "ist Godja Momsen eine Künstlerin zum Anfassen. Für sie hat Farbe einen hohen Stellenwert". Die 1964 geborene Designerin stammt, wie Laudator Peter Ewaldsen zu berichten wusste, aus einer traditionsreichen Familie in der Wiedingharde, die führende Menschen hervorgebracht hat. Hier wuchs die Künstlerin auf einem wunderschönen Hof als einziges Kind ihrer Eltern behütet auf. Der Amtsvorsteher im Amt Südtondern und Bürgermeister der Gemeinde Neukirchen kennt Godja Momsen bereits seit ihrer Kindheit. Er wusste von Generationen von Terriern der Familie zu berichten, die allesamt "Mette" hießen, egal ob Rüde oder Weibchen. Peter Ewaldsen: "Die Kreativität hat Godja von ihrer Mutter geerbt". Nach der Schule lernte sie das Tischlerhandwerk. Doch das ließ ihr kaum Freiräume, ihre Kreativität auszuleben. Sie wechselte zur Kieler Muthesius Hochschule. Dort studierte die Nordfriesin das Fach Design, das sie 1994 mit ihrer Diplomarbeit abschloss. Peter Ewaldsen: "Doch wieder musste sie im Auftrag anderer arbeiten - bis sie zum Film kam." Das war ihre Chance. Nun konnte sie endlich frei arbeiten. In ihrem Hamburger Atelier für Interieur und Farbgestaltung entstehen Kulissen und Spezialeffekte für Film- und Fernsehen sowie Entwürfe für Wandgestaltungen und Möbeloberflächen. Dort baut Godja Momsen Objekte für Museen und Ausstellungen und fertigt Elemente für Räume an. Farbe ist ihr Metier. Mit ihr setzt sich die Gestalterin intensiv auseinander, inszeniert sie. Die Synthese von Acrylfarbe, Quarz und Maluntergrund führt zu überraschenden Kompositionen, die eine vielfältige Modulation an harmonisch aufeinander abgestimmten Farbtönen zeigen. Wie in der Stadtbücherei zu sehen ist, lassen sich Godja Momsens Objekte mit ihren farbigen Strukturen, minimalistisch konzipiert und zeitlos schön, als Module neben- oder untereinander immer wieder neu kombinieren.




Aus der Wochenschau vom 02.10.2011:

"Farbe und Struktur in Bildern"

Niebüll


Beate Kneißler


Ausstellungseröffnung Godja Momsen
Im Gespräch: (v.l.) Peter Ewaldsen, Godja Momsen und Erika Spaude
Foto: Beate Kneißler

Der Kunstverein Niebüll präsentiert in der Stadtbücherei noch bis zum 29. Oktober Arbeiten der Diplom-Designerin Godja Momsen. Gezeigt werden 55 quadratische Bilder, die auf einem minimalistisch klaren Design- und Farbkonzept beruhen und modulartig als Wandobjekte kombiniert sind. "Ich bin ganz angetan, wie harmonisch die Bilder in die Bibliothek passen", sagte Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner zur Ausstellungseröffnung. Das räumliche Fassungsvermögen der Stadtbücherei wurde angesichts einer außerordentlich hohen Besucherzahl beinahe gesprengt. Erika Spaude, Vorsitzende des Niebüller Kunstvereins beschrieb Godja Momsen als "Künstlerin zum Anfassen ohne Allüren." Farbe habe in ihren Arbeiten immer einen großen Stellenwert. "Die quadratischen Bilder lassen sich auch auf schwierig geschnittene Wände anordnen. Ihr markanter Arbeitsstil zeichnet sich in Farbe und Struktur aus." Peter Ewaldsen, Amtsvorsteher des Amtes Südtondern, ging in seiner Laudatio auf den persönlichen Lebensweg der Künstlerin ein. Aufgewachsen in einem sehr behüteten Elternhaus auf einem Bauernhof in Neukirchen, habe sie schon als Kind kleine Kunstwerke angefertigt. In dem Bestreben ihre Kreativität auszuleben, lernte sie zunächt das Handwerk der Tischlerei. Danach studierte sie Design in Kiel. Beruflich war Momsen unter anderem im Messebau tätig, baute Objekte für Museen und Ausstellungen und gestaltete Kulissen für Film- und Fernsehen. "Sie ist in ihrer Entwicklung noch lange nicht fertig, bleibt nicht an einem Punkt stehen, sondern entwickelt sich weiter - und das ist auch das Wichtige in der Kunst", betonte Ewaldsen. Godja Momsen, Jahrgang 1964, lebt heute in Hamburg und arbeitet dort als freisschaffende Künstlerin im eigenen Atelier.





litteraturfest.nu


Lesung mit Jógvan Isaksen und Jón Kalman Stefánsson


Zum zweiten Mal hieß es "Vorhang auf" für das grenzüberschreitende Literaturfestival litteraturfest.nu. Zehn Autorinnen und Autoren aus allen skandinavischen Ländern und Deutschland waren im gesamten deutsch-dänischen Grenzgebiet zu Gast und stellten sich dem Gespräch mit ihren Leserinnen und Lesern. Die Literatur dieser Autoren war ebenso vielfältig wie ihre Herkunft: Krimis, Romane mit historischen Bezügen, Familiengeschichten, Identitätssuchen sowie Jugendbücher waren darunter.

Die Stadtbücherei Niebüll freute sich, den von den Färöerinseln kommende Krimiautor Jógvan Isaksen und den isländischen Autor Jón Kalman Stefánsson präsentieren zu können. Sie lasen am Dienstag, dem 13. September 2011 in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Moderiert wurde die Veranstaltung von Torsten Voss, die deutschen Texte las Jochen Missfeldt.




Jógvan Isaksen Jógvan Isaksen (1950) ist der Krimiautor Nummer 1 der Färöerinseln. Inzwischen sind sieben Romane um den Journalisten und Privatdetektiv Hannis Martinsson erschienen, zwei davon sind ins Deusche übersetzt. Jógvan Isaksen ist ein Autor der klassischen Krimitradition. Er erzählt höchst spannend von dramatischen Geschehnissen, die zwar auf den Färöerinseln stattfinden, dennoch aber mit der globalen Welt in Verbindung stehen. Der Autor, der als Dozent an der Kopenhagener Universität arbeitet, hat außerdem eine Reihe Bücher über färöische Literatur und Kunst veröffentlicht.



Jón Kalman Stefánsson Jón Kalman Stefánsson (1963) hat zehn Bücher veröffentlicht, sechs davon sind auch auf Deutsch erschienen. Der Autor gibt an, dass er selbst nicht sagen kann, wie seine Geschichten entstehen. „Zu schreiben ist für mich wie eine Reise. Ich weiß nicht, ob ich nach Osten oder Westen soll, aber ich kenne die Stimmung und die Musik auf der Reise.“ Jón Kalman Stefánsson schreibt mit viel Lebensweisheit über die Menschen, das Leben und die gewaltige Natur auf Island. Er wurde dreimal für den Literaturpreis des Nordischen Rats nominiert.



Mehr zur Veranstaltung "litteraturfest.nu":www.litteraturfest.nu







Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 17.09.2011:

"Nordische Buchautoren im Doppelpack"

Niebüll


Ursula Konitzki


litteraturfest.nu 2011
litteraturfest.nu 2011 in der Bücherei mit Jochen Missfeldt, Jógvan Isaksen, Jón Kalman Stefánsson, Ronald Steiner (v.l.)
Foto: Ursula Konitzki

Zwei der zehn Autoren aus allen skandinavischen Ländern und Deutschland, die sich beim grenzüberschreitenden nordischen Literaturfestival (litteraturfest.nu) im gesamten deutsch-dänischen Grenzgebiet vorstellten, machten in der Niebüller Stadtbücherei Halt. Das Interesse an der Veranstaltung war so groß, dass Büchereileiter Ronald Steiner und seine Mitarbeiterinnen jede verfügbare Sitzgelegenheit herbei schaffen mussten. Die beiden Buchautoren Jógvan Isaksen von den zu Dänemark gehörenden 18 kleinen Färöerinseln mit ihren 48000 Einwohnern und der Isländer Jón Kalman Stefánsson stellten sich den Fragen aus dem Publikum, die ihre Person und ihre Lebensumstände betrafen. Von der Kieler Universität zu Gast waren die Dolmetscherin Bente Jacobs und Torsten Voss, der die Moderation übernommen hatte. Beide Schriftsteller lasen jeweils ein kurzes Kapitel aus "Endstation Färöer" beziehungsweise "Der Schmerz der Engel", die der renommierte norddeutsche Autor Jochen Missfeldt übersetzte. Jógvan Isaksen, Jahrgang 1950, gilt als der Krimiautor der Färöerinseln schlechthin. Der in Kopenhagen lebende Universitätsdozent, Literaturwissenschaftler und Verleger hat 29 Bücher geschrieben. Nachdem er 24 Jahre lang (sehr kritische) Rezessionen geschrieben hatte wechselte er die Seite und veröffentlichte 1990 sein erstes Buch. Die Handlungen seiner inzwischen sieben Kriminalromane - zwei wurden ins Deutsche übersetzt - um seinen Protagonisten Hannis Martinsson spielen auf den Färöerinseln mit Bezug zur globalen Welt. "Die Handlungen entstehen zwar vorher im Kopf", sagte er. "Aber irgendwann übernimmt das Buch selbst die Regie". Trotz seiner Kritik an der Gesellschaft sind die Krimis von Jógvan Isaksen die am meisten gelesenen Bücher in seiner Heimat. Außerdem hat er eine Reihe Bücher über färöerische Literatur und Kunst geschrieben. Viel gelesen würden auch die ins Färöerische übersetzten Bücher von Thomas Mann, der den dortigen Autoren als Vorbild gilt. Jon Kalman Stefánsson, Jahrgang 1963, hat bisher zehn Bücher veröffentlicht, sechs davon sind ins Deutsche übersetzt worden. Er wurde dreimal für den Literaturpreis des Nordischen Rats nominiert. Der zurückhaltende Autor aus Reykjavik arbeitete nach seinem Studium in der Fischerei, um die Herausgabe seiner ersten Gedichtsammlung finanzieren zu können. Stefánsson erzählt voller Liebe und Lebensweisheit von den Menschen. Er versucht, die Welt so darzustellen wie er sie als Kind erlebt hat, "weil Kinder die Welt poetischer erleben". Die Natur, so lautete seine Antwort auf eine diesbezügliche Frage, spielt eine große Rolle im harten Überlebenskampf auf Island. "Der jüngste Vulkanausbruch ist ein Zeichen dafür, dass wir trotz Technik die Natur nicht beherrschen können." Auf Island können sich 30 bis 40 Schriftsteller dank Stipendien auf ihre Arbeit konzentrieren. 300000 Einwohner leben auf der Insel. Jón Kalman Stefánsson: "Zählt man die Geister hinzu, die in allen Häusern wohnen, sind es 800000." Das zweite grenzüberschreitende nordische Literaturfestival vom 13. bis 17. September in der deutsch-dänischen Region Sønderjylland-Schleswig wurde vom Nordisk Informationskontor Flensburg, dem Kulturbüro der Stadt Flensburg und den Bibliotheken aus der Region Sønderjylland-Schleswig organisiert und durchgeführt.



Ausstellung



Meike Teichmann

"Von der Zaubermühle und anderen komischen Figuren"

Hamburger Illustratorin Meike Teichmann stellte in der Stadtbücherei Niebüll aus


Meike Teichmann - Friesenjung

Die Stadtbücherei Niebüll präsentierte in diesem Jahr in ihrer Sommerausstellung vom 18. Juni bis 30. Juli 2011 Werke der Hamburger Illustratorin Meike Teichmann. Diese zeigte sich von ihrer bunten Seite und gewährte Einblicke in ihre Arbeit mit Farbe und Pinsel. Fröhliche Bilder, für Kinder und jung gebliebene Erwachsene, von einer leichten Meeresbrise umweht, zauberten ein Lächeln in die Gesichter der Besucher.

30 ausgewählte Arbeiten mit verschiedenen Themenschwerpunkten waren in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll zu sehen. Neben den Bildern konnten Bücher der Illustratorin erworben werden, darunter drei Unikate mit Signatur.

Bei der Vernissage am Samstag, dem 18. Juni gab es zunächst ab 10:30 eine Märchenstunde für Kinder. Es warteten spannende Abenteuer und tolle Bilder von Meike Teichmann auf die kleinen Gäste.
Um 11:30 wurde die Ausstellung in Anwesenheit der Künstlerin eröffnet.
Die Einleitung sprach die Sylter Autorin Linde Knoch.

Meike Teichmann arbeitet seit 2008 als freiberufliche Illustratorin in Hamburg und hat das Diplom an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg erlangt. Ihre Diplomarbeit ist gleichzeitig ihre erste Veröffentlichung, das Kinderbuch "Die Zaubermühle oder Wie das Salz in die Nordsee kam" von Linde Knoch, erschienen im Willegoos Verlag Potsdam. Die Originalbilder zum Buch werden in der Ausstellung zu sehen sein.

Das Buch ist zweisprachig erschienen. Jeweils in Hochdeutsch und als zweites einmal in Plattdeutsch, in friesischem Platt und Amrumer Friesisch. So kann spielerisch der langsam aussterbende Dialekt an die Kinder weiter gegeben werden. Das Institut für Nieder-deutsche Sprache in Bremen und die Carl Toepfer Stiftung Hamburg haben "Die Zaubermühle" zum Plattdeutschen Buch des Jahres 2010 gewählt.

Die Autorin und gelernte Märchenerzählerin Linde Knoch hat das friesische Märchen in eine Reimform gebracht. Sie wird bei der Eröffnung die Märchenstunde abhalten und die Geschichte der Zaubermühle erzählen.

Neben Kinderbüchern illustriert Meike Teichmann auch für Privat- sowie Geschäftskunden aus den unterschiedlichsten Bereichen. Der Stil lässt sich als kindgerecht, freundlich und etwas eigenwillig beschreiben, stets achtet die Illustratorin auf ein harmonisches Gesamtbild und warme, angenehme Farben.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Stadtmarketing Niebüll, das auch schon an der Ausstellung der Kinderbuchautorin Eva Muggenthaler im Dezember 2009 beteiligt war. Weitere Kinderbuchausstellungen sollen folgen.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 20.06.2011:

"Sagen und sagenhafte Bilder"

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellungseröffnung Meike Teichmann
Märchenstunde in der Bücherei mit Linde Knoch (links) und Meike Teichmann (5.v.r.).
Foto: Dieter Wrege

Zeichnen sei die Kunst, Striche spazieren führen, sagt Paul Klee. Getreu diesem Zitat des Schweizers Malers und Grafikers lässt es die Hamburger Diplom-Illustratorin Meike Teichmann (30) in ihren Arbeiten angehen. Gesponsert und logistisch unterstützt vom Stadtmarketing Niebüll, stellt sie in der Stadtbücherei bis Ende Juli 27 ausgewählte Bilder aus ihrem jüngsten Schaffen aus. Die Sylter Autorin und Märchenerzählerin Linde Knoch verglich die Illustrationen der zierlichen Hanseatin in der Vernissage mit einem Blick in die Tiefen der Nordsee und einer Wanderung durch eine bunte Sagen- und Fabelwelt. Meike Teichmann zeigt vornehmlich Bilder aus dem Kinderbuch "Die Zaubermühle oder wie das Salz in die Nordsee kam". Den Text schrieb Linde Knoch, die plattdeutsche Übersetzung (De Zaubermöhl) lieferte Christiane Lage. Neben der deutsch-niederderdeutschen Fassung liegt auch eine deutsch-friesische in der Amrumer Mundart vor. Andere Bilder aus der Ausstellung entstanden zu Gedichten und Fabeln. Die Themen und Motive der Hamburgerin sind vielfältig - mal Weihnachtspostkarten, mal Figuren für ein Onlinespiel, mal die Darstellung eines Nähmaschinenrennens oder das Porträt eine Vierbeiners. Mit dem Stil ihrer Illustrationen lässt sie sich so ohne weiteres nicht einordnen. Aus einem Bündel von Kriterien, sagt Linde Knoch, fallen Harmonie und Stimmigkeit auf. Die Künstlerin setzt nach eigenen Worten auf gedeckte Farben. In einer geschlossenen Bildaufteilung spielt sie mit Kontrasten groß/klein und voll/leer. Ungenauigkeiten gehören bei ihr genauso zum Stilmittel wie der Verzicht auf schnurgerade Linien und haarscharfe Abgrenzungen. "Das lässt die Bilder lebendig werden - das macht deren Charme aus", sagt Linde Knoch. Nach dem Abi studierte Meike Teichmann an der Kunstakademie Hamburg. Ein zweites Studium an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften war den Fächern Gestaltung sowie Illustrations- und Kommunikationsdesign gewidmet, wobei sie, nachdem sie bislang nur gezeichnet hatte, "Farbe ins Spiel" brachte und nun in Acryl arbeitete. "Endlich mal wieder Kinderbilder", freute sich Büchereileiter Ronald Steiner über die Art der Sommerausstelung. Der Vernissage war eine Kinder-Märchenstunde mit Linde Knoch vorausgegangen. Obwohl Meike Teichmann (noch) keine Kinder hat, sieht sie sich den Kindern nahe. "Ich male so, dass sie mich verstehen", sagt sie. Nachzuvollziehen ist`s an den lustigen und fröhlichen Figuren, die durch ihre Bilder t(r)ollen, mit denen die Teichmann übrigens ihre erste Einzelausstellung feiert - an einem Ort, wie er geeigneter nicht sein könnte. "Stimmt", sagte die Illustratorin, "die Niebüller Stadtbücherei ist eine tolle Locacion."





Aus der Wochenschau vom 26.06.2011:

"Kinderbuch-Illustrationen in der Stadtbücherei"

Niebüll


Beate Kneissler


Ausstellungseröffnung Meike Teichmann
Meike Teichmann, Ronald Steiner, Linde Knoch und Holger Heinke (v.li.) gestalteten die Kinderbuchausstellung in der Stadtbücherei.
Foto: Beate Kneissler

Gespannt lauschte der Nachwuchs der Geschichte von dem Jungen mit der Zaubermühle und dem bösen Kapitän. Die Sylter Autorin Linde Knoch las aus ihrem Märchenbuch "Die Zaubermühle oder Wie das Salz in die Nordsee kam" zur Eröffnung der Sommerausstellung in der Stadtbücherei. Vom 18. Juni bis zum 31. Juli sind dort 27 Bilder der Hamburger Illustratorin Meike Teichmann, die das im Willegos Verlag Potsdam erschienene Kinderbuch illustriert hat, zu sehen. Anschaulich präsentierte sie den Kindern während der Lesung die Bilder aus dem Buch. "Durch die Illustrationen können Sie sich sowohl in die Tiefen der Nordsee hinab ziehen lassen oder durch die bunte Sagen- und Fabelwelt wandern oder sich nach Schweden träumen", erklärte Linde Knoch in ihrer anschließenden Laudatio für die Illustratorin. "Die Bilder strahlen große Harmonie und Stimmigkeit aus." Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner freute sich, dass es "endlich mal wieder eine Kinderbuchausstellung in der Bücherei nach der Ausstellung von Eva Muggenthaler Weihnachten 2009" gibt. "Diese schönen und fröhlichen Bilder von Meike Teichmann sind prädestiniert für die Sommerausstellung." Er dankte Holger Heinke vom Stadtmarketing für finanzielle und logistische Unterstützung. Die Illustratorin selbst lobte die "tolle location" für ihre Ausstellung. Die Illustration des vorgestellten Kinderbuchs ist Diplomarbeit und gleichzeitig erste Veröffentlichung der 1980 in Hamburg geborenen Illustratorin. Seit 2008 arbeitet sie freiberuflich. Teichmann malt über Illustrationen für Kinderbücher hinaus unter anderem Motive für Karten und Online-Spiele. Sie illustriert Weihnachtspostkarten, Maskottchen und Buchcover und erstellt Portraits von Tieren für Privatkunden. Linde Knoch hat das friesische Märchen von der Zaubermühle in Reimform gebracht. Es ist zweisprachig in Hochdeutsch und jeweils in Plattdeutsch, friesischem Platt und Amrumer Friesisch erschienen. 2010 wurde das Buch zum Plattdeutschen Buch des Jahres gewählt.



Puppentheater



Firlefanz - Theater mit Puppen, Dresden

"Pettersson und Findus"

Die Stadtbücherei Niebüll lud am Montag, dem 18. Juli 2011 zum Puppentheater in den Sitzungssaal des Rathauses Niebüll ein. Das Theater mit Puppen "Firlefanz" aus Dresden spielte das Stück "PETTERSSON und FINDUS". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.

Bild: Pettersson und Findus Infos zum Stück:
"Pettersson und Findus" ist ein Stück nach den Kinderbüchern von Sven Nordqvist über Abneigung und Zuneigung, über Freundschaft und schlechtes Wetter, gespielt von einem Schauspieler und einer Katze mit viel Witz, Sehnsüchten, Tempo, Träumen und Musik für die ganze Familie. Was für eine Welt tut sich da auf! Doch der alte Pettersson und der witzige Findus können trotz ihrer Verschiedenheit sehr gut miteinander auskommen. So kann man miterleben, dass Kater Findus mindestens dreimal im Jahr Geburtstag feiert, wie man einen wilden Stier austrickst und an welcher genialen Erfindung Pettersson gerade arbeitet. Und an die singenden Hühner auf Petterssons Hof wird sich bestimmt jeder noch lange erinnern...

» www.theater-firlefanz.de


Bild: Pettersson und Findus Bild: Pettersson und Findus
Bild: Pettersson und Findus Bild: Pettersson und Findus

Ausstellung



Frauke Gloyer

"Eine runde Sache"



Äpfel, 2004

Vom 19. März bis 30. April 2011 zeigte die Stadtbücherei Niebüll unter dem Titel "Eine runde Sache" Arbeiten der Künstlerin Frauke Gloyer.



Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 19. März 2011 um 11.30 Uhr luden wir Sie und ihre Freunde ganz herzlich ein.

Zur Eröffnung sprach Dr. Thomas Gädeke, stellv. Direktor Landesmuseum Schloss Gottorf.

Die Künstlerin war anwesend.


Frauke Gloyer

Geboren 1961 in Flensburg
Abitur 1980 am Alten Gymnasium Flensburg
Studium der Freien Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig (Prof.L. von Monkiewitz und R.Dörfler)
Seit 1986 freischaffend in Niebüll / Nordfriesland, seit 2008 in ihrem Atelier in Galmsbüll

Mehr über Frauke Gloyer:www.frauke-gloyer.de




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 17.03.2011:

Wiedersehen mit Frauke Gloyer

Niebüll


Moritz Pelte



Ausstellung Frauke Gloyer
Foto: Pelte

Sieben Jahre ist es her, dass ihre Ölbilder zwischen den Bücherregalen zu bewundern waren. Doch an diesem Wochenende kehren Frauke Gloyer und ihre Kunst zurück in die Stadtbücherei. 36 Werke der Galmsbüllerin werden bis zum 30. April zu sehen sein. Ob nordfriesische Eindrücke, Stillleben oder ihre eigenen Haustiere - spannende Ausschnitte, klare Farben und der Blick fürs Detail haben die Künstlerin und ihre Werke bekannt gemacht.




Aus der Wochenschau vom 04.04.2011:

"Eine runde Sache"

Niebüll


Beate Kneissler


Ausstellungseröffnung Frauke Gloyer
Landrat Dieter Harrsen gratulierte Frauke Gloyer zu ihrem runden Geburtstag am Tag der Ausstellungseröffnung. Dr. Thomas Gädeke (li.) vom Landesmuseum Schloss Gottorf sprach zur Eröffnung.
Foto: Beate Kneissler

Zur Ausstellungseröffnung "Eine runde Sache" mit Ölbildern von Frauke Gloyer platzte die Stadtbücherei fast aus allen Nähten, soviele Gäste waren gekommen. Zum fünften Mal stellt die Galmsbüller Künstlerin ihre Werke in der Stadtbücherei aus. Das erste Mal, im Jahr 1984, waren schon nach zehn Minuten beinahe alle Bilder verkauft, erinnerte Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner. Er begrüßte hochrangige Gäste, unter ihnen Landrat Dieter Harrsen, Amtdirektor Otto Wilke, Dr. Jörg Garbrecht von der Nolde Stiftung Seebüll, Altbürgermeister Heinz Loske und Ehrenbürger Friedrich Paulsen. "In Ihren Bildern drückt sich die Liebe zu Nordfriesland aus und darauf sind wir richtig stolz", würdigte Landrat Dieter Harrsen die Künstlerin in seinem Grußwort. "Kultur gehört hierher, mit ihr strahlen wir eine Offenheit aus, als Nordfriesland und als Menschen, die ihresgleichen sucht." Dr. Thomas Gädeke, stellvertretender Direktor des Landesmuseum Schloss Gottdorf, sprach zur Eröffnung über die Bilder von Frauke Gloyer. Er ging, exemplarisch für die Werke der Malerin, auf das Motiv "Äpfel" ein. Gloyers Bilder seien nicht von großer Ideologie geprägt und hätten wenig mit Bildung und Bücherwissen zu tun. Sie male das, was vor ihren Augen liege und schaffe dann Bilder, die nicht wiederholbar, original und frisch seien. "Es gibt soviel Spontaneität in der Malerei von Frauke Gloyer zu sehen. Eine Spontaneität, die mit der Natur zusammengeht", betonte Gädeke und fuhr fort: "Das ist der Zauberstab des Künstlers, dass er diese Dinge dann in eine Lebendigkeit führt, die wirklich erhalten ist. Das muss nicht in den Kühlschrank - das bleibt immer frisch." Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wies Ronald Steiner auf zwei in der Stadtbücherei hängende Vogelnistkästen von den Mürwiker Werkstätten hin, die Frauke Gloyer mit Tiermotiven bemalt hatte. Beide Exemplare werden am letzten Tag der Ausstellung, den 30. April um 12 Uhr, zugunsten des Fördervereins der Mürwiker Werkstätten versteigert.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.05.2011:

"Nistkästen-Versteigerung: Amtsvorsteher als Auktionator"

Niebüll


Dieter Wrege


Nistkästen-Versteigerung
Amtsvorsteher Peter Ewaldsen.
Foto: Dieter Wrege

Am Wochenende endete in der Stadtbücherei die viel beachtete "Geburtstagsausstellung" der Malerin Frauke Gloyer. Am letzten Tag machte die Künstlerin ihr Versprechen wahr und stellte der Öffentlichkeit zwei von Mitarbeitern der Mürwiker Werkstätten gebaute Nistkästen zur Verfügung. Auf einen der beiden Kästen hatte sie einen Hasen gemalt, auf den andern eine Blaumeise. Versprochen war auch, dass die Nistkästen für einen guten Zweck versteigert werden sollten - nämlich zugunsten des "Fördervereins Mürwiker Werkstätten". Als Auktionator gewann Büchereileiter Ronald Steiner Peter Ewaldsen, den Amtsvorsteher des Amtes Südtondern. Dieser entschied sich für die "amerikanische Versteigerung", um, wie er sagte, "ordentlich Geld in die Kasse zu bekommen." "Wir können uns glücklich schätzen, eine solche Künstlerin unter uns zu wissen", gab Ewaldsen seiner Freude Ausdruck über die "so lebendige und authentische Art" der Malerin, die Lebewelt der Natur darzustellen. "Sie sollte auch mal bei uns im Amt ausstellen", äußerte sich der Amtsvorsteher jedoch letztlich damit zufrieden, "dass Frauke Gloyer mit der hohem Qualität ihrer Arbeiten im besonderen Ambiente der Bücherei präsent war." Den mürwiker Nistkästenkonstrukteuren empfahl der in der Natur erfahrene einstige Kreisjägermeister, die Löcher der Meisenkästen nicht zu groß zu schneiden, damit nicht die frechen Spatzen darin heimisch werden können. Die zart gebaute Meise braucht ein deutlich kleineres Eingangsloch und brütet in zwölf Tagen ihren bisweilen acht- bis zehnköpfigen Nachwuchs aus, jedes "Kücken" nur vier, fünf Gramm leicht. Wer einen Meisenkasten aufstellt, sollte das Einsteigloch nach Osten ausrichten, empfahl der erfahrene Heger und Naturfreund. Überdies meinte Ewaldsen, sei es gut, wenn man sich um die Meise - ob Kohl- oder Blaumeise - Sorgen und Gedanken macht. Der geschäftliche Part der "Aktion Nistkästen" war schnell abgewickelt. Ewaldsen schaffte es, die Versteigerung humorvoll und flott über die Bühne zu bringen. Er startete bei beiden Kästen selbst mit jeweils einem Fünf-Euro-Schein und verstand es, den Inhalt des Hutes auf je über 100 Euro hochzuschaukeln. Der erste "Hammerschlag zum Dritten" kam nach 112 Euro zu Gunsten von Eva Heider aus Galmsbüll, die jetzt Besitzerin des Nistkastens mit dem Hasenmotiv ist. 135 Euro erlöste der Nistkasten mit der Blaumeise, über den sich Ellen Carstensen aus Deezbüll freut - und das in zweifacher Hinsicht: nicht nur über den Nistkasten, sondern auch für den Förderverein, dessen Vorsitzende sie ist. Die beiden Nistkastenbesitzerinnen wollen die Entscheidung, ob die sie ihren Nistkasten draußen aufhängen, oder drinnen behalten, noch überschlafen.


Nistkästen-Versteigerung
Der Hut des Auktionators machte mithilfe von Wiebke Scheffel erfolgreich die Runde.

Foto: Dieter Wrege



















Aus der Wochenschau vom 08.05.2011:

"238 Euro für den Fördervrein"

Niebüll


Wolfgang Pustal


Nistkästen-Versteigerung
Sie haben die beiden Kunstwerke ersteigert: Eva Heider (li.) und Ellen Carstensen mit ihren von Frauke Gloyer bemalten und signierten Nistkästen.
Foto: Wolfgang Pustal

Bis zum Sonnabend, 30. April, waren in der Stadtbücherei die Bilder der Ausstellung "Eine runde Sache" von Frauke Gloyer zu sehen. "Wir können uns glücklich schätzen, so einen Künstlerin in der Region zu haben. Ich habe mir ihre Bilder heute Vormittag noch einmal angesehen. Es ist ein Kleinod hier in der Stadtbücherei. Es ist eine Ausstellung mit hoher Qualität in so einem Ambiente", lobte Peter Ewaldsen die Werke der Galmsbüller Malerin. Gekommen war der Amtsvorsteher allerdings nicht nur als einer der letzten Ausstellungsbesucher, sondern als Auktionator."Wir haben Frauke Gloyer drei Nistkästen gegeben, die von den Mürwiker Werkstätten gebaut wurden. Sie hat alle drei bemalt: einen mit einer Meise, einen mit einem Hasen und einen mit einer Krähe. Da der Vater ein Krähenfan ist, hat Frauke Gloyer diesen Nistkasten ihm geschenkt. Die beiden anderen hat sie uns überlassen, um sie zu Gunsten des Fördervereins Mürwiker Werkstätten e.V. hier und jetzt zu versteigern", erklärte Ronald Steiner. Er hätte sich dabei allerdings etwas mehr interessierte Mitbieter gewünscht. Nur gut 20 Leute waren zu dieser etwas anderen Finissage in die Stadtbücherei gekommen. Kurz erklärten Steiner und Ewaldsen die Regeln der Amerikanischen Versteigerung. Peter Ewaldsen gab zuvor noch einiges seines großen Erfahrungsschatzes zum Besten. "Die Nistkästen sind behandelt worden und so gut geeignet, draußen zu hängen. Die Löcher sind für Meisen allerdings etwas zu groß, da können auch Spatzen rein. Meisen brüten nur 10 Tage und haben bis zu 12 Nachkommen. Sie sind nur 10 Gramm schwer. Ich bin immer wieder fasziniert, was die Natur kann. Wir sehen das zum Teil gar nicht mehr. Bitte richten Sie das Loch nach Osten aus, denn auch Vögel möchten gerne einen Sonnenaufgang sehen", bat Peter Ewaldsen. "Wichtig ist es, die Kästen einmal im Jahr zu reinigen, bevor sie neu bezogen werden. Die Meisen, die darin groß werden, bleiben den ganzen Sommer über, wenn man ihnen Futter gibt. Wenn man sich um die kleinen Vögel kümmert, dann kommt vielleicht auch wieder das Interesse für die großen Vögel", meinte Ewaldsen. Als erstes kam der Nistkasten mit dem Hasen zur Versteigerung. Ewaldsen selbst warf die ersten fünf Euro in den Hut, mit das ehemalige "Bücherkind" Wiebke Scheffel das Geld einsammelte. Schnell wuchs die Summe im Hut. Bei 107 Euro gab der Auktionator den Zuschlag. Freuen durfte sich Eva Heider aus Galmsbüll. Auf die Frage, ob der Nistkasten draußen oder drinnen hängen wird, konnte sie noch keine Antwort geben. "Das kam so überraschend", musste sie einräumen. Um den zweiten Nistkasten wurde dann noch eifriger geboten. Erst bei 135 Euro erteilte Peter Ewaldsen den Zuschlag für Ellen Carstensen. Die durfte sich dann nicht nur über den von Frauke Gloyer bemalten und signierten Nistkasten mit der Meise freuen, sondern als Vorsitzende des Fördervereins Mürwiker Werkstätten e.V. auch über insgesamt 238 Euro.


Nistkästen-Versteigerung
Der Auktionator und die Versteigerungsobjekte: Peter Ewaldsen und Wiebke Scheffel präsentieren vor der Versteigerung die beiden Objekte.
Foto: Wolfgang Pustal





















Ausstellung



Die Mürwiker zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll


Der kleine Laden

Vom 9. Februar bis 12. März 2011 waren die Mürwiker Werkstätten zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll. Sie präsentierten eine bunte Auswahl an schönen und nützlichen Dingen, die in den Werkstätten produziert wurden. Ob Vogelhaus, Tasche, Bürste oder Dekoartikel, für jeden Geschmack war etwas im kreativen Angebot dabei.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 11.02.2011:

Gastauftritt der besonderen Art

Niebüll


Dieter Wrege


Die Mürwiker zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll
Carola Körner, Kathrin Elshoff, Ronald Steiner, Urte Langmaack und Günter Fenner präsentieren die Ausstellung. Foto: Wrege

"Wir eröffnen heute eine Ausstellung. Aber diesmal ist es keine Kunstausstellung", begrüßte Bücherechef Ronald Steiner die gewohnt große Zahl von Besuchern, die stets kommen, wenn etwas Besonders in der Stadtbücherei geboten wird. Doch mit Kunst hatte die Ausstellung doch zu wenngleich "nur" mit Kunsthandwerk. Aber weil die an den Wänden und auf den Bücherregalen zu sehenden Exponate aus den Mürwiker Werkstätten stammen und von Menschen mit Behinderungen gemacht wurden, verdient diese ungewöhnliche Ausstellung besondere Beachtung. Die Idee zur Ausstellung mit dem Titel "Die Mürwiker zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll" hatte Ronald Steiner selbst. Er hatte in den Laden der Werkstätten in der Bahnhofstraße hineingeschaut und die "vielen schönen Sachen" gesehen. Bei leitenden Mitarbeiterinnen der Werkstätten fand er sofort ein offenes Ohr. Kathrin Elshoff, Leiterin der Nova, Urte Langmaack, Schneiderin in der Nova, und Carola Körner, Gruppenleiterin in den Werkstätten, stellten die Exponate zusammen und wirkten am Aufbau der Ausstellung mit, die all das zeigt, was in den Werkstätten im kunsthandwerklichen Bereich entsteht: Handarbeiten, Arbeiten in Holz, Zierrat und Nistkästen, die bereits allesamt den roten Punkt tragen und weggegangen sind wie warme Semmel. Wie man in eine Bücherei geht, um sich ein Buch zu holen oder um zu lesen, sollen die Besucher jetzt auch Spuren dessen lesen, was hier harmonisch eingefügt ist. Dazu lud Günter Fenner (Flensburg) , Geschäftsführer der Mürwiker Werkstätten GmbH ein. Im Grußwort der Mürwiker zitierte Fenner aus dem Buch des von Geburt an behinderten Schriftstellers Georg Paulmichel aus Schlanders (Südtirol). "Die Welt braucht keine Behinderten. Aber dennoch sind sie da… Doch ob sie im Himmel Einlass finden, weiß nur der liebe Gott." Womit Fenner die Frage aufwarf, welche Bedeutung Menschen mit Behinderung für die Gesellschaft haben. Aus Sicht der Mürwiker könne man sagen, dass sie durchaus zum Gelingen der Gesellschaft beitragen. Fakt sei, dass Firmen Teile ihrer Standardprozesse zu den Mürwiker Werkstätten auslagern - etwa eine Flensburger Werft, ein Niebüller Großunternehmen und eine Firma auf Eiderstedt. Dadurch werde Fachpersonal der Auftraggeber entlastet. "Und damit tragen wir auch dazu bei, dass Menschen ohne Behinderung ihren Arbeitsplatz behalten", folgerte Fenner. Das sei dann auch der Bereich, "in dem wir unser Geld verdienen". Doch gleichwohl spielt der kunsthandwerkliche Bereich eine wichtige Rolle in den Werkstätten. "Davon sehen sie in dieser Ausstellung eine Auswahl", lud er die Gäste der Vernissage und die Leser, die in die Bücherei kommen, auf Entdeckungstour zu gehen - und zwar immer an der Wand lang. Ronald Steiner überreichte dem Mürwiker Damentrio Elshoff, Langmaack & Körner Blumengebinde. Die am Mittwoch eröffnete Ausstellung ist bis zum 12. März während der Büchereiöffnungszeiten zu sehen.



Aus der Wochenschau vom 20.02.2011:

Spuren lesen zwischen Büchern

Niebüll


Wolfgang Pustal


Die Mürwiker zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll
Volles Haus bei der Ausstellungseröffnung: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger kamen in die Stadtbücherei, um die nützlichen und schönen Dinge aus den Mürwiker Werkstätten anzuschauen und auch zu kaufen. Foto: Pustal

"Dieses Mal eröffnen wir keine Kunst-Ausstellung, sondern Kunsthandwerk ist in den Räumen der Stadtbücherei zu sehen. Ich bin sehr zufrieden, dass wir die Mürwiker Werkstätten als Gäste gewinnen konnten", begrüßte Ronald Steiner sehr viele Gäste zur Ausstellungseröffnung. Sein ganz besonderer Dank galt dabei den drei Damen Carola Körner vom Laden der Mürwiker Werkstätten in der Bahnhofstraße, Urte Langmaack, Schneiderin, und Kathrin Elshoff , der Leiterin der NOVA im Gewerbegebiet Ost, die zusammen diese Ausstellung in der Stadtbücherei aufgebaut haben. "Sie haben hier sehr viele Stunden investiert und ich ziehe den Hut vor dem, was sie hier gemacht haben", so Steiner. Und das kann sich wirklich sehen lassen. Auf und an den Regalen, an den Wänden und auch an den Scheiben sind die sehr verschiedenen Dinge, die die Mitarbeiter der Mürwiker Werkstätten herstellen, zu finden - und das meist erst auch auf den zweiten Blick. "Hier muss man diesmal Spuren lesen und nicht nur Bücher, um die Produkte zu erkennen. Sie sind hier ganz harmonisch eingepasst", sagte Günter Fenner, der Geschäftsführer der Mürwiker Werkstätten.
Fenner trug ein Gedicht von Gerd Paulnickel, eines Menschen mit Behinderung, vor mit dem Titel "Behinderte" und stellte anschließend die Frage: "Welche Bedeutung haben Menschen mit Behinderungen für eine Gesellschaft?". "Es gibt da unterschiedliche Sichtweisen, meist sind die Menschen mit Behinderungen ein Objekt des guten Willens. Aber sie leisten auch einen Beitrag für die Gesellschaft. Die Mürwiker Werkstätten verdienen ihr Geld mit Arbeiten, die andere Firmen auslagern. Das ist nicht immer kreativ, bedeutet aber, dass die Firmen sich mit ihrem qualifizierten Fachpersonal auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Arbeitsplätze von Menschen ohne Behinderungen in unserer Region können so erhalten werden durch die Arbeit von Menschen mit Behinderungen. Aber wir können nicht nur verpacken, sondern beschäftigen uns auch mit den Dingen, die sie hier sehen können". Da sind sehr unterschiedliche Dinge zu finden: bunte Taschen hängen an den Regalen, auf den Bücherregalen im Eingangsbereich stehen unzählige bunte Nistkästen - der Renner der Ausstellung - Bürsten hängen an den Wänden und verpackte Dinge. Und auch Kaminholz steht in der Bücherei. Man muss sich schon selbst auf die Suche machen, um all die nützlichen und schönen Dinge zu finden. "Die Mürwiker können eine ganze Menge - das kann man hier sehen", sagte Ronald Steiner zum Schluss.


Statistik 2010


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 05.01.11:

Rekordausleihe dank neuer Medien

Niebüll


Dieter Wrege


Statistik 2010
Hochbetrieb am Tresen: Mehr als 175000 Entleihungen registrierte die Niebüller Bücherei im vergangen Jahr. Foto: Wrege

Die Stadtbücherei Niebüll hat im vergangenen Jahr gegenüber 2009 um 4,45 Prozent zugelegt und meldet mit nunmehr 176 549 Entleihungen erneut ein Rekordjahr. Büchereichef Ronald Steiner führt den Anstieg auf die Vielzahl neuer Medien zurück. Das Buch bleibt nach seinen Worten zwar unumstritten die Nummer eins. Doch haben CD, DVD, CDRom und Konsolenspiele für einen enormen Anstieg in der Zahlenbilanz gesorgt. Jetzt strebt die Stadtbücherei auf eine neue Bestmarke zu, die bei 180 000 Entleihungen liegen dürfte. "Das wird dann wohl das Ende der Fahnenstange sein", sagt Dipl-Bibliothekar Steiner. 1982 zählte die Bücherei noch 50 000 Entleihungen, sechs Jahre später über 100 000 und 2007 über 150 000. Steiner führt das jüngst deutlich gestiegene Interesse an der Bücherei auch auf den neuen Markt mit den Hörtiteln und Literatur-CDs zurück, die besonders beliebt sind bei Autofahrern auf langen Strecken und bei Hörern, die Hausarbeit verrichten. "Außerdem sind wir nach wie vor eine ‚nachfrageorientierte' Bücherei", sagt Steiner, der seinen zurzeit 3200 Stammkunden, darunter 1840 Erwachsenen, 39 000 Medien aus zehn verschiedenen Sparten anbietet. Jüngstes bei jungen Kunden besonders beliebtes Medium ist das Konsolenspiel, das Fußball, Karaoke, Star Wars, Phantasy und Rollenspiele anbietet. Die Bücherei hat etwa 300 solcher Spiele auf Lager. Ganz neu im Angebot ist das Speichermedium Blue Ray (steht für "blauer Strahl"), eine Art "High-Definition-Nachfolgerin" der DVD und geschätzt wegen seiner hoch auflösenden Qualität. Gern und viel gelesen wurde Stephanie Meyer mit ihren Fantasie- und Vampir-Schmökern "Biss zum Ende der Nacht" bzw. "Biss zum ersten Sonnenstrahl". Weitere Hits waren Ken Folletts "Tore der Welt" und "Sturz der Titanen" und weiterhin Stieg Larssons Reißer "Verblendung", "Verdammnis" und "Vergebung". Unter den Sachbüchern und Biographien dominierten Thilo Sarazins "Deutschland schafft sich ab", Margot Käßmanns "In der Mitte des Lebens" sowie Natascha Kampuschs "3096 Tage". "Avatar", "Biss zur Mittagsstunde" und "Zweiohrküken" war die DVD-Spitzenreiter. In den Bücherei lasen Sandra Dünschede, Anne Hansen und die Skandinavierinnen Torre Brekke und Sissel-Jo Gazan. Ausstellungen gab es von Dyke Johannsen, Eiko Borcherding und Ren Rong. Das Puppentheater "Firlefanz" lockte einen vollen Rathaussaal an, die "Lesewelle", die nächsten Dienstag wieder starte, schwappte munter in die Herzen der Kinder. Für dieses Jahr stehen zwei Ausstellungen fest: Frauke Gloyer-Feddersen mit einer Jubiläumsausstellung zu ihrem 50. Geburtstag und der Bremer Klaus Zwick, den der Kunstverein präsentiert. Das Jahr 2010 war für die Stadtbücherei das erste Jahr in der Trägerschaft der Stadt Niebüll, die die Nachfolge der Büchereizentrale Schleswig-Holstein antrat.



Ausstellung



Dyke Johannsen

Maler und Zeichner



Im Garten, Kreidezeichnung (32 x 24 cm), Dyke Johannsen

Vom 13.11.2010 bis 23.12.2010 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Werke des Malers und Zeichners Dyke Johannsen (1933-2009).

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 13. November 2010 um 11.30 Uhr lud die Stadtbücherei Niebüll herzlich ein.

Begrüßung: Ronald Steiner, Stadtbücherei Niebüll

Grußwort: Peter Ewaldsen, Amtsvorsteher

Einführung: Maiken Johannsen



Dyke Johannsen:

geboren 1933 in Tondern, gestorben 2009 in Frankfurt/M.

Ausbildung:
1950-1955 Goldschmied, Tondern
1955 Zeichen Akademie, Hanau am Main
1956-1958 Akademie der Bildenden Künste, München
1961-1963 S.W. Hayter, Atelier 17, Paris

Einzelausstellungen in Dänemark, Schweden, Deutschland, USA

Gruppenausstellungen in Dänemark, Frankreich, Holland, Deutschland, USA




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 18.11.2010:

Hochkarätige Kunst

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellungseröffnung Dyke Johannsen
Maiken Johannsen , Tochter des verstorbenen Künstlers, mit Stadtbüchereichef Ronald Steiner bei der Eröffnung.
Foto: Dieter Wrege

Unerwartet groß war wieder der Zulauf zu den Bildern des Malers Dyke Johannsen (1933-2009), die bis zum Tag vor Heiligabend in der Stadtbücherei zu sehen sind. Nach 1992 (Haizmann-Museum) und 2006 (Bücherei) darf sich die Niebüller Kunstszene ein drittes Mal an den Werken des "Nachbarn aus Tondern" erfreuen. Weil es die traditionelle Weihnachtsausstellung der längst zum "Kulturtempel" mutierten Stadtbücherei ist, ist die Ausstellung auch schon mal ein Weihnachtsgeschenk. Ob denn auch überhaupt Leute zu meiner Ausstellung kommen, habe der bescheidene Künstler dann und wann und auch in Niebüll gefragt, erinnerte Büchereichef Ronald Steiner an die Begegnungen mit dem Maler und Zeichner. "Sie kamen", berichtete er, "die meisten bei der Ausstellung 2006 in unserer Bücherei." Es waren Besucher aus der ganzen Grenzregion, darunter viele aus Tondern. So ähnlich war es auch am vergangenen Sonnabend, als Ronald Steiner mit der Worten "die Ausstellung ist eröffnet" zum Blick auf die 38 Arbeiten des Malers lenkte - Zeichnungen, Aquarelle, Ölbilder. Doch zuvor hatte die Tochter des Malers das Wort. Maiken Johannsen (51), Personalchefin der Siemens-Niederlassung im dänischen Aarhus, führte in die Ausstellung ein. Vorab äußerte sie sich erfreut über die vielen Besucher und die herzliche Atmosphäre in der Vernissage und dankte dem Kurator Prof. Andreas Brandt für die professionelle Hängung der Bilder. "Das hier ist meine erste Rede in deutscher Sprache", ließ sie Lampenfieber anklingen, ging dann jedoch gezielt und gekonnt an das Thema. Es seien allesamt Motive mit lebendiger Dynamik und von großen Farbintensität, blickte sie in die Reihe der Arbeiten, Diese Motive habe er sich aus der Umgebung geholt - etwa Aus dem Garten oder aus der Natur rundum. Wo immer er war, habe er sein Skizzenbuch dabei gehabt. "Es war das Leben um ihn herum, das ihn faszinierte und das er festhielt." Dem Betrachter seien viele der Bilder erschienen wie Situationen zum Wiedererkennen. "Was er einfing, das waren Stimmungen, Spannungen und Freude." Motivisch geprägt war die Malerei des Dyke Johannsen von der Natur auf der Insel Fanø, von Bildern seiner Angehörigen, Figuren und Fantasien. Er soll, sagt man, Henri Matisse geschätzt haben und dessen "heitere Ruhe durch die Vereinfachung von Idee und Form." Nachzuvollziehen ist das alles im jetzt erschienenen Buch "Arbeiten 1949 - 2009". Während der Planungen zum Buch verstarb der Malen im Dezember 2009 in Frankfurt. Herausgegeben wurden es von der Witwe Jane Slater Johannsen und den Töchtern Maiken, Geske und Saskia, die bis auf letztere bei der Vernissage anwesend waren. Amtsvorsteher Peter Ewaldsen dankte Ronald Steiner und seinen fachkundigen Helfern für die vielen eindrucksvollen Events in der Bücherei. "Es ist schon ungewöhnlich, derart hochkarätige Kunst in die Bücherei zu holen." Die Familie Johannsen, erinnerte Ewaldsen, sei von 1753 bis 1880 in Neukirchen ansässig gewesen - und durch die Idee des Meieristen Eduard Busch zur "Kulturenhauptstadt Europas" aufgestiegen. Außer der Familie Busch Johannsen seien aus der Umgebung von Seebüll, wie Ewaldsen in seinem kleinen historischen Exkurs betonte, auch Namen wie die des Malers Emil Nolde (1867-1956) und des Literatur-Nobelpreisträgers Theodor Mommsen (1817-19039 zu nennen.




Aus der Wochenschau vom 28.11.2010:

Eindrückliche Zeugnisse eines stillen Beobachters

Niebüll


Beate Kneißler


Ausstellungseröffnung Dyke Johannsen
Noch bis zum 23. Dezember sind die Bilder Dyke Johannsens in der Stadtbücherei zu sehen.
Foto: Beate Kneißler




Über den "überwältigenden Zulauf" zeigte sich Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner zur Eröffnung der diesjährigen Winterausstellung erfreut. Noch bis zum 23. Dezember sind in der Bücherei Bilder des Malers Dyke Johannsen zu sehen. Steiner erinnerte an eine Ausstellung des Künstlers im Jahr 2006, die der Bücherei unter allen Ausstellungen bislang die meisten Besucher zur Eröffnung beschert hatte. Er begrüßte besonders die Familie des im vergangenen Jahr verstorbenen Künstlers aus Tondern. Steiner dankte den Angehörigen für die Leihgabe der Bilder und dem Kurator der Ausstellung, Andreas Brandt. Amtsvorsteher Peter Ewaldsen sprach das Grußwort. "Es ist nicht selbstverständlich, dass es in einer Bibliothek so hochkarätige Darstellungen von Kunst gibt, wie hier in Niebüll." Ewaldsen beleuchtete die Familiengeschichte des Künstlers, von Vorfahren, die im 18. und 19. Jahrhundert in Neukirchen auf einem Bauernhof in Hesbüll gelebt hatten bis zur Firma Wisby-Danisco. Maike Slater Johannsen aus Aarhus, die Tochter des Künstlers, sprach einleitende Worte zur Ausstellung. "Die gezeichneten Motive zeichnen sich durch ihre bewegliche Dynamik und der Farbintensität aus. Eigenschaften, die auch die Arbeiten von Dyke in der Malerei und in der Keramik kennzeichnen. Die Motive fand er in der nahen Umgebung, in Beschreibungen des täglichen Lebens wie beispielsweise der Gartenarbeit." Unzählige Male habe er ganz still das Leben um sich herum betrachtet und Stimmungen und winzige Details registriert, die später in größeren Kompositionen bewahrt wurden. "Ich hoffe, dass diese Stimmungen der Flüchtigkeit und der komprimierten Intensität sich auf die Besucher der Ausstellung übertragen." Der 1933 in Tondern geborene Maler begann Anfang des Jahres 2009 mit der Planung eines Buches, das eine Auswahl seines Werkes mit Ölbildern, Aquarellen, Zeichnungen und keramischen Figuren - eine Retrospektive aus den Jahren 1949 bis 2009 - zeigen sollte. Nach seinem plötzlichen Tod im Dezember 2009 stellte seine Familie das Buch unter Berücksichtigung der von ihm bis zu diesem Zeitpunkt eingebrachten Gedanken, Ideen und Wünsche fertig. Mit der Ausstellungseröffnung in der Stadtbücherei wurde auch die Buchpremiere in Deutschland gefeiert.



Lesung



Anne Hansen

"Fräulein Jensen und die Liebe"



Cover Fräulein Jensen und die Liebe





Am Montag, dem 22. November 2010 las die in Husum geborene Autorin und Journalistin Anne Hansen aus ihrem neuen Roman "Fräulein Jensen und die Liebe" in der Stadtbücherei Niebüll.

Zu dieser Veranstaltung luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu ganz herzlich ein.








Von einer, die auszog, ihren Traummann zu finden

Zehn Traummänner treffen, zehn Mal Herzklopfen haben. Zehn reale (und teilweise sehr bekannte) Männer wurden von Anne Hansen auf die Probe gestellt. Alle Begegnungen sind wahr!

Hannah Jensen hat einen Traum. Genauer: einen Traummann. Noch genauer: Sie hat eigentlich sehr, sehr viele Traummänner. Sie liest ein Buch eines hoffnungsvollen Nachwuchsautors und denkt sich: Wer mit so viel Esprit und Fantasie formulieren kann, muss ein wunderbarer Partner sein. Sie geht in ein Musical und verliebt sich unsterblich in die Stimme der männlichen Hauptrolle. Sie sieht »Stars in der Manege« im Fernsehen, und schon bewundert sie den Mut des Mannes, der so souverän die Löwen bändigt. Kurz: Hannah Jensen träumt Luftschlösser und hat kein Auge für das Glück vor ihrer Nase. Bis ihrer Freundin Pia der Kragen platzt: »Du triffst jetzt deine zehn Märchenprinzen, und wenn da keiner dabei ist, fängst du bitteschön an, dich für normale Jungs zu interessieren!«

So macht sich Hannah Jensen auf, den Löwendompteur Martin Lacey, den Soap-Star Joscha Kiefer, den Gedankenleser Thorsten Havener, den Stabhochspringer Tim Lobinger, Comedian Bernhard Hoëcker und andere »Traummänner« tatsächlich zu treffen. Wird sie ihren Mann fürs Leben finden?


Autorenfoto Anne Hansen

Anne Hansen, geboren 1980 in Husum, lebt als freie Autorin in Berlin. Sie absolvierte die Kölner Journalistenschule und studierte Politik und Wirtschaft. Um die Glückssuche ihrer Romanfigur wirklichkeitstreu erzählen zu können, hat sie sich mit allen im Buch vorkommenden Männern getroffen. Sie glaubt an die große Liebe.


Anne Hansen im Gespräch

Zur Entstehung von Fräulein Jensen und die Liebe

Erzählen Sie uns etwas über die Entstehungsgeschichte Ihres Romans, Frau Hansen!

„Da ich ausgebildete Journalistin bin, wollte ich unbedingt einen Roman schreiben, der auf Tatsachen basiert. Denn: Nichts ist spannender als die Wahrheit! Darum habe ich mich dafür entschieden, reale Personen zu treffen und diese Begegnungen eins zu eins so aufzuschreiben. Die Treffen waren wirklich sehr lustig, ich hätte sie mir nie im Leben ausdenken können. Zum Beispiel hätte ich mir nie träumen lassen, dass plötzlich der Modellathlet Tim Lobinger nur in Unterhose vor mir steht! Und der FDP-Abgeordnete Alexander Alvaro schleuste mich beispielsweise heimlich in eine Sitzung des Europäischen Parlaments und zwinkerte mir verschwörerisch zu, als der Vorsitzende die Sitzung eröffnete. In diesem Moment habe ich übrigens für einen kurzen Augenblick überlegt, bei der nächsten Wahl die FDP zu wählen, aber dann wirklich nur für einen ganz kurzen Augenblick!“ „Was auch eine sehr wichtige Begebenheit während der Recherche war: Um den Gedankenleser Thorsten Havener kennenzulernen, habe ich mir ein paar Tage vor dem Interviewtermin eine Show mit ihm angesehen. Er wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass ich im Publikum sitze, außerdem kannte er mich ja noch gar nicht. Trotzdem hat er mich zufällig für ein Experiment ausgewählt und mich auf die Bühne geholt. Als wir uns zwei Tage später zum Interview trafen, war er mehr als überrascht, dass ich die Schriftstellerin war!“

Wie haben Sie Hannah Jensens Top Ten der Traummänner zusammengestellt?

„Es gibt so viele potenzielle Traummänner und ich habe so einige angefragt, ob sie mitmachen wollen. Fast die ganze Fußballnationalmannschaft hat geschlossen abgesagt (meine Protagonistin wollte doch so gerne Spielerfrau werden!) und auch dem Geiger David Garrett bin ich nahezu hinterhergestalkt, doch er ließ sich leider nicht erweichen. Aber die Top Ten, wie sie sich jetzt im Buch findet, hat diese Bezeichnung mehr als verdient. Ich bin äußerst zufrieden mit diesen Kandidaten!

Anne Hansen und Hannah Jensen – gibt es Parallelen zwischen Ihnen und Ihrer Hauptfigur?

„Es gibt Parallelen, aber der größte Unterschied liegt auf der Hand: Ich bin seit Jahren in einer sehr glücklichen Beziehung. (Mein Freund wäre übrigens nur eifersüchtig gewesen, wenn ich meinen langjährigen Schwarm, den Schauspieler Florian David Fitz, getroffen hätte. Der hatte aber leider keine Zeit – oder aus Sicht meines Freundes: Gott sei Dank!)“




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 24.11.2010:

Hannah Jensen und ihre Luftschlösser

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung mit Anne Hansen
Autorin Anne Hansen.
Foto: Dieter Wrege

"Fräulein Jensen und die Liebe" heißt der Erstlingsroman der gebürtigen Husumerin Anne Hansen (30), die in Berlin als freie Journalistin lebt. Am Montag las sie Passagen aus ihrem amüsanten Frauenroman in der Stadtbücherei. Frauenroman? Die Frage beantwortete sich durch die unübersehbare Dominanz der zuhörenden Damen, in deren Kreis sich gerade mal vier Männer verloren. Worum ging's? Junge Mädchen, weiß man, träumen gerne und oft und verlieben sich noch öfter. Das muss bei Hannah Jensen wohl so gewesen sein, der 29-jährigen Protagonistin der Geschichte. Anne Hannsen hat sie im nordfriesischen Dorf Klixbüll entdeckt und lässt ihre Hannah durch eine spannende und für den Leser unterhaltsame Phase ihrer Vita wandeln, die bestimmt ist von der Suche nach dem Traummann. Die Geschichte der Hannah Jensen hat authentische Züge, weil die Autorin nicht nur selbst in deren Haut schlüpft, sondern in die Geschichte auch lebensechte, so genannte Traummänner einbezieht. Durch Telefonate und eine für eine Journalistin typische fleißige Recherche bekam sie zehn Traummänner unterschiedliche Couleur beisammen, interviewte sie, genoss das eine oder andere Plauderstündchen, schaue hinter ihre Fassade und baute sie in die Geschichte ein: den Europaabgeordneten, Fernsehkoch, Komiker, Schauspieler, Löwendompteur, Sportler, Entertainer, Musical-Star oder die Stimme des Hugh Grant. Anne Hansen las zwei Passagen aus ihrem Roman: die von der Teilnahme an einem Training mit dem Stabhochspringer Tim Lobinger und die vom Date mit TV- und Starkoch Steffen Henssler in dessen Feinschmeckerlokal. Anne Hansen schildert nicht nur das verliebt-verrückte Gebaren ihrer Hauptperson, sondern baut auch - und das gibt ihrer Story zusätzlichen Pep - eigene Befindlichkeiten ein, etwa die bei 30 Grad im Schatten im Münchener Olympiastadion oder die mit knurrendem Magen beim Fernsehkoch. Weil die beiden eben nur wie auch die acht anderen Traummänner sind, sind sie eben auch nur Seifenblasen, die schnell zerplatzen. Wie schnell und auf welche Art? Das muss der/die Leser/in auf 261 Buchseiten selbst herausfinden. Lesespaß auf dieser Suche ist garantiert. Logisch von vornherein ist, dass sich die fantastische Geschichte am Ende wie ein Luftschloss auflöst. DEN Traummann, wie er Fräulein Jensen vorschwebt, gibt's eben nicht. Doch gleichwohl träumt wohl jede Frau irgendwann von irgendeinem irren Typen, um dann jedoch schnell wieder mit einer deutlich bescheideneren Realität konfrontiert zu werden. Traummänner, lässt die Autorin ihre Hannah folgern, seien entweder schwul, verheiratet, oder existieren nicht. Wenn die Geschichte, außer dass sie mit Humor und Ironie und vor allem witzig geschrieben ist, eine Botschaft oder gar Moral hat, dann die, dass sie ein liebevoll abgefeuerter Warnschuss dafür ist, die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen und lieber davon auszugehen, dass es irgendwann doch noch einen geben wird: den eben nur ganz realen Traummann. Oder etwa nicht?



Ausstellung



Grafik und Zeichnungen von Eiko Borcherding



18. September bis 30. Oktober 2010


Hülltoft, Monotypie und Gouchache auf Papier, 2010

Vom 18. September bis 30. Oktober 2010 zeigte der Künstler Eiko Borcherding Grafiken und Zeichnungen in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll.

Die Ausstellungseröffnung fand am Samstag, dem 18. September 2010 um 11.30 Uhr statt. Hierzu lud die Stadtbücherei Niebüll herzlich ein.


Begrüßung: Ronald Steiner, Stadtbücherei Niebüll

Einführung: Prof. Dr. Manfred Reuther, Nolde-Stiftung Seebüll

Der Künstler war anwesend.


Eiko Borcherding, geboren 1977, studierte in Hannover und Hamburg. Er lebt und arbeitet in Hamburg und ist 2010 durch ein Arbeitsstipendium der Nolde-Stiftung Seebüll in Nordfriesland zu Gast.

Mehr über Eiko Borcherding:www.eiko-online.com




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 23.09.2010:

Über Zeichnungenn in eine andere Welt

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellungseröffnung Eiko Borcherding
Einführung in die Ausstellung:Eiko Borcherding (l.) und Prof. Dr. Manfred Reuther.
Foto: Dieter Wrege

Der aus dem ostfriesischen Aurich stammende und heute auf St. Pauli lebende Grafiker, Zeichner und Illustrator Eiko Borcherding (33) stellt in der Stadtbücherei bis zum 30. Oktober 35 Arbeiten aus. Die Bücherei und ihr Leiter Ronald Steiner haben die Beschickung ihrer Herbstausstellung dem Umstand zu verdanken, dass der Künstler im Rahmen eines Arbeitsstipendiums der Nolde-Stiftung auf Seebüll weilt und der Einladung in die kunstfreudige Stadt folgte. Prof. Dr. Manfred Reuther machte mit dem jungen Künstler bekannt. Als Stipendiat der Stiftung muss Borcherding abgeschieden ein Jahr auf Seebüll wohnen und arbeiten, erläuterte der Direktor der Nolde-Stiftung. "Er braucht den Werken Noldes keine Sympathie zu zollen, kann sich frei bewegen, muss sich jedoch in das soziale und tägliche Leben der Stiftung einfügen." Seine Arbeiten seien ihm neu, sagte Reuther. "Doch ich freue mich, über sie zu sprechen. Ich freue mich auch, dass sie hier zu sehen sind. Das ist hier nicht wie im Museum. Hier lebt es." In die Runde schauend, zeigt er sich erstaunt von "großen atmosphärischen Zeichnungen" - entstanden in Hamburg, aber eine andere Welt transportierend. Ihn nach seinem Handwerk zu fragen, wäre zu einfach und banal gewesen. Gleichwohl, schränkte Reuther ein, habe er bei Betrachtung der Arbeiten zwar keine Liebe auf den ersten Blick verspürt. "Ich meine aber, dass eine zögerliche Annäherung länger hält als eine schnelle Umarmung." Der Künstler arbeite durchaus auf der Höhe der Zeit, obwohl seine Arbeiten in Paraphrasen an Künstler vergangener Zeiten erinnern. Angeregt werde Bocherding zuweilen von Details, dann aber auch von der Kraft der Lyrik eine Charles Beaudelaire, wie der Zyklus seiner Radierungen zeigt. Er arbeite auch nach Fotos, die er verfremdet. "Und überhaupt zeichne er bis zur Raserei", zitiert Prof. Reuther aus einem Gespräch mit dem Künstler, "stets dem Schwarz-Weiß oder Hell-Dunkel" verhaftet." Borcherding zeige sich gestalterisch variabel, benutzte unterschiedliche Materialien und empfinde Unzulänglichkeiten - etwa die des Papiers - eher anregend. Und überhaupt scheine er "offen für alles" zu sein. Prof. Reuther: "Ich freue mich, dass wir ihn auf Seebüll haben. Ich gratuliere der Stadtbücherei zu dieser Ausstellung und wünsche ihr einen erfolgreichen Verlauf." Worauf sich die Kunstfreunde aus Niebüll und der Region "an den Wänden entlang" voller Neugier auf den Weg machten, um festzustellen: da ist einer, der zeichnen kann, der einen filigranen Strich drauf hat, sei Handwerk beherrscht und mit scheinbar einfachsten Mitteln - mit Bleisstift und Papier eben - die Welt der Kunst zu bereichern vermag - wie einst die alten Meister.



Aus der Wochenschau vom 10.10.2010:

Unzeitgemäßes mit installierten Störungen

Niebüll


Beate Kneißler


Ausstellungseröffnung Eiko Borcherding
Eiko Borcherding (l.) und Prof. Dr. Manfred Reuter in der Stadtbücherei
Foto: Beate Kneißler

In ihrer Herbstausstellung zeigt die Stadtbücherei Grafiken und Zeichnungen von Eiko Borcherding. Der 1977 in Aurich geborene und in Hamburg lebende Künstler ist seit März dieses Jahres Stipendiat der Nolde Stiftung Seebüll. Bereits kurz nach Ausstellungseröffnung, noch bevor die Preisliste auslag, waren einiger seiner Arbeiten verkauft. "Es wurde blind gekauft, das ist auch für mich eine neue Erfahrung", stellte Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner bei der Vernissage fest. Prof. Dr. Manfred Reuther, Direktor der Nolde Stiftung Seebüll, umriss die Bedingungen für ein Arbeitsstipendium in Seebüll: "Es verlangt keine besonderen Verpflichtungen außer, dass für ein Jahr Seebüll als Wohnsitz und Arbeitsplatz akzeptiert wird. Ansonsten wird dem Stipendiaten jede Freiheit eingeräumt, sich zu entfalten." Insofern werde auch keine ausgeprägte Sympathie für Noldes Malerei vorausgesetzt, freilich müssten Stipendiaten ertragen können, für ein Jahr an einem abgeschiedenen Ort zu leben, der nachhaltig von einer Künstlerpersönlichkeit und dessen Werk bestimmt sei, so Reuther. Als Eiko Borcherding ihm großformatige Zeichnungen mit unzähligen feinen Strichlagen und fast abstrakt wirkenden Wolkenformationen, die unter sich nur einen ganz schmalen Landstrich erahnen ließen, vorstellte, sei er fest überzeugt gewesen: "Er bringt sie an den einzigen möglichen Ort zurück, an dem sie hätten entstanden sein können. Jedenfalls an den Ort, der ihn vielleicht insgeheim dazu bewogen habe, und an dem viele Jahre zuvor ein anderer Meister und Farbenmagier von den mächtigen und schweren Wolkengebilden sich faszinieren und inspirieren ließ." Borcherdings Zeichnungen erinnern in ihrer ruhigen handwerklichen subtilen Gestaltungsweise sowie in ihrer Themenwahl an romantische Bildwelten, an Darstellungen des 19. Jahrhunderts, an Künstler vergangener Jahrhunderte wie Caravaggio, Baudelaire, Kafka oder Poe, so Reuther. Doch sei das scheinbar Unzeitgemäße ein gewolltes stilistisches Element mit schon fest installierten Störungen. Die fragliche Ruhe werde immer wieder in Zweifel gezogen. Dieser Anachronismus sei bei Borcherding eine bewusste Haltung, die den Zwiespalt suche. Seine Gestaltungsweise bleibe weitgehend dem Schwarzweiß verhaftet im Hell-Dunkel angesiedelt. In der Stadtbücherei ist eine neue Folge der Monotypien zu sehen, die Borcherding in Seebüll begann. Nach seinem Aufenthalt in Seebüll befragt, antwortete er: "Das Stipendium ist sehr wertvoll. Es lässt mir sehr viel Freiheit und ich genieße den Aufenthalt." Die Landschaft habe sich sehr auf seine Arbeit ausgewirkt und ihn mehr zum Experimentieren bewegt. Die Ausstellung in der Stadtbücherei ist noch bis zum 30. Oktober geöffnet.



Lesung



litteraturfest.nu


Lesung mit Sissel-Jo Gazan und Toril Brekke


Sissel-Jo Gazan (Copyright : Line Thit Klein )

litteraturfest.nu ist ein grenzüberschreitendes nordisches Literaturfestival in der deutsch-dänischen Region Sønderjylland-Schleswig. Es wird organisiert und durchgeführt vom Nordisk Informationskontor in Flensburg, dem Kulturbüro der Stadt Flensburg sowie den Bibliotheken aus der Region Sønderjylland-Schleswig.

litteraturfest.nu fand in diesem Jahr vom 20. bis 25. September 2010 in Flensburg und in der Region Sønderjylland-Schleswig statt.



Die Stadtbücherei Niebüll freute sich, die dänische Autorin Sissel-Jo Gazan und die norwegische Autorin Toril Brekke präsentieren zu können. Sie lasen am Freitag, dem 24. September 2010 in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Begleitet wurden sie von der deutschen Übersetzerin Gabriele Haefs.

Sissel-Jo Gazan, Jahrgang 1973, hat Biologie studiert und sich im Studium auf die Herkunft von Vögeln spezialisiert. Ihren ersten Roman schrieb sie mit neunzehn Jahren. Dinosaurierfedern ist ihr vierter Roman, der 2008 mit großem Erfolg bei Gyldendal erschien und bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Gazan schreibt außerdem Artikel für Frauenmagazine und hat eine Kolumne bei dem dänischen Magazin Femina. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.

Toril Brekke Toril Brekke, geboren 1949, ist eine der bekanntesten norwegischen Autorinnen und seit 1992 Vorsitzende des PEN-Clubs ihres Landes. Seit mehr als zwanzig Jahren schreibt sie Romane und Erzählungen sowie Kinder- und Jugendbücher. "Linas Kinder" wurde in Norwegen für den Brage, den höchstdotierten Literaturpreis, vorgeschlagen.


Mehr zur Veranstaltung "litteraturfest.nu":www.litteraturfest.nu





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 27.09.2010:

Spannung aus Skandinavien

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung mit Sissel-Jo Gazan und Toril Brekke
Die Dänin Sissel-Jo Gazan.
Foto: Dieter Wrege

Im Rahmen des Literaturfestivals im deutsch-dänischen Grenzland lasen am Wochenende zwei skandinavische Autorinnen - die Dänin Sissel-Jo Gazan (37) einen "Bio-Krimi", die Norwegerin Toril Brekke (61) eine Auswanderergeschichte. Beide lasen in ihrer Sprache. Gabriele Haefs (Hamburg), die auch ihre Bücher ins deutsche übertrug, übersetzte, und Büchereichef Ronald Steiner stellte das "literarische Trio" heimischen Bücherwürmern vor, nicht ohne auch den zahlreichen Sponsoren zu danken, die das Festival mit seinen 20Veranstaltungen unterstützen. Toril Brekke zählt zu den derzeit bekanntesten norwegischen Autorinnen, die 1976 mit dem nicht übersetzten Titel "Jenny har fått sparken" debütierte und danach mit ihren historischen Romanen bekannt wurde, international eine große Leserschaft gewann und etliche Literaturpreise gewann. Die attraktive Sissel-Jo Gazan stammt aus Århus, studierte in Kopenhagen Biologie und lebt in Berlin. Mit 19 schrieb sie ihren ersten Roman. Sie hat eine Vorliebe für Krimis mit biologischem Hintergrund und zählt Stieg Larsson, Henning Mankell und Patricia Cornwell zu ihren Lieblingsautoren. Von sich erzählt die Literatin, dass sie weiterhin als Biologin arbeitet, "aber nicht so, wie man denkt." In Gazans Roman "Dinosaurierfedern" geht es um die allein erziehende Mutter und Biologiestudentin Anna Bella - und um Mord. Ihr Bioprofessor Helland wird tot in seinem Büro aufgefunden. Kommissar Marhauge ermittelt - und rätselt über das Motiv, das in Kreisen von Wissenschaftlern viel Facetten haben kann. Das können Prestige, Karriere, Konkurrenz, Intrigen oder eben nur ein fachlicher Clinch sein, wie etwa die Frage, ob Vögel Nachkommen der Dinosaurier sind oder ob sich mit den Dinos parallel entwickelt haben. In ihrer Examensarbeit stimmt sie mit ihrem Professor darin überein, dass die Vögel Nachfahren der Dinosaurier sind. Dem aber widerspricht der Kanadier Freeman, Hellands erbitterter Gegner. Könnte dieser Widerstreit ein Motiv sein? Kommissar Marhauge wird's herausfinden. Die Dänin Gazan wurde während des Studiums ermuntert zu schreiben. "Eine Examensarbeit lesen nur vier, fünf Leute. Doch Wenn ich sie in Form eines Romans veröffentliche, habe ich ein breites Publikum." Kaum weniger spannend weiß Toril Brekke zu erzählen. Aus der Romantrilogie über norwegische Auswanderer nach Amerika im 19. Jahrhundert las sie Passagen aus "Die Reise nach Westen". Darin erzählte sie die Geschichte der jungen Brenda, die sich von Chicago aus nach dem Tod ihrer Mutter auf den Weg zu ihrem Vater macht - der jedoch nichts von ihr wissen will. Sie schließt sich ihrem Stiefbruder Hølje und einem Treck nach Westen an, wird unterwegs vergewaltigt - und ist eines Tages wieder allein, um ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Wie die Geschichte der norwegischen Bestsellerautorin ausgeht, ist genauso spannend wie ein Krimi.




Ren Rong
"Pflanzenmenschen - Berichte aus Beijing"
Bilder und Skulpturen



12. Juni bis 31. August 2010


Pflanzenmensch, 2010

Vom 12. Juni bis 31. August 2010 zeigt der Künstler Ren Rong Bilder und Skulturen in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll.

Die Ausstellungseröffnung findet am Samstag, dem 12. Juni um 11.30 Uhr statt. Hierzu lädt die Stadtbücherei Niebüll herzlich ein.

Grußworte: Otto Wilke, Amtsdirektor
Uwe Christiansen, Bürgervorsteher

Ren Rong im Dialog mit Ronald Steiner

Zur Ausstellung erscheint eine Original-Papierschnitt-Edition.



Ren Rong

1960 geboren in Nanjing, Volksrepublik China
1982-1986 Studium an der Nanjinger Kunstakademie
1986 Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland
1989-1990 Studium der freien Malerei an der Kunstakademie Münster
1990-1992 Studium der freien Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf
1992 Meisterschüler von Prof. Fritz Schwegler

Ren Rong lebt und arbeitet in Deutschland und China




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 17.06.2010:

Mix aus Mensch und Natur in vielen Variationen

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellung Ren Rong
Ren Rong und Rondald Steiner vor dem Porträt "Mao & Pflanzenmensch".
Foto: Dieter Wrege

"Es ist die Freundschaft, die mich wieder nach Niebüll geführt hat", erklärte der Chinese Ren Rong bei der Eröffnung der Sommerausstellung 2010 in der Stadtbücherei. Hier stellt der 49-Jährige bis zum 31. August unter dem Motto "Pflanzenmenschen - Bilder und Skulpturen" 34 Arbeiten aus seinem jüngsten Schaffen aus. Für den renommierten Künstler, dessen eines seiner Werke bei Sotheby's in New York einen Verkaufspreis von 67 000 Dollar erzielte, ist es nach 2006 die zweite Ausstellung in Niebüll. Zu verdanken ist das außergewöhnliche Event dem Niebüller Büchereichef Ronald Steiner, der erste Kontakte zu Ron Reng knüpfte, als dieser 1993 auf Einladung des Kieler Kultusministeriums ein Jahresstipendium in Schleswig-Holstein absolvierte. Seither besteht zwischem dem Niebüller und dem Chinesen, der abwechselnd in seiner Heimat und in Bonn arbeitet, eine freundschaftliche Verbindung. Heilbronn, Nolde-Museum, Ahlmann (Rendsburg), Stadtbücherei Niebüll: für Ren Rong ist ein solcher (Tages)Törn keine Seltenheit. Ronald Steiner kennt den ruhelosen uns stetig auf der Suche nach neuen Ideen eilenden Künstler als jemanden, "der wie ein warmer Wirbelwind über die Erde weht". Amtsdirektor Otto Wilke sieht in dem Künstler als ein Bindeglied zwischen der traditionellen chinesischen Kunst und der europäischen Moderne - und Bürgervorsteher Uwe Christiansen ließ anklingen, dass sich die Stadt im Jahr ihres 50. Geburtstags durch diese Ausstellung geehrt fühlt. Ronald Steiner und Ren Rong erläuterten im Dialog, was die diesjährige Sommerausstellung bietet. Im künstlerischen Focus des Chinesen steht nach wie vor der Pflanzenmensch. Das zwitterhafte Wesen, ein Mix aus Mensch und Natur, komponiert Ren Rang in einer Fülle von Variationen. Er verwendet verschiedene Materialien, greift aber in seinem "menschlich-pflanzlichen" Leitmotiv zum traditionellen chinesischen Scherenschnitt, den er meisterhaft beherrscht. Eines seiner markantesten Motive der Niebüller Ausstellung ist das Werk "Mao & Pflanzenmensch", eine Lack-Holz-Foto-Kombination mit dem Porträt von Mao Tse-tung. Ren Rong, der 1960 in Nanking geboren wurde und seit 1986 in Deutschland lebt und in Bonn eine Villa (mit Rheinblick) bewohnt, war bisher in 80 Ausstellungen mit 22 Sammlungen vertreten. Der Künstler, der in den Anfängen seines Schaffen in seiner Heimat "nur" toleriert war, jetzt aber nach eigenen Worten daheim ähnlich wie in Deutschland frei arbeiten kann, nach dem Verhältnis zu Mao gefragt: "Ich versuche, mit ihm in einen künstlerischen Dialog zu kommen."





Aus der Wochenschau vom 27.06.2010:

"Pflanzenmenschen" verbinden Mensch und Natur

Niebüll


Beate Kneißler


Ausstellung Ren Rong
Bis zum 31. August sind Bilder und Skulpturen von Ren Rong in der Stadtbücherei zu sehen.
Foto:Beate Kneißler

Zur diesjährigen Sommerausstellung begrüßte Stadtbüchereileiter Ronald Steiner "einen guten alten Bekannten." Bereits vor vier Jahren hatte der renommierte chinesische Künstler Ren Rong seine Werke mit großem Erfolg in der Niebüller Bücherei ausgestellt. "Niebüll kann stolz sein, dass wir ein bißchen internationales Flair hier in die Stadt bekommen", freute sich Steiner. In der Ausstellung "Pflanzenmenschen - Bilder und Skulpturen" zeigt der Künstler bis zum 31. August Bilder und Skulpturen, die in diesem Jahr entstanden sind. Zur Ausstellung erscheint eine Original-Papierschnitt Edition.
Ren Rong wurde 1960 in Nanjing in China geboren und siedelte nach seinem Studium 1986 in die Bundesrepublik Deutschland über. In Münster und Düsseldorf studierte er freie Malerei. Schließlich lernte er 1993 während eines Jahresstipendiums des Kultusministeriums Schleswig-Holstein ländliche Regionen in Schleswig-Holstein kennen und kam auf diese Weise auch erstmals in Kontakt mit Ronald Steiner. Heute lebt und arbeitet Ren Rong in Deutschland und China.
Zur Ausstellungseröffnung gratulierte Amtsdirektor Otto Wilke Stadtbüchereileiter Ronald Steiner, dem es wieder einmal gelungen sei, "einen namhaften Künstler zu überzeugen, seine Werke in Niebüll auszustellen." Bürgervorsteher Uwe Christiansen bekräftigte, die Stadt Niebüll könne sich "glücklich schätzen, im Jubiläumsjahr eine so stimmig gelungene Ausstellung gewonnen zu haben." Finanziell unterstützt wurde die Ausstellung vom Niebüller Stadtmarketing.
Im Dialog mit Steiner sprach Ren Rong über seine Arbeitstechniken und die Entstehung von "Pflanzenmenschen" - dem Leitmotiv seines künstlerischen Schaffens. Typisch für Ren Rongs Arbeiten sind Scherenschnitte, die in Chinas bäuerlich-ländlichen Regionen eine lange Tradition haben. Mit "Pflanzenmenschen" knüpft er an die chinesische Tradition an, Menschen und Natur miteinander zu verbinden. "Pflanzenmenschen haben aber auch mit meinem Leben in Deutschland zu tun", erzählte Ren Rong. So habe die grüne Bewegung in den 80er Jahren seine künstlerische Arbeit stark beeinflusst. Als Materialien für seine Bilder und Skulpturen benutzt er Holz, Eisen oder Wachs. In diesem Jahr malte Ren Rong sehr viel mit Aquarell-Farben, eine Auswahl dieser Arbeiten sind in der Bücherei erstmals in diesem Umfang zu sehen.
Bereits seit dem Jahr 2006 steht im Garten der Stadtbücherei eine Pflanzenmensch-Skulptur, die Ren Rong als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat. Mit einer Hand zeigt die kindlich wirkende Figur, die vom Stadtbücherei-Team auf den Namen "Felix" getauft wurde, in Richtung Kinderbücherei. "Wir hoffen, dass wir unseren Felix möglichst bald käuflich erwerben können", so Ronald Steiner.




Aus der Wochenschau vom 05.09.2010:

Nach vier Jahren wird "Felix" endlich ein richtiger Niebüller

Niebüll


Wolfgang Pustal


Felix wird enthüllt
Die Enthüllung: Bürgervorsteher Uwe Christiansen (li.) und Ren Rong vollziehen den feierlichen Akt.
Foto:Wolfgang Pustal

Seit 2006, der ersten Ausstellung des chinesischen Künstlers Ren Rong in der Stadtbücherei in Niebüll, steht "Felix" im Innenhof der Stadtbücherei. Damals hatte Rong dieses Eisenskulptur eines Pflanzenmenschen "leihweise und zinslos", wie er sagt, der Stadtbücherei überlassen. Seitdem zeigt die kindlich wirkende Figur, die vom Stadtbücherei-Team auf den Namen "Felix" getauft wurde, mit einer Hand in Richtung Kinderbücherei. "Ich kenne die Familie Steiner schon seit 17 Jahren und fühle mich hier sehr wohl. Ich habe hier immer ein Bett bekommen, Kaffee und einen Haufen Bücher. Herr Steiner ist ein leidenschaftlicher Unterstützer meiner Kunst. Deswegen habe ich die Skulptur hier stehen lassen", erzählte Ren Rong noch kurz vor der Enthüllung der Skulptur. Denn nun ist sie von der Stadtbücherei gekauft worden und somit ein richtiger Niebüller. Rong hatte noch schnell am Morgen ein Tuch beschriftet mit den Daten und dem Namen der Skulptur. So konnte Bürgervorsteher Uwe Christiansen dann in einem kleinen feierlichen Akt die Skulptur im Beisein einiger der Vertreter der Sponsoren enthüllen. Denn nur mit Hilfe der VR Bank, der Stadtwerke Niebüll, der Firma Elektro Jordt und Tiefbau Feddersen aus Leck konnte Felix nach vier Jahren endlich erworben werden. "Felix ist schon vier Jahre bei uns. Ich freue mich und bin glücklich, dass wir Felix erwerben durften. Mein Dank gilt dabei besonders den Sponsoren und Paten von Felix", war Ronald Steiner, der Leiter der Stadtbücherei Niebüll, die Freude deutlich anzusehen. 4800 Euro hat Felix gekostet, wobei Steiner die Summe noch nicht ganz zusammen bekommen hat. "Ein kleiner Teil fehlt noch, weitere Paten sind also sehr willkommen", so Steiner. "Es wurde bei der Vernissage der derzeitigen Ausstellung von Ren Rong im Juni schon angedeutet, dass die Skulptur keine Leihgabe auf ewig bleiben konnte. Alle schauten dabei weg oder betreten an die Decke. Deswegen bin ich heute ganz besonders froh, dass der schöne Felix nun in Niebüll bleiben kann und die zinslose Zeit für Ren Rong vorbei ist. Ich danke dafür den Sponsoren! Das ist ein schönes zusätzliches Geschenk zum 50. Geburtstag der Stadt Niebüll", führte Uwe Christiansen in seiner kurzen Rede aus. Ren Rong wurde 1960 in Nanjing in China geboren und siedelte nach seinem Studium 1986 in die Bundesrepublik Deutschland über. In Münster und Düsseldorf studierte er freie Malerei. Schließlich lernte er 1993 während eines Jahresstipendiums des Kultusministeriums Schleswig-Holstein ländliche Regionen in Schleswig-Holstein kennen und kam auf diese Weise auch erstmals in Kontakt mit Ronald Steiner. Heute lebt und arbeitet Ren Rong in Bonn und in Peking. Seine Stahlskulpturen werden in Peking gefertigt, wo Ren Rong ein Studio hat. Jede einzige Figur eines Pflanzenmensches ist ein Unikat. Rong lebt und arbeitet in Bonn in der ehemaligen "Villa Friede", die zurzeit zu einem Kulturzentrum umgebaut wird. Seine Werke finden momentan immer mehr Freunde unter Privatsammlern und bei Institutionen in Norddeutschland. Möglicherweise gibt es nach der Sommerausstellung in der Stadtbücherei ein Wiedersehen mit Ren Rong in Niebüll. Im Jahre 2012 soll der Themenschwerpunkt des Schleswig-Holsteinischen Miusikfestivals "China" sein. Dann möchte Ren Rong zusammen mit weiteren Künstlern aus dem Reich der Mitte gerne wieder in der Stadtbücherei ausstellen. "Kann sein, das wir uns in zwei Jahren wieder sehen", sagte er zum Abschied.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 11.12.2010:

Geld für das "Wohnzimmer der Stadt"

Niebüll


Torsten Beetz


Scheckübergabe
Die Spende der Nospa-Kulturstiftung für die Skulptur übergab Dirk Ehlers (re.) an Ronald Steiner (li.) undWilfried Bockholt.
Foto: Torsten Beetz

„Felix“, heißt die Skulptur im Innenhof der Stadtbücherei. Seit 2006 steht der „Pflanzenmensch“ aus Eisen auf einem wuchtigen Mühlenstein und gehört seitdem zum Inventar der Einrichtung – obwohl das Werk des in China geborenen Künstlers Ren Rong noch nicht einmal bezahlt ist. Ratenzahlung heißt deshalb die Devise von Bücherei- Leiter Roland Steiner, der seitdem auf der Suche nach Sponsoren für das 4200 Euro teure Objekt ist. Rund 2700 Euro hatte er bereits eingeworben und ist nun auch bei der Nord-Ostsee Sparkasse (Nospa) fündig geworden: Aus ihrer Kulturstiftung spendete die Bank einen Betrag in Höhe von 1000 Euro. Dirk Ehlers, verantwortlich für dieNospa-Filialen in Südtondern, übergab dasGeld an Roland Steiner und BürgermeisterWilfried Bockholt. Für Bockholdt steht die Niebüller Bücherei für ein Stück „Lebensqualität zum Wohlfühlen“. Zumal in ihr auch Kunst präsentiert würde. „Die Bibliothek ist das Wohnzimmer einer Stadt“, zitierte Ronald Steiner einen Literaten und nahm damit den Faden des Bürgermeisters auf, der dieKunstpräsentationen in der Bücherei mit einem Wohnzimmer verglich, dass erst durch Blumen und Bilder wohnlich und lebenswert würde. Nun fehlen Roland Steiner noch 553 Euro für die Rest- Finanzierung der Skulptur. Der Bibliothek-Leiter ist zuversichtlich, dass er für diese Summe ebenfalls Sponsoren finden wird – spätestens zur nächsten Ausstellung von Ren Rong.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 07.06.2010:

Sage vom Ekke Nekkepenn in Bildern von einst und jetzt

Niebüll


Ursula Konitzki


Im Reich des Ekke Nekkepenn
Büchereileiter Ronald Steiner0 lädt zum Besuch der Ausstellung ein. Foto:Ursula Konitzki


In der Niebüller Stadtbücherei sind derzeit bis 10. Juni Arbeiten von Schülern der Friedrich-Paulsen-Schule (FPS) aus den Jahren 1958 und 2010 zu sehen, die die Sylter Sage "Im Reich des Ekke Nekkepenn und der Inge von Rantum" im Kunstunterricht thematisiert haben. Der damalige Kunsterzieher an der FPS, Walter Bamberger, und die heutigen Kollegen im Fach "Kunst", Andrea Awe, Niko Bekehermes, Inken Geertz, Levke Henrich und Kerstin Knauer behandelten die Sage im Unterricht, bevor die Schülerinnen und Schüler mit Stiften, Farben, Pappe, Papier und Klebstoff ans Werk gingen. Die Sage erinnert an das bekannte Märchen der Gebrüder Grimm vom "Rumpelstilzchen", dessen Namen niemand kannte. Auch den Namen des Meermannes "Ekke Nekkepenn" wusste niemand der Sage nach auf der Insel Sylt zu nennen, was der bildschönen Inge von Rantum fast zum Verhängnis geworden wäre. Der Meermann wollte sie zur Frau. Unter einer Bedingung würde er sie frei geben. Sie sollte seinen Namen herausfinden. Ähnlich wie bei "Rumpelstilzchen" verriet sich Ekke Nekkepenn selbst mit seinem von Inge von Rantum erlauschten Gesang. Vor 52 Jahren und heute entstanden Kunstwerke von Schülern gleichen Alters. Sie erzählten in wunderschönen phantasievollen Bildern und kleinen Objekten die Geschichte der Inge von Ranrum und dem Meermann, der sie als seine Frau mitnehmen wollte in sein Reich auf dem Meeresboden. Wie von den beiden Kunstlehrern Andrea Awe und Niko Bekehermes zu erfahren war, gab es eine Vorgeschichte: Der Leiter des Niebüller Gymnasiums, Manfred Wissel, fand eine Mappe mit Bildern der Quartaner aus dem Jahr 1958. Sie hatten unter Anleitung ihres damaligen Kunsterziehers Walter Bamberger die Sage illustriert. Schnell waren sich die Kollegen der FPS einig, den heutigen Quartanern das gleiche Thema zu stellen. "Man sieht einen Unterschied zu damals", erklärten sie. Die Bilder aus dem Jahr 1958 seien genauer gezeichnet. "Sie haben mehr Wert auf Einzelheiten gelegt", meinte Andrea Awe." Beim Vergleich der Bilder, die in der Stadtbücherei nebeneinander gehängt wurden, sieht man, wie akribisch manche Schüler ihre Bilder damals bis ins kleinste Detail ausgemalt haben. Die Arbeiten der heutigen Schüler sind individueller gestaltet. Die Jugendlichen hatten die Wahl, ihre Arbeiten mit Stiften, Pinsel und Farbe zu Papier zu bringen oder Schaukästen zu gestalten.





Aus der Wochenschau vom 04.04.2010:

Schulsieger qualifizierten sich für die dritte Runde

Niebüll


Beate Kneißler


Plattdeutscher Vorlesewettbewerb
Stadtbüchereileiter Ronald Steiner begrüßte die Schulsieger zur Landschaftsentscheidung im Niebüll Rathaus. Foto:Beate Kneißler


In der zweiten Runde des Plattdeutschen Lesewettbewerbs "Schölers leest Platt", gewannen sechs Schulsieger der dritten und vierten sowie achten bis zehnten Klasse in der Landschaftsentscheidung der Stadtbücherei Niebüll. Zum dritten Mal richtete die Bücherei den Lesewettbewerb im Sitzungssaal des Rathauses aus. Büchereileiter Ronald Steiner begrüßte als Moderator der Veranstaltung und "plattdeutsches Urgestein", den Lehrer und Autor Hans Wilkens aus Holzacker. Als hochkarätige Jurymitglieder stellte er die ehemalige Bürgervorsteherin der Stadt Niebüll Beate Jandt, Berufsschullehrer Dr. Rolf Hagemann, die Ehrenbürger der Stadt Niebüll Friedrich Paulsen (Vorsitzender der Jury) und Guido Tödt sowie Bürgervorsteher Uwe Christiansen vor. Für das Sponsoring des Vorlesewettbewerbs dankte er Filialbereichsdirektor Dirk Ehlers von der Nord-Ostsee Sparkasse.
Zur Einstimmung der Veranstaltung spielte Gymnasiast Momme Thomsen Soundtracks aus Filmen. Mit lockerem Schnack und kleinen Aufwärmübungen nahm Moderator Hans Wilkens Kindern und Jugendlichen das Lampenfieber vor ihrem Auftritt. Neun Schulsieger der dritten und vierten Klassen machten den Anfang und trugen vor Eltern, Lehrern und der Jury plattdeutsche Geschichten vor. Während sich die Jury danach zur Beratung und Entscheidung zurück zog, servierte die Bildungs- und Arbeitswerkstatt Südtondern Kaffee und Kuchen in den Pausen. Schließlich stand das Ergebnis der ersten Kategorie fest. Siegerin der dritten und vierten Klassen wurde Marie Mayer aus Stadum. Auf Platz zwei und drei folgten Malte Matthiesen aus Joldelund und Levin Christiansen aus Leck. Im nachfolgenden Wettbewerb der achten bis zehnten Klassen ging Jan Tedsen aus Garding als Sieger hervor. Den zweiten Platz belegte Anna Brodersen aus Hattstedtfeld, Platz drei belegte Benedikt Eich aus Nordstrand. Die Erstplatzierten schafften mit dem Sieg die Qualifizierung für die Regionalentscheidungen (Vorentscheidungen für den Landeswettbewerb) in Schleswig-Holstein.
Insgesamt haben sich 313 Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen Schleswig-Holsteins als Schulsieger in ihrer jeweiligen Altersgruppe für die Landschaftsentscheidung qualifiziert. 34 Büchereien beziehungsweise Institutionen beteiligten sich an der Organisation und Ausrichtung dieser zweiten Runde des Wettbewerbs.
"Schölers leest Platt" wird alle zwei Jahre vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund -mit Unterstützung des Sparkassen- und Giroverbandes, der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein und der Bürchereizentrale Schleswig-Holstein- unter Schirmherrschaft des Bildungsministeriums veranstaltet.



Lesung


Sandra Dünschede
"Todeswatt"



Neuer Mord in Nordfriesland - Sandra Dünschede präsentierte ihren 4. Nordfriesland-Krimi.

Am Mittwoch, dem 17. März 2010 war die Autorin Sandra Dünschede zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Sie stellte ihren neuen Kriminalroman "Todeswatt" vor. Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.


Zum Inhalt des Buches:

An einem Morgen im März wird auf Pellworm eine Leiche an den Strand gespült. Bei dem Toten handelt es sich um Arne Lorenzen, einen Anlageberater aus Risum-Lindholm. Die Obduktion ergibt, dass Lorenzen Opfer einer Gewalttat wurde. Zwar ist er ertrunken, äußere Verletzungen sowie eine starke Hirnblutung lassen jedoch darauf schließen, dass ihm jemand zuvor einen kräftigen Schlag auf den Kopf verpasst haben muss. Kommissar Thamsen vermutet den Mörder im Kundenkreis des Bankers, da viele seiner Anleger nach dem großen Börsencrash am Neuen Markt hohe Geldbeträge verloren haben. Unter anderem auch der Spediteur Sönke Matthiesen. Er hatte seine letzten liquiden Mittel in einige Aktiendeals gesteckt und steht nun endgültig vor dem Aus. Schon vor der Insolvenz hatte er den Unternehmensberater Tom Meissner engagiert. Auch dieser interessiert sich deshalb für den Fall und macht schon bald eine ganz erstaunliche Entdeckung ...


Pressestimmen

»... ausgezeichneter Krimi zwischen Insel und Festland. Sehr empfehlenswert!« Deutsche-Krimi-Autoren.de

»Sandra Dünschede schreibt so, dass man sich in Nordfriesland zuhause fühlt! Gekonnt und authentisch sind alle Charaktere und Fakten mit fiktiven Elementen gemischt. Dieser ausgefeilte Stil bietet höchsten Lesegenuss.« Volkmar Joswig, Literaturkritiker



Autorenfoto Sandra Dünschede Sandra Dünschede, geboren 1972 in Niebüll/Nordfriesland, studierte Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft in Düsseldorf. Kurz darauf begann sie mit dem Schreiben, vornehmlich von Kurzgeschichten und Kurzkrimis. 2006 erschien ihr erster Kriminalroman "Deichgrab", für den sie dem Medienpreis 2007 des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes ausgezeichnet wurde.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 31.03.2010:

Neuer Nordfriesland-Krimi von Sandra Dünschede

Niebüll


Juliane Kahlke


Lesund mit Sandra Dünschede
Autorin Sandra Dünschede signierte nach der Lesung Bücher. Foto: STB

Dirk Thamsen ermittelt wieder. In "Todeswatt", dem vierten Nordfriesland-Krimi von Sandra Dünschede, klärt der Kommissar den Tod von Arne Lorenzen auf. Der Anlageberater aus Risum-Lindholm war tot auf Pellworm angeschwemmt worden. Auch in diesen Fall stecken die Freunde Tom, Marlene und Haie ihre geübten Spürnasen.
Die Autorin las in der Stadtbücherei in Niebüll aus ihrem neuen Werk vor. Und das passt gut in die Zeit. Eine Wirtschaftskrise bringt einige Nordfriesen an den Rand des Ruins. Ob einer von ihnen den Tod des Anlageberaters zu verantworten hat? Sandra Dünschede, selbst Bankerin, hat für die Handlung Anleihe am "Neuen Markt" genommen. Dessen Börsenwerte brachen im März 2000 zusammen. Viele der Unternehmen gingen daraufhin pleite. Dass "Todeswatt" nun zum März erschienen ist, sei Zufall, sagt die 37-Jährige. Eher zufällig ist auch die Wahl der Namen der Akteure. Der von Kommissar Thamsen sollte vor allem nordisch klingen. Dünschede blättert ebenso gern dafür im Telefonbuch. "Der Name muss zur Figur passen, sich aber auch schön anhören."
Die Figuren entwickeln sich von Band zu Band weiter. Sie werden realistischer, wie die Schriftstellerin sagt. Scheidungen und neue Partnerschaften gehören dazu. Im vierten Band laufen die Hochzeitsvorbereitungen auf Hochtouren. Gerne greift die gebürtige Nordfriesin mystische Elemente auf.
Stößt sie bei ihren Recherchen auf Sagen und Ähnliches, baut sie die Überlieferungen mit ein, wenn sie zum Stoff passen. "Das gibt mir das Gefühl, etwas für den Erhalt alten Kulturguts zu tun." Die in Düsseldorf lebende Katzenfreundin arbeitet schon länger an ihrem ersten historischen Roman.





Aus der Wochenschau vom 02.05.2010:

Todeswatt von Risum-Lindholm bis nach Pellworm

Niebüll


Beate Kneißler


Lesung mit Sandra Dünschede
Lange Schlangen bildeten sich, als die Autorin ihr neues Buch signierte. Foto:Beate Kneißler


Eine spannende Lektüre verspricht der neue Kriminalroman "Todeswatt" von Sandra Dünschede. In ihrem vierten Nordfriesland-Krimi führt die Autorin ihre Leser nicht nur wieder an Schauplätze in Risum-Lindholm und Niebüll sondern auch bis nach Pellworm. Und die aus ihren früheren Krimis bekannten Figuren, Tom, Marlene, Haie und Kommissar Thamsen sind auch wieder mit dabei. "Die Geschichte spielt in einem Milieu, in dem ich mich gut auskenne. Ich habe Bankkauffrau gelernt und bin auch heute noch in einer Bank tätig ", erklärte Dünschede auf einer Lesung in der Stadtbücherei Niebüll. Nach einem Studium der Germanistik und Allgemeinen Sprachwissenschaft begann sie mit dem Schreiben. Heute lebt die 1972 in Niebüll geborene Autorin in Düsseldorf.
Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner freute sich, dass Sandra Dünschede zum vierten Mal auch mit ihrem neuen Buch zu Gast in der Bücherei war. Nach dem erfolgreichen Debütroman "Deichgrab", der 2007 mit dem Medienpreis des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes als bester Kriminalroman in Schleswig-Holstein ausgezeichnet wurde, folgten mit "Nordmord" und "Friesenrache" zwei weitere Nordfriesland-Krimis. Für eine Kostprobe aus "Todeswatt" hatten sich über 50 gespannte Leser, Familie und Freunde der Autorin in der Bücherei eingefunden. Humorvoll leitete Dünschede die Zuhörer durch die ersten Kapitel ihres über 300 Seiten starken Buches.
Auf der Insel Pellworm wird die Leiche von Arne Lorenzen, einem Anlageberater aus Risum-Lindholm, angespült. Nach den Ermittlungen von Kommissar Thamsen haben viele Dorfbewohner ein Mordmotiv, da sie durch den Banker hohe Geldbeträge verloren. Die drei Freunde Tom, Haie und Marlene recherchieren auf eigene Faust. In den Fokus der Hauptverdächtigen rückt Spediteur Sönke Matthiesen, der sein letztes Geld in einige Aktiendeals gesteckt hat und nun endgültig vor dem Konkurs steht. Doch hat der Fuhrunternehmer wirklich etwas mit dem Tod des Anlageberaters zu tun?
Der internationale Börsencrash am Neuen Markt hat das kleine ländlich-beschauliche Risum-Lindholm heimgesucht. Sandra Dünschede führt die Leser in ihrem neuen Kriminalroman wieder in das Dorf, in dem sie aufgewachsen ist. Die Romanfiguren bewegen sich an realen Orten wie Einkaufsladen, Friseurgeschäft oder Bankfiliale. Im Krimi mit viel Lokalkolorit lässt die Auorin eine Romanfigur schon mal genervt fragen: "Musste denn in Risum-Lindholm schon der Bahnübergang verrammelt werden, nur weil in Westerland ein Zug losfuhr?" Dem Lachen der Zuhörerschaft in der Stadtbücherei war zu entnehmen, dass viele diese Situation nur allzu gut nachempfinden konnten. Dünschede streift in ihrer Geschichte Plätze, die Einheimischen vertraut und Touristen bekannt sind wie der Schlossgarten vor Husum, der Fähranleger nach Pellworm oder der Deichwanderweg in Dagebüll. Gerade diese Detailbeschreibungen machen die Lektüre so reizvoll. Und so nahm die Autorin die Leserschaft in der Stadtbücherei mit auf Spurensuche nach dem Täter. Der vierte Nordfriesland Krimi von Sandra Dünschede - ein weiteres Heimspiel für die Autorin.




Neue Trägerschaft und Statistik 2009


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 06.01.2010:

Kommune spart 4000 Euro im Jahr

Niebüll


Dieter Wrege


Übernahme der Stadtbücherei Niebüll
Die Stadtbücherei ist jetzt in der Obhut Niebülls. Bürgermeister Wilfried Bockholt begrüßte die Mitarbeiter Ronald Steiner, Angelika Brodersen, Anke Hansen, Anett Petersen und Heike Christ (von rechts). Foto: Wrege

Was bisher nur außen drauf stand, ist nun auch "echt innen drin". Die Stadtbücherei ist mit Beginn dieses Jahres eine Einrichtung der Stadt Niebüll. Bürgermeister Wilfried Bockholt besiegelte am Montag mit Händedruck, was die Stadtvertretung zuvor schon beschlossen hatte und hieß die Besatzung der Bücherei als Bedienstete der Stadt Niebüll willkommen. Das sind der Büchereileiter und Dipl.-Bibliothekar Ronald Steiner und seine Kolleginnen Anett Petersen, Heike Christ, Anke Hansen und Angelika Brodersen.
Der Wechsel der Trägerschaft hat eine Vorgeschichte. Der Landesrechnungshof hatte die Zweigleisigkeit der Trägerschaften moniert. Im Holsteinischen sind die Büchereien seit Jahr und Tag allesamt Einrichtungen der Städte und Gemeinden. Im Landesteil Schleswig waren sie seit Kriegsende in der Trägerschaft des Deutschen Grenzvereins und gingen 1997 Regie des Büchereivereins Schleswig-Holstein über. Nach einem ersten Anlauf vor drei Jahren ist es jetzt zum Wechsel gekommen. Die Niebüller Stadtvertretung stimmte dem Vertrag mit dem Büchereiverein zu. Dieser legte dem Übergabe-Schriftstück noch eine "Ablösesumme" von 14 000 Euro drauf. Damit der finanziellen Seite nicht genug: die Stadt spart jährlich auch noch, wie Bürgermeister Bockholt vorrechnete, um 4000 Euro an Verwaltungskosten.
Ansonsten ändert sich nichts. Das Büchereigebäude gehört bereits der Stadt. Es ist die zweite Adresse der Bücherei, die ihren Betrieb Anfang der Fünfziger als "Stadt- und Kreishauptbücherei" im eigens erbauten Nebengebäude an der ehemaligen "Volksschule mit Aufbauzug" an der Marktstraße aufnahm. 1988 zog sie in die Hauptstraße 46 um: in das ehemalige Hotelgebäude, das um die vorletzte Jahrhundertwende im Stil eines klassizistischen Bürgerhauses erbaut und von Hoteliers und Krögern wie Schröder, Lange, Breuker und Billinger geführt wurde. Um Haaresbreite ist es von Altbürgermeister Heinz Loske und dem damaligen Magistrat vor dem Abrissbagger gerettet und im Zuge der Stadtsanierung von Architekt Herbert Friis für 1,2 Millionen D-Mark in die "schönste Bücherei des Landes" verwandelt worden.
Dank ihrer Aktivitäten und ihre vielfältigen Angebots gehöre die Niebüller Stadtbücherei mittlerweile auch zu den führenden Büchereien Schleswig-Holsteins, erklärte Bürgermeister Bockholt. Es seien nicht nur die Bandbreite des Medienangebots, sondern auch die nahezu miteinander identischen Grafiken, die die Entwicklung der Niebüller Einwohnerzahl und Ausleihziffer darstellen. Er dankte dem Büchereiteam für die bisher gute Betreuung der "Kundschaft".
"Wir freuen uns, jetzt Mitarbeiter der Stadt zu sein", erklärte Ronald Steiner. "Ich bin für euch da", hieß auch der Vorsitzende des Personalrats Jochen Johannsen die "Neuen" im städtischen Kollegenkreis willkommen.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 09.01.2010:

Bücher stehen hoch im Kurs

Niebüll


Dieter Wrege


Stöbern in der Stadtbücherei Niebüll
Vor den "gut sortierten" Bücherregalen herrscht Betrieb. Foto: Wrege

Mit 170 469 im vergangenen Jahr entliehenen Medien, darunter 95 000 Büchern, hat die Stadtbücherei nochmals um 4,3 Prozent zugelegt und eine neue Rekordmarke erreicht. Das teilte Diplombibliothekar Ronald Steiner, Leiter der Niebüller Bücherei, in seiner Jahresbilanz mit. In den letzten 20 Jahren hat sich diese Zahl, Gradmesser der Beliebtheit, mehr als verdoppelt und ist seit 1999 durch die Offerte neuer Medien weiter sprunghaft angestiegen. Darüber hinaus ist sie nach ihrem Wechsel 1988 von der Markt- in die Hauptstraße dank ihrer vielen Aktivitäten zu einem zentrumsnahen, kulturellen Mittelpunkt geworden.
Die Bücherei bot ihren Kunden aus Stadt und Land 38 455 Medien an, 787 mehr als 2008. Das sind 29 336 Bücher, 1 363 Zeitschriften, 653 Taschenbücher 4 890 CDs, DVDs und CDRoms, 941 Tonkassetten, 67 Bilder und 274 Konsolenspiele. Von den Entleihungen sind 95 005 Bücher, 15 679 Zeitschriften 13 089 CDs, CDRoms und DVDs, 6 350 Tonkassetten und 5 145 Konsolenspiele. Die Bücherei war an 244 Tagen insgesamt 1 374,5 Stunden geöffnet. Am Tresen wurden 3347 Leser bedient - 1942 Erwachsene und 1405 Kinder und Jugendliche. Im Leihverkehr besorgte die Bücherei 1 440 ad hoc nicht vorhandene Medien.
Am häufigsten nachgefragte Bücher waren Dan Browns "Verlorenes Symbol", Stephenie Meyers vierbändige "Bis(s)-Fantasien" und Herta Müllers "Atemschaukel" - und Renner nach wie vor Stig Larssons drei Reißer um die geniale Ermittlerin Lisbeth Salander. Aus der Reihe der Sachbücher stachen Eckart v. Hischhausens Betrachtungen über das Glück hervor. Im Trend liegen neuerdings die Konsolenspiele. Auch die Kinderecke der Bücherei war immer gut
besucht. 2009 fanden drei Ausstellungen mit Werken von Inge Wilkens, Andreas Brandt und Eva Muggenthaler statt. Aus ihren Romanen lasen Sandra Dünschede, Marie Straub, Anne B. Ragde und Stefanie Baumm. In der Kinderecke "schwappte" allein 30 Mal die Lesewelle für den Nachwuchs, der erstmal in diesem Jahr wieder am 12.Januar an der Reihe ist. Im April wird Jochen Missfeldt aus seinem Gedichtband lesen.



Aus der Wochenschau vom 14.02.2010:

2009 war wieder ein Rekordjahr für die Stadtbücherei Niebüll

Niebüll


Wolfgang Pustal


Leser des Jahres 2009
Die Leser des Jahres in der Stadtbücherei Niebüll: Bibliothekar Ronald Steiner überreichte Blumen an den Leser des Jahres Harald Grunau (re.) und an Tanja Timm. Foto: Rüdiger Mikosch

Schon 2008 konnte die Stadtbücherei Niebüll mit Rekordzahlen bei den Entleihungen aufwarten. "Im letzten Jahr konnten wir noch ein kleines Plus drauflegen", freut sich Ronald Steiner über eine weitere Steigerung der Entleihzahlen. So blickt die Stadtbücherei 2009 auf ihr ausleihstärkstes Jahr überhaupt. Aus einem Bestand von über 37.000 Medien erzielte sie 170.469 Entleihungen. Das ist ein neuer Rekord.
Als "Leser des Jahres" erwiesen sich dabei die Bürgerinnen und Bürger aus Risum-Lindholm. Harald Grunau belegte in der Statistik Platz 1 mit über 1000 Entleihungen vor Tanja Timm mit knapp unter 1000 Ausleihen. Und auch der dritte Platz ging an einen Leser aus Risum-Lindholm. "Wir sind auch eine Bücherei für die Region, wobei Niebüll mit 1598 Entleihern natürlich die größte Leserschaft stellt. Aber über die Hälfte - genau 1749 Entleiher - kommen aus dem Umland", zählt der Bibliothekar auf.
Seit nunmehr 27 Jahren leitet Ronald Steiner die Stadtbücherei Niebüll. In dieser Zeit hat sich der Medienbestand mehr als verdoppelt und die Entleihzahlen haben sich mehr als verdreifacht. "Bücher sind natürlich noch unser Hauptmedium und nicht kaputt zu kriegen, aber die neue Medien wie CDs und DVDs holen auf. Im Trend liegen momentan Hörbücher, die es vor zehn Jahren noch gar nicht gab. Die werden wohl gerne beim Autofahren oder bei der Hausarbeit gehört", mutmaßt Steiner. Mit 66 verschiedenen Zeitschriftentiteln aus den verschiedensten Bereichen bietet die Stadtbücherei für fast jeden den passenden aktuellen Lesestoff. Aber auch 67 Bilder der Artothek warten hier auf interessierte Ausleiher. Insgesamt 3347 Leserinnen und Leser nutzten im Jahr 2009 die große Auswahl der Stadtbücherei Niebüll.
Auch wenn ab dem 1. Januar 2010 die Stadtbücherei jetzt wieder unter der Trägerschaft der Stadt Niebüll steht, hat sich für ihre Nutzer nichts geändert. "Das ist für uns keine Umstellung. Wir kommen mit der Stadt und dem Amt Südtondern, das unsere Verwaltung übernommen hat, gut zurecht", freut sich Ronald Steiner, jetzt wieder voll und ganz Niebüller



Ausstellung





Eva Muggenthaler

Kinderbuch-Illustrationen


28.11. - 22.12.2009


Der weiße und der schwarze Bär

Zur Eröffnung unserer Weihnachtsausstellung am Samstag, dem 28. November 2009, um 11.30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde ganz herzlich ein.

Zur Eröffnung spricht Ernst Kahl, Titanic-Cartoonist.

Die Künstlerin ist anwesend.



Eva Muggenthaler Eva Muggenthaler, geboren 1971 in Fürth, studierte Illustration und Grafik an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. Sie arbeitet als freischaffende Illustratorin für verschiedene Verlage. Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet. Eva Muggenthaler lebt mit ihrer Familie in Schwabstedt.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.12.2009:

Witzig und tierisch gut

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellung Eva Muggenthaler
Ein Hit unter den Kinderbüchern: "Papa, ich will einen Hund!". Foto: Wrege

Eigentlich wollte Büchereichef Ronald Steiner die Muggenthaler Eva, Kinderbuchautorin und Illustratorin der Weltklasse, schon während der Lammtage zu einer Sommerausstellung nach Niebüll holen, weil ihn ihr Erstlings-Kinderbuch "Der Schäfer Raul" so fasziniert hatte. Es klappte nicht. Dafür aber klappte es zur traditionellen Weihnachtsaustellung. Mit den jetzt zu genießenden Bildern freilich kommen die Kunstfreunde und Fans des schwanzwedelnden Vierbeiners vom Lamm auf den Hund und auf lustige Art auf ihre Kosten. Schon die Vernissage war eine, wie man sie in der Bücherei so noch nie erlebt hatte. Das lag an Ernst Kahl (60), seines Zeichens Maler, Zeichner, Texter, Filmemacher, Schauspieler, Songschreiber, Drehbuch- und Buchautor und Professor an der Hamburger Fachhochschule für Gestaltung - und Ehemann der gebürtigen Fürtherin Eva Muggenthaler (38). Beide leben mit ihren Kindern Mizi (7) und Franz (4) sowie dem Pudel Manfred (8), der auch mal Leo heißt (je nachdem wer ihn ruft) im Schwabstedter Bahnhof, wo sich früher die Niebüller Handballer umzogen, wenn sie nebenan auf dem Sportplatz gegen den dortigen MTV antraten. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", eröffnete Ernst Kahl die ungewöhnliche Vernissage, in der er sowohl die mit Einsatz von Gouache, Buntstift, Bleistift, spitzer Feder, Acryl, Kreide und Collage entstandenen urwitzigen Zeichnungen Zeichnungen vorstellte als auch zu einem Blick in das Buch "Papa, ich will einen Hund" einlud. In diesem auch und vor allem für Erwachsene erschienenen Buch besorgte Eva Muggenthaler die Bilder, während Ernst Kahl die Texte kalauerte. Beide, erkannte man flugs, haben denselben Beruf. Doch daheim in Schwabstedt arbeiten sie getrennt - und begegnen einander künstlerisch allenfalls auf der Türschwelle, um sich fachlich auszutauschen. "Ich bin in unserer Künstlerehe allenfalls der Apendix", stapelte der Ehemann tief, zeigte sich jedoch eins mit seiner Frau, wenn es um den Hund geht. Dieser stand auch im Focus der ungewöhnlichen Vernissage. Als Schmankerl des amüsanten Events sang Ernst Kahl, in die Saiten seiner Ukulele greifend, das "Loblied auf den Pudel", das in den letzten Zeilen in der Versicherung gipfelt, er setze sich statt eines Zylinders lieber eine Pudelmütze auf. Die Beziehung Muggenthaler/Kahl begann an der Hamburger Fachhochschule für Gestaltung während eines Seminars zum Thema Komische Kunst. "Die Tür ging auf. Sie kam herein, und da war sie. Als sie mir ihre Arbeiten zeigte, sagte ich ihr, ich wüsste nicht, was ich ihr noch beibringen sollte." Im Hamburg-Ottensen wurde perfekt gemacht, was bis dato Bestand hat - menschlich, familiär, künstlerisch, fachlich und "hundsmäßig". In der Tat waren gesprochenes Wort und Bildergucken ein Plädoyer auf den Hund, von dem es - sagt man - 598 Rassen geben soll. Eva Muggensthaler schafft es, diesen Rassen, mit denen nahezu jeder Charakter besetzt werden kann, noch viele andere dazu zu erfinden. Es lohnt, sich ein wenig Zeit zu nehmen, und die Bilder in aller Ruhe zu genießen. Bis zum 22. Dezember ist Zeit.




Aus der Wochenschau vom 06.12.2009:

Wiedersehen mit Anna und der Maus

Niebüll


Kneißler


Ausstellung Eva Muggenthaler
Die Künstlerin Eva Muggenthaler zeigt einen Querschnitt ihrer Kinderbuch-Illustrationen in der Weihnachtsausstellung der Stadtbücherei. Foto: Kneißler

Im Rahmen der diesjährigen Weihnachtsausstellung sind in der Stadtbücherei 39 Bilder aus Kinderbuch-Illustrationen der Künstlerin Eva Muggenthaler zu sehen. "Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt aus allen Kinderbüchern, die ich illustriert habe", erklärte Eva Muggenthaler. Die 1971 in Fürth geborene Künstlerin studierte Illustration und Grafik an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg und arbeitet heute als freischaffende Illustratorin für verschiedene Verlage. Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet.
Eva Muggenthaler lebt mit ihrem Ehemann, dem Künstler Ernst Kahl, und ihren Kindern in Schwabstedt. Zu ihren Arbeiten gehören Illustrationen für die "Sendung mit der Maus" ebenso wie für das Kinderbuch "Ben liebt Anna" von Peter Härtling oder das eigene Kinderbuch "Der Schäfer Raul" sowie Zeichnungen, Collagen und Aquarelle zu dem Kinderbuch "Papa, ich will einen Hund" mit Versen von Ernst Kahl. Der Cartoonist, Maler, Autor und Sänger sprach zur Eröffnung der Ausstellung in Niebüll: "Zu Eva Mugenthalers Bilder muss kein Wort verloren werden. Sie sind so toll und sprechen für sich", würdigte er die Begabung der Illustratorin. Bereits bei der ersten Begegnung sei er als Dozent des Seminars für "Komische Kunst" an der Fachhochule für Gestaltung in Hamburg von den Arbeiten "der Muggenthalerin" beeindruckt gewesen. "Ich wusste überhaupt gar nicht mehr, was ich ihr noch beibringen sollte. Es war unglaublich."
Mit kleinen Anekdoten unterhielt Kahl plaudernd das Publikum in der Stadbücherei. Abweichend von konventionellen Formen der Laudatio rezitierte er rhythmisch singend Verse aus dem Buch "Papa, ich will einen Hund", griff zur Gitarre und trug den Pudelsong aus seiner ersten CD mit dem Musiker Hardy Kayser vor.
"So eine Ausstellungseröffnung habe ich noch nicht erlebt", freute sich Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner. Die Illustrationen von Eva Muggenthaler sind noch bis zum 22. Dezember in der Stadtbücherei zu sehen.





Lesung



Stefanie Baumm
"Am Anfang war der Tod"


Stefanie Baumm


Am Donnerstag, dem 26. November 2009 war die Autorin Stefanie Baumm zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Sie las aus ihrem neuen Kriminalroman "Am Anfang war der Tod". Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.




Sehnsüchtig erwartet - der 3. Baumm:

Nichts ist, wie es scheint in Moorbek, einem kleinen Flecken am Nord-Ostsee-Kanal. Die Idylle des pittoresken Dorfes zerbricht, als der Pastor der Gemeinde in seiner Kirche brutal erschlagen wird. Ausgerechnet jetzt kommt sein Sohn, der BKA-Beamte Leif Falkner, nach 25 Jahren in seine norddeutsche Heimat zurück, und ist nicht nur den Dorfbewohnern ein Dorn im Auge. Zudem stelt sich heraus, dass der mutmaßliche Raubmord an seinem Vater in Zusammenhang mit weiteren Verbrechen steht, die auch das bewährte Ermittlerteam Armin Stahl und Birger Harms von der Kieler Kripo in Atem halten, und ihre charismatische Kollegin Uta Thormälen in Lebensgefahr bringen.

Stefanie Baumm geboren 1963 in Pforzheim, Baden-Württemberg,
seit 1970 in Schleswig-Holstein
verheiratet, drei Söhne (23, 18, 9 Jahre)
Jurastudium (abgebrochen), nach Kinderauszeit als Quereinsteiger ins Tageszeitungsgeschäft (u.a. Hamburger Abendblatt, dpa, Kieler Nachrichten)
parallel dazu Veröffentlichung erster Bücher
seit 2000 journalistisch nur noch für die Kieler Nachrichten tätig

Buchveröffentlichungen

1997 Der Gesang der Bäume, Dana Verlag, Bramsche
2000 101 Gründe keine Kinder zu kriegen, Rake Verlag, Kiel; 2002 in Lizenz Piper Verlag, München
2006 Unsterblich wie der Tod, Droemer Verlag, München
2008 Der Tod wartet nicht, Droemer Verlag, München
2009 Am Anfang war der Tod, Droemer Verlag, München

Warum schreiben?

Ich bin in einer Umgebung aufgewachsen, in der Bücher immer einen besonderen Stellenwert hatten, und war froh, als ich endlich selbst lesen konnte, was ich bis heute nach wie vor mit Leidenschaft mache.
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ihr Leben planen und so waren auch meine ersten schriftstellerischern Gehversuche spontan und eher zufällig und immer von dem Gedanken geprägt, "mal schauen, ob ich das kann". Diese Spontaneität hat mich bis zu meinem ersten Krimi begleitet.
Inzwischen arbeite ich konzeptioneller. Verträge im Hintergrund erfordern das. Dennoch ist Spontaneität immer noch etwas Entscheidendes für mich, um Literatur lebendig zu machen. Mit meinen Romanen möchte ich vor allem unterhalten. Die Menschen in eine andere Welt entführen und den Alltag vergessen lassen.

Mehr über Stefanie Baumm:www.stefanie-baumm.de



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 07.12.2009:

Hochspannung in der Niebüller Stadtbücherei

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung mit Stefanie Baumm
Die Autorin las aus ihrem dritten Krimi. Foto: Wrege

Spannendes Wiedersehen mit der Krimi-Autorin Stefanie Baumm. Nachdem sie vor Jahresfrist ihren ersten Roman mit dem Titel "Der Tod wartet nicht" vorgestellt hatte, las sie am Donnerstag erneut und stellte den nunmehr dritten Krimi "Am Anfang war der Tod" vor. "Es war letztes mal schon so schön hier", lobte sie das anheimelnde Ambiente von "Steiners Bücherei" und die Krimi-Fans aus dem Norden des Landes. Im Norden spielt auch ihr Dritt-Roman - genauer gesagt im Zuständigkeitsbereich ihrer Protagonisten, der Kieler Kommissare Armin Stahl, Birger Harms und Uta Thormählen, die im Dorf Moorbek am Nord-Ostsee-Kanal ermitteln. Dort hat man Pastor Eckhard Falkner erschlagen auf dem kalten Boden seiner Kirche aufgefunden. "Man" - das war des Pastors Sohn Leif, der nach 25 Jahren in sein Heimatdorf zurückkehrte und den sterbenden Vater mit zertrümmertem Schädel entdeckte. Einen Atemzug lang blickten Vater und Sohn noch einander in die Augen, bevor sie der Pastor für immer schloss. Leif Falkner, Beamter im Bundeskriminalamt und wohlweislich ahnend, dass die Moorhusener Dorfpolizei das Verbrechen wohl kaum aufklären würde, benachrichtigte gleich seine Ex-Kollegen von der Kieler Kripo. Stefanie Baumm nimmt zum Einstieg in die nun folgende Geschichte eine Fülle von Details mit, belässt es jedoch nicht bei der bloßen Beschreibung des Dorfes und seiner Bewohner, sondern zeichnet verschiedene Handlungsstränge nach, die die Spannung "auf Flamme" halten. Sie präsentiert dem Leser auch den Täter - freilich noch deutlich getrennt von dem ermittelnden Trio und ohne ihn namentlich bekannt zu machen. Für das kleine Dorf und dessen Beschreibung als Ort der Handlung habe sie sich - gestand sie lächelnd ein - ein paar Sehenswürdigkeit aus den Nachbardörfern "zusammengeliehen". Die Dialoge, erläutert sie, habe sie sie geschrieben, wie man sie "auf dem Dorf" auch führt. Sie nimmt Gerüche von Misthaufen und Silage mit und gibt sich als Insiderin des Dorflebens zu erkennen, in dem die dreifache Mutter "echt" auch zu Hause ist und bisweilen zwischen PC, Pferdestall und Küchenherd nut so hin und her flitzt. Die schöpferischsten Momente des Tages hat sie in der Ruhe des frühen Vormittags - aber auch irgendwann am Nachmittag. "Was ich schreibe, muss auch so stehen bleiben." Gleichwohl lässt sie sich von der Lektorin ("die liebe ich") auch überzeugen, dass man dies oder das "so" nicht wirklich sagt. Indes ermittelt das Trio der Kripobeamten und stößt bei den Dorfbewohnern auf eine Mauer des Schweigens. Man ist gespannt, wer der junge Mann ist, der den Pastor erschlagen hat. Man rätselt um das Motiv des Verbrechens, das womöglich mit andern Gesetzwidrigkeiten im Zusammenhang steht. War es ein Raubmord? Warum wohl ist der Pastorensohn und BKA-Beamte Leif Falkner nicht nur den Dorfbewohnern suspekt? Und warum sagt der junge mutmaßliche Täter, es würde alles vorbei sein, wenn sie ihn fänden.? Was ist dieses "alles"? Fragen über Fragen, die den Leser begierig machen zu erfahren, was denn nun wirklich in dem idyllisch gelegenen Dorf am Kanal passiert ist. Die drei Kripobeamten werden's herausfinden, lässt Stefanie Baumm augenzwinkernd ahnen. Doch bis die Ermittlungsakte zugeklappt werden kann, muss der Leser noch viele spannende Seiten durchleiden.




Lesung



Nordisk Litteratur 2009


Lesung mit Anne B. Ragde


Anne B. Ragde

Unter dem Motto "Nordisk Litteratur 2009" luden das Nordisk Informationskontor und das Kulturbüro der Stadt Flensburg vier skandinavische Autorinnen zu Gast ins Grenzland ein.

Die Stadtbücherei Niebüll freute sich, die norwegische Autorin Anne B. Ragde präsentieren zu können. Sie las am Donnerstag, dem 05. November 2009 in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Begleitet wurde Frau Ragde von ihrer deutschen Übersetzerin Gabriele Haefs, die die Lesung des deutschen Textes und die Übersetzung des Gesprächs mit der Autorin übernahm.

Beginn der Lesung war 20.00 Uhr.


Anne B. Ragde wurde 1957 in der Nähe von Trondheim geboren und wuchs dort auch auf. Sie ist eine der beliebtesten und erfolgreichsten Autorinnen Norwegens und wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Norwegian Language Prize und dem norwegischen Buchhandelspreis. Der Durchbruch gelang ihr mit der Familientrilogie Das Lügenhaus, Einsiedlerkrebse und Hitzewelle. Ihre Romane wurden in verschiedene Sprachen übersetzt und zum Teil verfilmt und im norwegischen Fernsehen gezeigt.


Mehr zur Veranstaltung "Nordisk Litteratur 2009":www.litteraturfest.nu




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 09.11.2009:

"Hitzewelle" in Stadtbücherei

Niebüll


dew


Lesung mit Anne B. Ragde
Eingespieltes Team: Die Norwegerin Anne B. Ragde (r.) und Gabriele Haefs. Foto: Wrege

Eine Autorenlesung der etwas anderen Art erlebten Besucher der Stadtbücherei am Donnerstagabend. Im Rahmen der vom Nordisk Informationskontor und dem Kulturbüro der Stadt Flensburg veranstalteten Nordischen Kulturtage las die norwegische Autorin Anne B. Ragde aus ihrem Roman "Hitzewelle" - dem letzten Teil ihrer Familientrilogie, die bislang in 21 Sprachen übersetzt wurde. Anders war der Literaturabend deshalb, weil die Norwegerin in ihrer Landessprache las. Dolmetscherhilfe bekam sie von der Hamburgerin Gabriele Haefs, die Skandinavistik studiert und auch ihre Bücher übersetzt hat.
In der Neshov-Trilogie geht es um die Familie des Schweinebauern und Sturkopfes Tor. Nach "Das Lügenhaus" und "Einsiedlerkrebse" wird in "Hitzewelle" verraten, wie die Familiengeschichte endet. Der letzte Teil der Trilogie beginnt mit dem Selbstmord des Bauern Tor, den seine leibliche Tochter Torunn im Schweinestall auffindet. Sie macht sich Vorwürfe, weil sie sich vorher mit dem Vater gestritten hat. Im Streit ging es ihre Weigerung, den zwar in der wunderschönen Fjordlandschaft von Byneset gelegenen, doch arg heruntergewirtschafteten Hof der Familie Neshov zu übernehmen.
Die in Oslo lebende Torunn lernte ihre merkwürdige Familie erst mit 36 Jahren kennen: den Vater und Schweinezüchter Tor und seine beiden Brüder Margido und Erlend - der eine Bestatter, der andere schwul, die beide seit der Kindheit auf dem Hof Wege gingen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Der Selbstmord des Hofbauern führt die Familie wieder zusammen. Und das nicht ohne Spannungen, weil die uneheliche Torunn in der nun anstehenden Erbschaftssache eine gewichtige Rolle spielt. Die Spannungen steigern sich noch, zumal Torunns beide Onkel hochtrabende Pläne haben: Erland will Designerwohnungen auf dem Hof einrichten, Margido, der Bestatter, ein großes Sarglager.
Die Geschichte nimmt einen turbulenten Fortgang, den die Autorin ebenso bildhaft und akribisch eindringlich wie amüsant erzählt. Die von ihr beschriebenen Szenarien sind Unterhaltung pur. Das staatliche norwegische Fernsehen hat die beiden ersten Bücher verfilmt. Die "Hitzeweile" sei auch schon abgedreht, berichtete Anne Ragde. Im zwanglosen Nachgespräch mit der Autorin klingen "familientherapeutische Züge" ihrer Trilogie an. Die heute 52-Jährige ist auf einem Bauerhof im westnorwegischen Hardanger geboren und lebt heute in Trondheim, das - wie sie berichtet - Hitlers einstiger Rüstungsminister Albert Speer "umbauen" wollte. Die familiären Wurzeln machen sie zur Insiderin bäuerlichen Lebens. Insoweit klingt die Beschreibung ihres familiären Umfeldes auch authentisch, wenngleich "Familienkatastrophen" nicht immer so dramatisch enden müssen wie die der Neshov-Famlie. Wie auch immer: Torunn ist, wie aus den Anfängen der Geschichte zu erfahren war, zu einer Entscheidung gezwungen, die ihr Leben und das ihrer Familie verändern wird. Wie diese Entscheidung ausfällt, muss der Leser nun selbst herausfinden. Hilfreich für ihn ist, wenn er zuvor der Reihe nach "Das Lügenhaus" und "Einsiedlerkrebse" liest.



Lesung



Maria Elisabeth Straub
"Sommer mit Emma"


Maria Elisabeth Straub (c) Regine Mosimann/Diogenes Verlag

Am Donnerstag, dem 17. September 2009 war die Autorin Maria Elisabeth Straub zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Sie stellte ihren neuen Roman "Sommer mit Emma" vor, den sie mit ihrer Co-Autorin Martina Borger geschrieben hat.

Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.






Zum Inhalt des Buches:

Eine Familie hat ein Hausboot gemietet und will einen anregenden Abenteuerurlaub auf englischen Gewässern verbringen. Luisa und Daniel freuen sich darauf, den Alltag zu vergessen und endlich wieder einmal Zeit füreinander zu haben. Ihre Kinder Lea und Jasper, beide im schwierigen Alter, haben dem Familientrip zugestimmt, weil auch Jaspers netter Freund Can mit von der Partie ist – außerdem wird Emma erwartet, Daniels bildhübsche Tochter aus einer Affäre vor fünfzehn Jahren, und im Übrigen müssen die Eltern ja nicht alles mitkriegen, was so passiert. Tatsächlich kommt es zu Ereignissen, mit denen niemand gerechnet hat, an Bord wird es eng. Eine Reise, die alles andere wird als eine Erholungstour, in raffiniertem Wechsel aus verschiedenen Perspektiven erzählt.



Über die Autorin:

Maria Elisabeth Straub wurde 1943 in Schleswig-Holstein geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Germanistik und arbeitet seit 1970 als freie Autorin. Die Titel 'Katzenzungen', 'Kleine Schwester' und 'Im Gehege' schrieb sie gemeinsam mit Martina Borger.

»Das Kürzel Borger & Straub ist längst zu einem literarischen Begriff geworden. Die beiden Autorinnen mustern gnadenlos scharfsinnig die menschliche Psyche, steigern die Spannung meisterlich – und steuern ihre Geschichte schließlich kühl in ein unvermeidliches Verhängnis.« Angela Gatterburg / Der Spiegel, Hamburg



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 24.09.2009:

Bootsfahrt ins Ungewisse

Niebüll


dew


Lesung mit Maria Elisabeth Straub
Blumen für Maria Elisabeth Straub von Ronald Steiner. Foto: Wrege

Was das literarische Kult-Duo Borger & Straub wieder einmal gemeinsam zu Papier gebracht hat, verheißt dem Bücherwurm einen vergnüglichen Spätsommerabend. Auf 404 Seiten erzählen Maria Elisabeth Straub (Nordfriesland) und Martina Borger (Bayern) einen wahren Familienthriller, der vergnüglich-spannend beginnt und tragisch endet. Die Straub las daraus vergangenen Donnerstag in der Stadtbücherei.
Erneut haben die beiden einen Roman mit dem Titel "Sommer mit Emma" gemeinsam geschrieben - die eine in München, die andere im nordfriesischen Aventoft - zwar rund 1000 Kilometer voneinander entfernt, doch so als säßen sie beim Schreiben unter einem Dach. Kenner werden längst wissen, dass sich die beiden erstmals "in der Lindenstraße" trafen und die Fernsehserie (getrennt) mit Drehbüchern versorgten, um aber bald eine geistige Verwandtschaft zu verspüren, die letztlich zu gemeinsamem Schreiben führte.
Sparsam wie auf einer Autorenlesung zumeist üblich, führte "Marie" Straub auf 48 Seiten in die Geschichte ein. Sie spielt auf einem Hausboot in England, das sich eine Familie für eine Ferientour gemietet hat, um einerseits ein möglichst spannendes Abenteuer zu erleben und andererseits und vor allem die inneren, mit den Jahren lockerer gewordenen Familienbande wieder zu festigen. Doch wie gemütlich der Bug des Bootes das Fahrwasser durchtrennt, so rasant nimmt die Geschichte ihren Lauf - und das an einem Ort der Handlung, an dem es eng ist und an dem man sich nicht aus dem Weg gehen kann.
Der vierköpfigen Familie - Daniel und Luisa mit den Kindern Jasper und Lea (und deren Freund Can) - gesellt sich Emma dazu, Daniels süße Folge eines One-Night-Stands, aus den Staaten eingeflogen und von Heathrow abgeholt. An Bord wird es eng, nicht nur durch das sechsblättrige Kleeblatt, sondern auch durch Ereignisse, mit denen niemand gerechnet hat. Der Leser wird von Seite zu Seite neugieriger, lernt jedoch zuvor, von den Erzähltalenten Straub & Borger mal entzückend exakt, mal beißend-deftig beschrieben, die illustre Bootscrew kennen. Je nachdem von wem die Rede ist, wechseln die Autorinnen zu dessen Sprache über - mal zur Jugendsprache, mal zu deftigem Tobak, doch stets mit einem tiefen Einblick in das jeweilige Seelenleben verbunden. Der Leser bekommt Lust, es den beiden schreibend nachzutun - so schön kann Sprache zuweilen sein, die hier mal "abgekackt cool", mal "huckleberryfinnmäßig" oder "hammer beißend" wirkt, jedoch viel gesunden Witz versprüht. Verry english ist es zuweilen auch, wenn an Bord "fish'n chips" gegessen werden und Stout getrunken oder mit zweitbestem Cognac angestoßen wird. Irgendwann lernt man Émma kennen, von der Jasper sagt, er habe eine Schwester, die er nicht einmal kennt. Dank der detailgenauen Beschreibung der Lokalität und der Personen, ist der Leser schnell mit an Bord und macht eine Fahrt voller Verstrickungen mit.
Wie der "Sommer mit Emma" endet? Das muss der Leser selbst herausfinden. Den bei Diogenes (Zürich) erschienen Roman gibt's in der Bücherstube Leu, die die Autorenlesung mit Maria Elisabeth Straub zusammen mit der Bücherei ausgerichtet hat. Die Autorin lebt seit 20 Jahren in NF, las vor zwölf Jahren das erste Mal anläßlich der Leck/Niebüller Kulturtage und jetzt zum vierten Mal in der Bücherei. Büchereichef Ronald Steiner dankte der Straub mit einem Sonnenblumengebinde. Die gebürtige Pinnebergerin fühlt sich mittlerweile als Nordfriesin. Besondere Momente ihres schöpferischen Alltag sind die fast täglichen Begegnungen mit Briefträger Hermann. "Wenn ich Geburtstag habe, bringt er mir sogar einen Geburtstagskuchen mit."


Ausstellung



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Konkrete Kunst aus Deutschland -
5 Positionen


Erich Buchholz
Walter Dexel
Max H. Mahlmann
Heijo Hangen
Andreas Brandt


Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein-Musik-Festival 2009
4. Juli bis 29. August 2009

Die Stadtbücherei Niebüll beteiligte sich, wie schon im Vorjahr und nun schon zum 9.mal in Folge, am Museumssommer des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals. In diesem Jahr lautete der Länderschwerpunkt des Festivals "Deutschland".
Der Deutsche Kultursommer präsentiert begleitend zum musikalischen Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals Ausstellungen und Veranstaltungen zu den Bereichen Kunst, Film, Literatur, Musik, Geschichte, Architektur, Kunsthandwerk und Design sowie zahlreiche weitere Events. Die Veranstaltungen werden von kulturellen Einrichtungen und Akteuren organisiert und finden in ganz Schleswig-Holstein statt.


Vom 4. Juli bis 29. August 2009 zeigte die Stadtbücherei Niebüll unter dem Titel "Konkrete Kunst aus Deutschland - 5 Positionen" Arbeiten von Erich Buchholz, Walter Dexel, Max H. Mahlmann, Heijo Hangen und Andreas Brandt.


Die Ausstellung "Konkrete Kunst aus Deutschland - 5 Positionen" führt Werke von Malern aus drei aufeinander folgenden Generations-Abschnitten zusammen. Walter Dexel (1890-1973) und Erich Buchholz (1891-1972) gehören noch zur Väter-Generation des kon-struktiv-konkreten Gestaltens. Sie fanden den Weg dorthin kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Allerdings muss man sie zu den "jüngeren" Vätern dieser Kunst zählen, denn sie konnten sich an den Pionieren Piet Mondrian (1872-1965) und Kasimir Malewitsch (1878-1935) orientieren, die schon vor diesem Krieg oder gleich zu dessen Beginn über die Abstraktion zu konstruktivistischen Bildgefügen gelangt waren.
Max H. Mahlmann (1912-2000) hat sich die Werke dieser frühen Entdecker der konstrukti-ven Formensprache zunächst nicht als Vorbild nehmen können. Seine Studienjahre in Dres-den an der Akademie für Bildende Künste (1934-1938) fielen in die Zeit der Hitler-Diktatur und des Verbots solcher Kunst als "entartet". Bilder "entarteter" Künstler waren aus Museen, Galerien und dem Kunstschrifttum entfernt worden. Nach dem Studium wurde Mahlmann Soldat. Zu seinen ersten geometrischen Kompositionen kam er 1949 nach vierjähriger Mal-Entwicklung, während derer er expressionistische und abstrakte Bildwege erprobte. Nach dem Zeugnis von Andreas Brandt begegnen ihm vier Jahre später (1953) zum ersten Mal Bilder von Friedrich Vordemberge-Gildewart (1899-1962), den er daraufhin in Amsterdam besucht. Die Begegnung mit dem um dreizehn Jahre älteren Maler-Kollegen gibt ihm Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein. Ein Jahr später sieht er in Köln eine Vordemberge-Schau und schreibt nach Amsterdam: "Ich danke Ihnen für Ihre große Befruchtung, die Sie mir durch Ihre Kölner Ausstellung gegeben haben".
Selbst dem 1927 geborenen Heijo Hangen waren, als er 1947 (zwei Jahre nach dem Ende des deutschen NS-Staates) sein Kunststudium an der Mainzer Landeskunstschule aufnahm, die Bilder und Plastiken der frühen Konstruktivisten ebenso unbekannt wie die Werke, mit denen die zweite Generation der strengen Gestalter bis zur Jahrhundertmitte die "Konkrete Kunst" weiterentwickelt hatte. Unter solchen Rezeptionsverzögerungen spricht es für die künstlerische Potenz und Formvitalität Hangens, dass er in den Jahren zwischen 1950 und 1953 aus eigenem Impuls den Weg über die Abstraktion zum konkreten Bild noch einmal ging, inmitten des überall wabernden Informel und ohne die bildnerischen Errungenschaften von konstruktiven und konkreten Malern wie Mondrian, Malewitsch, Dexel oder Bill zu kennen. Unter welchen Druck die Omnipotenz des Informel die Künstler damals setzte, lässt sich daran ablesen, dass Hangen noch 1954, also ein Jahr nach dem Erreichen der konkreten Position, zu einer Gruppenausstellung ein eher an Miro erinnerndes Bild lyrisch-surrealistischer Abstraktion einreichte, weil er befürchtete, man würde ihn mit einem konkret gebauten Werk nicht akzeptieren.
Andreas Brandt (geb. 1935) ging in Halle/Saale aufs Gymnasium und begann 1955 ein Kunststudium in Berlin. Sieben Jahre jünger als Hangen und begünstigt durch einen moderner Kunst positiv gegenüber stehenden Vater, spricht er davon, dass er schon als Gymnasiast der Abbildung eines Werkes von Vordemberge-Gildewart in einem Kunstalmanach begegnet sei und der Vater "gegenüber allen Zweiflern die Arbeit auf das heftigste" verteidigt habe. Daraus wird bei ihm aber keine Initialzündung, sofort so oder ähnlich zu malen, wie das 1919 der gerade mal 19 Jahre alte Architekturstudent Vordemberge-Gildewart getan hatte, als er konstruktivistischer Malerei begegnete. Brandt geht in den 1960er Jahren einen langen Weg, um sich von Landschaft und Figur zu trennen und 1969 zu konstruktiv geordneten Streifen-Bildern zu gelangen. Dabei stand allerdings nicht die europäische Moderne Pate, sondern es waren amerikanische Puristen wie Barnett Newman, Ad Reinhardt oder Frank Stella.

Walter Vitt




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 07.07.09.:

Ausstellung stimmt auf das Festival ein

Niebüll


dew


Ausstellung zum SHMF
Prof. Andreas Brandt und der Kölner Journalist Walter Vitt (r.) vor den Streifenbildern Brandts.
Foto: Wrege


Abstrakte Kunst verständlich zu beschreiben, ist ein wahrlich schwieriges Unterfangen. Der Kölner Rundfunk- und Fernsehjournalist Walter Vitt (73), beim WDR aus Politik und Kunst berichtend, schaffte es, in der Bücherei kunstliebenden Bürgern der Region eine Ausstellung der besonderen Art ans Herz zu legen. Im ICE-Tempo leuchtete er in die Tiefen einer Kunstrichtung hinein, deren Bezeichnung erst mitten in den Dreißigern vom Schweizer Max Bill ("Die Zürcher Konkreten") formuliert wurde. Er sprach von "Konkreter Kunst" und sagte über sie, sie sei in ihrer letzten Konsequenz Ausdruck von harmonischen Maßen und Gesetzmäßigkeiten... und sie ordne Systeme und gebe diesen Ordnungen mit künstlerischen Mitteln das Leben. "Konkrete Kunst aus Deutschland - 5 Positionen" heißt die Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein Musikfestival (SHMF) 2009, die bis zum 29. August in der Stadtbücherei zu sehen ist. In einem Leporello zur Ausstellung hatte Walter Witt die heimischen Kunstfreaks schon mal neugierig gemacht. In der "brütigen Atmospähre" des kleinen Kulturtempels hielt er sich nicht lange auf und machte zunächst mit den Altmeistern Walter Dexel (1890-1973) und Erich Buchholz (1891-1972) und deren Spätwerken bekannt. Beide hoben sich aus der "schillernden Figurenmalerei" des Naziregimes ab, wurden als "entartet" geächtet, blieben in Deutschland und unterlagen dem Kunstverbot. Beide haben in der Tat auch längere Zeit nicht gemalt, und von beiden sind auch vornehmlich späte Werke bekannt, von Dexel, der Bewegung und Spannung in der Fläche bannte, und von Buchholz, der konstant positionierte Formen weiterentwickelte. Die drei Jüngeren, die "an der Wand der Bücherei hängen" (O-Ton Ronald Steiner) sind Max H. Mahlmann (1912-2000), Heijo Hangen und Andreas Brandt (Jahrgänge 1927 bzw. 1935). Mahlmann, berichtete Vitt, verzichtete auf Farbe und sah sein Werk als "begleitenden Ausdruck des technischen Zeitalters." Typisch für Heijo Hangen sind die an das Ying Yang erinnernden "halbierten Quadrate". Von Andreas Brandt sagte Vitt, seine "Streifenbilder" seien voran getriebene Reduktion. Er beharre auf dem, war im Geviert passiert. Fünf Vertreter der konkreten Kunst in der Bücherei. Fünf kurzgefasste Porträts von ihnen - und viele Fragen, auf die der Experte Walter Vitt Antworten wusste, die er im Nachgespräch mit den Besuchern dieser denkwürdigen Ausstellung vertiefte. Büchereichef Ronald Steiner präsentierte mittlerweile die neunte Ausstellung in Folge und die bisher zehnte insgesamt, von denen die letzten in das SHMF eingebunden waren und mit der bildenden Kunst des jeweiligen Länderschwerpunkts in Verbindung standen. Andreas Brandt, Kurator der Ausstellung, stellte erstmals in Niebüll aus. Er war auch der geistige Vater dieser in ihrer Art einmaligen Präsentation. Susanne Neubacher, Geschäftsführerin des "Vereins SHMF e.V." stimmte die Niebüller auf eine weitere Besonderheit des schleswig-holsteinischen Kunstsommers ein: auf das Gastspiel des weltberühmten Leipziger Gewandhaus-Quartetts (30. Juli, 20 Uhr Christuskirche Niebüll). "Man muss den Niebüllern schon mal für ihr Engagement danken", lobte sie das örtliche SHMF-Gremium und übermittelte den einheimischen Musikfreunden die Freude der Leipziger Streicher auf Nordfriesland - und deren Wunsch, "dass die Nordsee ja auch möglichst nahe dabei sein möge."


Puppentheater


Lauras Stern


Die Stadtbücherei Niebüll lud zum Puppentheater am Montag, dem 27. Juli 2009 in den Sitzungssaal des Rathauses Niebüll ein. Das Theater mit Puppen "Firlefanz" aus Hagen spielte das Stück "Lauras Stern", frei nach dem Kinderbuch von Klaus Baumgart.



Lauras Stern
Infos zum Stück:

In einer Kombination von Schauspiel und Figurentheater wird dieses beliebte Kinderbuch auf die Bühne gebracht. Laura findet einen Stern. Er ist kaputt, aber was macht das schon. Mit einem Pflaster kann man ihn "heile machen". Trotzdem wird er von Tag zu Tag blasser, obwohl Laura den Stern liebt und ihn sehr umsorgt. Soll sie ihn wieder in den Himmel entlassen? Wie wird Laura sich entscheiden?

Solospiel mit Randi Kästner-Kubsch.
Die Inszenierung wurde gefördert durch das Land NRW.
Ausstattung und Bühne: Olga Sukhova
Regie: Detlef Heinichen, Bremen


Ausstellung



Inge Wilkens


"Notate"


7. März - 9. April 2009



Drift 08

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, dem 7. März 2009, um 11.30 Uhr luden wir Sie und Ihre Freunde ganz herzlich ein.


Begrüßung
Ronald Steiner

Grußwort
Bürgervorsteher Uwe Christiansen


Einführung
Renate Buschmann


Die Künstlerin war anwesend.





Inge Wilkens

1942 in St. Margarethen, Kreis Steinburg geboren
1962-65 in Flensburg Pädagogik, Schwerpunkt Kunsterziehung studiert
1965-73 in Schulen und in der Lehrerfortbildung Kunst unterrichtet
1973-93 auf Föhr mit der Familie als freischaffende Malerin gelebt
seit 1993 Atelier in Holzacker/Nordfriesland


Einzelausstellungen (Auswahl)

1983 Galerie Stücker, Brunsbüttel
1985 Kunstverein Menden
1986 Galerie Danielsen, Flensburg
1987 Zentralbibliothek, Aabenraa
1992 Kunsthaus Reichenstraße, Itzehoe
Palais' Quasi non possidentes', Glückstadt
1993 Galerie Lüth, Halebüll m. L Figueroa
1995 Stadtgalerie im Elbeforum, Brunsbüttel
Galerie Stücker, Brunsbüttel
1996 Galerie Samtleben, Potsdam
2000 Galerie Lüth, Halebüll





Aus der Wochenschau vom 05.04.2009.:

Bilder vom Werden und Vergehen

Niebüll


Beate Kneißler


Ausstellungseröffnung Inge Wilkens
Stadtbüchereileiter Ronald Steiner und die Künstlerin Inge Wilkens.
Foto: Beate Kneißler

Die Stadtbücherei zeigt bis zum 9. April Bilder und Objekte der norddeutschen Künstlerin Inge Wilkens. Stadtbüchereileiter Ronald Steiner freute sich, dass es ihm nach Jahren endlich gelungen ist, die Künstlerin für eine Ausstellung gewinnen zu können. Steiner: "Das Warten hat sich gelohnt. Es ist eine wunderschöne Ausstellung." Zur Eröffnung überbrachte Bürgervorsteher Uwe Christiansen herzliche Grüße der Stadt, einleitende Worte sprach die Pädagogin Renate Buschmann aus Flensburg. In ihrem Vortrag nahm sie das Publikum mit auf einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung mit dem Titel "Notate". "Aus einem Verfall entsteht etwas Neues", umschrieb Renate Buschmann Eindrücke über die Werke der Künstlerin. "Inge Wilkens arbeitet sehr heftig und schnell. Es wird zugemalt, wieder weggekratzt,weggemalt, zerstört beim Wegkratzen, es wird beschichtet, es wird mit Asche gearbeitet. Und was entsteht, ist fragmentarisch. Das ergibt einen Freiraum, etwas völlig neu zu denken. Diese Spuren entstehen wie schnelle flüchtige Notierungen von etwas sehr Essentiellem", so Buschmann. "Ihre Reihungen sind immer schon Notate gewesen, nichts anderes als aufgezeichnete Spuren einer Auseinandersetzung." Inge Wilkens arbeitet mit sogenannten Gouachen, deckenden Wasserfarben, die sie mit verschiedenen Aschearten oder Talkumpuder versetzt, aufraut und wieder glättet. Ein Vorgang von Zerstörung und Wiederherstellung. "Es ist mein Anliegen aus allem etwas zu machen und Zustände durchzustehen. Ich arbeite nicht von vornherein mit einem fertigen Konzept, sondern durch den Vorgang entsteht das Bild", sagte Inge Wilkens am Rande der Veranstaltung. "Meine Bilder für die Ausstellung hier in der Stadtbücherei habe ich aus zehn Jahren meiner Arbeit zusammengestellt und sie haben alle eine Verbindung zur Schrift, zur Schrift als abstraktes Zeichen." Die von ihr gewählten Motive zeigen Landschaften, Schrift oder Boote geprägt von der Nordseelandschaft, von Urgewalten. Sie zeigt keine heile Welt, ihre Motive bewegen sich im Prozess von Werden und Vergehen. Wilkens: "Ich zeige, was es sein kann, auch im menschlichen Leben". Während der Öffnungzeiten der Stadtbücherei montags bis freitags von 9.30 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr außer mittwochs sowie samstags von 10 bis 12 Uhr können Besucher die Bilder und Objekte von Inge Wilkens besichtigen.



Lesung


Sandra Dünschede
"Friesenrache"



Cover Friesenrache

Neuer Mord in Nordfriesland - Sandra Dünschede präsentiertr ihren 3. Nordfriesland-Krimi.

Am Freitag, dem 13. März 2009 war die Autorin Sandra Dünschede zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll sein. Sie stellte ihren neuen Kriminalroman "Friesenrache" vor. Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.






Zum Inhalt des Buches:

Maisernte in Nordfriesland. Urplötzlich kommt die Mähmaschine zum Stillstand. Zwischen ihren scharfen Messern hängt ein toter Mann: Kalli Carstensen. Unfall oder Mord? Für Kommissar Thamsen keine Frage, denn der Friese hatte viele Feinde im Dorf - jeder mit einem Motiv, aber nicht jeder mit einem Alibi.



Autorenfoto Sandra Dünschede Sandra Dünschede, geboren 1972 in Niebüll/Nordfriesland, studierte Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft in Düsseldorf. Kurz darauf begann sie mit dem Schreiben, vornehmlich von Kurzgeschichten und Kurzkrimis. 2006 erschien ihr erster Kriminalroman "Deichgrab", für den sie dem Medienpreis 2007 des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes ausgezeichnet wurde.







Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 19.03.2009:

Verwirrende Spuren gelegt

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung mit Sandra Dünschede
Sandra Dünschede signierte nach der Lesung ihre Bücher.
Foto: Wrege

Nach "Deichgrab", "Nordmord" und dem Düsseldorfer "Solomord" ließ es die gebürtige Nordfriesin Sandra Dünschede in ihrem insgesamt vierten und dritten südttondernschen Krimi etwas gruseliger angesehen. Gruselig deshalb, weil die Krimi-Leiche nicht irgendwo, sondern ausgerechnet in einem Maisfeld aufgefunden wurde - und dann auch noch in den Messern eines Feldhäckslers und nicht weit von Risum-Lindholm entfernt, wo auch die Autorin einst zu Hause war und ihre drei NF-Thriller allesamt im heimatlichen Umfeld spielen lässt. Das mag auch der Grund gewesen sein, dass die Bücherei, wo die Dünschede aus ihrem vierten Krimi las, aus allen Nähten platzte. "Über hundert Zuhörer - so viele hat's bei Lesungen noch nicht gegeben", staunte Büchereichef Ronald Steiner, der seinen Stammgast herzlich willkommen hieß. "Gestern noch in Leipzig bei Buchmesse - heute in Niebüll", klopfte sich der Niebüller Diplom-Bibliothekar auf die Brust, von wohlgefälligem Kopfnicken der überwiegend weiblichen Lesungsbesucher begleitet. In der Tat war man geneigt zu denken, dass nur Frauen lesen. "Männer lesen nicht", hieß es auch sehr bestimmt aus dem Munde einer NDR-Reporterin, die die Dünschede auf die Schnelle interviewte und in der von Spannung geladenen Atmosphäre des kleinen Kulturtempels von Seite 1 bis 81 auf Tätersuche mitging. Worum ging's? "Kalli ist tot!" Mit dieser Nachricht platzt Haie Ketelsen, Schulhausmeister in Risum und Alleswisser im Dorf, zu Tom und Marlene in die Küche, wo den beiden der Appetit aufs Frühstück vergeht, als Haie ihnen erzählt, was er aufgeschnappt hat. Im Maisfeld habe er gelegen. Ingwer habe ihn entdeckt, als ihn die Messer seines Häckslers erfasst hätten. Kriminalhauptkommissar Thamsen sei auch schon da. Durch das Blaulicht sei Haie aufmerksam geworden, und der Fundort sei abgesperrt. Ingwer sei ganz schön geschockt gewesen, will er vernommen haben. Die Geschichte nimmt dann schnell ihren Lauf. Hauptkommissar Thamsen beginnt die Ermittlungen. Das Dorf, in dem sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet, setzt zu Spekulationen an . In der Kneipe ist die Hölle los. Ist er ermordet worden? War es ein Unfall oder ein natürlicher Tod? Alle wissen, dass Kalli nicht sehr beliebt war. Viele im Dorf sind nicht wirklich geschockt von seinem Tod oder gar traurig. Das heizt das Rätselraten nur an. Der Polizeibeamte Thamsen tappt im Dunkeln, lässt sich jedoch von Haie, der immer eine Menge weiß als andere, ein wenig auf den einen oder andern Pfad seiner Ermittlungen mitnehmen. Eine vermeintliche Spur führt sogar nach Wyk auf Föhr, wohin ein Ex-Risumer nach dem Tod seiner Birthe "emigriert" ist und der , wie man im Dorf weiß, nicht gut auf den toten Kalli zu sprechen ist. Sandra Dünschede legt zielstrebig mehrere Spuren, bezieht den Leser und Zuhörer in die Ermittlungen ein, macht aber schnell an einem Punkt halt, um auf die nächste Fährte zu wechseln. Diese, verrät sie, führt irgendwann zum Ziel. "Der Fall wird aufgeklärt", verspricht sie. Als sie ihren Krimi zuklappt und ihre Zuhörer zu Fragen ermuntert, ist sie kaum enttäuscht darüber, dass keine kommen. "Eine Krimiautorin fragt man besser nicht - und schon gar nicht nach dem Täter", ist aus dem Raunen der Krimifans zu vernehmen. Auf Tätersuche müsse man schon selbst gehen. Die Spur führt über die Bücherstube Leu, wo der Krimi zu haben ist. Viele der Besucher griffen wegen kaum zu bändigender Erwartung schon vor und nach der Lesung zum Buch, ließen es sich von der Dünschede signieren, um schnell den Heimweg und womöglich auch eine schlaflose Kriminacht anzutreten.



Statistik 2008


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.01.2009:

Bücher bleiben die Nummer eins

Niebüll


dew


Stöbern in der Stadtbücherei
Ronald Steiner mit Leserin Birte Christiansen im Gespräch. Foto: Wrege

Die Stadtbücherei Niebüll schreibt weiterhin eine Erfolgsgeschichte. Mit 163 485 Ausleihungen setzte sie eine neue Rekordmarke. "Es hat mich total umgehauen", freute sich Büchereichef Ronald Steiner, als der Computer am Jahresende diese Zahl verriet. Während des Jahres hätten sich zwar schon Anzeichen eines erneut "guten Ergebnisses" ergeben. Doch die aktuellen Daten lagen am Ende deutlich höher. Die Mediensteigerung, ermittelte Steiner, lag bei den Ausleihungen von DVDs und CD-ROMs. Doch das Buch bleibt eindeutig immer noch die Nummer eins. Vergleichsmarken bieten die Jahre 1980 mit rund 50 000 und 1988 mit über rund 81 000 Ausleihungen. Seit 1980 verdreifachte sich die Ziffer - und seit 1988, als die Bücherei von der Markt- in die Hauptstraße umzog, verdoppelte sie sich noch einmal. Von den Entleihungen entfallen 92 246 auf Bücher, 10 997 auf Zeitschriften, 1 311 auf Videos, 12 605 auf CDs, 26 805 auf CD-ROMs und DVDs, 5 802 auf Cassetten, 3 825 auf Taschenbücher und 2 469 auf Spiele. Der Bücherei stehen insgesamt 37 668 Medien (2007 = 35 221) zur Verfügung, davon unter anderem 28 854 Bücher, 2 396 CDs, 829 Videos und 1 819 CD-ROMs und DVDs. Im büchereiinternen Leihverkehr besorgte sich die Bücherei 1 475 Medien und lieh deren 968 an andere Büchereien aus. Die Stadtbücherei war 2008 an 249 Tagen zusammen 1 398 Stunden geöffnet. Die Bücherei trägt mit ihren Offerten auch einem mehr und mehr veränderten Freizeitverhalten Rechnung. Es wird nach wie vor gelesen, es werden aber auch gerne Filme gesehen, wie die Steigerung bei den "runden Scheiben" andeutet. Neu unter den gefragten Spielen sind die der "Sims" und beliebt unter den Büchern- obwohl nicht jedermanns Gusto - die Fantasy-Romane, um auch einmal in eine andere Welt abzutauchen. "Hier machen Erwachsene, Jugendliche und auch Kinder keinen Unterschied", hat Ronald Steiner beobachtet. In der Sparte Belletristik und Taschenbücher landeten außer Stig Larssons drei Super-Krimis Ken Follets "Die Tore der Welt", Cornelia Funkes "Tintenherz" und Christopher Paolinis "Eragon. Die Weisheit des Feuers" auf dem Treppchen. Weit unterhalb der Gürtellinie drückte die Bücherei ausnahmsweise mal die Augen zu und bot Charlotte Roches "Feuchtgebiete" (laut "Stern" Bestseller des Jahres 2008 und verkauft in 26 Länder) aus ihrem Bestand an. Unschlagbar bei den Sachbüchern war Kerkelings "Ich bin dann mal weg". Und erstaunlich häufig wurde von mehreren Altersgruppen das "Filzen" verlangt. Zu Gast war in der Bücherei Autorin Stefanie Baumm mit ihrem neuen Krimi. Erwartet wird erneut Sandra Dünschede mit einem weiteren Krimi, der auch in Südtondern spielen soll. In der Bücherei liefen Ausstellungen mit Fotos von Alexanders Rodtschenko und mit Arbeiten von Jürgen Ferdinand Schlamp sowie Otto Beckmann. Auch wird sich die Bücherei am Rahmen des SHMF 2009 (Thema Deutschland) beteiligen und eine Ausstellung von Andreas Brandt zeigen. Im vergangenen Jahr feierte die Stadtbücherei im Andersen-Haus ihr 20-jähriges "Standort-Jubiläum". Erfolg und Beliebtheit hat sie zu einem gewissen Teil auch der Lage mitten in der Stadt zuzuschreiben und kommt mit ihrem publikumsfreundlichen und -wirksamen Offerten einem kleinen "Kulturtempel" gleich . In den Regalen befindet sich kaum etwas, das Staub ansetzt. Dafür sorgt eine überaus eifrige, wissbegierige und ebenso kritische Leserschaft.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 10.01.2009:

Kleine Leseratte steht auf Dinos

Niebüll


dew


Leser des Jahres 2008
Ronald Steiner beglückwünschte die Leser des Jahres Anja Motzkat und ihre Tochter Cora. Foto: Wrege

Leser des Jahres der Stadtbücherei Niebüll mit den meisten entliehenen Medien wurden die ehemalige Verwaltungsangestellte und jetztige Hausfrau Anja Motzkat (39) und Töchterchen Cora (5) aus der Südergath. Beide "verteidigten" damit ihren bereits 2007 errungenen "Titel", als sie sich über 1000 Medien - überwiegend Bücher - aus der Bücherei holten. Dieses Mal übertrafen sie diese Marke mit zusammen 1400 Medien, unter denen ebenfalls das Buch überwog. Klein Cora holte sich dessen 304 aus den Regalen bei Büchereichef Ronald Steiner. Sie hatte es mit den Dinosauriern, erzählte sie. "Dinos liebt sie über alles, Puppen erst an zweiter Stelle", bestätigte auch ihre Oma Gitta aus der Siedlung. Anja Motzkat liest täglich und beendet ihren Tag, bevor sie die Nachtischlampe ausknipst, mit dem Zuklappen ihrer Lektüre. Ihr Interesse geht querbeet durch alles Gedruckte, wenngleich ein guter Krimi eine deutliche Favoritenstellung einnimmt. Sie "schaffte" 1096 Medien, darunter auch einige "Scheiben" mit Musik und Filmen. Ehemann Ralf (39) war an der Bewältigung des Lesestoffs beteiligt - und die "erlesene Trophäe damit Familiensache. Der Gang zur Bücherei - zumeist am Sonnabend - ist für Anja Motzkat eine wöchentliche Pflichtübung. Tägliche Pflichtübung ist indes das abendliche Vorlesen am Bett von Tochter Cora. "Nach einem Kapitel Pippi Langstrumpf schlummert sie ein", berichtet die Mutter. Ihr und der Kleinen überreichte Ronald Steiner einen großen und einen kleinen Blumenstrauß.




Aus der Wochenschau vom 11.01.2009:

Ein Rekordjahr für Familie Motzkat und die Stadtbücherei

Niebüll


Wolfgang Pustal


Leser des Jahres 2008
Die eifrigsten "Leseratten" der Stadtbücherei würden mit Blumen belohnt: Bibliothekar Ronald Steiner, Anja Motzkat und Tochter Cora. Foto: Pustal

Die Stadtbücherei Niebüll erfreut sich auch im letzten Jahr eines weiter gestiegen Zuspruchs. "Wir blicken auf das beste und ausleihstärkste Jahr in unserer Geschichte zurück. So wurden aus unserem Bestand von jetzt weit über 37.000 Medien fast 163.000 Entleihungen erzielt. Genau waren es 163.485", freut sich Ronald Steiner über diese neuen Rekordzahlen. Damit legte die Zahl der Entleihungen um 11,5 Prozent gegenüber 2007 zu. "Wenn man die vergangenen 26 Jahre betrachtet, so hat sich unser Medienbestand mittlerweile mehr als verdoppelt und die Entleihungen haben sich fast verdreifacht", zählt der Leiter der Stadtbibliothek weiter auf. Im 2008 konnte die Stadtbücherei Niebüll auch noch zwei große Jubiläen feiern. Seit nunmehr 20 Jahren ist die Bücherei am heutigen Standort, dem ehemaligen "Bökingharder Hof" zu Hause, und seit 10 Jahren arbeitet sie mit dem bewährten EDV-System. "Es war ein schönes und interessantes Jahr, und jetzt sind wir gespannt, was das Jahr 2009 uns bringt", freut sich Ronald Steiner mit seinen Mitarbeiterinnen auf ein interessantes neues Jahr. Hier einige weitere Zahlen aus der Statistik des abgelaufenen Jahres: Der Bestand am Ende des Jahres 2008 betrug 37.668 Medien, davon 28.854 Bücher, 684 Taschenbücher, 1144 Zeitschriften, 2396 CDs, 829 Videos, 1819 CD-ROMs und DVDs, 67 Bilder in der Artothek, 826 Tonkassetten für Kinder und Erwachsene, 61 Spiele und neuerdings 127 X-Box beziehungsweise Playstation-Spiele. Von den 163.485 Entleihungen fallen 92.246 allein auf Bücher, 10.997 auf Zeitschriften, 1311 auf Videos, 12.605 auf CDs, 26.805 auf CD-ROMs und DVDs, 3825 auf Taschenbücher, 5802 auf Kassetten und 2469 auf Konsolenspiele. Bei dieser umfangreichen Statistik wundert es nicht, dass Bibliothekar Ronald Steiner auch wieder seine eifrigsten Leser ermitteln konnte. Die Familie Motzkat liegt hier mit insgesamt 1400 Ausleihen weit vor allen anderen Lesern und wurde von Ronald Steiner zur "Leser-Familie des Jahres" gekürt. Schon im letzten Jahr lagen Anja und Ralf Motzkat mit ihrer Tochter Cora mit 1015 Ausleihen af Platz drei. Das konnten sie im diesem Jahr sogar noch einmal deutlich übertreffen. "Ich lese immer noch am liebsten Dino-Bücher, bin aber auch ganz versessen nach Büchern mit Prinzessinnen und Feen", erklärt Cora ihre Vorlieben. Damit bracht es die Fünfjährige auf immerhin 304 Ausleihen. Ihre Mutter Anja hingegen nutzt die ganze Bandbreite des vielseitigen Angebotes der Stadtbücherei. "Ich lese gerne Krimis, leihe mir aber sonst alles querbeet aus, auch schon mal CDs und DVDs. Das Angebot hier ist einfach klasse", lobt die 39-Jährige das gute Angebot der Stadtbücherei. Zusammen mit ihrem Mann Ralf kam sie so auf sensationelle 1096 Ausleihen.


Ausstellung




Otto Beckmann


"Küstenstriche"


28. November - 23. Dezember 2008



Küstenstriche, 2008

Zur Eröffnung unserer Weihnachtsausstellung am Freitag, dem 28.11.2008 um 19.00 Uhr luden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Zur Eröffnung sprach Rüdiger Otto von Brocken.

Der Künstler war anwesend.




Otto Beckmann

1945 in Knüppeldamm / Mecklenburg geboren
1947 - 1951 Westerwanna bei Cuxhaven
1952 - 1958 Insel Föhr
1958 - 1966 Lübeck-Travemünde
1966 Abitur in Lübeck
1967 - 1970 Studium an der PH Flensburg, Fachrichtung Kunst
1970 Schuldienst in Hamburg und Beginn zahlreicher Einzelausstellungen sowie Beteiligungen im In- und Ausland.
1971 - 1981 verheiratet mit Henriette Cochius
1971 - 1985 Lehrer in Friedrichstadt und Wiederaufbau der Mühle "Emanuel" in Garding/Eiderstedt
1973 - 1983 mehrere Reisen nach Norwegen
seit 1975 Mitgliedschaft im Bundesverband Bildender Künstler
1985 Beendigung des Schuldienstes, seit dem freischaffend tätig
seit 1985 Beginn der Zusammenarbeit mit der Galerie Lüth in Halebüll bei Husum
1986 halbjähriges Reisestipendium nach Italien vom Kultusministerium Schleswig-Holstein
1988 - 1989 einjähriger Arbeitsaufenthalt im Künstlerhaus Lauenburg/Elbe als Stipendiat des Kultusministeriums in Schleswig-Holstein
seit 1989 Atelier und Druckwerkstatt in Hamburg und Schleswig-Holstein und Beginn der Zusammenarbeit mit Fritz Wutzdorff als Drucker
1992 Beginn gemeinsamer Projekte mit Falko Behrendt und Hans-Ruprecht Leiß (Ausstellungen, Mappen, Kataloge und Kalender mit dem Drucker Thomas Rauch)
1994 - 1998 mehrere Reisen mit Barbara Mannitz nach Amerika,Vietnam, Thailand und Laos
seit 1997 Mitglied der Künstlervereinigung Grænselandsudstillingen, Åbenraa, Dänemark
seit 2000 verheiratet mit Barbara Mannitz
2005 Reise nach Myanmar
2006 Reisestipendium der Aldegrever Gesellschaft nach Séguret/Provence


Mehr über Otto Beckmann:www.otto-beckmann.de





Aus der Wochenschau vom 14.12.08.:

Die unergründlichen Tiefen des Meeres

Niebüll


Beate Kneißler


Otto Beckmann
Der Maler und Grafiker Otto Beckmann: Noch bis zum 23.12. zeigt die Stadtbücherei Niebüll die Ausstellung "Küstenstriche".
Foto: Beate Kneißler

Bis einen Tag vor Heiligabend ist in der Stadtbücherei noch die Ausstellung "Küstenstriche" mit Radierungen des Hamburger Künstlers Otto Beckmann zu sehen. Miniaturbilder zeigen Boote, Wracks oder das Vorland bei St. Peter, Eiderland und Tönning. "Das Gefühl von den unergründlichen Tiefen des Wassers regt mich an, weil da soviel ist und man nicht begreift. Ich bin gerne da unten", beschreibt Beckmann seine Leidenschaft für das Meer. Der 1945 in Mecklenburg geborene Otto Beckmann arbeitete nach seinem Studium knapp 15 Jahre als Lehrer in Friedrichstadt bevor er 1985 als freischaffender Künstler tätig wurde. Seine Werke umfassen Techniken wie Zeichnungen, Collagen, Druckverfahren, Malerei und Objekte. Zu seinen Arbeiten gehören Figuren, Landschaften und "Briefe an das Meer".
Zur Eröffnung der Ausstellung in der Stadtbücherei sprach Rüdiger Otto von Brocken, Redakteur der "Husumer Nachrichten", einleitende Worte über den Künstler. Otto Beckmann suche stets die Nähe des Wassers. Am Meer finde er am ehesten Motive, die sich dem Maß verweigern und meditativen Zuständen nahe kommen. "Im Angesicht des Meeres beginnen die Bilder zu wandern und der Raum füllt sich mit Geschichten", zitierte von Brocken den Künstler Otto Beckmann. Beckmann wolle nicht Landschaft beschreiben oder gar abbilden, "sondern gültige Zeichen finden für Zustände zwischen Ruhe und Bewegung."
Bereits zum dritten Mal in Folge hielt von Brocken die Eröffnungsrede zur Weihnachtsausstellung in der Niebüller Stadtbücherei, die zur Eröffnung der Ausstellung "Küstenstriche" weit über die vorhandenen Sitzplätze hinaus belegt war. "Die Weihnachtsausstellung ist immer etwas Besonderes und wird vom Publikum besonders gut angenommen", so Stadtbüchereileiter Ronald Steiner.
Die Bilder des Malers und Grafikers Otto Beckmann sind während der Öffnungszeiten der Stadtbücherei werktags außer mittwochs von 9.30 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 12 Uhr zu sehen.


Lesung



Stefanie Baumm
"Der Tod wartet nicht"


Stefanie Baumm


Am Donnerstag, dem 20. November 2008 war die Autorin Stefanie Baumm zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Sie las aus ihrem neuen Kriminalroman "Der Tod wartet nicht". Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und die Bücherstube Leu herzlich ein.




Sehnsüchtig erwartet - der 2. Baumm.
Stefanie Baumm über ihr neues Buch:
34 Kinder verschwinden aus einem Waisenhaus in Südosteuropa. Die Behörden vermuten, dass sie Organhändlern in die Hände gefallen sind. Warum ist das den Tageszeitungen am 9. Juni 2006 nur eine kleine Meldung wert? Warum findet sich ein solches Verbrechen nicht auf der Titelseite wieder?
Mich veranlasst die Meldung zu recherchieren, und ich muss feststellen, dass solche Vorfälle in dieser oder anderer Form durchaus an der Tagesordnung sind, in den Medien aber kaum Erwähnung finden. Aus dieser Recherche ist letztlich "Der Tod wartet nicht" entstanden.
Leser von "Unsterblich wie der Tod" können sich auf ein Wiedersehen mit den Kommissaren Armin Stahl und Birger Harms und ihrem Kieler Ermittlerteam freuen. Schauplätze sind diesmal neben Kiel, Hamburg und Moskau unter anderem ein Gutshof auf dem Dänischen Wohld und der Badeort Strande.
Im Mittelpunkt des Romans stehen illegaler Organhandel und organisierte Kriminalität genauso wie die Abgründe, die sich auftun können, wenn es im Zwischenmenschlichen schwierig wird ... Dazu habe ich ein besonderes Holsteiner Thema eingeflochten - die Pferdezucht.


Stefanie Baumm geboren 1963 in Pforzheim, Baden-Württemberg,
seit 1970 in Schleswig-Holstein
verheiratet, drei Söhne (23, 18, 9 Jahre)
Jurastudium (abgebrochen), nach Kinderauszeit als Quereinsteiger ins Tageszeitungsgeschäft (u.a. Hamburger Abendblatt, dpa, Kieler Nachrichten)
parallel dazu Veröffentlichung erster Bücher
seit 2000 journalistisch nur noch für die Kieler Nachrichten tätig

Buchveröffentlichungen

1997 Der Gesang der Bäume, Dana Verlag, Bramsche
2000 101 Gründe keine Kinder zu kriegen, Rake Verlag, Kiel; 2002 in Lizenz Piper Verlag, München
2006 Unsterblich wie der Tod, Droemer Verlag, München
2008 Der Tod wartet nicht, Droemer Verlag, München


Warum schreiben?

Ich bin in einer Umgebung aufgewachsen, in der Bücher immer einen besonderen Stellenwert hatten, und war froh, als ich endlich selbst lesen konnte, was ich bis heute nach wie vor mit Leidenschaft mache.
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ihr Leben planen und so waren auch meine ersten schriftstellerischern Gehversuche spontan und eher zufällig und immer von dem Gedanken geprägt, "mal schauen, ob ich das kann". Diese Spontaneität hat mich bis zu meinem ersten Krimi begleitet.
Inzwischen arbeite ich konzeptioneller. Verträge im Hintergrund erfordern das. Dennoch ist Spontaneität immer noch etwas Entscheidendes für mich, um Literatur lebendig zu machen. Mit meinen Romanen möchte ich vor allem unterhalten. Die Menschen in eine andere Welt entführen und den Alltag vergessen lassen.

Mehr über Stefanie Baumm:www.stefanie-baumm.de





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 26.11.08.:

Autorin macht Leser neugierig auf ihren zweiten Krimi

Niebüll


dew



Stefanie Baumm liest in der Stadtbücherei Niebüll

Es war zwar nur ein Häppchen über den Tod, der nicht wartet. Doch dieser Happen macht Appetit auf mehr. Stillen kann man ihn im neuen Krimi der Stefanie Baum (45). "Der Tod wartet nicht" heißt der zweite Kriminalroman der im Holsteinischen lebenden Autorin. Die Bücherstube Leu und die Stadtbücherei holten sie nach Niebüll zu einer Lesung, in der die Krimi-Freunde schon mal wenig Gänsehaut verspüren durften.
Stefanie Baum - verheiratet, drei Söhne, ein Hund, eine Katze, drei Pferde - studierte zunächst Jura, brach aber ihr Studium ab, um zum Journalismus zu wechseln und für zwei norddeutsche Tageszeitungen zu arbeiten. Bei ihren Recherchen als Polizeireporterin machte sie mit den Schattenseiten menschlichen Daseins Bekanntschaft. 2006 schrieb sie ihren ersten Krimi. Jetzt las sie aus ihrem zweiten.. Die Zuhörer in der Bücherei erlebten eine faszinierende Frau, die fesselnd zu erzählen und vorzulesen und das Wort mit einer freundlichen und ansprechenden Verpackung zu umhüllen weiß.
Der unnatürliche Tod gehört zum Krimi wie das Salz in die Suppe. Auch in ihrem Zweitkrimi hat ihn Stefanie Baumm in den Fokus der Handlung gestellt - und das gleich vielfach. Weil man in einer Krimilesung dem nachfolgenden Lesen nicht zuviel vorweg nehmen darf, beschränkte sich die Baumm auf zunächst "nur" zwei Leichen. Die eine wurde am Ostseestrand angeschwemmt. Bei der andern handelte es sich um ein Kind, dessen Todesursache schleierhaft war.
Die Kriminalbeamten Armin Stahl und Birger Harms schafften es schnell, dem angeschwemmten Toten einen Namen zu geben. In der Pathologie war festgestellt worden, dass der Mann durch einen aufgesetzten Kopfschuss hingerichtet worden war. Über das Rätsel um den Tod des Kindes machte sich eine Ärztin her, der bald klar wurde, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen war.
Bei der Autorin fällt auf, dass sie sich gemeinsam mit den beiden Polizeibeamten akribisch genau auf die Suche nach der Lösung macht. Der Leser erhält Einblicke in die Methodik polizeilicher Ermittlungen und die Arbeit des Gerichtsmediziners sowie in das Feelimg eines gefühlskalten Killers, der im Töten "nur" die Erledigung eines Jobs sieht.
In der Uniklinik will einer Ärztin nicht in den Kopf, was mit dem Kind geschehen ist. Sie wird umso neugieriger, je deutlicher ihr bewusst wird, dass da "etwas nicht stimmt", weil die Krankenakte nicht greifbar ist und ihr bedeutet wird, dass es Dinge im Hause gebe, aus denen sie sich tunlichst heraushalten solle. Toter Junge, keine Akte, keine Antwort - und dann auch noch ein überraschend gestorbener Kollege, mit dessen Schlüsseln die junge Ärzte auf Recherche geht - und dabei fast von Leuten ertappt wird, die ebenfalls suchen, was sie sucht. Hier macht Stefanie Baumm einen Schnitt - und entäßt eine gebannte Schar von Zuschauern in die Ungewissheit.
Der Zweitkrimi der Stefanie Baumm spielt in Schleswig-Holstein und hat organisierte Kriminalität und illegalen Organhandel zum Thema. Und: der Leser wird eingeladen, in die Abgründe der menschlichen Seele hinab zu schauen.
Die Liebe zur deutschen Sprache sei es gewesen, die ihren Schwenk aus dem Jurastudium zu Journalismus und Schriftstellerei veranlasste. Es sei denkbar, dass ihre Krimis verfilmt werden. Auf Anfrage von Zuhörern sagte sie, dass sie mit dem Filmen nix am Hut habe, dass ein Drehbuch eine ganz andere Spezies von Schreiben wäre und dass sie sich den Axel Milberg auf keinen Fall als einen ihrer Kripobeamten wünsche. "Den mag ich nämlich nicht."


Lesung


Die Stadtbücherei Niebüll machte mit beim bundesweiten Vorlesetag am 20. November

Am bundesweiten Vorlesetag, dem 20. November 2008, lasen wieder zahlreiche Bücherfreunde und Prominente aus ihren Lieblingsbüchern vor. Mit dabei war auch die Stadtbücherei Niebüll.

Der bekannte Sylter Kabarettist Manfred Degen las aus dem Kinderbuch "Blauvogel" von Anna Müler-Tannewitz vor.

Der bundesweite Vorlesetag ist der diesjährige Höhepunkt von "Wir lesen vor", einer Initiative der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Stiftung Lesen, die 2004 ins Leben gerufen wurde. Der Hintergrund: Nur noch in einem Drittel aller Haushalte mit Kindern von 0 - 10 Jahren spielt das Vorlesen eine Rolle. Ein Viertel aller 15-jährigen in Deutschland kann nicht richtig lesen, fast die Hälfte nimmt nie ein Buch zum Vergnügen in die Hand. DIE ZEIT und die Stiftung Lesen möchten mit ihrer gemeinsamen Initiative "Wir lesen vor" das Vorlesen und Erzählen in Deutschland wieder populär machen sowie den frühzeitigen Kontakt mit Büchern und die Lust am Lesen fördern. Nur wer schon als Kind die Liebe zum Buch entdeckt, wird sich auch als Jugendlicher und Erwachsener in der Welt der Buchstaben zu Hause fühlen. Zum fünften Mal rufen DIE ZEIT und die Stiftung Lesen zum bundesweiten Vorlesetag auf, an dem sich auch zahlreiche Prominente beteiligen. Partner des Vorlesetages sind die Deutsche Bahn AG und Skoda Automobil Deutschland, unterstützt wird der Vorlesetag von ACADEMIA-PRESS/STUDENTENPRESSE Internationale Presseauslieferungs GmbH, Borromäusverein e. V., Deutscher Bibliotheksverband e. V., Deutscher Verband Evangelischer Büchereien, Heilbronner stimme, Sankt Michaelsbund und SPIESSER.

Weitere Informationen über die Initiative finden Sie unter:www.wirlesenvor.de.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 22.11.08.:

Mit "Blauvogel" gegen Vorurteile

Niebüll


dew

Man kennt ihn sonst nur als Kabarettisten, Spaßvogel, Entertainer und kalauernden Kosmopoliten, der den Schönen und Reichen auf der Fährte ist - egal ob auf Sylt oder dort, wo die Sylter Urlaub machen. Doch es gibt auch einen ganz anderen Degen, der wunderschön zu erzählen und vorzulesen weiß. Kinder und eine Hand voll Erwachsene erlebten ihn am Donnerstag in der Bücherei, wo er im Rahmen der bundesweiten Aktion "Promis lesen für Kinder" einen super-spannenden Schmöker zur Hand nahm, daraus vorlas und Episoden aus dem Buch erläuternd miteinander zu verbinden wusste. Es war ein so genanntes "anderes Indianerbuch", nämlich Anna Jürgen's "Blauvogel - Wahlsohn der Irokesen". "Blauvogel" ist wahrlich kein Indianerschmöker, wie man ihn von Karl May kennt. Es ist die Geschichte des Jungen Georg Ruster, der als Neunjähriger von Irokesen gefangen genommen und unter dem Namen "Blauvogel" in ihren Stamm integriert wird, bei ihnen aufwächst und eines Tages einer der Ihren wird. Die Begegnung des weißen Jungen mit der Welt der Rothäute ist gleichsam das Aufeinandertreffen zweier offenbar unvereinbarer Welten und spielt im 18. Jahrhundert , als Engländer und Franzosen kriegerisch aufeinander trafen. Blauvogel kämpft zunächst mit seinem Heimweh. Doch mit der Zeit akzeptiert er seinen Namen, wie auch die Irokesen ihn akzeptieren. Blauvogel lernt Liebe, Achtung, Geborgenheit, Stolz und Treue kennen - und das alles von seinen Indianern. Für junge Leser mag der "Blauvogel" ein wichtiges Buch sein, räumt es doch mit manchem Vorurteil von den "barbarischen" Rothäuten auf. Aus dem Vielen, das Blauvogel von den Rothäuten lernte, pickte Degen die Bärenjagd und den Fischfang heraus. Die Autorin lässt den Leser an vielen Erlebnissen des Jungen teilhaben und ihn seinen Schmerz, die Ängste aber auch seine Liebe zu den neuen "Eltern" miterleben. "Ich habe das Buch schon vor zwölf gelesen", verriet Manfred Degen. "Meine Frau Erika hat es mir zuweilen aus der Hand gerissen - weil es eben ein wunderschönes Kinderbuch ist", fügte er hinzu. Es endet damit, dass Blauvogel, der zunächst von Colonel Bouquet und dessen Soldaten "befreit" und den Rothäuten entrissen wird, zu seinen Irokessen zurückkehrt und dort von seiner Ziehmutter mit den Worten in die Arme genommen wird: "Nun bis du ja wieder zu Hause."




Ausstellung


"Logo SHMF




Alexander Rodtschenko

Originalfotos

Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein-Musik-Festival 2008
05. Juli bis 30. August 2008

Die Stadtbücherei Niebüll beteiligte sich, wie schon im Vorjahr und nun schon zum 8.mal in Folge, am Museumssommer des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals. In diesem Jahr lautete der Länderschwerpunkt des Festivals "Russland".
Der Russische Sommer präsentiert begleitend zum musikalischen Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals Ausstellungen und Veranstaltungen zu den Bereichen Kunst, Film, Literatur, Musik, Geschichte, Architektur, Kunsthandwerk und Design sowie zahlreiche weitere Events. Die Veranstaltungen werden von kulturellen Einrichtungen und Akteuren organisiert und finden in ganz Schleswig-Holstein statt.


Vom 5. Juli bis 30. August 2008 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Originalfotos von Alexander Rodtschenko.

„Das Neue sehen, selbst im Gewöhnlichsten, Alltäglichen...“ – die Ausstellung gibt mit berühmten Beispielen Einblick in das umfangreiche Werk von einem der ganz Großen in der Geschichte der Fotografie: Alexander M. Rodtschenko (1891 – 1956).




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 07.07.08.:

Russischer Sommer mit ungewöhnlichen Ansichten

Niebüll


dew


Ausstellung Rodtschenko
Über einen gelungenen Auftakt des künstlerischen Begleitrahmens zum SHMF freuen sich: Dr. Jörg Garbrecht, Prof. Dr. Chup Friemert, SHMF-Direktor Burkhard Stein, Büchereichef Ronald Steiner und Prof. Andreas Brandt.
Foto: Wrege


Das Schleswig-Holstein Musikfestival (SHMF) wirft seine Schatten voraus. Im Begleitprogramm des Festivals, das in diesem Jahr Russland gewidmet ist, läuft in der Stadtbücherei zurzeit eine Ausstellung mit Fotografien des Russen Alexander Michailowitsch Rodtschenko (1891-1956). Am Sonnabend war Ausstellungseröffnung. Die Bilder werden bis zum 30. August zu sehen sein.
Die Stadt Niebüll ist seit 2001 zum achten Mal mit Konzerten und Ausstellungen am SHMF beteiligt, erklärte Büchereichef Ronald Steiner. Den Anfang machte Finnland, gefolgt von Lateinamerika/Spanien, England, Tschechien. Japan, Holland und Ungarn. "Mit Russland machen wir auf hohem Niveau weiter", begrüßte Steiner Gäste und Kunstfreunde aus der Region und dankte den Förderern für die finanzielle Unterstützung, unter ihnen der Kulturstiftung der Nospa, dem Landeskukturverband und dem Stadtmarketing. Ein besonderer Dank galt Prof. Andreas Brandt, der die Idee zur Rodtschenko-Ausstellung hatte und die Fotos von Dr. Chup Friemert, Professor für Designtheorie und Designgeschichte an der Hamburger Hochschule für bildende Künste, ausgeliehen hatte. Friemert hatte die Fotosammlung des Russen von einem seiner Nachkommen geschenkt erhalten.
Das Festival mit einer Ausstellung wie dieser zu begleiten, sei eine wichtige und kostbare Initiative, erklärte Burkhard Stein, Verwaltungsdirektor des SHMF. "Niebüll öffnet die Tore zur Kunst von Weltrang", lobte er die am SHMF beteiligte Stadt und empfahl den Musikfreunden, auch das Konzert mit Edin Karamasov (7. August Christuskirche) ja nicht zu versäumen.
"Für gute Fotos sollte man in ein Museum oder in die Stadtbücherei gehen", machte Dr. Jörg Garbrecht (Nolde-Stifung Seebüll) heimische Kunstfreunde und Amateurfotografen auf die Rodtschenko-Bilder neugierig. Er stellte den russischen Fotografen als wortkargen Mensachen mit glattrasiertem Kopf und als technikbegeistertes Multitalent vor. Garbrecht nahm ein "neuzeiltiches" Handy zur Hand und verglicht dessen Funktionsfülle mit den Fähigkeiten des Alexander Rodtschenko nicht nur als Fotograf, sondern auch als Maler, Grafiker, Architekt, Stadtplaner usw. Dem Bericht zufolge arbeitete der linksorientierte Rodtschenko der neuen Regierung zu, stellte sich in den Dienst der Partei-Agitation, entwarf 50 Plakate für "zig" verschiedne Zwecke sowie das Kaufhaus GUM - und galt sowohl als Praktiker als auch als künstlerisches Multitalent.
Der Schwenk in die fotografische Neuzeit kam mit der Leica, die die Ernst Leitz GmbH 1924 serienmäßig auf den Markt brachte und damit die moderne Kleinbildfotografie begründete. Rodtschenko erstand eine Leica und machte mit ihr unglaubliche Aufnahmen, die vorher noch nie gemacht wurden, als wollte er die Fotografie als neue Kunstform etablieren.
Garbrecht:" Er fand bisher nie da gewesene Ansichten, als könne nur der Fotoapparat das moderne Leben schildern." Ihn habe alles interessiert: der Rhythmus des Alltags, der Sport, das Turmspringen, der Zirkus. Der Bauchnabel, berichtete Garbrecht, sei für Rodtschenko eine Art Bezugspunkt gewesen - sowohl als Ebene, von der er "nach oben oder unten" fotografierte als auch als Punkt, von dem sich die Fotografie als eigenständige Kunst abnabelte. Doch danach sei die Fotografie zur Augenzeugen- und Schnappschussfotografie verkümmert, meinte Garbrecht.
Die in der Stadtbücherei ausgestellten Fotos entstanden in der Zeit von 1924 bis 1937. Sie zeigen Menschen, denen der Künstler begegnete, erzählen Begebenheiten, fangen Alltagsszenen ein, berichten aus der Welt des Zirkus und des Sports und stellen vieles aus völlig unerwarteten Blickwinkeln dar. Der Blick auf die fotografischen Arbeiten des Alexander Rodtschenko macht den Betrachter nachdenklich und lässt ihn rätseln, ob er dies und das in den Anfängen von Leica und dem 24x36er Rollfilm auch so gesehen hätte, wie der Russe, den die deutsche Kunstszene erst spät nach seinem Tode wahrnahm.


Puppentheater


Karlsson vom Dach


Die Stadtbücherei Niebüll lud zum Puppentheater am Montag, dem 11. August 2008 in den Sitzungssaal des Rathauses Niebüll ein. Das Theater mit Puppen "Firlefanz" aus Hagen spielte das Stück "Karlsson vom Dach", nach dem Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren. Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.

Karlsson vom Dach Infos zum Stück:

Weil er viel allein ist, wünscht sich Lillebror nichts mehr auf dieser Welt, als einen eigenen Hund. Eines Tages schwebt in sein Zimmer ein wohlgenährter "Mann in den besten Jahren", der Hackfleischbällchen liebt und gerne Leute ärgert. Er hat einen kleinen Propeller auf dem Rücken und stellt sich als "Karlsson vom Dach" vor. Tatsächlich wohnt dieser kleine, selbstbewusste und ungewöhnliche Herr auf dem Dach eines Mietshauses, mitten in Stockholm. Die beiden freunden sich an, und für Lillebror gibt es fortan nur dieses Thema: Sein neuer Freund. Seinen Eltern kommt dies sehr merkwürdig vor, denn sie haben Karlsson noch nie zu Gesicht bekommen und glauben die Geschichten von einem fliegenden kleinen Mann auch nicht. Karlsson behauptet sogar "der beste Karlsson der Welt" zu sein, obwohl er Lillebrors Eisenbahn kaputt macht und er Dinge verspricht, die man gar nicht halten kann. Trotzdem ist Karlsson ein herrlicher Spielkamerad und steht Lillebror bei allen Abenteuern kräftig zu Seite. Was für ein Glück, dass Lillebror Karlsson getroffen hat, wo er sich doch so sehr einen Hund wünscht.
Eine Geschichte über die Kraft der Fantasie.


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 13.08.08.:

Abenteuer mit Karlsson vom Dach

Niebüll


Ursula Konitzki


Puppentheater Firlefanz
Grigorij Kästner-Kubsch mit Karlsson und Lillebror.
Foto: Konitzki


Man musste geschickt über die auf dem Fußboden sitzenden kleinen und großen Besucher im Sitzungssaal des Niebüller Rathauses balancieren, die bei der Aufführung des Firlefanz-Theaters keinen anderen Platz mehr gefunden hatten. Freie Stühle gab es längst nicht mehr kurz vor Beginn der Kindervorstellung, zu der die Stadtbücherei eingeladen hatte. Büchereileiter Ronald Steiner hatte mit der Wahl des Veranstaltungsortes einmal mehr die richtige Entscheidung getroffen. "Die Stadtbücherei ist zu klein dafür", begrüßte er die vielen Kinder und ihre Angehörigen. Im Sitzungssaal steigt die Spannung der Kinder mit jeder Minute. Es ist sehr dunkel im Raum. "Jetzt geht's los!" ruft ein Knirps begeistert. "Endlich!" schiebt ein anderes Kind nach, als aus dem Lautsprecher plötzlich merkwürdige Geräusche dringen. Bei näherem Hinhören entpuppen sie sich als Geräusche einer bremsenden Eisenbahn. Ein Herr mit Hut und kariertem Sakko nebst einer Vielzahl von Koffern hetzt auf den Bahnsteig. Aber o weh! Er kommt zu spät und verpasst den Zug. Der Mann muss die Nacht auf einer Bank auf dem Bahnsteig verbringen. Der nächste Zug fährt erst am Morgen. Szenenwechsel: Angestrahlt von Scheinwerfern erscheint ein kleines Puppentheater auf der Bühne. Der Mann auf dem Bahnsteig träumt von einem kleinen einsamen Jungen namens Lillebror aus Stockholm, der sich sehnsüchtig einen Hund wünscht. Eines schönen Tages schwebt "Karlsson vom Dach" dank Propeller auf dem Rücken mitten hinein in das Kinderzimmer des Jungen im kleinen Handpuppentheater. Die beiden freunden sich an und erleben gemeinsam abenteuerliche Geschichten. Am Ende schlagen Karlsson und Lillebror sogar zwei Einbrecher mit einem platzenden Luftballon in die Flucht. Die Geschichte "Karlsson vom Dach" stammt aus der Feder von Astrid Lindgren und beschreibt die Kraft der Phantasie. Puppenspieler Grigorij Kästner-Kubsch hat Karlsson und Lillebror Leben eingehaucht. Am Schluss der Geschichte taucht der Reisende mit seinen vielen Gepäckstücken wieder auf dem Bahnsteig im Sitzungszimmer auf und reibt sich verwundert die Augen. "Ist Karlsson nur eine Phantasie gewesen?" fragt er sich. "Wenn ich nur eine Phantasie bin", sagt der kleine Propellermann, "dann bin ich die schönste und beste Phantasie der Welt".
Das Schauspiel- und Figurentheater "Firlefanz" wurde 1983 in Dresden gegründet und hat heute seine künstlerische Heimat in Hagen. Das moderne Figurentheater hat traditionelle Elemente. Ausgebildete Puppenspieler setzen das Minitheater unter anderem auf Anfrage auch in Kindergärten, Schulen und bei Festen und Feierlichkeiten in Szene. Das Repertoire der Inszenierungen umfasst Kinderbuchgeschichten, Märchen und auch Opern für Kinder und Erwachsene. Das "Firlefanz-Theater" ist Begründer des Festvals "HANDfest" in Dresden und in Hagen. Die Puppenspieler werden von einem Förderverein in Hagen unterstützt. Der Verein arbeitet nicht kommerziell. Einnahmen aus den Vorführungen werden unter anderem in Bühnenbilder und Kostüme investiert. Die Gruppe besteht zurzeit aus elf festen Mitgliedern im Alter zwischen 25 und 78 Jahren.


Ausstellung





Aquarell, 2007
Jürgen Ferdinand Schlamp


"Der Gebrauch der Zeichen"


16. Mai - 01.Juli 2008







Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, dem 16.05.2008 um 19.00 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Der Künstler wird anwesend sein. Begrüßung: Ronald Steiner
Einführung: Hubert Eichheim, Athen



"Wer die Arbeiten von Jürgen Ferdinand Schlamp in einer Zusammenschau sieht, erkennt sofort die Einmaligkeit dieses Künstlers, der weder an einen anderen zeitgenössischen Maler erinnert, noch irgendwelchem Manierismus erlegen ist trotz seiner ausgeprägten Formen- und Zeichensprache. Aus scheinbar einfachen Motiven, wie Wasser, Blumen oder Blättern, entstehen Figurinen, die ihre konkrete und formale Herkunft vergessen lassen und nur noch geheimnisvoller Zierrat zu sein scheinen. Der Betrachter erhält so den Auftrag, dieser Formensprache auf den Grund zu gehen. Dabei ist es völlig egal, wo man anfängt zu fragen, wenn man wissen will, wie diese Welt funktioniert (Joseph Weizenbaum). Im Zwiegespräch mit dem Bild werden die im Gedächtnis gesammelten Erfahrungen an die Oberfläche geholt und über sämtliche Areale des Gehirns verteilt zum Wohle des Betrachters." (Hubert Eichheim)


"... Auf einmal entdeckt der Betrachter Formen, die nichts mehr mit dem Ausgangsbild zu tun haben. Auf weiteren Bildern isoliert J. F. Schlamp etliche davon und schafft auf diese Weise bunte, ganz eigenwillige Alphabete visueller Wahrnehmung. Er verblüfft den Rezipienten mit einer Formensprache, die an nichts Bekanntes erinnert. Schlamp vollbringt das kleine Wunder, in einer von Bildern überhäuften Welt doch noch etwas Neues und Eigenes zum Sehen zu geben. Er kann einem Motiv die Zeit lassen, bis es sich im Zuge seiner Befragung öffnet, entfaltet und verwandelt. Damit aber fallen die Bilder Schlamps nicht nur wegen ihrer originellen Formen positiv gegenüber vielem auf, was im aktuellen Kunstbetrieb offeriert wird: Spürt der Betrachter vor Bildern oft nur die Routine und Eile des Malers, kennzeichnet Schlamps Werke eine erstaunliche Ruhe. Gelassenheit und Leichtigkeit geht von ihnen aus. Um doch noch die Kunstgeschichte zu bemühen, könnte man ihre Wirkung am ehesten mit der von Matisse-Gemälden vergleichen. Der eigentliche Ertrag der Befragung besteht also nicht einmal in einem differenzierteren Sehen, sondern in der Erkenntnis, daß Zeit einer der wichtigsten Werkstoffe eines Künstlers ist. Vielleicht sollte man einen Satz Ludwig Wittgensteins daher nicht nur auf die Philosophen, auf die er gemünzt war, sondern ebenso auf die Künstler beziehen: "Der Gruß der Philosophen untereinander sollte sein: ‚Laß Dir Zeit!'". (Dr. Wolfgang Ullrich)


Biographie und Einzelausstellungen (Auswahl)

1942 geboren in München
1961-1964 Studium der Freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München
1964-1968 Studium der Freien Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Berlin
1967 Galerie Seyfried, München; Große Berliner Kunstausstellung (Sonderschau)
1968 Ernennung zum Meisterschüler
1969 Galerie im Centre, Göttingen; Große Berliner Kunstausstellung (Sonderschau)
1969-1971 Studium der Kunstpädagogik an der Hochschule für Bildende Künste Berlin
1970-1971 Tutor (Elementarlehre für Visuelle Kommunikation) an der Hochschule für Bildende Künste Berlin
1971 Galerie diogenes im cubus, Berlin
1972-1984 Kunstlehrer in München
1984-1990 Aufenthalt in Thessaloniki, Griechenland
1998-2003 Lehrauftrag (Kunstdidaktik) an der Akademie der Bildenden Künste, München
1999 Staatliche Galerie in Zlata Koruna, Tschechien; Galerie im Griechischen Zentrum, München
2000 Goethe-Institut Thessaloniki, Griechenland; Goethe-Institut Beirut, Libanon; Goethe-Institut Tripolis, Libanon
2001 Schloss Kastelbell bei Meran, Italien; Stadtgalerie Prachatice, Tschechien
2002 Stadthalle Germering
2003 Stadtmuseum Klatovy, Tschechien
2004 Goethe-Institut Amman, Jordanien; Workshop an der Yarmouk-Universität, Irbid, Jordanien
2005 Französisch-Deutsches Kulturinstitut Ramallah, Palästina; Workshop an der Yarmouk-Universität, Irbid, Jordanien
2006 Philadelphia Galerie, Athen, Griechenland
2007 Goethe-Institut Casablanca, Marokko, Einführung in das Thema "Zeichen und Bedeutung" für Studenten der Superieur École des Beaux Arts Casablanca, Marokko
2008 Galleria Paolocci, Mendrisio, Schweiz

Jürgen Ferdinand Schlamp lebt und arbeitet in München und Maign.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 20.05.08.:

J.F. Schlamp:Ein Maler setzt Zeichen

Niebüll


Ursula Konitzki


Ausstellung J.F. Schlamp
Vor der Stadtbücherei: Hubert Eichheim, Lisa Schlamp, Jürgen Ferdinand Schlamp, Ronald Steiner.
Foto: Konitzki


Längst hat sich weit über die Grenzen Niebülls herumgesprochen, dass die Stadtbücherei Garant ist für Bilderausstellungen namhafter Künstler. Jürgen Ferdinand Schlamp gehört dazu. Der in München beheimatete Maler und Kunstpädagoge bestückt in diesem Jahr dank des in Niebüll lebenden Kunstprofessor Andreas Brandt die Frühsommerausstellung mit 39 Arbeiten unter der Überschrift "Der Gebrauch der Zeichen". Der Künstler erlebte die Ausstellungseröffnung gemeinsam mit seiner Frau Lisa im Kreise vieler Kunstfreunde mit. Ein Weggefährte Schlamps, Hubert Eichheim aus Athen, hielt die Laudatio. Er führte die Besucher in die Welt der "leichten, luftigen und fröhlichen" Zeichen ein. Jürgen Ferdinand Schlamp hat sich Jahrzehnte lang als Kunstlehrer an Gymnasien und als Hochschullehrer mit der Vermittlung von Kunst auseinandergesetzt. Damit steht er, wie es hieß, in der Tradition von Josef Beuys und einigen seiner Schüler, die ihr eigenes Schaffen ebenfalls eng mit ihrer Tätigkeit als Kunstlehrer verknüpft haben. Schlamp setzt Zeichen, die sich, anders als im Unterricht, dem Betrachter nicht zwangsläufig erschließen. Während der Pädagoge Schlamp, wie Eichheim feststellte, auf die Zeichen hinweist und Hilfestellung für das Entziffern, Verstehen und Kreieren von Zeichen erteilt, entwickelt der Künstler Schlamp seine eigene und unter Umständen autistische und geheimnisvolle Zeichenwelt. Hubert Eichheim: "Es gibt wohl keine berufliche Tätigkeit, die mehr mit der Gestalt und Entwicklung des anderen Menschen zu tun hat, als der des Pädagogen und in unserem Fall des Zeichenlehrers und es gibt kaum eine Tätigkeit, bei der der individuelle Mensch mehr isoliert ist als die schöpferische des bildenden Künstlers." Der Bildbetrachter müsse, wie es Günther Grass formulierte, "die Zwiebel der Bedeutungen Schicht für Schicht enthäuten." Dabei werde Kreativität frei gelegt, die dem Individuum die Möglichkeit gibt, "sich mit neuen faszinierenden Wirklichkeiten auseinander zu setzen." In den Bildern Schlamps drängen sich farbliche und grafische Strukturen in den Vordergrund, die keine unmittelbare Bedeutung zu haben scheinen. Der Künstler zeichnet und aquarelliert Motive aus der Natur immer wieder in langen Serien, bis nur noch Zeichen der ursprünglichen Gegenstände übrig bleiben. Er überschreitet laut Eichheim mit Lust tradierte Grenzen der Assoziation und lädt den Betrachter ein, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen, die Zeichen miteinander zu verknüpfen oder in ihnen neue Wirklichkeiten zu entdecken. Jürgen Ferdinand Schlamp wurde 1942 in München geboren. An der Münchener Akademie und der Hochschule für Bildende Künste in Berlin studierte er von 1961 bis 1968 Malerei. Bis 1971 schloss sich dann ein Studium der Kunstpädagogik in Berlin an. Von 1972 bis 1984 war er in München als Kunstlehrer tätig. In Marokko führte er Studenten der Superieur École des Beaux Arts Casablanca in das Thema "Zeichen und Bedeutung" ein. Die Arbeiten des Künstlers waren in Galerien vieler Länder zu sehen.



20 Jahre Stadtbücherei Niebüll im Bökingharder Hof


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 26.02.2008:

Bücherei ist ein "Kind" der Stadtsanierung

Niebüll


dew


Geschenkübergabe
Beate Jandt überreicht Ronald Steiner alte Ansichten aus der Niebüller Ortsmitte. Foto: Wrege

Am Wochenende war es genau auf den Tag 20 Jahre her, als die Stadtbücherei eingeweiht wurde. Dieses Datums gedachte eine Runde von Niebüller Bürgern im Andersen-Haus, das sich wie der ehemalige Bökingharder Hof der Tatsache erfreute, dass sich heimat- und traditionsbewusste Bürger für die Erhaltung stummer Zeugen der Vergangenheit einsetzten und ihnen zum Denkmalsschutz verhalfen.
Die Adresse Hauptstraße 46 war einst ein reetgedecktes Friesenhaus, das der Gastwirt Reimers 1890 an den legendären Lauritz Thamsen verkaufte. Dieser ließ das Haus abreißen und dort ein Hotel im Stil eines klassizistischen Bürgerhauses errichten. Zusammen mit dem aus dieser Zeit stammenden benachbarten Amtsgericht bildete es ein ortsbildprägendes Ensemble inmitten des alten Niebüll. Im Hause mit seinem "Kaisersaal" residierten Kröger und Hoteliers wie Carl Schröder, Emil Lange, Hermann Breuker und Franz Billinger. Mit ihren Namen änderte sich auch der Name des Hotels, das zuletzt Bökingharder Hof hieß.
Die Frage, was mit dem inzwischen stark herunter gekommenen Gebäude geschehen soll, ergab sich im Zuge der 1977 begonnenen städtischen Entwicklungsplanung. Dass es nicht dem Abrissbagger zum Opfer fiel, ist Altbürgermeister Heinz Loske und dem damaligen Magistrat zu verdanken. Loske verliebte sich in den einst totschicken Bau, der sich nach seinen Vorstellungen auch gut in das künftige die Stadtmitte prägende Bild einfügen würde.
Städtebaulicher Rahmenplan, städtebaufördernde Maßnahmen und Stadtentwicklung: der Bökinghader Hof wurde eines der vielen Projekte, die Anfang der Achtziger angegangen wurden. "Die Realisierung des Bökingharder Hofs war ein hartes Stück Arbeit", erinnerte Loske an eine "haarige" Finanzierung, die gemeinsam mit Grenzverein, Kreis, Stadt und Städtebauförderungsreferat zustande kam sich unterm Strich auf ein Volumen von 1,2 Millionen D-Mark belief. Der Niebüller Architekt Herbert Friis "verzauberte" den Bökingharder Hof in eine der schönsten Büchereien Schleswig-Holsteins, in der neben einer Wohnung auch die örtliche Plathe-Stube Platz fand. "Die Lage der Bücherei, ihre Nähe zur FPS, zum Rathaus und Haizmann-Museum führten zur Belebung der Innenstadt", erklärte Loske. Bei der Einweihung am 24. Februar 1988 hatte der Chef der Büchereizentrale Flensburg Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen erklärt: "Das Büchereiwesen im Lande ist führend in Deutschland, die Nordregion führend im Lande, der Kreis Nordfriesland führend in der Region und Niebüll Spitze in Nordfriesland."
"In einer schnelllebigen Zeit sind 20 Jahre durchaus eine Jubiläumsfeier wert", erklärte Büchereichef Ronald Steiner. Weil die Bücherei zu klein ist, finde die Feier im Andersen-Haus statt. Hauke Christiansen, gastgebender Bürgermeister des Abends, bezeichnete die Niebüller Bücherei als eine Institution, die nicht mehr wegzudenken ist. "Möge sie auch weiterhin ein interessanter Partner für eine lesefreudige Region sein." Bürgervorsteherin Anja Cornils: "Auch ich freue mich, namens der Stadt gratulieren zu dürfen." Nach ihren Worten hat sich die Bücherei wie die Stadt weiter entwickelt. Das Ehepaar Beate und Wolfgang Jandt vermachte der Bücherei zwei großformatige über 100 Jahre alte Ansichten aus der Ortsmitte des Marktfleckens Niebüll.



Märchenstunde in der Stadtbücherei


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 20.02.2008:

Geschichten zum Mitfiebern

Niebüll


stb


Peter Meseritzer in Aktion
"Märchenonkel" Peter Meseritzer erzählt seinen "Fans" von Aschenputtel. Foto: Stephan Bülck

In der Bücherei ist es mucksmäuschenstill. Die Kinder sitzen auf ihren roten Hockern und lauschen gespannt den Geschichten, die der Niebüller Peter Meseritzer für sie mitgebracht hat. Der 66-Jährige hat "Grimms Märchen" dabei, erzählt vom Aschenputtel, den Bremer Stadtmusikanten und dem Rumpelstilzchen. Gespannt verfolgen die jungen Zuhörer zwischen drei und zwölf Jahren, wie Aschenputtel am Ende ihren Prinz bekommt und die Schwestern für ihre Bosheit und ihre Falschheit bitter bestraft werden.
"So ein goldener Schuh - überlegt mal, was der heute wert wäre?", fragt Peter Meseritzer in die Runde. "Mehr als eine Milion Euro", ruft einer der pfiffigen Zuhörer. Der Vorleser lacht.
Peter Meseritzer ist sporadisch in der Bücherei, um vorzulesen - immer dann, wenn er eingeladen wird. Ansonsten wird die "Lesewelle" dienstags von 16 bis 17 Uhr von den ehrenamtlichen Vorleserinnen Karoline Friedrichs und Christa Kuhlmann, Gertrud Petersen und Lilo Marloth gestaltet. "Wir bilden dann mehrere Gruppen, je nachdem, welche Altersgruppen vertreten sind", sagt Karoline Friedrichs. "Heute sind es besonders viele junge Zuhörer."
Die Kinder, aber auch ihre Mütter, fiebern sichtlich mit, wenn sie die spannenden Märchen hören. Peter Meseritzer lebt die Geschichten, spielt verschiedene Rollen, verstellt seine Stimme, ist mal laut, mal leise und gibt jedem Charakter beim Vorlesen seine eigene Note.
Doch irgendwann ist auch der schönste Nachmittag zu Ende. Das letzte Märchen vom Rumpelstilzchen endet mit einem "Und wenn sie nicht gestorben sind...". Auf die Fortsetzung des Satzes braucht Peter Meseritzer nicht zu warten. "Dann leben sie noch heute", rufen die Kinder im Chor zurück und klatschen begeistert in die Hände.




Manfred Degen gastierte in Niebüll



Die Stadtbücherei Niebüll präsentierte Manfred Degen mit seinem neuen Programm "Haaalt! Hiergeblieben! Der Sylter Kabarettist gastierte am Freitag, dem 18.01.2008 in der Stadtbücherei Niebüll.

Manfred Degen Fällt auf dem Promi-Eiland Sylt der Name Manfred Degen, zucken die Menschen zusammen. Die Bewohner der norddeutschen Goldstaubinsel fürchten und lieben ihn, den Insel-Kabarettisten, Hofnarren und Nervensäge, Kult-Comedy-Star und Satiriker.
Seine Bücher werden Harry-Potter-like von seinen Fans gesammelt und die Karten für seine Kabarett-Abende in den Kursälen und auf den Kleinkunstbühnen des Landes werden im Sommer auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Fernsehlegende wurden seine Auftritte bei Karl-Dall und vor allem in der Götz-Alsmann-Show.
Eine eigene, sehr exklusive "Late-Night-Show" hat Manfred Degen jetzt auch regelmäßig auf der "MS Europa", wenn sie im Hochsommer vor der Sansibar dümpelt. Degen gelingt es immer wieder, mit launig erzählten, abstrusen und scheinbar unzusammenhängenden Geschichtchen den typischen Sylter fehlerfrei darzustellen: Geldgierig, rücksichtslos, laut, intrigant und doch auch eine Seele von Mensch.
("... jetzt spielen sie alle Golf, grobmotorisch Hochbegabte, zu faul zum Tennisspielen und zu feige zum Segeln, ziehen sie palavernd über die Heide, in Klamotten, mit denen sie jede Tuntenparty sprengen würden und prügeln Grasssoden Richtung Dänemark!")
Nach dem großen Erfolg seines Programms "Geld, Gier und Eitelkeiten" tritt er nun mit der Forderung "Haaalt! Hiergeblieben!" auf, einem kabarettistischen Amoklauf über die Insel Sylt. Degen macht die Türen auf und schaut sich in den Betten, Kühlschränken und auf den Schreibtischen der Insulaner um. Mit Liebe und Leichtigkeit, mit Augenzwinkern und charmanten Tabuüberschreitungen entlarvt er den Sylter als Schlitzohr, Hallodri und Lebenskünstler, der mit mediterraner Gelassenheit das Leben an sich vorbeirauschen lässt.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 22.01.2008:

Humoriger Rundumschlag

Niebüll


dew


Manfred Degen in Aktion
Manfred Degen traf in der Bücherei den Geschmack seiner Zuhörer. Foto: Wrege

Ronald Steiner hatte mal wieder ein glückliches Händchen. Mit der Präsentation des Sylter Comedy-Stars Manfred Degen brachte er einen kräftigen Schuss guter Laune in die tristen Januar-Tage. Wer das Glück hatte, eine Karte für den Degen-Abend in der Stadtbücherei zu bekommen, wird noch Tage nach der deftigen Kost von der "Goldstaubinsel" nachzukichern haben.
Manfred Degen, Jahrgang 1949, jedoch allenfalls gefühlte 35 Jahre jung, malochte einst am Fahrkartenschalter der ehemaligen Deutschen Bundesbahn in Westerland, wo er durch die Sprechluke hindurch seine humorigen Fähigkeiten zunehmend soweit entfaltete, dass sie eines Tages ausreichten, sich vom Beamtenstatus abzunabeln und zum freiberuflich Schaffenden der heiteren Muse zu wechseln. Seither ist Degen ein gefragter Ulkvogel, der sein geistiges Futter auf der Insel der Reichen und Schönen aufpickt.
Längst ist Degen, dem man eine Fülle von Attributen wie Hofnarr, Nervensäge, Satiriker oder Wortakrobat zuerkannt hat, einer, den man der Reihe der deutschen Komödianten zurechnen kann - weniger der "Sat 1-Garde", die vom puren Klamauk lebt, sondern mehr jenen aus der Garde der Heinz Erhardt und Peter Frankenfeld.
War es zunächst der fröhliche Nonsens aus dem Sylter (Urlaubs)Alltag, so hat er längst den Radius seiner humorigen Rundumschläge erweitert und bezieht alle Kontinente in seine satirischen "Mitteilungen" hinein. Die Fähigkeit, den Leuten aufs Maul zu schauen, Beobachtungsgabe, Belesenheit "von Shakespeare bis RTL 2" und Detailgenauigkeit machen das amüsante Zuhören zu einem Genuss. Lautes Lachen wechselt beim Zuhören in permanentes Kichern über. Degen zwei Stunden zuzuhören, erfordert Kondition.
Wieder mal kamen die Sylter und deren Gäste in seinem neuen Programm "Haaalt! Hiergeblieben!" eine gute Portion Satire ab. Vom Wetter wechselte er aufs Fahrrad, radelte zum Fisch-König Gosch nach List, traf die "Dosenpfand-Domina" Claudia Roth und berichtete, das auch seine Frau eine "Grüne" wäre und dass das in Ordnung sei und hätte schlimmer kommen können." Ein Möwenschiss auf den Kopf bringe Glück, lehrte er, und Möwengeschrei sei weitaus schlimmer als der Musikantenstadl. Ältere Gäste warnte er davor, "den Heesters zu machen" und den nördlichen Nachbarn attestierte er, das Dänische sei keine Sprache, sondern eine Halskrankheit. Dem Sylter Hauseigentümerverein berichtete er, nach der Abreise eines polnischen Gastes freue sich der Vermieter zumeist über ein frisch gefliestes Badezimmer. "Beim Verein hat keiner gelacht", fügte er hinzu.
Degen versteht es immer wieder, sprachlich zur Hochform aufzulaufen. Wenn seine teils grelle, teils liebevoll spöttelnde Beschreibung von Menschen und Zuständen gefährlich nahe der Gürtellinie (oder auch mal darunter) gerät, versteht er es, ganz schnell eine verbale Vollbremsung einzulegen.
Sylter Bürger, die erst nach Saison und Weihnachtsgeschäft Urlaub zu machen pflegen, sind schockiert, wenn sie irgendwo auf einem fremden Kontinent von einem dienstbaren Geist mit "Moin Moin" begrüßt werden. Wer von der Insel in die Gefilde der Kultur reisen will, müsse drei Stunden Bahnfahrt in Kauf nehmen. "Es gibt aber auch Leute, die sagen, eine halbe Stunde Bahnfahrt reicht", lobte er die schallend lachenden Niebüller. Zwei Stunden Degen: nach Dutzenden von Kalauern, feinsinnig gestrickten Wortspielen, derber Kost und doppelsinnigen Pointen reichte es. Die Bauchmuskeln schmerzten. Zum Ablachen gab er den Vätern und Müttern eine Jauch-Frage auf den Weg: sie mögen die Kinder nach dem höchsten Berg im Harz fragen - ihnen aber gleich dazu sagen, dass sie nicht mit "Hartz IV" kommen sollten.
"Bis zum nächsten Mal", verabschiedete sich der Gast von der Insel bei seinen Niebüller Fans, die lebhaft nach seinen achten Buch griffen, das nicht nur das "Leben auf der Goldstaubinsel" schildert, sondern auch einem Slalom durch eine Welt abstruser Alltäglichkeiten gleicht.



Statistik 2007


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 05.01.2008:

Lesehunger: Rekord in der Stadtbücherei

Niebüll


dew


Stöbern in der Stadtbücherei
Auf der Suche nach neuem Lesestoff findet so mancher Büchereibesucher beim Stöbern kleine Kostbarkeiten. Foto: Wrege

Mit 146 605 Entleihungen hat die Stadtbücherei Niebüll abermals zugelegt und ihren Rekord von 2006 um 2266 Entleihungen oder 1,6 Prozent übertroffen. Das teilte Büchereichef Ronald Steiner nach der Weihnachts-/Neujahrspause mit. Medium Nr. 1 bleibt nach wie vor das Buch mit nahezu 85 200 Entleihungen, gefolgt von der CD-ROM/DVD mit 23500 und der CD mit 11 000 Entleihungen.
"Wenn wir vom bisher erfolgreichsten Jahr zurück blicken, hat sich in 25 Jahren die Zahl der von uns angebotenen Medien mehr als verdoppelt und die Entleihziffer nahezu verdreifacht", ist Steiner stolz auf die Ergebnisse mit steter Steigerung. Der seit 1981 anhaltende Boom ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die Bücherei mit der Zeit gegangen ist, und sich dem breit gefächerten Interesse kulturbewusster "Kunden" angepasst hat. Die Stadtbücherei ist nicht nur wegen ihrer Lage eine Top-Adresse geworden und dazu auch noch Veranstaltungsort von Lesungen, Ausstellungen und anderen Events wie dem lustigen "Warm Up 2008" am 18 Januar um 20 Uhr mit dem Sylter Kabarettisten Manfred Deegen.
Ende 2007 zählte die Bücherei 35 221 Medien - Bücher, Taschenbücher, CDs, CD-ROMs/DVDs, Bilder, Tonkassetten, Spiele und Playstation-Spiele. 2007 wurden 1600 neue Medien angeschafft und 973 an andere Bücherei im Austausch abgegeben.
Renner unter den Büchern waren im Bereich Belletristik Joanne K. Rowlings letzter "Harry Potter", dessen acht Exemplare ständig ausgeliehen waren, ferner Cornelia Funkes "Tintentod" und "Tintenherz", Donna Leons "Wie durch ein dunkles Glas" und Mankells "Die italienischen Schuhe". Bei den Sachbüchern war Hape Kerkeling mit seinem "Ich bin dann mal weg" nicht zu schlagen. Diese lokale Reihenfolge der Top-Titel entsprach auch der der offiziellen Bestsellerlisten. Beim vorwiegend von Schülern nachgefragten Sachbuch freilich ist ein Rückgang zu verzeichnen, weil man durch Googeln am PC ebenso schnell und noch bequemer zu den gewünschten Infos kommt. Sehr gern wird auch in den Bestand an Hörbüchern gegriffen - vornehmlich von Hausfrauen und Autofahrern.
Gut angenommen wurden die Ausstellungen in der Bücherei. Die Kunstfreunde sahen Bilder von Käte Lassen, Victor Vasarely, Bettina Albrecht und Friedel Anderson. Lesungen von Sandra Dünschede ("Deichgrab" und "Nordmord") und Bodo Schmidt ("Die Herdmanns"), der Auftritt eines Zauberers und des Firlefanz-Theaters füllten den Veranstaltungskalender. Am Dienstag (15. Januar) startet wieder die Lesewelle für Kinder. Während des Zeit des Schleswig-Holstein Musikestivals (Thema Russland) 2008 ist eine Fotoausstellung des Malers, Grafikers und Fotografen Alexander Michailowitsch Rodtschenko geplant.
Am ersten Öffnungstag des neuen Jahres herrschte bereits wieder Hochbetrieb in der Stadtbücherei, in der über 3000 Medien bewegt wurden: 1485 Ausleihungen und 1582 Rückgaben. "Wahnsinn!" sagte Ronald Steiner.



Ausstellung



01.-22. Dezember 2007

Friedel Anderson


Flaschen

Die Stadtbücherei Niebüll freute sich, den renommierten und erfolgreichen deutschen Maler Friedel Anderson erstmalig in Niebüll präsentieren zu können.

Der zu den norddeutschen Realisten zählende Künstler war zur Ausstellungseröffnung am Sonnabend, dem 01. Dezember um 11.30 Uhr anwesend. Gezeigt wurden bis zum 22. Dezember Original-Grafiken aus dem Atelier des Künstlers.

Zur Einführung sprach Rüdiger Otto von Brocken von den Husumer Nachrichten.



Friedel Anderson:

1954 Geboren in Oberhausen

1973 Abitur in Itzehoe

1974-1977 Kunstgeschichte an der Universität Göttingen

1978-1984 Malerei an der GH Kassel bei M. Bluth

seit 1985 freischaffender Maler

1989 Kulturförderpreis des Kreises Steinburg

1993-94 Lehrauftrag an der FH Gestaltung in Hamburg

1994 Kulturpreis der Studien- und Fördergesellschaft im Kulturring der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft

1995 Stipendium Kunststiftung Landesbank Schleswig-Holstein


Friedel Anderson lebt und arbeitet in Itzehoe/Holstein



Lesung


Die Stadtbücherei Niebüll machte mit beim bundesweiten Vorlesetag am 23. November

Am bundesweiten Vorlesetag, dem 23. November 2007, lasen wieder zahlreiche Bücherfreunde und Prominente aus ihren Lieblingsbüchern vor. Mit dabei ist auch die Stadtbücherei Niebüll.

Der ehemalige Bundesliga-Spieler Bodo Schmidt (Borussia Dortmund 1991-1996) las am Freitag, dem 23. November 2007 um 16:00 Uhr in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll aus dem Buch: "HILFE, die Herdmanns kommen" von Barbara Robinson.

Die kostenlose Veranstaltung war für Kinder von 8 bis 12 Jahren und dauerte ca. 1 Stunde.

Der bundesweite Vorlesetag ist der diesjährige Höhepunkt von "Wir lesen vor", einer Initiative der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Stiftung Lesen, die 2004 ins Leben gerufen wurde. Der Hintergrund: Nur noch in einem Drittel aller Haushalte mit Kindern von 0 - 10 Jahren spielt das Vorlesen eine Rolle. Ein Viertel aller 15-jährigen in Deutschland kann nicht richtig lesen, fast die Hälfte nimmt nie ein Buch zum Vergnügen in die Hand. DIE ZEIT und die Stiftung Lesen möchten mit ihrer gemeinsamen Initiative "Wir lesen vor" das Vorlesen und Erzählen in Deutschland wieder populär machen sowie den frühzeitigen Kontakt mit Büchern und die Lust am Lesen fördern. Nur wer schon als Kind die Liebe zum Buch entdeckt, wird sich auch als Jugendlicher und Erwachsener in der Welt der Buchstaben zu Hause fühlen. Zum vierten Mal rufen DIE ZEIT und die Stiftung Lesen zum bundesweiten Vorlesetag auf, an dem sich auch zahlreiche Prominente beteiligen. Partner des Vorlesetages sind die Deutsche Bahn AG und Skoda Automobil Deutschland, unterstützt wird die Initiative außerdem vom Borromäusverein e. V., dem Deutschen Bibliotheksverband e. V., dem Deutschen Verband Evangelischer Büchereien und dem Sankt Michaelsbund.
Weitere Informationen über die Initiative finden Sie unter:www.wirlesenvor.de.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 26.11.07.:

Zoff bei den "Herdmanns" - Ex-Bundesliga-Kicker liest vor

Niebüll


Dieter Wrege


Bodo Schmidt liest vor
Aufmerksam lauschen die Kinder: Bodo Schmidt las in der Stadtbücherei vor.
Foto: Wrege


"Hilfe, die Herdmanns kommen!" So lautet der Titel eines schrecklich schönen Kinderbuchs, aus dem der frühere Fußballprofi bei Bayern München und Borussia Dortmund Bodo Schmidt am Freitag in der Bücherei las. Angesagt war der 4. bundesweite Vorlesetag, an dem Bücherfreunde und Promis für Acht- bis Zwölfjährige aus einem ihrer Lieblingsbücher vorlesen sollten und bei dem die Stadtbücherei mitmachte.
Eine kleine aber feine Runde hatte sich um den Ex-Fußballer geschart, um zu hören, was es mit den Herdmanns auf sich hatte. Die von der Amerikanerin Barbara Robinson beschriebenen Herdmannkinder waren die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Der Reihenfolge nach waren es Ralf, Eugenia, Leopold, Klaus, Olli und Hedwig - sechs magere Kinder, die sich äußerlich nur durch ihre verschieden großen blauen Flecken unterschieden, die von Prügeleien untereinander entstanden. Die Herdmanns klauten, logen, rauchten Zigarren (sogar die Mädchen) und erzählten schmutzige Witze. Sie fluchten auf ihre Lehrer, missbrauchten den Namen des Herrn und setzten den Schuppen von Herrn Schuhmacher in Brand - nicht durch eine brennende Zigarre, sondern durch Experimente mit dem Chemiekasten, den sie im Kaufhaus geklaut hatten. Es war ein großes Feuer mit zwei Feuerspritzen, zwei Polizeiautos, der ganzen Feuerwehr und fünf Dutzend Pfannkuchen, die der Imbiss an der Ecke der Feuerwehr gestiftet hatte. Aber als Feuer aus war, waren die Pfannkuchen weg. Die Herdmannkinder hatten sie geklaut. Was sie nicht essen konnten, hatten sie sich in die Taschen und den Hemdausschnitt gesteckt.
Schlimmer noch als die Herdmanns war ihre Katze, die sich als Ungeheuer einen Namen machte. Sie hatte ein zu kurzes Bein, einen gebrochenen Schwanz und nur ein Auge. Wer ihr das angetan hatte war ebenso bekannt wie das Chaos, das das bösartige Viech einmal in der Klasse angerichtet hatte, als es als Demo-Objekt in den Bio-Unterricht mit genommen wurde. Die Katze schaffte es, das Klassenzimmer leer zu jagen und es wie nach einem Bombenangriff aussehen zu lassen. Das liebe Tierchen war auch der Grund dafür, dass sich der Briefträger standhaft weigerte, den Herdmanns die Post zuzustellen.
Weil der Vater ausgebüxt war und die Mutter in der Fabrik arbeitete, passte das Sextett selber auf sich auf: Ralf auf Eugenina, Leopold auf Klaus und Olli auf Hedwig, die kleinste aber schlimmste. Als Frau Herdmann einmal von der Wohlfahrt entlastet werden sollte, damit sie sich mehr um die Kinder kümmern kann, lehnte sie das ab und wollte lieber in der Fabrik arbeiten, als daheim mit den Kindern fertig zu werden. Diese schafften es sogar, für ein Weihnachtliches Krippenspiel alle Rollen zu bekommen. Als die Leute nach der Aufführung aus der Kirche kamen, rief ihnen Hedwig zu: "He, euch ist ein Kind geboren." Wie gesagt: die kleine aber feine Runde in der Bücherei lauschte gebannt den Kapiteln, die Bodo Schmidt zum Besten gab.
Bodo, der Ex-Profi, ist heute 40 Jahre alt und arbeitet als Physiotherapeut in der Praxis seiner Frau Tanja mit. Seine Karriere als Fußballer begann vor 35 Jahren bei Rotweiß Niebüll, wo ihn sein Vater Peter Schmidt und Sportlehrer Helmut Bauer in das Handwerk und die Technik des Fußballspielens einwiesen. Er spielte in der A-Jugend von Rotweiß und TSB Flensburg, danach in der Rotweiß-Liga. Von 1987 bis 1989 war er bei den Amateuren des FC Bayern unter Vertrag, spielte 1989/91 für die SpVg Unterhaching und danach von 1991 bis 1996 bei Borussia Dortmund, mit der er zweimal Deutscher Meister wurde und das Europacupfinale erreichte, das gegen Juventus Turin verloren wurde. Weitere Stationen waren der 1. FC Köln (96/98), der FC Magdeburg (98/02) sowie fünf Jahre Flensburg 08, davon drei Jahre als Spielertrainer. Jetzt trainiert er den Bezirksoberligisten SV Frisia 03 Risum-Lindholm. Ein Rabauke ala Herdmann war Bodo Schmidt nicht, sondern eher ein besonnen-ruhiger Typ, der nur dann ein wenig bissig wurde, wenn er während eines Fußballmatches auf einen Angreifer der gegnerischen Elf angesetzt war.



"Maritim" - Lesung und Bilder



Am Mittwoch, dem 31. Oktober 2007 um 20.00 Uhr lud die Stadtbücherei Niebüll unter dem Motto "Maritim" zu einer Lesung und Ausstellungseröffnung ein.

Lesung

"Meine verhängnisvolle Schiffsreise

Sabine Griese las aus "Meine verhängnisvolle Schiffsreise", dem neuen Buch der Wanderuper Schriftstellerin und Autorin Tini Nicolaisen .
Zum Inhalt des Buches: Am 17. Oktober 1820 werden fünf Besatzungsmitglieder des Schiffes "L Esperance wegen Meuterei an Bord in Flensburg verurteilt und hingerichtet. Es ist die letzte "Massenhinrichtung" des neunzehnten Jahrhunderts in Flensburg. Tobias Friedrich Christian Waldvogt, fast noch ein Kind, ist Schiffsjunge auf dem Schiff und einziger Zeuge des Geschehens. Er berichtet Menning, seinem väterlichen Freund, aus seiner Sicht von der Reise und von dem Mord an Kapitän Jens Nielsen Holst. "Meine verhängnisvolle Schiffsreise" ist eine fiktive Geschichte, die sich auf historische Tatsachen stützt. Sie schildert realistisch und detailreich die Lebensbedin-gungen, das frühe Ende der Kindheit und die Gefahren der Christlichen Seefahrt vor fast 200 Jahren.


Ausstellung

Ulla Ruissalo


Vom 31. Oktober bis 24. November 2007 zeigte die Stadtbücherei Niebüll maritime Bilder der finnischen Künstlerin Ulla Ruissalo.


Bild Ulla Ruissalo Ulla Ruissalo
1941 in Hattula, Finnland, geboren
1961 - 1962 Zeichenschule in Pori, Finnland
1963 Studium der Germanistik in Helsinki
1966 Übersiedlung nach Deutschland
seit 1972 intensive Auseinandersetzung mit der Malerei
seit 1976 Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Dänemark und Finnland



Ausstellung


Bettina Albrecht

Malerei



29. September - 27. Oktober 2007


ohne Titel

Die Ausstellungseröffnung fand statt am Samstag, dem 29. September 2007 um 11.30 Uhr.Zur Eröffnung sprach Herr Veit Stiller, Journalist und Schauspieler aus Berlin.

Die Künstlerin war anwesend.



Bettina Albrecht, geboren 1961 in Berlin, lebt und arbeitet in Berlin und Nordfriesland.

Ausgangspunkt und Hauptanreger für ihre Malerei ist die Natur. Natur ohne Menschen, aber nicht unbelebt. Die Malerei stützt sich auf diese Eindrücke und Empfindungen vor der freien Natur, erinnert an Wahrgenommenes, das die Erscheinungen allerdings eher streift als zu fassen sucht. Hauptinteresse ist die bildnerische Darstellung von Relationen, Gewichtungen und Bewegungsformen zwischen den Naturelementen. In einem langwierigen, stufenweisen Arbeitsprozess wird die Ölfarbe sehr pastos auf die Leinwand aufgetragen (skulpturaler Aspekt), wachsen in den Raum. Es wird gemalt, gekratzt, geschabt, wieder aufgerissen, wobei untere Farbschichten freigelegt werden.

Die ausgestellten Arbeiten sind zwischen 2001 und 2007 entstanden.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 04.10.07.:

Landschaften ohne Menschen: Aber keineswegs unbelebt

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellung Bettina Albrecht
Beim Hängen der Bilder: Malerin Bettina Albrecht und Büchereichef Ronald Steiner.
Foto: Wrege


Hier eine zerklüftete Gebirgsszenenerie, dort ein Tümpel oder die vom Wind gepeitschte Kiefer auf einer sandigen Düne. Das etwa sind die Motive der Malerin Bettina Albrecht, die in der Stadtbücherei ausstellt. Ihre Bilder stellen Landschaften dar -Landschaften zwar ohne Menschen, dennoch nicht unbelebt. Der Schauspieler Veit Stiller stellte die gebürtige Berlinerin (Jahrgang 1961) bei der Vernissage vor. Bettina Albrecht teilt ihren Wohnsitz mit der Bundeshauptstadt und dem nordfriesischen Rodenäs, wo sie in einem Teil des Domizils von Bildhauer Hans Otto Lehnert arbeitet. Obwohl sie nach eigenen Worten "schon immer" malen wollte, ergriff sie zunächst den Beruf der Sozialarbeiterin. Als solche arbeitete sie nach der Ausbildung drei Jahre an der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. Danach absolvierte sie an der Theatermanufaktur Berlin ein Studium in Malerei und Bühnenbild. Seit 1988 ist die freischaffend tätig. Ihr künstlerisches Betätigungsfeld ist die abstrakte Malerei. In ihrem Farben- und Formenspiel entstehen Landschaften, in denen ohne viel Fantasie bestimmte Motive zu erkennen sind. Veit Stiller sprach von Wucht und Kraft, die aus den Bildern sprechen: mal in etwas zarten Farben, die in die Tiefe und Weite deuten - mal reliefartig und dick aufgetragen, so dass sie förmlich aus der Leinwand herauszuspringen scheinen. Es sei das Geheimnis der Künstlerin, wie sie zu einem derart kräftigen Ausdruck kommt. Als Kind und Jugendliche hatte Bettina Albrecht eine Ausbildung in klassischem Ballett, Jazz-Tanz und Pantomime genossen. "Das gab ihr wohl das Gefühl für Spannung, Dynamik und Harmonie", sagte Stiller. Doch das Schlüsselerlebnis zum Wandel vermittelte ihr der Allrounder Andrej Woron. In dem Polen - Maler, Autor, Regisseur und Bühnenbildner - seien alle Kunstgattungen vereint gewesen. Aus diesen heraus entschied sie sich für die Malerei. Veit Stiller sagte von ihr, sie nehme die Natur überall da, wo sie ihr begegnet, in sich auf und bildet sie nicht ab, sondern stellt sie dar. Ihre Landschaft seien zwar Fantasien und Visionen, doch gleichwohl aus konkreten Impressionen "gespeist". Bei den Bildern fällt auf, dass die Malerin das Rot weitgehend meidet. Neben der "pastos-teigigen Ölmalerei auf Leinwand zeigt die bemerkenswerte Künstlerin einige Beispiele aus dem Bereich Zeichnungen - Pinsel auf Papier, Tuschen und Gouachen, in denen gleichfalls "überall Landschaft" ist. "Bei ihr ist noch viel Platz für Neugier", schloss Veit Stiller seine Rede zur Eröffnung der Ausstellung, die bis zum 27. Oktober dauern wird, und fügte hinzu: "Da sind noch so viele Bilder."



Lesung


Sandra Dünschede
"Nordmord"


Cover Nordmord

Neuer Mord in Nordfriesland - Sandra Dünschede setzt ihren Erfolgsroman "Deichgrab" fort.

Am Mittwoch, dem 05. September 2007 war die Autorin Sandra Dünschede zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll. Sie stellte ihren neuen Kriminalroman "Nordmord" vor. Hierzu lud die Stadtbücherei Niebüll herzlich ein.






Zum Inhalt des Buches:

Eine kleine Au in den Weiten Nordfrieslands. Das Ufer gräsergesäumt; das dunkle Wasser fließt unbeirrt in Richtung Meer. Auf den einsamen Wegen des Kooges begegnet man nur selten einem Auto. Die einzelnen Höfe angenehm weit entfernt - beobachtende Blicke kaum zu erwarten. Gibt es einen perfekteren Ort, um sich einer Leiche zu entledigen? Tatsächlich soll sich in den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts an diesem Flüsschen ein Mord ereignet haben. Und auch Tom, Haie und Marlene, das Dreier-Gespann aus Sandra Dünschedes erfolgreichem Debütkrimi "Deichgrab", begeben sich hier auf die Suche nach einem Mörder - in der jetzt erschienenen Fortsetzung "Nordmord". Tom Meissner und seine Freundin Marlene haben in Nordfriesland ein gemeinsames Leben begonnen, als ihr kleines Dorf erneut von einem Mord erschüttert wird - und diesmal sind sie persönlich betroffen: Die Ärztin Heike Andresen, Marlenes beste Freundin, wird tot aus der Lecker Au geborgen. Die Polizei tappt im Dunkeln. Ein Motiv für die grausame Tat ist nicht erkennbar, eine wirklich heiße Spur gibt es nicht - bis Kommissar Thamsen das Tagebuch der Toten entdeckt …


Autorenfoto Sandra Dünschede Sandra Dünschede, geboren 1972 in Niebüll/Nordfriesland, studierte Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft. Die heute in Düsseldorf lebende Autorin wurde für ihren Debütroman "Deichgrab" mit dem Medienpreis 2007 des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes ausgezeichnet. Der im Herbst 2006 erschienene Krimi liegt inzwischen in der 4. Auflage vor.






Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 15.09.07.:

Rätselraten um eine Leiche an der Au

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung Sandra Dünschede
Spannende Lektüre mit Signatur: Sandra Dünschede zu Gast in der Niebüller Bücherei.
Foto: Wrege

Der Himmel über Nordfriesland grau in grau, leichter Nieselregen macht das Straßenpflaster glänzen. Im Halbdunkel der Stadtbücherei kuschelt sich eine große Schar überwiegend weiblicher Leseratten gebannt aneinander und fiebert dem entgegen, was die Autorin Sandra Dünschede (34) aus ihrem neuen Krimi "Nordmord" preisgeben wird. Büchereichef Ronald Steiner und Dennis Leu aus der Bücherstube von nebenan haben die gebürtige Nordfriesin Sandra Dünschede aus ihrer Wahlheimat Düsseldorf für einige Stunden heimgeholt, damit sie aus ihrem Zweitroman vorlese. Etliche Leute kennen ihren neuen Krimi bereits, verraten aber nicht, wer's getan hat.
Was getan? "Es geht um einen neuen Mord in Nordfriesland", verkündet Ronald Steiner bei der Begrüßung, den "Nordmord", wie der Titel des broschierten Buches heißt. Es liegt seit Anfang Juli vor. "Auf Drängen der Leser musste ein zweiter Krimi folgen", ließ Sandra Dünschede fast entschuldigend wissen. Doch dass hier vor einigen Jahrzehnten tatsächlich ein Kapitalverbrechen geschah, dem eine Frau zum Opfer fiel, kam der jungen Autorin entgegen. Längst rennt sie auch bei ihrem Verleger Armin Gmeiner aus dem bayerischen Meßkirch offene Türen ein. Dort ist man seit Jahren auf der Suche nach guten Themenkrimis mit Lokalkolorit.
Leselampe an, Deckenbeleuchtung aus: Die Autorin schafft es schnell, ihre Geschichte so zu erzählen, dass der Leser auch flugs mitten drin ist. Kein Wunder, denn ihre Zuhörer sind Nordfriesen, vor deren Haustür ein Mord passiert ist. Schon wieder einer, raunt man sich im Friesendorf Risum-Lindholm zu.
In einem schilfumsäumten Uferabschnitt der Lecker Au nahe Risum-Lindholm entdeckt ein Angler eine unbekleidete Frauenleiche. Tom und seine Freundin Marlene sowie Haie sehen sich betroffen - insbesondere Marlene, die eng mit der Toten befreundet ist. Bei dieser handelt es sich um die Ärztin Heike Andresen aus dem Klinikum Niebüll. Kommissar Thamsen macht sich auf de Suche nach dem Täter - und tappt lange im Dunkeln, bis er im Tagebuch der Toten Hinweise zu entdecken glaubt. Das Trio Tom, Marlene & Haie helfen bei den Ermittlungen mit. Doch müssen sie und der Kommissar feststellen, das sich etliche Spuren im Nichts verlieren. Die Autorin hat manche davon gelegt, um die Spannung zum Sieden zu bringen.
Sandra Dünschede hat ihren Personen zweierlei Rollen zugemessen. Zum einen sind sie Figuren der Handlung, zum andern leben sie neben der Handlung und haben ihre eigenen Probleme: Marlene mit ihrer gut betuchten Hamburger Familie, Kommissar Thamsen mit seiner von der Rolle geratenen Frau und der höchst verdächtige Malte Nielsen mit seinem Job als Krankenpfleger. Auch die Tote hatte ein zwiespältiges Verhältnis zum ihrem Chef im Krankenhaus. Peinlich genau beschreibt die Autorin die Stationen der Handlung. Da ist vom Griechen in Uhlebüll die Rede, vom Nordfriesland Tageblatt, das mit großer Headline vom schrecklichen Verbrechen berichtet, von der alten Post in Risum-Lindholm usw. Sandra Dünschede hat ihren Vater in die Recherchen einbezogen und ihn überprüfen lassen, ob das mit den im Buch vorkommenden Lokalitäten in Niebüll, Risum-Lindholm, Bredstedt und Husum auch so stimmt. Zuweilen gilt mancher Schlenk der Autorin auch der herben nordfriesischen Landschaft. Der Leser wandelt quasi mit dem Buch in der Hand den "Ermittlern" hinterher. Sandra Dünschede mengt dem Lokalkolorit ihrer Story kräftige nordfriesische Farben bei und hält den Leser somit fest am Bandel.
Ob ihr das auch beim dritten Krimi gelingt, muss sich zeigen. Der spielt in Düsseldorf. "Abwarten", sagt sie und wartet auf Hinweise aus dem Lektorat ihres Verlegers. Sandra Dünschede hielt sich mit dem Schlussviertel ihres Romans sparsam und bedeckt. "Bei Kriminalromanen ist das bei den Lesungen immer so eine Sache", lässt sie wissen. Schließlich hängt der Erfolg einer spannenden Geschichte auch davon ab, wie sie sich verkauft. Ihr Erst-Krimi "Deichgrab" läuft zurzeit in der 4. Auflage. Nicht zuletzt dessen Erfolges wegen hat sie das Trio Marlene, Tom & Haie aus dem ersten in den zweiten Krimi mitgenommen.
Wie es bis zum Ende weiter geht, muss der Leser selbst herausfinden. Ob die bei der Leiche gefundenen Handschuhe, ein anonymer Anrufer, der Mann im hellen Mantel, der rote Polo, das Foto eines Jungen oder wirklich das Tagebuch sind, die als brauchbare Ermittlungsansätze gelten können, bleibt völlig unklar, zumal nordfriesischer Regen auch die eine oder andere Spur verwischt hat. Und was ist eigentlich mit der kleinen Irina? Auch der umtriebige Malte erscheint dem gewieften "Kriminalisten" unter den Leseratten zu verdächtig. Doch irgendwann kann Kommissar den Täter dingfest machen und ihn hinter Schloss und Riegel bringen. Dem beruflichen Happy End für den Polizeibeamten gesellen sich weitere Glücksmomente dazu: Seine privaten Probleme scheinen auf dem Wege der Besserung. Und schließlich hakt sich der Beamte auf der Dagebüller Mole bei seinen neuen Freunden Haie, Tom und Marlene ein. Letzterer überreicht er zum Finale das geheimnisvolle Tagebuch der toten Freundin. Waren ihre Aufzeichnungen wirklich der Schlüssel zur Lösung eines schrecklichen Verbrechen?


Aus der Wochenschau vom 30.09.2007.:

"Tatort" Nordfriesland

Niebüll


Wolf-Rüdiger Konitzki


Lesung Sandra Dünschede
Sandra Dünschede liest aus "Nordmord".
Foto: Konitzki

Eine Leiche an der Lecker Au, Gespräche in "Fiedes Krog" in Bredstedt, das Nordfriesische Institut, Kreiskrankenhaus Niebüll und ein Supermarkt in Risum-Lindholm. Es ist unglaublich reizvoll, einen Kriminalroman zu lesen, der nicht nur spannend ist, sondern in einer dem Leser vertrauten Umgebung spielt. Das fanden auch die vielen Besucher ihrer Lesung in der Stadtbücherei, darunter einige ihrer früheren Mitschülerinnen, die inzwischen eine Art Fan-Club bilden. Mit ihrem zweiten Krimi "Nordmord" schließt Sandra Dünschede an den Erfolg ihres Erstlingswerks "Deichgrab" an. Eigentlich ein Fortsetzungsroman, denn wieder ist der "Held" ihrer Geschichte Tom Meissner. Der lebt mit seiner Freundin Marlene in Risum-Lindholm. Ihr Leben erfährt eine tiefe Erschütterung, als die engste Freundin Marlenes, der Ärztin Heike Andresen, ermordet aufgefunden wird. Der Niebüller Kriminalkommissar Thamsen, ein sympathischer Fahnder mit Familienproblemen und gar nicht der schneidige "Bulle" aus entsprechenden Fernsehserien, bekommt erst mit dem Auffinden und Lesen des Tagebuches der Ermordeten einen Einblick in das kriminelle Geflecht, das hinter der Tat steht. Sandra Dünschede, 1972 in Nordfriesland geboren und in Risum-Lindholm aufgewachsen, hat in ihre beiden Kriminalromane das Kolorit ihrer Heimat verwoben. Schreiben wollte und konnte sie schon immer, aber Schriftstellerin wurde sie erst spät. Nach dem Abitur wurde sie Bankkauffrau und arbeitete in Hamburg. "Ein bisschen Schreiben war aber immer drin", gestand sie. Vor sieben Jahren erfüllte sie sich ihren Traum. Sie zog nach Düsseldorf, wo sie an der Heinrich-Heine-Universität Germanistik und Allgemeinen Sprachwissenschaften studierte. Außerdem besuchte sie Autoren-Seminare. Mit Gute-Nacht-Geschichten für Kinder machte sie erste schriftstellerische Versuche und Erfahrungen, fand aber keinen Verlag. Mit "Deichgrab" 2004 kam der Durchbruch. Ironie der Geschichte: Sandra Dünschede liest selbst gar keine Kriminalromane. Die Idee kam zwar während eines Seminars. Auslöser aber war ihr Ehemann Kay, ein Krimi-Fan, der keinen "Tatort" verpasst. Die Jung-Autorin suchte und fand einen regionalen Bezug in ihrer alten Heimat. Ein Jahr intensive Recherche und Schreibarbeit wurde 2006 durch die Herausgabe ihres Buches durch den Gmeiner-Verlag belohnt. 2007 erhielt sie dafür sogar den Medienpreis des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes. Seit Juli 2007 ist mit "Nordmord" ihr zweiter Krimi aus Nordfriesland auf dem Markt. Der Stoff beruht auf einer Erzählung ihres Vaters über das Auffinden einer Frauenleiche an der Lecker Au in den Fünfziger Jahren. Sandra Dünschede ist eine fleißige Autorin. "Jeden Tag setze ich mich an den Schreibtisch und wenn es nur eine oder zwei Seiten werden", sagte sie. Ihr Mann ist immer der Erste, der den neuen Text liest und kritisch kommentiert. "Ich weiß ja, wer der Täter ist", sagte sie. Er soll die Plausibilität ihrer Gedankengänge kontrollieren. Sie will beim Krimischreiben bleiben. Das nächste Buch, ein Entführungsfall, soll in ihrer Wahlheimat Düsseldorf spielen. Das große Ziel der Kafka-Liebhaberin ist ein Roman. "Das wird noch einige Jahre benötigen", sagte sie. Für ihre Magisterarbeit hat sie aber, wie könnte es bei einer Nordfriesin anders sein, Theodor Storm gewählt. "Nächstes Jahr komme ich wieder", versprach sie zum Abschied.



Ausstellung


Victor Vasarely

Original Grafiken


Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein-Musik-Festival 2007
07. Juli bis 31. August 2007


Die Stadtbücherei Niebüll beteiligte sich, wie schon im Vorjahr und nun schon zum 7.mal in Folge, am Museumssommer des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals. In diesem Jahr lautete der Länderschwerpunkt des Festivals "Ungarn".
Der Ungarische Sommer präsentiert begleitend zum musikalischen Programm des Schleswig-Holstein Musik Festivals Ausstellungen und Veranstaltungen zu den Bereichen Kunst, Film, Literatur, Musik, Geschichte, Architektur, Kunsthandwerk und Design sowie zahlreiche weitere Events. Die Veranstaltungen werden von kulturellen Einrichtungen und Akteuren organisiert und finden in ganz Schleswig-Holstein statt.


Die Stadtbücherei Niebüll zeigte 35 Grafiken von Victor Vasarely. Vasarely, 1908 im ungarischen Pécs geboren, lebte seit den dreißiger Jahren bis zu seinem Tod vor zehn Jahren in Frankreich. Als "Vater der Op-Art" ging er in die Kunstgeschichte ein. Ausgehend von den Idden des Konstruktivismus, entwickelte Vasarely eine Formensprache, die mit gewollten optischen Irritationen zu scheinbaren Bewegungen, auch Räumen auf der Bildfläche führte. Beseelt vom Credo "Kunst für alle", systematisierte er dies Formensprache zu einer Methode, die Vielfalt und Vergrößerung (bis hin zu monumentalen Wandgestaltungen) zuließ.
Gezeigt wurde eine Auswahl aus Vasarelys grafischem Werk von den fünfziger Jahren an, die Einblicke in Vasarelys künstlerische Entwicklung erlaubt.
Die Blätter kamen aus der Pariser Galerie Lahumière. Kurator der Ausstellung war Prof. Andreas Brandt, Niebüll.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 03.07.:

Musikfestival: Hochkarätige Ausstellung und Konzert mit Goldkehlen

Niebüll


Dieter Wrege


Pressekonferenz zur Vasarely Ausstellung
Für den "Ungarischen Sommer" bestens gerüstet: Kantor Volker Scheibe, Büchereichef Ronald Steiner, Dr. Jörg Garbrecht und Prof. Andreas Brandt (v.l.)
Foto: Wrege

Im Rahmen des diesjährigen Schleswig-Holstein-Musikfestivals (SHMF), das in diesem Sommer im Zeichen Ungarns steht, ist die Stadt Niebüll ein weiteres Mal Festspielort. Lokale Highlights werden dabei eine Ausstellung des weltbekannten ungarischen Malers und Grafikers Victor Vasarely (1908-1997) in der Stadtbücherei und ein Gastspiel des Kinderchors des ungarischen Rundfunks in der Christuskirche sein. Über persönliche Kontakte ist es Prof. Andreas Brandt (Niebüll) gelungen, aus der Pariser Galerie Lahumiére 36 Grafiken des Ungarn Vasarely nach Niebüll zu holen - allesamt entstanden in den fünfziger Jahren. Victor Vasarely wurde in Pécs geboren und gilt als Hauptmeister der abstrakten konstruktivistischen Malerei und Vater der Op-art. Dieses Kurzwort steht für "Optical art", eine moderne illusionistische Kunstrichtung. Wie man sehen wird, üben seine Arbeiten irritierende Reizwirkungen aufs Auge aus und machen Probleme von Raum, Fläche und Farbe sichtbar. "Wir werden uns zeitgenössischer Kunst auf höchstem Niveau erfreuen", verrät Dr. Jörg Garbrecht, Kurator an der Nolde-Stiftung Seebüll. Er wird in die Ausstellung einführen. Sie wird am 7. Juli um 11,30 (Bücherei) eröffnet und dauert bis zum 31. August. Einmal mehr erweist sich die Stadtbücherei Niebüll als idealer Ausstellungsort. Die Bücherei wird, wie deren Leiter Ronald Steiner mitteilt, von jährlich 30 000 Gästen besucht. Während der Ausstellungsdauer werden es geschätzte 3000 bis 4000 Personen sein, von denen ein Großteil vor den Bildern des Victor Vasarely verweilen wird. "Hier bilden ‚Buch & Bild' einen idealen Kontrast", sagte Prof. Brandt, der die Bilder auch hängen wird und mit großem Zulauf rechnet. "Sie werden auch von Leuten gesehen, die sonst nichts mit Kunst zu tun haben." Gemeindekantor Volker Scheibe, Ortsbeirat des SHMF, freut sich, den Musikfreunden mit den ungarischen "Goldkehlen" eine Besonderheit präsentieren zu können. Der Kinderchor von Radio Ungarn unter den Leitung von Norbert Lászlo Nemes und begleitet von Anikó Novák (Klavier) und Gabriella Thész wird Volksliedbearbeitungen von Bartók, Kodály und Ligeti und geistliche Werke von Palestrina und di Lasso vortragen. "Diese Veranstaltung (18. August, 20 Uhr Christuskirche) wird mit einem höheren Aufwand als sonst verbunden sein", berichtete Scheibe. Unter anderm werden aus Hamburg ein Steinway-Flügel und ein Podest heran geschafft. Karten für den SHMF-Musikabend sind im Vorverkauf für 18 Euro in der Bücherstube Leu erhältlich.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 12.07.07.:

Grafiken vom Weltrekordhalter der Illusionen

Niebüll


Ursula Konitzki


Ausstellungseröffnung
Dr. Jürgen Simon, Prof. Andreas Brandt, Claus-Jürgen Andresen, Dr. Jörg Garbrecht, Volker Scheibe, Ronald Steiner (v.l.)
Foto: Konitzki

Niebüll ist zum 8. Mal einer der Austragungsorte des Schleswig-Holstein Musikfestivals. Präsentiert werden zum "Ungarischen Sommer 2007" am 18. August in der Christuskirche die "Goldkehlen", der Kinderchor des Ungarischen Rundfunks, und in der Stadtbücherei bis zum 31. August Grafiken des weltweit bekannten Künstlers Victor Vasarely. Der Leiter der Stadtbücherei, Diplom-Bibliothekar Ronald Steiner, verhehlte seine Freude nicht über das große Interesse der vielen Kunstfreunde, die sich zur Ausstellungseröffnung in den Büchereiräumen drängten. Unter ihnen weilten auch der Honorargeneralkonsul der Republik Ungarn, Professor Dr. Helmut Greve und der Sekretär im Konsulat, Dr. Jürgen Simon. Steiner dankte allen Sponsoren aus der Region, allen voran der Nospa Kulturstiftung Nordfriesland, sowie dem Landeskulturverband Schleswig-Holstein, ohne die die Ausstellungen nicht finanzierbar wären. Ein besonderer Dank galt dem in Niebüll lebenden Kunstprofessor und Kurator der Ausstellung Andreas Brandt. Dank seiner Beziehungen gelinge es immer wieder, Arbeiten renommierter Künstler in den hohen Norden nach Niebüll zu holen. Die 32 "Vasarelys" hat die Galerie "Lahumière in Paris zur Verfügung gestellt. Sie weisen den ungarischen Maler und Grafiker Victor Vasarely als "Weltrekordhalter der Illusionen" aus. Kantor Volker Scheibe dankte als Sprecher des Ortsbeirates des Schleswig-Holstein Musikfestivals zunächst der Stadt Niebüll, dem HGV und den Beiratsmitgliedern für die vielfältige Unterstützung der Niebüller Festivalbeiträge. Die Ungarn können laut Scheibe auf eine lange Kinderchortradition zurückgreifen. "Der ungarische Musikpädagoge Zoltan Kodaly hat eine Fülle von Volksliedern gesammelt und archiviert, die er an die Jugend herantrug und auf die Bühne brachte." Ronald Steiner von der Niebüller Stadtbücherei schätzt sich glücklich, Grafiken des ungarischen Künstlers Victor Vasarelys zeigen zu können, der 1908 in Pécs in Ungarn geboren wurde. Vasarelys Wahlheimat war seit den dreißiger Jahren bis zu seinem Tod im Jahre 1997 Frankreich. In die Kunstgeschichte ging Vasarely als "Vater der "Optical Art" ein, seit 1964 als Begriff "Op Art" in aller Welt bekannt. Wie während der Ausstellungseröffnung zu erfahren war, konzentrierte sich das Interesse Vasarelys auf Licht, Farbe und Raum, die er von der geometrischen Abstraktion ableitete. Der Bildbetrachter wird zu komplexen Wahrnehmungseindrücken geführt, da das statische Abbild der Wirklichkeit durch einen äußerst differenzierten und dynamischen Sehprozess abgelöst wird. Die in der OP Art angelegten Formen der Bewegung (Kinetik) senden raum-dynamische Signale und Formspiele aus und erzeugen damit plastisch-räumliche Wirkungen. In der Stadtbücherei erlaubt die Auswahl der Bilder Vasarelys Einblicke in sein Schaffen ab den fünfziger Jahren, der Zeit, in der der Künstler seine spannendsten und stärksten Bilder schuf. Dr. Jörg Garbrecht von der Nolde-Stiftung in Seebüll ließ seine einführenden humorvollen Worte um Olympia kreisen, hatte doch Victor Vaserely 1972 mit weiteren Kunstkollegen die Aufgabe, Plakate für die Spiele in München zu entwerfen. "Vasarelys Kunstwerke anzuschauen, ist immer auch eine sportliche Leistung", sagte Garbrecht. "Die Augenmuskeln müssen Höchstleistungen erbringen." Unzählige Linien und Muster wollen nachvollzogen werden, die mit ihren optischen Irritationen die Illusion von scheinbarer Bewegung auf der Bildfläche vorgaukeln.





Aus der Flensborg Avis vom 21.07.07:



Vasarely-grafikker på udstilling i Nibøl

Nibøl


Daniel Dürkop


Frem til den 31. august kan man se en udstilling med grafikker af den verdenskendte kunster Victor Vasarely på biblioteket i Nibøl. Victor Vasarely er blandt andet kendt for at have skabt logoet for bilmærket Renault. Det er den emitrerede kunstprofessor Andreas Brandt fra kunstuniversitetet i Hamborg, som har fået billederne til Nibøl. - Jeg har nogle gode kontakter til et galeri i Paris, hvor jeg selv har udstillet en gang. Og nu bor jeg her i Nibøl, så derfor gør jeg gerne en indsats for, at de lokale ligesom turisterne kan få set noget kunst, som de eller skal køre til Hamborg for at opleve, siger Andreas Brandt. - Selvfølgeligt skulle jeg først overbevise galleriet, at det er et seriøst sted, hvor billederne skal udstilles. At det er et sted, hvor der så ikke hænger ligegyldigt kunst bagefter. Men det, ved jeg, ikke er tilfældet på biblioteket i Nibøl, hvor vi allerede har haft en del spændende udstillinger, siger han og fortsætter: - Vist er et bibliotek et lidt udsædvanligt sted til udstillinger, men på den anden side er det også tættere på folket. Andreas Brandt regner med at omkring 3000 mennesker vil komme for at se på udstillingen. Og han er ikke bange for, at så dyre billeder hænger i Nibøl: - De er både tyverisikret og forsikret, så jeg er helt rolig, siger han.





Puppentheater Firlefanz spielte:


Die abenteuerliche Reise der kleinen Pinguine

Die Stadtbücherei Niebüll veranstaltete am Mittwoch, dem 22. August 2007 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll ein Puppentheater. Das Theater mit Puppen "Firlefanz" aus Hagen spielte das Stück "Die abenteuerliche Reise der kleinen Pinguine". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.


Die abenteuerliche Reise der Pinguine Infos zum Stück:

Dass Pinguine aus dem Ei schlüpfen, wissen auch die kleinen Pinguine. Trotzdem ist es für sie das schönste Spielzeug - das Ei. Doch da geschieht etwas Unglaubliches. Nicht nur, dass sie sich im Schneesturm verlaufen, nein, - das Ei…. Trotz Schwierigkeiten gelingt es den Pinguinkindern, den Heimweg zu finden und sie erleben dabei spannende Abenteuer. Ein Spiel mit einem Ei, viel Wasser, Eis und Schnee und großem Theaterzauber.


Zaubernachmittag mit Jimmy van de Burg


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 31.05.2007:

Mit Zaubersalz in der Bücherei

Niebüll


kon


Jimmy van de Burg
Zauberer Jimmy van de Burg
faszinierte seine kleinen Zuschauer
Foto: Konitzki

Was passiert eigentlich, wenn drei Seile miteinander verknotet werden? Richtig, es entsteht ein langes Seil mit zwei Knoten. Das schien jedenfalls den Kindern in der Niebüller Stadtbücherei logisch zu sein. Doch sie wurden eines Besseren belehrt: Nach dem Bestreuen mit Zaubersalz verschwinden die Knoten wie von Geisterhand; das Seil wird zu einem Ganzen. Wer meint, das sei Hokuspokus, kennt Jimmy van de Burg und seine Zaubertricks noch nicht. Der Magier trat vor mehr als 50 Jungen und Mädchen den Beweis dafür an, dass die Illusion im Stande ist, Altbekanntes außer Kraft zu setzen. Der Leiter der Stadtbücherei, Ronald Steiner, war ziemlich überrascht von der großen Kinderschar, die sich vor dem Zauberer versammelt hatten. Eingeladen hatte die "Lesewelle" zu diesem zauberhaften Vergnügen. Die Kinder waren hingerissen von den Zauberkünsten des Mannes aus Deezbüll, der Unmögliches möglich zu machen schien. Jimmy van de Burg brauchte nur seinen Zauberspruch aufzusagen und mit den Fingern zu schnipsen und schon wurde aus einem gelben ein blaues Tuch. Den Mädchen und Jungen blieb nicht nur einmal der Mund offen stehen. Ein vorwitziger Junge forderte den Meister alias Heiko Christiansen auf, seine Ärmel umzukrempeln. Er vermutete dort des Rätsels Lösung und das Depot für die bunten Tücher. Geschickt lenkte der Magier die Kinder ab und erzählte ihnen, wie er einmal einen Elefanten hat verschwinden lassen. "Mein Ärmel war so schwer, das mache ich nie wieder". Ungläubige Kinderaugen staunten ihn ein. "Wie hat er das denn gemacht?" flüsterte ein kleines Mädchen ihrer Nachbarin zu. Ein anderer Junge forderte Jimmy van de Burg auf, ihn in einen Hasen zu verwandeln. "Das ist ganz schön schwer für dich", schob er nach. "Sind Zauberer richtige Menschen?" wollte gar ein Junge von seiner Mutter nach der Vorstellung wissen. Heiko Christiansen ist gelernter Tischler und betreibt die Zauberei in seiner Freizeit. Er gehört dem Club der Zauberer in Nordfriesland an, der sich einmal im Monat auf Nordstrand zum Erfahrungsaustausch trifft. Christiansen ist nach dem Besuch eines Zauberkursus in der Heimvolkshochschule Husum Anfang 2002 bei der Magie "hängen geblieben". "Seitdem tingle ich durchs Land". Heiko Christiansen tritt bei Hochzeiten, Geburtstagen, Festen und Jubiläen auf. "Besonders groß ist die Nachfrage für Kinder, die ganz oft den Geheimnissen der Zauberei auf den Grund gehen wollen", erklärte er. "Die Illusion ist aber weg, wenn man weiß wie es geht".


Ausstellung


Käte Lassen - Am Meeresrand im Dünensand

28. April bis 25. Mai 2007


Vögel

Die Stadtbücherei Niebüll zeigte vom 28.04.2007 bis 25.05.2007 Arbeiten der Künstlerin Käte Lassen.

Zur Eröffnung am Sonnabend, 28. April 2007 sprach Frau Dr. Christina Mahn, Berlin.


Käte Lassen ( 1880-1956) schuf Ölbilder, Zeichnungen, Grafiken und monumentale Werke wie Wandfresken und Glasfenster. Sie verbrachte viel Zeit auf der Halbinsel Thy im Norden Jütlands, die neben Flensburg ihr wichtigster Lebens- und Arbeitsraum für ihr vielseitiges künstlerisches Schaffen wurde. Die Landschaft und ihre Menschen wurden zum Motiv ihres malerischen Lebenswerkes. In der Mitte der zwanziger Jahre entstanden hier etwa 28 Aquarell- und Tuschezeichnungen , die unter dem Titel "Am Meeresrand im Dünensand" in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll ausgestellt werden. Der Käte Lassen Biograf Ludwig Rohling schätz diese Zeichnungen als wohl einige der "originellsten und kostbarsten Werke Lassens" ein.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 04.05.07:

Bilder aus einer früheren Welt

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellung Käte Lassen
Fischerjunge von K. Lassen
Foto: Wrege


Man geht in die Bücherei, schaut sich die Bilder der neuen Ausstellung an und ist fasziniert. Die Bilder erzählen und nehmen den Betrachter mit - irgendwo hin in eine frühere Welt, in der Kinder am Wasser spielen , wo der Wind weht, wo Hunde umher tollen, wo Menschen, Tiere und Natur eins sind. Das etwa sind die ersten Eindrücke, die man von den Bildern der Flensburgerin Käte Lassen (1880-1956) mitnimmt. Ihre Ausstellung in der Stadtbücherei ist bis zum 25. Mai zu sehen. Dr. Christiana Mahn, Kunsthistorikerin aus Berlin, hat über Käte Lassen promoviert, ein Buch über sie geschriebenen und den jüngsten Katalog für die Ausstellung auf dem Flensburger Museumsberg zum 50. Todestag der Künstlerin zusammengestellt. Mit ihr tat das Stammpublikum der Niebüller Bücherei-Ausstellungen einen kunsthistorischen Blick in das Leben den Malerein, deren Leben zwar in Flensburg begann und endete, der es aber die dänischen Fischer, ihr hartes und karges Leben, und deren Kinder angetan hatten. Käte Lassen war kinderlos - hatte aber "jede Menge" Patenkinder dies- und jenseits der Grenze. Die 27 Bilder, die Büchereichef Ronald Steiner vom Museumsberg ausgeliehen hat umschreiben einen Teilbereich des Werke der Malerin und Grafikerin Käte Lassen. Die Künstlerein sah in dieser Phase ihres Schaffens die wichtigste und bedeutsamste: es handelte sich um Zeichnungen aus ihrem Kinderbuch "Am Meersstrand im Dünensand". Es war ihr zu Lebzeiten nicht gelungen, einen Verlag für das Buch zu finden. Das war in den zwanziger Jahren, als es durchaus moderne Kinderbücher gab. Doch diese waren zumeist vom didaktischen Ansatz geprägt, den Kindern mittels pädagogischer Anleitung zu sagen, was richtig oder falsch ist. Es war eine Seltenheit, Kinder zu zeigen, die aus sich selbst heraus als eigenständige Individuen spielten und handelten, ihr Leben mit Erfindungsreichtum und Selbstbewusstsein zu füllen. Die Kinderbuchzeichnungen von 1924 bieten einen Einblick in das Leben der Stjenberger Fischerkinder. Berta Katharina ("Käte") Lassen wurde am 7. Februar in Flensburg als drittes von acht Kindern des Goldschmieds Lassen geboren. Zeichnungen, Gemälde, Wand- und Glasmalerei: sie hatte schon früh einen Namen. In Dänemark fand sie ihre zweite Heimat. Von 1898 bis 1904 studierte sie an der exklusiven Münchener Damenakademie und lernte die Zeichnung des Jugendstils. Der Münchener schloss sie die Kopenhagener Zeit an, hatte aber am Großstadtleben keinen Gefallen. Auf einer Radtour 1905 entlang der jütischen Westküste entdeckte sie das Dorf Klitmøller. Dort und im nahen Vorupør malte sie immer wieder und ließ sich in Stenbjerg auf der Habinsel Thy in einem Holzatelierhaus nieder. Der Phase mit den Kinderbildern ließ sie Themen wie "Frauen am Meer" und Mutter-und-Kind-Darstellungen folgen. Im Gegensatz zu Käte Kollwitz, wo Mutter und Kind eine Einhat waren, zeigte Käte Lassen ihre Kinder als zunehmend eigenständige, selbstbewusste Wesen, die ohne Erwachsene für sich allein stehen. Dr. Christina Mahn nimmt die Besucher der Vernissage mit an den Strand der Halbinsel Thy, lässt sie zuschauen, wie die Kinder spielen und womit sie spielen, tut Seitenblicke in das Leben der Fischer, erzählt auch von Flensburgern und davon, wie sie für ihre "Arme-Leute-Malerei" Kritik einsteckt. Käte Lassen sagte in der ihr eigenen Art, was Sache war. Und das allein schon macht neugierig, ein wenig länger vor ihren Bildern zu verweilen.




Statistik 2006


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 04.01.2007:

Stadtbücherei mit neuem Rekord

Niebüll


dew


Das Team der Stadtbücherei Niebüll
Das Büchereiteam mit Anett Petersen, Ronald Steiner und Bärbel Bettien (v.l.)
Foto: Wrege

Als Büchereichef Ronald Steiner 1981 seinen Dienst in Niebüll antrat, verzeichnete die Stadtbücherei gerade mal 50 000 Entleihungen von Büchern und andern Medien. Im vergangenen Jahr war es nahezu das Dreifache. Mit 144 339 Entleihungen gab es nach steter Steigerung in den zurückliegenden Jahren einen erneuten Rekord. Gegenüber 2005 mit 142 963 Entleihungen war das ein Prozent mehr. "Ich war selbst überrascht, als die Endziffer auf dem Bildschirm unseres Computers aufleuchtete", sagte Steiner. Für ihn und seine Kolleginnen Anett Petersen und Bärbel Bettien war das allerdings auch der Lohn guter Arbeit. Das Trio war seinen rund 3000 Stammlesern aus Stadt und Land , den Neulingen, Urlaubern und kleinen Leuten stets hilfreich zu Diensten.
Der Erfolg der Stadtbücherei hat eine Reihe von Gründen. Der explosive Anstieg der Entleihungen ist in erster Linie den Medien DVD und CD-Rom zu verdanken. Die Bücherei stockte ihren Bestand auf 1148 "Scheiben" auf. So wurden 2006 allein 21 264 DVD/CD-Roms entliehen. Damit ging jedes dieser Medien 19 Mal über den Tresen.
Das Buch hat mit über 86 000 Entleihungen ungebrochenen Hauptanteil am Geschäft und verzeichnet immer noch Zuwachsraten, wie die Erfolgskurve aufzeigt. Diese verrät auch einige für das örtliche Büchereiwesen wichtige Stationen. 1988 zog die Bücherei von der Marktstraße in den ehemaligen Bökingharder Hof ein. 1998 wurde sie vom Hand- auf EDV-Betrieb umgestellt. Neuer Leserstrom kam hinzu, als die Fahrbücherei 4 aufgelöst wurde und sich etliche Gemeinden aus der Beteiligung an ihrer Nachfolgerin zurück zogen. Die Stadtbücherei verfügt heute über 34 893 Medien: 27 620 Bücher, 561 Taschenbücher, 1178 CDs, 1148 CD-Roms und DVDs, 67 Bilder und 686 Tonkassetten. Von der Gesamtziffer entfallen 86 039 Entleihungen auf Bücher, 9 743 auf Zeitschriften, 3 256 auf Videos, 8 420 auf CDs, 21 264 auf CD-Roms, 5 971 auf Kassetten und 3 178 auf Taschenbücher. Um besondere Leserwünsche zu erfüllen, wurden 2 055 Bücher von andern Büchereien besorgt. Den Katalog der Stadtbücherei findet der Leser im Internet.
Entleih-Spitzenreiter im Bereich Belletristik waren Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt", Elizabeth Georges "Wo kein Zeuge ist" und Ildikó Kürthys "Höhenrausch". Im besonders gefragten Sachbuch führten Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg", Joachim C. Fests "Ich nicht" und Tim Mälzers Kochbuch "Born to Cook 2". Gefragteste DVD war "Fluch der Karibik II" und der Zeichentrickfilm "Ice Age". Hauptlesezeit aus Sicht der Bücherei sind die Monate Oktober und November. Guten Zulauf gab es erneut durch Urlauber. Abgesehen von einigen wenigen Säumigen, die Bücher nicht zurück geben, gab's im letzten Jahr keinen Ärger. Was neu auf den Büchereimarkt kommt, steht nach vier Wochen im Regal der Bücherei.
Neben dem Entleihgeschäft ist die Bücherei auch in andern kulturellen Ebenen tätig. Internationales Flair hatten die fünf Ausstellungen von Dyke Johannsen (Tondern), Ulla Küddelsmann (Finnland), Bob Bonnies (Niederlande), Ren Rong (China) und Falko Behrendt (Deutschland). Sandra Dünschede stellte ihren Friesenkrimi "Deichgrab" vor, die Bücherei war Mitveranstalterin des plattdeutschen Vorlesewettbewerbs, holte "Findus & Pettersson" ins Rathaus und ließ die Lesewelle für Kinder schwappen.
Für 2007 steht bereits ein weiteres Highlight fest. Im Sommer ist als Begleitveranstaltung zum SH Musikfestival mit dem Schwerpunkt Ungarn eine Ausstellung des ungarisch-französischen Malers Victor Vasarely (1908-1997) geplant. Die Bilder stellt die Pariser Galerie Lahumiere durch Vermittlung von Prof. Andreas Brandt zur Verfügung.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 10.01.2007:

1473 Entleihungen: Niebüllerin wurde "Leserin des Jahres"

Niebüll


dew


Ronald Steiner gratuliert Wenke und Levin Ketelsen
Ronald Steiner mit Wenke Ketelsen und deren Sohn Levin
Foto: Wrege

Die Stadtbücherei ehrt seit 2004 den Leser des Jahres. Im vergangenen Jahr war es die Hausfrau und Mutter Wenke Ketelsen (40) aus Niebüll. Unterstützt von ihrem Filius Levin (10), Sextaner an der FPS, brachte sie es auf 1 473 Entleihungen: überwiegend Bücher, Zeitschriften und Sachliteratur, während den Sohn Kassetten und Comics faszinierten. "Ich finde es toll in dieser Bücherei", sagte die Top-Leserin und Amateurmalerin. Aus Dank für den Service der Stadtbücherei überreichte sie deren Leiter Ronals Steiner ein Gemälde, das den Titel "BücherEi" tägt. Die pfiffige Leserin malte eine Schwinge Eier, aus deren Mitte ein Ei aufplatzt, aus dem statt des Kükens Bücher hervorquellen (Bücher + Ei = BücherEi". Steiner dankend: "Wir werden es an passender Stelle aufhängen." Die Leserin des Jahres, der Steiner ein Blumengebinde überreichte, liest "querbeet", mit Vorliebe Sachbücher und von diesen solche, die Abhandlungen aus dem Bereich Kunst enthalten. "Anteil am Lesestoff hat auch mein Mann", berichtet Wenke Ketelsen, "nicht aber meine beiden andern Sprösslinge, die eine eigene Leihkarte der Bücherei haben." Die Stadtbücherei vergab den Leserpreis erstmals nach Niebüll. In den beiden Jahren zuvor war er nach Risum-Lindholm gegangen.




Ausstellung


Weihnachtsausstellung

Falko Behrendt - märchenhaft



02.Dezember bis 23. Dezember 2006


Die Nachtigall, Gouache, 2000

Vom 02. Dezember bis 23. Dezember 2006 wurde es "märchenhaft" in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll, als der Lübecker Künstler Falko Behrendt seine Werke zeigte.

Die Ausstellungseröffnung fand am Sonnabend, dem 02. Dezember um 11.30 Uhr statt. Hierzu luden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein.

Zur Einführung sprach Rüdiger Otto von Brocken.
Der Künstler war anwesend.





Falko Behrendt
1951 in Torgelow geboren
1970-71 Abitur. Studium an der Verkehrshochschule Dresden
1971-75 Studium an der Hochschule für bildende Künste Dresden
Lehrer: Horlbeck und Kettner Diplom als Maler und Grafiker
1975-91 freischaffend in Neubrandenburg
1991-95 freischaffend in Lübeck
seit 1995 freischaffend in Hamburg
lebt in Hamburg und Möhnesee-Wamel



Aus den Husumer Nachrichten vom 29.11.2006:

Märchenhaftes aus der Vogelperspektive

Niebüll


Rüdiger Otto von Brocken

Er gehört zu den herausragenden und erfolgreichsten Grafikern im Lande. Und es gibt böse Zungen, die behaupten, so viel, wie er unterwegs sei, muss zumindest ein Teil seines Werks während der Autofahrten von einem Ausstellungsort zum anderen entstehen - gleichsam auf dem Beifahrersitz. Von Sonnabend, 2. Dezember, an zeigt die Stadtbücherei Niebüll in ihrer Weihnachtsausstellung Bilder von Falko Behrendt. Der gebürtige Mecklenburger, der heute in der Nähe von Lübeck wohnt, hat drei Themenschwerpunkte: Häfen, Märchen und Gärten. Bei seiner augenfälligen und stilbildenden Malerei und Grafik bedient sich Behrendt eines einfachen, aber besonders wirkungsvollen Tricks: Er, der eigentlich Pilot werden wollte, geht seine Motive aus einer Art fiktiver Vogelperspektive an. Dadurch erscheinen die Bilder mit ihren vielen auseinander driftenden Fluchtlinien wie herunter geklappte Pop-Ups. Zugleich wird dadurch Farbe, Form und Fläche unterstrichen. Und so entwickeln Falko Behrendts Bilder meisterliche Wirkungskraft, ohne dabei den Eindruck beinahe kindlicher Leichtigkeit einzubüßen. Zur Eröffnung seiner Ausstellung in Niebüll, um 11.30 Uhr, spricht Rüdiger Otto von Brocken, Redakteur der Husumer Nachrichten. Der Künstler ist anwesend. Seine Arbeiten, die diesmal im Wesentlichen um das Thema "Märchen" kreisen werden, bleiben bis 23. Dezember in der Stadtbücherei und sind werktags außer mittwochs von 9.30 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 12 Uhr zu sehen.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 09.12.2006:

Märchenhafte Ausstellung

Niebüll


Dieter Wrege

Ausstellungseröffnung Falko Behrendt
Falko Behrendt im Gespräch mit Dr. Klaus-Peter Erichsen, dem er eine schnelle Porträtskizze verehrt.
Foto: Wrege

Er ist eine Art Kosmopolit in Sachen Grafik, hat in sechs Ländern ausgestellt und war an Gruppenausstellungen in einem Dutzend weiterer Länder beteiligt. Jetzt sind Arbeiten von ihm bis zum 23. Dezember in der Stadtbücherei zu sehen. Büchereichef Ronald Steiner schaffte es, Falko Behrendt (55), einen der erfolgreichsten deutschen Grafiker, nach Niebüll zu holen. Nicht geringen Anteil daran hatte der Husumer Journalist Rüdiger Otto von Brocken, der mit Behrendt seit einer denkwürdigen Begegnung aus den Anfängen seines Volontariats in Flensburg freundschaftlich verbunden ist. Er führte die Ausstellungsbesucher auch in das Werk des gebürtigen Mecklenburgers ein.
"Märchenstunde" in der Bücherei. Doch es ist eine andere als die in der wöchentlichen Lesewelle. Es sind die Märchen des Falko Behrendt, die dieser neben Häfen und Gärten zum Mittelpunkt seines grafischen Werks gemacht hat. Inhaltlich sind sie den klassischen Märchenerzählern zuzuordnen, künstlerisch hingegen von meisterhafter Wirkung - mal aus der Vogelperspektive, mal mit auseinander driftenden Linien, doch stets mit einem kinderleicht anmutenden Strich, als wenn der Stift es eilig habe, von einem zum andern Punkt zu kommen. Man braucht so seine Zeit, um die Galerie der Märchen entlang zu kommen, weil Märchen es in sich haben, wie Rüdiger Otto v. Brocken betonte. Bei der Farbradierung "Der Hase und der Igel" bedarf es längeren Verweilens, bis man die beiden Kombattanten ausgemacht hat.
Alles Schöne und Edle sei das Ergebnis von Vernunft und Überlegung, sagt Baudelaire - wahre Abenteuer spielen im Kopf, meint André Heller. "Nimmt man beides zusammen, so ist man im Epizentrum der Behrendtschen Bilderwelten", folgert Rüdiger Otto, der in einem alten Katalog des Künstlers geblättert hat. In der künstlerischen Ausdruckskraft vergleicht er Behrendt mit dem Maler und Grafiker Odilon Redon: "Beide paaren handwerkliche und künstlerische Virtuosität mit geradezu beängstigendem Fleiß."
Weil Künstler Anekdoten, die sich um sie ranken, selten widersprechen, wurde auch noch die erzählt, nach der der "viel Reisende" angeblich etliche seiner Arbeiten auf dem Beifahrersitz seines Autos zu Papier bringt. "Doch das gehört wohl ins Reich der Fantasie", schob Otto nach und erzählte von einer Begegnung in Kopenhagen, bei der er ihm über die Schulter schauen und erleben durfte, "wie schwer es ihm war, jene Leichtigkeit zu erzeugen, die von seinen Bildern ausgeht." In der mit Zitaten gespickten Einführung des Husumer Redakteurs wird auch die Rastlosigkeit eines stets auf der Suche nach der endgültigen Formel eilenden Künstlers deutlich. "15 Varianten", sagte Behrendt, "sind für mich keine Seltenheit." Behrendt, heimlicher Fan der Fliegerei, liebt die Vogelzugperspektive. Vielen seiner Bilder sei die irisierende Anhäufung winziger wimmelnder Details gemein. "Bäume, Brücken, Felder, Fabriken, Passanten, Schornsteine und Schiffe befallen den Betrachter wie aus einem viel zu engen und doch uferlosen Bildraum", sagt Otto. Farben jedoch geben der provozierenden Unordnung Struktur. Falko Behrendt sei, erfährt man, geschäftstüchtig, ob wohl ihm , wie er sagt, vier Jahrzehnte Kapitalismus fehlen. In der Sportlersprache sagt der Künstler von sich, seine Olympiade werde den Rest seines Lebens dauern. Doch müsse man stets hundertprozentig vorbereitet sein, wolle man gleichbleibend gute Qualität abliefern. Falko Behrendt wurde 1951 in Torgelow (Mecklenburg) geboren. Nach dem Abitur studierte er zunächst an der Verkehrshochschule Dresden (1970-1971), danach an der dortigen Hochschule für bildende Künste und schloss 1975 mit dem Diplom als Maler und Grafiker ab. 1975 bis 1991 lebte er freischaffend in Neubrandenburg, danach wechselte er nach Lübeck und Hamburg. Seit 1995 ist er in der Nähe von Lübeck zu Hause. Bisher wurden seine Arbeiten in 180 Einzelausstellungen gezeigt.




Ausstellung


Die Stadtbücherei Niebüll zeigte vom 09. November bis 28. November 2006 Radierungen von Schülerinnen und Schülern des 13. Jahrgangs. Die Arbeiten sind die Ergebnisse eines Grafikprojekts der Friedrich-Paulsen-Schule Niebüll und des Gymnasiums Tondern unter der Leitung des Lübecker Künstlers Falko Behrendt.

Die Ausstellung wurde eröffnet am 09.11.2006 um 19.00 Uhr. Es sprachen der Direktor der FPS Herr Manfred Wissel und die Kunsterzieherinnen Astrid Scherrebeck und Inken Geertz.




Aus der Flensborg Avis vom 10.11.2006:

Elevernes kunst kender ingen grænser

Niebüll


Holger Johannsen


Otte tyske og lige så mange danske gymnasieelever har i formningstimerne i fællesskab beskæftiget sig med "Eventyrlandskab mellem Vesterhavet og Østersøen". De unges kunstneriske resultater kan fra i dag beundres på byens bilbliotek i Nibøl.
Maleren og grafikeren Falko Behrendt fra Lübeck var meget imponeret over de unges engagement. -De har allesammen været meget interesseret og engageret, roste han. I tre dage kiggede otte tyske og otte danske gymnasieelever fra Nibøl og Tønder ham og hans trykker, Thomas Rauch, over skulderen for at lære, hvordan en radering bliver til. Og det gøres i tre skridt: Først bliver den kunstneriske skitse ridset på en gennemsigtig acrylplade. Så gælder det om at bearbejde kobberpladerne. Og det er ikke særlig nemt, idet tegningerne her skal overføres som spejlbillede, fordi raderinger jo skal trykkes bagefter. Og det er så det sidste skridt.
Efter en indgående instruktion fra raderings-profierne fik eleverne fra henholdsvis 13. årgang og 3.g. så selv chancen for at afprøve deres kreativitet. - Eleverne var meget ivrige og produktive. De første 50 raderinger blev trykt allerede den første dag, siger kunstlæreren Inken Geerts fra Friedrich-Paulsen-Schule i Nibøl anerkendende. Sammen med sin danske kollega, Astrid Scherrebeck fra Tønder Gymnasium, stod hun tre dage i oktober for det tre-dages tysk-danske grafikkursus på gymnasiet i Nibøl med grafikeren Falko Behrendt som gæstelærer. Grafikkurset var et led i det grænseoverskridende gymnasiesamarbejde mellem Nibøl og Tønder, som ifølge læreren Inken Geertz allerede er blevet praktiseret gennem enkeltstående projekter "i flere årtier".
Oprindeligt var det meningen, at også gymnasier fra den tyske by Heringsdorf og polske Swinoujscie (Swinemünde) på Østersø-øen Usedom skulle deltage i denne kunstneriske udgave af en "Europa-Klasse". Men det lykkedes ikke at få en finansiering stablet på benene for disse to gymnasier. Alligevel er det blevet til så mange raderinger, at der er nok til en spændende udstilling. Raderingerne kan beundres under mottoet "Märchenlandschaften zwischen Nord- und Ostsee" eller på dansk: "Eventyrlandskab mellem Vesterhavet og Østersøen". De danske og tyske raderinger bliver nu i første omgang vist på Nibøls bybibliotek i Hauptstraße 46. Bibliotekets leder, Ronald Steiner, der så at sige var udstillingens første besøger, viste sig ret imponeret over elevernes kreativitet: - Det er blevet til en fyldig udstilling med over 30 blade, der allesammen har deres helt egen kunstnerisk kvalitet, sagde han.
Udstillingen blev i aftes åbnet officielt med en tale af Friedrich-Paulsen-Schules rektor, Manfred Wissel. Også kunstneren Falko Berendt var inviteret med.

Udstillingen varer til og med torsdag den 28. november. Biblioteket har åbnet mandag, tirsdag, torsdag og fredag klokken 9.30-13 og klokken 15-18. Om lørdagen er der åbent klokken 10-12.


Ausstellung


Ren Rong
"Pflanzenmenschen - Berichte aus Beijing"
Bilder und Skulpturen



23. September bis 31. Oktober 2006


Pflanzenkopf, 2005

Vom 23. September 2006 bis 31. Oktober 2006 zeigte der Künstler Ren Rong Bilder und Skulturen in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll.

Die Ausstellungseröffnung fand am 23. September um 11.30 Uhr statt. Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll und der Kunstverein Niebüll herzlich ein.

Begrüßung: Ronald Steiner, Barbara Schmidt-Tychsen
Grußworte: Anja Cornils, Niebüll, Dr. Helmut Sydow, Kiel
Einführung: Gyde Köster, Braderup

Der Künstler ist anwesend.



Zur Ausstellung erschienen ein Katalog und eine Original-Papierschnitt-Edition.

Ren Rong

1960 geboren in Nanjing, Volksrepublik China
1982-1986 Studium an der Nanjinger Kunstakademie
1986 Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland
1989-1990 Studium der freien Malerei an der Kunstakademie Münster
1990-1992 Studium der freien Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf
1992 Meisterschüler von Prof. Fritz Schwegler
1993 Jahresstipendium des Kultusministeriums des Landes Schleswig-Holstein
1994 Weilburger Förderpreis für Kunst

Ren Rong lebt und arbeitet in Deutschland und China




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 21.09.06:

Pflanzenmenschen in der Stadtbücherei

Niebüll


Dieter Wrege


Ausstellung Ren Rong
Halten das Bild "Pflanzenmensch": Ren Rong (Mitte) mit Horst Fermisek vom Kunstverein (r.) und Ronald Steiner
Foto: Wrege

Am Sonnabend beginnt in der Stadtbücherei eine Ausstellung besonderer Art. Der chinesische in Deutschland und China lebende und arbeitende Maler Ren Rong (46) stellt eine Serie von Bildern aus, die ein Mix zwischen westeuropäischer Moderne und traditioneller chinesischer Kunst sind. Bevorzugte Motive des Chinesen, der mit einer Deutschen verheiratet ist, sind seit 1990 "Pflanzenmenschen". Ren Rong variiert diese Art von Mischwesen mit immer wieder neuen Einfällen in einer unendlichen Serie von Variationen. Etliche Kostproben hat er für die Stadtbücherei ausgesucht, der bei dieser Ausstellung der örtliche Kunstverein zur Seite steht. Variantenreich wie seine Motive sind auch Techniken und Material. Mal ist es der von ihm meisterhaft beherrschte chinesische Papierschnitt, mal das aus Holz heraus gearbeitete Relief oder aber auch die Eisenskulptur. Lebhaft wie sein Wirken ist auch der Mensch Ren Rong, der seine deutsche Zunge bereits mit eine Fülle umgangssprachlicher Floskeln ausgestattet hat. Nicht von ungefähr pendelt der in Nanking geborene Künstler zwischen der Bundesrepublik und seiner Heimat, von der er sagt, man lasse ihn dort zwar gewähren, Spaß und Freude an seiner Kunst zu haben. "In Deutschland hingegen", sagt Rong, "habe ich mehr Freiraum." Zeitgleich stellt der Chinese im Rahmen der Reihe "Dialog der Kulturen" im Forum für Gesellschaft und Kultur des Deutschen Ring in Hamburg aus. Dort sind gegenwärtig partnerschaftliche Feiern zwischen der Hansestadt und Schanghai ("China Time 2006") im Gange. Der Abstecher Rongs nach Niebüll hat einen älteren Ursprung. Ronald Steiner lernte Ren Rong vor drei Jahren kennen, als dieser als Stipendiat Nordfriesland besuchte. "Weil die Ausstellung für uns alleine eine Nummer zu groß wäre , haben wir den Kunstverein gebeten mit einzusteigen." Vernissage ist am Sonnabend um 11,30 Uhr in der Stadtbücherei. Der Künstler wird anwesend sein, Gyde Köster, ehemalige Staatssekretärin im Kieler Kultusministerium, wird in die Ausstellung, die bis zum 31. Oktober dauert, einführen.




Aus der Flensborg Avis vom 05.10.2006:

Ein freies Spiel mit menschlichen Formen

Niebüll


FlA


Die Stadtbücherei bietet bis Ende Oktober eine Ausstellung der besonderen Art. In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Kunstverein ist es gelungen, Bilder und Skulpturen von Ren Rong nach Niebüll zu holen. Der 46-jährige Künstler, der teils in seiner chinesischen Heimat, teils in Deutschland arbeitet, ist weltweit bereits auf vielen Ausstellungen zu sehen gewesen. International bekannt wurde er durch seine "Pflanzenmenschen", ein freies Spiel mit den menschlichen Formen, das auch die Schau in der Stadtbücherei prägt. Zur Ausstellung erschienen ein Katalog und eine Original-Papierschnitt-Edition. In seinem Schaffen wandelt Ren Rong zwischen traditioneller chinesischer Kunst und westeuropäischer Moderne. Der Künstler, der mit einer Deutschen verheiratet ist, variiert seine "Pflanzenmenschen" durch Motive, Techniken und Material. "Mal ist es der von ihm meisterhaft beherrschte chinesische Papierschnitt, mal das aus Holz heraus gearbeitete Relief oder aber auch die Eisenskulptur", wie bei der Ausstellungseröffnung herausgestellt wurde. Zeitgleich mit Niebüll stellt der Künstler im Rahmen der Reihe "Dialog der Kulturen" im Forum für Gesellschaft und Kultur des Deutschen Rings in Hamburg aus. Der Abstecher Ren Rongs nach Niebüll kam dadurch zustande, dass der Leiter der Stadtbücherei, Ronald Steiner, ihn vor dreizehn Jahren kennengelernt hatte, als sich dieser als Stipendiat in Nordfriesland aufhielt. Gemeinsam mit dem Kunstverein gelang es, die Ausstellung vorzubereiten. Erste Besucher freuten sich darüber, dass hier "keine Fratzen, sondern freundlich lächelnde Menschen" gezeigt werden, die Optimismus ausstrahlen


Leseherbst



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 25.10.2006:

Der Herbst weckt die Leselust

Niebüll


Dieter Wrege


Büchereibesucher
Die Tage werden kürzer: Das zeigt sich auch in der Niebüller Bücherei, in der zurzeit vermehrt Lesestoff nachgefragt wird.
Foto: Wrege

Herbstzeit ist wieder Lesezeit. Das bekommt auch die Stadtbücherei Niebüll zu spüren. Der Betrieb an den Regalen und am Tresen nimmt zu. Der Oktober und November sind die stärksten Monate, weiß Büchereichef Ronald Steiner, in dessen "bunter Welt der Medien" die Ausleihziffern massiv zunehmen. Im vergangenen Jahr verlieh die Bücherei 140 000 Medien. "Wir sind jetzt wieder auf gutem Weg dorthin." Der Donnerstag einer jeden Woche ist arbeitsreichster Tag in der Bücherei. Dann deckt man sich schon mal früh fürs Wochenende ein. "Späte" Leser machen die beiden Vormittagsstunden das Sonnabends zu den stärksten der Woche. Doch auch sonst kann sich die Stadtbücherei über das Interesse ihrer großen und kleinen Kunden nicht beklagen. Steiner: "Es boomt immer wieder ganz schön." Da die Tage kürzer und die Abende länger werden, lohnt es, sich aus dem Angebot der 35 000 Medien zu bedienen. An Wochenenden sind zunehmend DVDs mit guten Filmen gefragt. Das Filmangebot der Bücherei deckt die "Versorgung" einer Familie voll ab. Es ist ein durchweh seriöses Filmangebot, das fernab unerwünschter und für die Altersbereiche "U 18/16" nicht erlaubter Grenzen liegt. Der Sommer sei trotz WM und guten Wetters und ausgesprochen gut gewesen, sagt Steiner, der erneut viele Urlauber zu bedienen hatte. Obwohl die Zahl der Medien wie CD-ROM, CD, DVD und der immer noch gängigen Videokassette stark zugenommen hat, ist das Buch Leitmedium der Bücherei geblieben. Derzeitige Renner sind Biografien. Günter Grass "Zwiebel", in der er sich als "SS-Angehöriger" outet, erregt immer noch steigende Neugierde. Gut geht auch Joachim C. Fests "Ich nicht", ebenso die Biografie der gebürtigen Föhrerin Friede Springer, geborener Riewerts, die in der Famlie Axel Springer als Kindermächen begann. Nicht wenig interessant auch, was Senta Berger über sich schreibt, und wie Hape Kerkeling seinen "Jacobs-Marathon" durchgestanden hat, dem es lax den Titel gab "Ich bin dann eben mal weg". In der Sparte Belletristik dominiert zurzeit der Historienroman. In der Tabellenspitze sind Iny Korentz und Dagmar Trodler zu finden. Mankell hingegen hat an Interesse eingebüßt. Gut gegangen ist Sandra Dünschedes norfriesisches "Deichgrab". Kathy Reichs und Mary Higgings Clark garantieren weiterhin spannende Unterhaltung. Harry Potter verduftet sich zunehmend in die Ferne. "Ein Booom ist er nicht mehr", sagt Ronald Steiner, "es sein denn, Mrs. Joanne K. Rowling landet mal wieder einen Volltreffer und die PR-Kampagne zieht ein weiteres Mal. Die Gruppe der Schüler har zurzeit Pause. Nach den Herbstferien werden wieder Sachbücher aus den Bereichen Bio, Literatur, Erdkunde usw. über den Tresen gehen. Für die ganz Kleinen (bis 12) geht es schon kommende Woche los. Dann rollt an jedem Dienstag (16 bis 17 Uhr, Kinderecke) die beliebte "Lesewelle".


Lesung


Lesung

Sandra Dünschede
"Deichgrab"


Autorenfoto Sandra Dünschede

Am Mittwoch, dem 30. August 2006 war die Autorin Sandra Dünschede zu Gast in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll sein. Sie stellte ihren ersten Kriminalroman "Deichgrab" vor. Hierzu lud die Stadtbücherei Niebüll herzlich ein.



Zum Inhalt des Buches: Tom Meissner kehrt nach dem Tod seines Onkels, bei dem er als Kind einige Jahre verbracht hat, in dessen Dorf zurück. Er will den Nachlass regeln und erfährt, dass sein Onkel Hannes Friedrichsen 1962 wegen Mordes an einem Mädchen aus dem Dorf vor Gericht stand. Da es damals jedoch keine ausreichenden Beweise gab und auch die Leiche des Mädchens nie gefunden wurde, kam es zu einem Freispruch. Die Leute aus dem Dorf sind allerdings bis heute der Meinung, dass Hannes Friedrichsen die kleine Britta Johannsen umgebracht hat. Tom, der sich nicht vorstellen kann, dass er einen Teil seiner Kindheit bei einem Mörder verbracht haben soll, beschließt herauszufinden, was damals wirklich geschah.
Haie Ketelsen, der Hausmeister der Grundschule, ist der einzige im Dorf zu dem Tom einen engeren Kontakt aufbauen kann. Haies Frau Elke gerät jedoch außer sich, als sie erfährt, dass Haie und Tom versuchen, den Fall von damals neu aufzurollen. Nach und nach finden die beiden heraus, dass Broder Petersen nicht nur regelmäßig Geld an Hannes gezahlt hat, sondern auch Brittas Eltern hin und wieder finanziell unter die Arme gegriffen hat. Als Tom den damaligen Zeitungsreporter auf Sylt besucht, erfährt er, dass Broder Hannes zunächst schwer belastet, dann aber seine Aussage zurückgezogen hat. Ebenfalls hat auch Elke Ketelsen eine Aussage gemacht. Haie hat davon keine Ahnung, stellt seine Frau zur Rede. Es kommt zum Bruch zwischen den beiden, da Elke beichtet, dass sie aufgrund eines Verhältnisses mit Klaus Nissen zu einer Falschaussage gezwungen worden war. In einem Schließfach in Flensburg finden Haie und Tom eine beachtliche Geldsumme, Listen mit Registriernummern von Abfallfässern und Fotos. Plötzlich jedoch wird Haie mit einer Thalliumvergiftung ins Krankenhaus eingewiesen. Stück für Stück fügen sich die einzelnen Teile der Geschehnisse von damals wie ein Puzzle zusammen und bringen die dunkle Vergangenheit einiger Dorfbewohner zum Vorschein.
Hauptschauplatz des Krimis ist Risum-Lindholm und die nähere Umgebung (auch die Stadtbücherei wird selbstverständlich erwähnt). Besonders reizvoll an dem Roman ist zum einen der regionale Bezug (Schauplätze wie Risum-Lindholm, Niebüll, Flensburg, Sylt, etc.) und zum anderen die Kombination aus Spannung und nordfriesischer Tradition ("Spökenkieker", Nationalstolz der Friesen, Theodor Storm-Bezug, etc.).

Sandra Dünschede geboren 1972 in Niebüll, studierte Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft. Kurz darauf begann sie mit dem Schreiben, vornehmlich Kurzgeschichten und Kurzkrimis ."Deichgrab" ist ihr erster Kriminalroman.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 02.09.2006:

Mord in Risum-Lindholm: Heimatkrimi fesselt die Leser

Niebüll


Dieter Wrege


Lesung mit Sandra Dünschede
Büchereichef Ronald Steiner und Krimi-Autorin Sandra Dünschede freuen sich über das große Interesse an der Lesung
Foto: Wrege

Tom Meissner will es nicht in den Kopf, dass sein Onkel Hannes die kleine Britta umgebracht haben soll. Er macht sich auf den Weg, herauszufinden was wirklich geschah. Freund Haie hilft. Doch beide treten bei ihren "Ermittlungen" vieles los, was etlichen Dorfbewohnern wegen der dunklen Flecken auf ihrer Vergangenheit nicht schmeckt. Der Roman "Deichgrab" spielt im Friesendorf Risum-Lindholm und ist ein spannender Krimi, geschrieben von der ehemaligen Dorfbewohnerin Sandra Dünschede. Sie las in der Stadtbücherei und lockte nicht nur Krimi-Freunde an, sondern auch Nordfriesen, die herausfinden wollten, was sie so alles miterleben und entdecken, wenn Tom & Haie wie Mr. Holmes und Mr. Watson durchs Dorf ziehen, um dem wahren Mörder auf die Spur zu kommen. Sandra Dünschede (34) ist in Niebüll geboren, wuchs in Risum-Lindholm auf, besuchte die Realschule und das Fachgymnasium Niebüll, an dem sie 1992 das Abitur bestand, lernte in Itzehoe das Bankfach und wechselte nach einer Zwischenstation in Hamburg nach Düsseldorf, wo sie heute nach dem Studium der Germanistik und Sprachwissenschaften kurz vor dem Abschluss der Magisterarbeit steht. "Man liest und hört so viel von Verbrechen. Wenn sie auf dem Lande passieren, könnten sie auch in einem Dorf wie Risum-Lindhom geschehen", erklärte die Autorin, die zuvor Kurzgeschichten und Kurzkrimis geschrieben hatte. Weil es in der Tat bereits Tötungsdelikte in und nahe ihrem Heimatdorf gegeben hatte, lag es nahe, ihren ersten Krimi dort spielen zu lassen. Es verwundert nicht, dass die Lesung in der Stadtbücherei, die im Krimi übrigens auch vorkommt, ein Renner war und eine "volle Hütte" garantierte, ist die Autorin doch "eine von uns", spielt ihre Geschichte im Dorf, wo man Seite für Seite seine Straßen, Häuser und Plätze erkennt wie etwa das "Hilton" von Elfriede Johannsen, die Kirche St. Sebast mit dem nahen Friedhof, das Pastorat, den Laden von Kaufmann Paulsen und "düt & dat". Friedrichsen, Ketelsen, Brodersen, Petersen - das sind echt nordfriesische Namen, auch wenn man sich als Leser gewünscht hätte, das eine oder andere friesische Element hätte die Lokalität noch authentischer gemacht. Doch Detailtreue und bisweilen langatmig anmutende akribische Genauigkeit der Verfasserin nehmen den Leser Zug und Zug mit "auf Recherche" und beziehen ihn in die Errmittlungen ein. Diese anzugehen, erwies sich zunächst als nicht leicht. Doch eine von Tom geschmissene Lokalrunde in der Kneipe öffnet Herzen und löst Zungen - auch die von Haie Ketelsen, zum dem sich nach und nach ein freundschaftliches Verhältnis aufbaut. Sandra Dünschede lässt bisweilen schrille Typen aus dem Dorf aufkreuzen wie etwa die beleibte Tante Lisbeth, die umtriebige Frieda oder den mysteriösen Kunstexperten Crutschinow. Sie legt Spuren, von denen man annimmt, sie könnten zur Aufdeckung der Wahrheit führen. Ihre Lieblingsfigur, verrät sie, sei Haie. Mit ihm und Tom, lässt sie anklingen, habe sie in einem weiteren Krimi noch mehr vor. Bei allem Tun und Treiben im Dorf geht es am Ende um die Wahrheit, an die sich die beiden "Ermittler" Stück für Stück heran tasten. Ob sie den wahren Mörder finden (Haie: "Onkel Hannes ist es nicht."), ob sie herausfinden, wo die Leiche der kleinen Britta vergraben ist und was sonst noch ans Tageslicht kommt: das herauszufinden, ist Sache der Leser, die in der Bücherstube Leu kräftig zulangten und das 374 Seiten dicke Taschenbuch bis auf das letzte Exemplar aufkauften. "Es wird eine zweite Auflage geben", versprach Sandra Dünschede, die fleißig signieren musste, viele Fragen zu beantworten hatte, alte Bekannte begrüßte und zum Schluss verriet, dass sie künftig beileibe nicht nur Kriminalgeschichten erzählen wird, sondern auch mal eine interessante Familienstory.


Ausstellung


Bob Bonies
"Konstruierte Realität"


Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein-Musik-Festival 2006
01. Juli 2006 bis 31. August 2006


Bob Bonies 2003

Die Stadtbücherei Niebüll beteiligte sich, wie schon im Vorjahr und nun schon zum 6.mal in Folge, am Museumssommer des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals. In diesem Jahr lautete der Länderschwerpunkt des Festivals "Niederlande", und wir waren mit einer hochkarätigen Ausstellung dabei.
Wir zeigten Arbeiten (Bilder und Grafik)von Bob Bonies! Und als Kurator der Ausstellung zeichnete freundlicherweise wiederum Prof. Andreas Brandt aus Niebüll.


Der international bekannte Maler Bob Bonies hat sich mit seiner Kunst der Nachfolge des "De Stijl" verschrieben. Seine Werke sind eine Weiterführung der Prinzipien dieser in den Niederlanden begonnenen Kunstrichtung. Bonies, 1936 geboren, gehört zu den bekannten, international beachteten Malern der Niederlande. Seine meist mehrteiligen Bilder sind mit einfachen Mitteln konstruiert - dem rechten Winkel, der Diagonalen und dem Kreis, dazu den vier Grundfarben und Weiß. Alles in ihnen ist auf das bildnerisch Notwendigste reduziert. "Das Bild hat keine ander Funktion als Bild zu sein", sagt er selbst.

Der Künstler Bob Bonies war dabei, als Dr. Jörg Garbrecht von der Nolde-Stiftung in Seebüll die Ausstellung am 01.Juli 2006 um 11.30 Uhr eröffnete. Herr Rolf Teucher, Präsident des Landeskulturverbandes sprach ein Grußwort. Vom Generalkonsulat der Niederlande in Hamburg war der Kulturrefernt Herr Felix Eich anwesend.





Aus der Wochenschau vom 21.07.2006:

Niederländischer Meister

Niebüll


Wolf-Rüdiger Konitzki


Ausstellungseröffnung Bob Bonies
Ausstellungseröffnung in der Stadtbücherei (v.l.): Ronald Steiner, Rolf Teucher, Felix Eich, Künstler Bob Bonies und Jörg Garbrecht.
Foto:Konitzki

Mit dem Maler Bob Bonies hat die Stadtbücherei einen der Großen des Konstruktivismus gewonnen. Als Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) mit dem Schwerpunkt Niederlande sind seine Werke bis zum 31. August zu sehen. Büchereileiter Ronald Steiner konnte zur Eröffnung der Ausstellung viele Kunstinteressierte begrüßen. Zu Gast war auch die Malerin Gudrun Piper, die 1990 gemeinsam mit Max Mahlmann im Richard Haizmann Museum ausgestellt hatte. Grußworte kamen vom Geschäftsführer des Landeskulturverbandes, Rolf Teucher und dem Kulturattaché des Generalkonsulats der Niederlande in Hamburg, Felix Eich. Dr. Jörg Garbrecht von der Emil und Ada Nolde-Stiftung gab eine Einführung in die Ausstellung. In amüsanter Weise erschloss er die Kunst Bob Bonies, die sich nicht jedem unmittelbar erschließt. Bob Bonies gehörte in den 60-er Jahren in Holland zu den ersten Malern, die auf die Reizüberflutung der Zeit mit einer rationalen, sehr einfachen und sehr klaren Formensprache reagierten. "Das Bild hat keine andere Funktion, als Bild zu sein", sagte der Künstler selbst. Konkret bedeutet das strenge geometrische Formen. Der rechte Winkel, die Diagonale, der Kreis, die vier Grundfarben Rot, Blau, Gelb und Grün, dazu die weiße Fläche, das ist seit dieser Zeit das Material, mit dem er seine mehrteiligen Bilder konstruiert. Die Bilder zeigen keine Pinselspur. Bob Bonies trägt vier Farbschichten, jeweils in unterschiedlicher Pinselrichtung auf und erreicht damit eine unübertroffene Gleichmäßigkeit. "Für mich", sagte Bob Bonies, "ist der Konstruktivismus als Idee immer noch hochaktuell, speziell in dieser visuellen Zeit mit enormem Bildkonsum über Fernsehen und Reklame". Dass Bob Bonies in Niebüll ausstellt, ist dem hier lebenden Professor Andreas Brandt zu verdanken, aber auch zahlreichen Sponsoren. Für die Stadt ist die Ausstellung eines Künstlers vom Rang eines Bob Bonies eine Auszeichnung. Der 1937 geborene Maler lebt in Den Haag. Er gehört zu den bekanntesten Künstlern Hollands. Ausstellungen in mehreren europäischen Ländern haben ihn über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt gemacht. Die Ausstellung - wie auch der Jahresschwerpunkt des SHMF - schließen an eine alte Tradition an. Die Herzöge Schleswig-Holsteins pflegten bereits vor mehr als 350 Jahren enge kulturelle Kontakte zu den Niederlanden.




Aus dem Flensburger Tageblatt vom 03.08.2006:

Vital, virtuos und ganz wunderbar verspielt

Niebüll


Rüdiger Otto von Brocken


Ausstellung Bob Bonies
Farbenfroh: Die Bilder von Bob Bonies.
Foto: Rüdiger Otto von Brocken

Konstruktivistische Bilder erscheinen vielen Betrachtern als besonders nüchtern und streng, ja manchmal sogar als leblos und steril. Nicht so die Arbeiten von Bob Bonies. Dieser Mann gehört zu den bekanntesten Künstlern der Niederlande - obgleich er Konstruktivist ist und weil er es ist. Kein Wunder, sondern solides Handwerk. Selten war moderner Konstruktivismus so vital, so entgrenzend und wunderbar virtuos verspielt wie der des gebürtigen Den Haagers. Kraftvoll reibt Bob Bonies Linie, Quadrat, Kreis und Dreieck aneinander, wirbelt sie durch die Lostrommel seiner angewandten Fantasien und überschüttet den Betrachter mit einem ganzen Füllhorn geistig-grafischer Höhenflüge. Da wird zum Beispiel eine perspektivisch verdrehte, wie in einem Farbeimer geschwenkte, rote Rundform gegen flächiges Weiß gestellt und in der Außenform zu einem papierenen Tarnkappen-Flugzeug gefaltet. Aber die Krönung ist ein weißes Quadrat, das Bonies durch einen vertikalen roten Balken in zwei Rechtecke zerteilt. An sich nichts Besonderes, würde da nicht diese hauchdünne weiße Diagonale, die der 69-Jährige durch besagten roten Balken zieht und um die herum er die beiden Rechtecke gegeneinander verschiebt. Die konstruktivistische Fläche wird auf verblüffende Weise zur Skulptur. Einen ähnlich genialen Einfall hatte Picasso, als er aus einem Fahrradsattel und dem zum Horn mutierten Rennradlenker seinen "Stier" formte. So einfach kann die hohe Schule der Kunst sein und dabei so erfrischend unkompliziert, dass man glatt vergessen könnte, wie lange auf diesen Phönixen herumgebrütet worden ist. Aber darin besteht ja gerade die Kunst. Aus Anlass des Schleswig-Holsteinischen Musik-Festivals, dessen Schwerpunkt die Niederlande bilden, fanden Bonies Werke den Weg in die Niebüller Stadtbücherei und dort werden sie auch noch bis zum 31. August bleiben. Ein Weg, der sich lohnt.


Puppentheater


Wie Findus zu Pettersson kam

Die Stadtbücherei Niebüll veranstaltete am Mittwoch, 02.August 2006 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll ein Puppentheater. Das Theater mit Puppen "Firlefanz" aus Hagen spielte das Stück "Wie Findus zu Pettersson kam". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.


Bild: Pettersson und Findus Infos zum Stück:
Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr, folgte nun ein ganz neues Stück nach den Kinderbüchern von Sven Nordqvist mit den beiden sehr gegensätzlichen Hauptdarstellern. Doch diesmal war Pettersson in seinem Tischlerschuppen mit dem Bau einer Zeitmaschine beschäftigt. Dass Findus nicht immer gerade dabei sehr behilflich war, wurde wieder zur Kraftprobe für die Beiden. Außerdem sorgten die Hühner und die kleinen Mucklas für genügend Überraschungen. Dass zum Schluss Findus und die Zuschauer erfuhren, wie er überhaupt zu Pettersson kam, wurde zu einem kleinen Wunder.
Wieder ging es einfallsreich und rasant zu. Ein Stück zum Träumen, Lachen und Mitfiebern und natürlich auch mit Musik für die ganze Familie.
Spiel mit dem Schauspieler und Puppenspieler Grigorij Kästner-Kubsch und der ukrainischen Puppenspielerin Olga Miroshnkova.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 05.08.2006:

Pfiffiger Kater zu Gast in Niebüll

Niebüll


Dieter Wrege


Herr Pettersson und Findus beraten sich
Das Puppentherater "Firlefanz" begeisterte mit den Geschichten von Pettersson und Findus
Foto: Wrege

Herrliches Kinder-Sommertheater im Niebüller Rathaus. Dorthin hatte Büchereichef Ronald Steiner zum vierten Mal das "hohenHOFtheater Firlefanz", ein Theater mit Puppen, aus dem westfälischen Hagen eingeladen. Puppenspieler Grigorij Kästner-Kubsch und seine ukrainische Partnerin und Lebensgefährtin Olga Myroshnykova hatten erneut ein Stück frei nach Sven Nordqvist, dem schwedischen Kinderbuchautor, auf dem Programm. Den Stoff für das lustige Spiel lieferte die Geschichte, wie Findus zu Herrn Pettersson kam. Grigorij Kästner-Kubsch erweiterte sie, indem er sie in eine Tischlerwerkstatt verlegte, in der der schrullige Herr Pettersson eine Zeitmaschine baut. Doch der pfiffige Kater, die vorlauten Hühner und die umtriebigen Mucklas, kleine "gnomige" Fantasiegestalten, fahren dem alten Herrn derart in die Parade, dass die Erfindung scheitert und die fast fertige Zeitmaschine in sich zusammenklappt. Doch am Ende erfahren die großen und kleinen Zuschauer in einem wundersamen Schattenspiel, wie der Kater und der alte Mann zusammen kamen. In Nordqvists Originalgeschichte wurde ihm von einer Nachbarin ein Erbsenkarton gebracht, in dem statt der Erbsen ein winziges Kätzchen hockte, das schnell zum Kater Findus heran wuchs, der eines Tages von Herrn Pettersson forderte: "Ich möchte auch Hosen wie du anhaben." Der Hagener Puppenspieler seine Partnerin verstanden es wieder einmal, die Kinder zu begeistern. Ronals Steiner tat gut daran, den Besucherandrang über einen Kartenverkauf zu steuern. Die Kinder dürfen sicher sein, dass Herr Pettersson und Kater Findus auch im nächsten Jahr einer Einladung der Stadtbücherei folgen werden.


Ausstellung


Ulla Ruissalo
"Zeichnungen und Collagen"



Tante

Vom 01.04.2006 bis 13.05.2006 zeigte die Stadtbücherei Niebüll Werke der finnischen Künstlerin Ulla Ruissalo.

Zur Ausstellungseröffnung fand am Samstag, dem 01. April 2006, um 11.30 Uhr statt.

Zur Eröffnung sprach John M. Helmbock, Hamburg.

Die Künstlerin war anwesend.





Ulla Ruissalo


1941 in Hattula, Finnland, geboren
1961 - 1962 Zeichenschule in Pori, Finnland
1963 Studium der Germanistik in Helsinki
1966 Übersiedlung nach Deutschland
seit 1972 intensive Auseinandersetzung mit der Malerei
seit 1976 Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Dänemark und Finnland




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 05.04.2006:

Die Kunst, Unsichtbares sichtbar zu machen

Niebüll


Dieter Wrege


Am Meer
"Am Meer" nennt Ulla Ruissalo diese Collage
Foto: Wrege

Niebüll. Collagen, Ölbilder und Federzeichnungen der Finnin Ulla Ruissalo (64) sind seit dem Wochenende in der Frühjahrsausstellung der Stadtbücherei zu sehen. Büchereichef Ronald Steiner holte die in Lexgaard lebende Malerin nach 1996 zum zweiten Mal in die Bücherei. An der Resonanz war zu erkennen, dass Ulla Ruissalo in ihrer Wahlheimat Nordfriesland schon viele Freunde um sich geschart hat, die ihre Art, sich künstlerisch zu artikulieren, schätzen. Der Hamburger Rentier John M. Helmbock, bis vor kurzem noch "Distinguished Manager" bei IBM und seit langem mit der Malerin befreundet, führte in die Ausstellung ein, die Prof. Andreas Brandt vorbereitend begleitet hatte. Ulla Ruissalo ist Vertreterin der naiven Malerei. Doch steht sie den Profis der Malerei näher als denen, die außerhalb einer geistigen Auseinandersetzung in der Kunst tätig sind. Sie ist, ließ Helmbock anklingen, hoch talentiert. Auf ihre Art naiver Kunst treffe die Fähigkeit zu, einer zerstörten Welt menschliche Züge zu verleihen. Was sie macht, sei zwar gegenständlich, doch bisweilen so spontan, dass es abstrakt wirkt. Die Malerin präsentiert drei Themen. Das sind Standortbestimmungen, die Beziehung Mensch und Natur sowie Bilder, die Geschichten erzählen. Sie siedelte 1966 nach Deutschland um und ist seit 20 Jahren in Nordfriesland. "Damit gehört sie zwar zu uns, ist aber immer noch von dem inspiriert, wo sie herkommt", sagte Helmbock und fügt hinzu: "Wenn sie die Geest malt, kann eine finnische Landschaft dabei herauskommen." Womit er auf die geistige Heimat der Künstlerin hindeutet. Ihre Arbeiten "Öl auf Papier" seien konventioneller Art, die Zeichnungen auf Packpapier hingegen "einfach so" entstanden. Sie wären ihr aus der Hand geflossen. Und zu den Collagen sei es auch deshalb gekommen, weil sie mal farbiges Papier geschenkt bekam und es nicht wegtun wollte. "Das ist etwas Spontanes heraus gekommen, etwas frei Naives." Helmbock las einige Zitate der Ruissalo vom Block. Da sagt sie einmal, sie denke sich eine Geschichte aus und fange an, diese Geschichte zu malen. Ein andermal erzählt sie, sie zeichne, was Bilder sagen sollen. Und zu den Collagen war zu hören, dass ihr erst beim Ausschneiden von Papier irgendetwas dazu einfällt. Bildende Kunst, meinte John M. Hembock, sei nicht die Jagd nach Unsichtbarem. "Sie ist mehr die Kunst, Unsichtbares sichtbar zu machen." Der gebürtige Amerikaner Helmbock lenkt den Blick auf eine der schönsten Collagen, die Ulla Ruissalo "Am Meer" nennt. Eine Frau steht am Ufer und winkt einem Boot zu, auf dem die Besatzung in schwarzen Schemen dargestellt ist - und keiner von ihr antwortet. Der Betrachter darf sich ausdenken, welche Gedanken in die Ferne schweifen...und kein Echo auslösen.


Ausstellung


Dyke Johannsen
"Zeeichnungen und Figuren"



ohne Titel, Dyke Johannsen

Vom 21.01.2006 bis 28.02.2006 zeigt die Stadtbücherei Niebüll Werke des in Tondern lebenden Künstlers Dyke Johannsen.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 21.01.2006 um 11.30 Uhr laden wir Sie und ihre Freunde herzlich ein. Der Künstler wird anwesend sein. Eine Einführung in das Werk des Künstlers gibt Herr Dr. Manfred Reuther von der Nolde-Stiftung.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 25.01.2006:

Stadtbücherei wieder einmal überfüllt

Niebüll


kon


Wieder einmal als zu klein erwiesen haben sich die Räume der Niebüller Stadtbücherei bei der Eröffnung der ersten Kunstausstellung im neuen Jahr. Die Besucher standen dicht gedrängt bis zur Eingangstür, um den Künstler Dyke Johannsen aus dem benachbarten Königreich live zu erleben. Der 1933 in Tondern geborene Maler, der Ausstellungen in aller Welt bestückt hat, ist kein Unbekannter in der Region. Eine Auswahl seiner Arbeiten hat der Kunstverein 1992 im Richard-Haizmann-Museum für Moderne Kunst gezeigt. Dr. Manfred Reuther, der die Laudatio hielt und Büchereileiter Ronald Steiner zu dieser Ausstellung beglückwünschte, würdigte die Stadtbücherei als "eine eigene und lebendige Institution für Kunstausstellungen bis zu internationaler Couleur, die weit über die regionale Kunstszene hinaus einen beachtenswerten Ruf gewonnen hat". Das ansruchsvolle und vielseitige Programm, das in der Stadtbücherei der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, reicht laut Dr. Reuther von Kinder- und Schülerarbeiten, Arbeiten regionaler sowie internationaler Künstler bis zu renommierten Größen. Seit Jahren werde hier mit einem eigenen Beitrag der Länderschwerpunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals aufgegriffen. Die Stadtbücherei finde über die Region hinaus Aufmerksamkeit und könne "durchaus auch mit Neuigkeiten und Entdeckungen glänzen". Die neue Austellung mit über 30 farbigen Zeichnungen des Malers Dyke Johannsen und einer Auswahl seiner kleinformatigen Keramikfiguren zählt zu den Besonderheiten der Kunstausstellungen in der Bücherei. Die Arbeiten des Dänen, die Lebensfreude und Heiterkeit ausstrahlen, sind vorwiegend in den letzten Jahren entstanden. Der Vorgang des Zeichnens sei ein Spiel im Vergleich zum Bildermalen, wie der Maler Siegfried Anzinger einst feststellte. Bei der Arbeit auf Papier wisse der Künstler, dass er ein nächstes Blatt nehmen kann, wenn das erste nicht zusagt. "Dadurch fallen Einschränkungen weg, ich kann mich frei bewegen". Auch die Zeichnungen Dyke Johannsens weisen diese Unbekümmertheit auf. Auch sie seien, wie Dr. Reuther empfand, als eine sehr unmittelbare, sehr persönliche Ausdrucksform spontan und unverfälscht niedergeschrieben worden. Dyke Johannsen, der in der dänischen Kunstszene beheimatet ist, kehrte nach seinen Studienjahren in Hanau und München und längeren Aufenthalten in Frankreich, Italien und den USA 1963 zurück nach Tondern. Obwohl Dyke Johannsen ein leidenschaftlicher Zeichner und Farbe das zentrale Ausdrucksmittel seiner Kunst ist, wechselt der Künstler gelegentlich sein Ausdrucksmittel und fertigt Skulpturen an. Diese Arbeiten in ihrer speziellen Farbigkeit und fließenden Gestaltung spiegeln immer die malerische Grundhaltung des Künstlers wieder. Johannsens großformatige keramische Arbeiten zieren das Krankenhaus in Tondern und den Eingang der Niebüller Friedrich-Paulsen-Schule. Einige kleinformatige Keramikfiguren sind während der Bilderausstellung in der Stadtbücherei zu sehen. Für seine Zeichnungen bevorzugt der Künstler farbige Ölkreiden auf Zeichenpapier. Mit wenigen, kraftvollen Strichen zeichnet er Landschaften, Strandszenen, Gartenbilder mit Familienmitgliedern, Stillleben oder Figurenbilder. Auch in seinen abstrakten Zeichnungen und Phantasiebildern ist die sichtbare Welt zu erahnen. Die Zeichnungen und Figuren des dänischen Künstlers bleiben bis zum 28. Februar in der Niebüller Stadtbücherei und sind werktags außer mittwochs von 9:30 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr und an Sonnabenden von 10 bis 12 Uhr zu sehen.




Aus der Flensborg Avis vom 02.02.2006:

Von fast kindlicher Ursprünglichkeit

Niebüll


Otmar Petersen


Ausstellung. Stadtbücherei zeigt Zeichnungen und keramische Figuren von Dyke Johannsen aus Tønder.
Noch bis zum 28. Februar stellt die Stadtbücherei in der Hauptstraße den dänischen Künstler Dyke Johannsen vor. Dabei handelt es sich um 33 in Ölkreide auf Papier gebrachte Werke und zwölf keramische Figuren. Der 72 Jahre alte künstlerische Bote aus dem Nachbarland hat sich durch zahlreiche Ausstellungen vor allem in Dänemark, aber auch im Ausland einen Namen gemacht. Die Stadtbücherei Niebüll habe sich seit langem auch als eine eigene, lebendige Institution für Kunstausstellungen in der regionalen Kunstszene etabliert und weit darüber hinaus einen beachtenswerten Ruf erworben, lobte Dr. Manfred Reuther aus Seebüll bei der Eröffnung der Schau vor wenigen Tagen. Kunst im Alltag - in nichtmusealen Einrichtungen und vielbesuchten Begegnungsstätten - zu zeigen, sei zweifellos eine löbliche Devise. Voller Dynamik Als eine Besonderheit wertete Reuther die anspruchsvolle Ausstellung mit farbintensiven Zeichnungen voller Dynamik des Malers Dyke Johannsen. Sie strahlten eine gewisse Lebensfreude und Heiterkeit aus und seien überwiegend in den letzten Jahren entstanden. Johannsen habe die Kollektion mit Sorgfalt aus einem reichen Fundus als ein geschlossenes, vielfältiges Ensemble ausgewählt. Nach einer handwerklichen Ausbildung als Goldschmied sowie Studienjahren an der Zeichenakademie in Hanau und an der Akademie der bildenden Künste in München war Johannsens künstlerischer Werdegang von Auslands-aufenthalten in Paris, Florenz und den USA geprägt. 1963 kehrte er nach Tønder zurück, hielt sich aber immer wieder wegen verschiedener Arbeiten und Aufträgen in Paris und den Niederlanden auf. Seine keramischen Arbeiten entstanden dabei vorwiegend in einer Werkstatt in Den Haag. Der in der dänischen Kunstszene etablierte Gast der Stadtbücherei bevorzugt beim Zeichnen farbige Ölkreide auf einfachem Zeichenpapier. Seine Themenbereiche umfassen Landschaften, private Gartenbilder mit Familie, Stilleben und Porträts, aber auch Phantasien und Abstraktes. "Eine hemmungslose, fast kindliche Ursprünglichkeit regiert sein bildnerisches Geschehen", stellte Dr. Manfred Reuther fest.




Aus dem Flensburger Tageblatt vom 23.02.2006:

Dyke Johannsen in Niebüll

Niebüll


Rüdiger Otto von Brocken


Keramikfigur Danser
Ganz schön bunt: Johannsens Keramikfiguren.
Foto: Rüdiger Otto von Brocken

Für Dyke Johannsen ist Farbe das tragende Element. Mit ihr bewegt er sich durch reale und fantastische Welten, führt beide auf Papier und Keramik zusammen. Figuren oder Formen werden zur Nebensache, zum einfachen Träger-Stoff, auf dem der Däne aus Tondern sein Farb-Universum ausbreitet. Da macht auch die aktuelle Ausstellung in der Niebüller Stadtbücherei keine Ausnahme. Hier zeigt der 73-Jährige 30 farbige Zeichnungen sowie mehrere Keramikfiguren. Schon bei früheren Ausstellungen hat Johannsen bewiesen, wie sehr die Zeichnung seinen künstlerischen Ausdruck beflügelt. Mit ihrer Hilfe kann er sich spontan und unverfälscht verwirklichen, Impressionen aus dem eigenen Garten ebenso Strich-genau wiedergeben wie kleine Anekdoten aus dem Alltag. Auch dort, wo seine Bilder abstrakt werden, wo die Farbe endgültig in den Vordergrund zu rücken scheint, bleibt die Realität im Hintergrund spürbar - und mit ihr die Flüchtigkeit des Augenblicks, aber auch seine unmittelbare Schönheit. (o)


"Schölers leest platt" Vorlesewettbewerb 2005/2006


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 24.02.2006

Sieger "lebt" Plattdeutsch

Niebüll


dew



Teilnehmer und Mitwirkende des Vorlesewettbewerbsl
Plattdeutsche Sprache vereint sie: Teilnehmer und Juroren des Vorlesewettbewerbs
Foto: Wrege

Im Wettbewerb "Schölers leest Platt" behauptete sich der neujährige Jonas Sönksen aus Enge-Sande gegen eine sechsköpfige Konkurrenz und erreichte die nächste Runde. Als einer von 40 Landschaftssiegern startet er nun in der Regionalausscheidung, die voraussichtlich in Leck stattfindet. "Super, ich habe gewonnen", freute sich der Sieger. Jonas ist Schüler von Klassenlehrerin Kirsten Frerkes in der 3. Klasse der Grundschule Enge Sande. Sein gutes Platt eignete er sich in der Familie an, die "plattdeutsch lebt". In der Schule hat er wenig Gelegenheit zum Üben - auch nicht in der E-Jugend des SV Enge-Sande, wo er den Ball nachjagt. Den zweiten Platz erreichte Sarina Hansen aus der 4a der Grund- und Hauptschule Bredstedt vor Thore Aye (Klasse 3 der GS Rantrum). Gemeinsam auf Platz vier landeten Lea Rochel (Kl. 3/G S Medelby), Torben Petersen (Kl. 4d/ALS Niebüll), Nina Iwersen (Kl. 4/GS Stadum) und Marie Christin August (Kl. 4b/FPS Langenhorn). Veranstalter des Wettbewerbs "Schölers leest Platt" ist der Schleswig-Holsteinische Heimatbund (SHHB), der die Durchführung dem Büchereiverein des Landes übertragen hat. Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft von Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave und gliedert sich in mehrere Runden. Seit Oktober 2005 ermittelten die Schulen ihre Sieger, die jetzt um den Landschaftssieg gegen einander antraten. Die danach folgenden Regionalausscheidungen finden an fünf Orten statt und das Finale am 8, Juni im Kulturzentrum Rendsburg. Die Ermittlung der Landschaftssieger im Sitzungssaal des Rathauses organisierte die Stadtbücherei Niebüll. Büchereichef Ronald Steiner stellte als Moderator Günter Fleskes (Niederdeutsches Zentrum), als Juroren Beate Jandt, Guido Tödt, Hauke Brückner, Dr. Rolf Hagemann und Wilfried Bockholt vor und als Nachwuchspianisten Ove Thomsen, der Pausen musikalisch überrückte. Als Sponsor vor Ort besorgte das Jugendaufbauwerk eine leckere Kaffeetafel. Gelesen wurde aus vorgegebenen Texten, die sich die sieben Teilnehmer selbst aussuchen durften. Drei Mal lasen die Schüler die "Haarschneidegeschichte", zwei mal den "Hexenmeister" und je einmal die Geschichte von den "Olchis" und von Philip. Gefordert waren Lesefreudigkeit, Aussprache und Ausdruck, vergeben wurden dafür Punkte von eins bis zehn. Die beiden Erstplatzierten setzten sich deutlich von ihrer Konkurrenz ab. Platz eins und zwei lagen hauchdünn beieinander. Günter Fleskes: "Ich war erstaunt über das hohe Niveau aller Teilnehmer." Für die Jury galt die Vorgabe, "kleinregionale Unterschiede" in der Wertung zu vernachlässigen, wie sie übrigens auch den Texten des Vorlesebuchs zu erkennen waren, in denen sich einmal mehr zeigte, dass das Plattdeutsche einerseits über keinerlei Rechtschreibnormen verfügt und andererseits eine überwiegend mündliche Sprache ist. Bei den Jungen und Mädchen kam es einzig darauf an, "gut vom Wort" zu kommen und unter Beweis zu stellen, wie sehr sie mit der Sprache "auf du und du" stehen.




Statistik 2005


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 04.01.2006:

Ausleihe 2005: Bücherei erzielt Rekordergebnis

Niebüll


dew


Ronald Steiner vor Bücherregal
Mitten in der Welt der Bücher: Ronald Steiner, Leiter der Stadtbücherei.
Foto: Wrege

Mit 142 963 Entleihungen und einer Steigerung von 8,6 Prozent gegenüber 2004 verzeichnete die Stadtbücherei Niebüll ihr bisher bestes Jahr seit Gründung. "Der Aufwärtstrend beim Buch und den neuen Medien lässt erwarten, dass wir das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht haben", sagte Büchereichef Ronald Steiner, der nach Addition der Erfolgszahlen selbst überrascht war. Das Rekordergebnis hat, wie Steiner erklärte, Gründe. Einer ist in der Aufhebung der Fahrbücherei 4 zu sehen. Nach ihren Ende und dem Ausstieg vieler Gemeinden aus der Beteiligung am Büchereiwesen waren Leser zunehmend gezwungen, sich in Niebüll mit Lesestoff und andern Medien zu versorgen. Hinzu kam ein "lesefreundlicher" Sommer mit "passendem Wetter". Doch als Hauptgrund führte Steiner das deutlich angestiegene Interesse am Buch an. Erfreuliche Zahlen habe auch das Ausleihen von DVDs gebracht, die die Videokassetten (VHS) mehr und mehr verdängen. "Doch die Leser geben uns oft auch schwer zu ergründende Rätsel auf", ließ Steiner offen, was seine derzeit 3000 aktiven Stammkunden sonst noch in die Bücherei lockt.
Den Büchereibesuchern stehen heute 33 441 Medien (2000 mehr als 2004) zur Verfügung: 26 853 Bücher, 569 Taschenbücher, 1 650 CDs, 849 Videos, 867 CD-ROMs/DVDs, 67 Bilder aus der Artothek, 595 Tonkassetten und 68 Spiele. 86 310 Entleihungen entfallen auf Bücher, 9 382 auf Zeitschriften, 5 405 auf Videos, 8 541 auf CDs, 15 442 auf CD.ROMs/DVDs, 3 800 auf Taschenbücher und 5 886 auf Kassetten. Im Leihverkehr wurden 3 007 Medien beschafft und 1 441 an andere Büchereien abgegeben. Im nächsten Jahr soll der DVD-Bestand (zurzeit 500) erweitert werden.
Jahresbestseller aus Sicht der Niebüller Leser waren in der Kategorie Belletristik Joanne K. Rowlings "Harry Potter und der Halbblutprinz", Dan Browns "Sakrileg" und "Diabolus" sowie Diana Gabaldons "Ein Hauch von Schnee und Asche" und bei den Sachbüchern Sabine Kueglers "Dschungelkind" ,Corinne Hoffmanns "Wiedersehen" sowie Susanna Fröhlichs "Moppel-Ich". Gut gelaufen sind auch die Kochbücher I und II von Tim Mälzer.
Über ihre Funktion als "Ausleihstation" ist die Bücherei seit Jahr und Tag kultureller Mittelpunkt der Stadt. Diesen Status verdankt sie einer Vielfalt von Aktivitäten, die bereits bei Kindern und Jugendlichen mit der "Lesewelle" (jeden Dienstag um 16 Uhr) beginnen. Vier Mal im Jahr laufen Ausstellungen. Zuletzt lockten Margareta Erichsen, Maria Huls, Shizuko Yoshikawa, Klaus Fußmann und vor allem Jan Leseberg, dessen geniale Porträts auf Butterbrotpapier von Typen "bei Lude" Hunderte von Besuchern entzückten. Kari Köster-Lösche las aus "Mit der Flut kommt der Tod" und Tanja Schlie aus "Eine Liebe in der Provence". Das Puppentheater mit "Pettersson und Findus" brachte den Rathaussaal zum Platzen. Tiefe Verbeugungen widmeten der japanische Generalkonsul Tatsuya Miki und dessen Gattin Keiko den kunstbeflissenen Niebüllern und der Bücherei im Rahmen des SHMF. Als weiteren zeitgemäßen Service stellt die Bücherei drei Internet-Plätze (für 3 Euro die Stunde) zur Verfügung, die von Schülern, Studenten und Urlaubern benutzt werden. Im Frühjahr 2006 ist die Stadtbücherei als erste Bücherei Nordfrieslands mit einem Katalog im "Net". PC-User können sich den Bestand zum Hereinschauen herunter laden, Medien vormerken lassen und Ausleihverlängerungen buchen.
In der ersten Ausstellung 2006 stellt Dr. Manfred Reuther den Maler Dyke Johannsen (Tondern) vor. Es folgen Ausstellungen mit Ulla Ruissalo, Bob Bonnies und dem Chinesen Ren Rong. Außerdem wird die Stadtbücherei an der Ausrichtung des plattdeutschen Vorlesewettbewerbs mitwirken.




Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 18.01.2006:

Blumiges Dankeschön für besonders eifrige Leser

Niebüll


dew


Blumen für die Leser des Jahres
Blumen für die "Leser des Jahres", überreicht von Ronald Steiner an Andrea Möllgaard und Tochter Linnea.
Foto: Wrege

Blumiges Dankeschön für eine besonders lesefreudige Familie. Büchereichef Ronald Steiner überreichte Andrea Möllgaard aus Risum-Lindhom als Anerkennung für fleißiges Lesen ein Blumengebinde. Mit 959 Entleihungen sind Andrea und Carsten Möllgaard und ihre Kinder Vincent (18), Jocelyne (16) und Linnea (12) in der Stadtbücherei Niebüll "Leser des Jahres 2005". Einmal wöchentlich fährt eine Abordnung der Familie nach Niebüll in die Bücherei, um sich mit dem Sieben-Tage-Bedarf an Büchern, Zeitschriften, Kassetten, CDs und DVDs einzudecken. Den Weg nach Niebüll ziehen die fleißigen Leser der Inanspruchnahme der Fahrbücherei vor - einerseits, weil sie den Zeitpunkt von Rückgabe und Entleihung selbst bestimmen wollen, zum andern, weil der Service in Niebüll so toll ist, wie Andrea Möllgaard betonte. Die in einem Altenheim beschäftigte Krankenschwester liest sich querbeet durch die Regale, hat aber ein Faible für "entspannend spannende Krimis". Der Nachwuchs deckt sich mit altergemäßem Stoff ein und bevorzugt bei den Tonträgern Rockmusik. Tochter Jocelyne greift zuweilen ins Regal mit Sachbüchern, um sich auf ein schulisches Thema vorzubereiten.


Ausstellung


Klaus Fussmann
"Landschaften und Blumen"


Weihnachtsausstellung vom 27. November 2005- 23. Dezember 2005

Astern, 1990 Linolschnitt


Die Stadtbücherei Niebüll freut sich, den renommierten und erfolgreichen deutschen Maler Klaus Fussmann nach acht Jahren wieder präsentieren zu können. Der Berliner Kunstprofessor, der abwechselnd auch in Gelting lebt, wird zur Austellungseröffnung am Sonntag, dem 27. November um 11.30 Uhr anwesend sein.

Gezeigt werden bis 23. Dezember Landschaften und Blumen - Original-Grafiken aus dem Atelier des Künstlers. Zur Einführung wird Michael Stitz vom Flensburger Tageblatt sprechen - auch darüber freuen wir uns sehr.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 30.11.2005:

Bilder wie ein flüchtiger Blick

Niebüll


kon

Dem Leiter der Stadtbücherei, Diplom-Bibliothekar Ronald Steiner, ist es mit der diesjährigen Weihnachtsausstellung ein zweites Mal gelungen, den renommierten Künstler Klaus Fußmann nach Niebüll zu holen. Bis zum 23. Dezember werden Origial-Grafiken - Lithografien, Linolschnitte, Radierungen und Aquatinta- des mehrfach ausgezeichneten Künstlers in den Büchereiräumen während der Öffnungszeiten gezeigt. Fußmann war zur Vernissage nach Niebüll gekommen. Die Betrachter der Blumen- und Landschaftsbilder des zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Gegenwart zählenden Malers und Grafikers Klaus Fußmann werden vielleicht denken: "Oh, wie schön", war sich Michael Stitz sicher. "Aber Achtung, die scheinbar gut nachzuvollziehenden Empfindungen und Gedanken angesichts der Bilder dieser Ausstellung täuschen uns - auf den ersten Blick". Stitz ist Leiter der Kulturredaktion im Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag. Er führte in das Werk des Künstlers ein. Die Heiterkeit, die die Blätter ausstrahlen, sei eine gebrochene, stellte Michael Stitz fest. Fußmann versuche, das schnelle Vergehen, den Augenblick zwischen Beginn und Ende, in seinen Blumenbildern feszuhalten. "Meine Malerei gleicht meinem flüchtigen Blick", sagt der Künstler. "Mein Ziel ist es, das Zufällige darzustellen". Er weiß jedoch vorher, "es ist unfassbar und ich werde es nie hereinholen". Fußmann malt, wie er sagt, schnell, denn "allein im provisorischen Arbeitenn erschließt sich mir die fliehende Zeit". Die Büchereiräume erwiesen sich bei der Vernissage einmal mehr als zu klein für den Andrang der großen Fußmann-Fangemeinde aus der Region. Wie der Kulturredaktionsleiter ausführte, offenbare erst der zweite Blick des Bildbetrachters das Beunruhigende im Schönen der Werke Fußmanns, das "Flüchtige im scheinbar Vollendeten". Michael Stitz: "Wir sehen die Werke eines Mannes, der die Krise der Malerei, ihre Anfechtungen durch Zeitgeist und Kritiker-Vorlieben hautnah erlebt, verurteilt und intellektuell aufgearbeitet hat". Fußmann schreibt in seinem Buch über den "Wahn der Malerei", dass die Moderne die Kunst auseinandernehme. Weiter heißt es in einem seiner Aufsätze: "In kalter, stiller Wut zerstören die zornigen Künstler die Ästhetik". Der Berliner Kunstprofessor Klaus Fußmann, 1938 in Velbert im Bergischen Land geboren, hat sich nie zu diesen "Zerstörern und Geheimnis-Vernichtern" zählen wollen. Fußmann lebt und arbeitet heute in Gelting und Berlin. Auf seiner Suche nach der "Malerei an sich" fand er seinen Weg zur Landschaftsmalerei, wie aus seinen autobiographischen Texten hervorgeht. Er stellt sich gegen den Strom, versagt sich jedem Trend und "malt das, was ein Bild ergibt". Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl hat, wie Kulturredakteur Stiz wusste, einmal gesagt: "Ich habe noch selten so unkonventionell-frische, heute entstandene Landschaftsbilder gesehen". Er bat Fußmann, Bilder aller neuen und alten Bundesländer für das Kanzleramt zu malen, eine Ehre, die noch nie einem Künstler zu Teil geworden ist.




Aus dem Flensburger Tageblatt vom 13.12.2005:

Klaus Fußmann in Niebüll

Niebüll


Rüdiger Otto von Brocken

"Rückwärts gewandte Malerei?" - "Zu schön, um wahr zu sein?" Immer wieder hat sich Klaus Fußmann in seinem Künstlerleben gegen kritische Töne behaupten müssen. Doch tat er dies nicht, indem er sie mit dem Hinweis auf eine Mehrheit, die sein Werk verehrt, schlicht abtat. Nein, Fußmann blieb einfach seiner Linie treu, auch weiterhin das Beruhigende im Schönen zu suchen, und wurde damit zeitlos moderner als manche ach so modernen Zeiten. Zu denen, die die "Kunst auseinander nehmen", hat Klaus Fußmann nie gehören wollen. Wer zerstört schon das Geheimnis, dem er nachspürt? Doch war er natürlich nicht frei von den Bewegungen seiner Zeit. So kehrte der Künstler erst über das Malen von Berliner Deponien zur Landschaftsmalerei zurück, und entdeckte die größte motivische Herausforderung schließlich in der Blumenpracht des eigenen Gartens. Dennoch ist die Heiterkeit, die Fußmanns Werk nach den Worten des sh:z-Kulturchefs Michael Stitz kennzeichnet, "eine gebrochene" - vergleichbar mit der ungezügelten Freude, die wir über Form und Farben einer Blume empfinden, obgleich wir nur zu gut wissen, wie schnell sie verblüht sein wird. Hier zeigt sich eine Parallele zwischen Fußmann und Heinrich Bölls "Ansichten eines Clowns". Wie treffend, als Protagonist Hans Schnier sich darin mit den Worten "Berufsbezeichnung Clown - ich sammle Augenblicke" vorstellt. Fußmann sammelt gleich zwei Arten von Augenblicken - solche, die seinem Werk zu Grunde liegen und solche, die seinem Werk begegnen.


Märchenstunde


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 08.12.2005:

Beliebte Märchenzeit

Niebüll


dew


In der wöchentlichen Vorlesestunde in der Niebüller Stadtbücherei standen wieder einmal deutsche Kinder- und Hausmärchen auf dem Programm. Die Leiterin des Projekts Franziska Nebelung hießt erneut 20 Kinder willkommen, die "Märchentante" Heidrun Stoltenberg "an den Lippen hingen". Sie hatte tief in die Märchenkiste der Gebrüder Grimm gegriffen, die Geschichte von Rumpelstilzchen erzählt und obendrauf noch die von Dornröschen vorgelesen. Während die Kinder gebannt lauschten, schnurrte leise das Spinnrad von Wiebke Truelsen, die das seltene Hobby des Flachsspinnens pflegt. Das Material, aus dem Textilien in bunter Vielfalt gezaubert werden können, wächst in ihrem Garten am Klanxbüller Süderwisch. Sie bereitet den Flach selbst vor und versteht es meisterhaft, den feinen Faden auf die Spule zu bringen. Vorlesen in der Bücherei ist an jedem Dienstag - und das seit eineinhalb Jahren und stets mit 15 bis 20 Kindern, die dieses Angebot dankbar annehmen. In dieser Woche gab's was obendrauf. Denn mitten in die Vorlesestunde platzte Knecht Ruprecht. Weil gerade Nikolaustag war, hatte er was mitgebracht


Märchenstunde in der Stadtbücherei

Eine spannende Vorlesestunde erlebten die Kinder mit Heidrun Stoltenberg in der Bücherei.
Foto: Wrege


Ausstellung


Jan Leseberg, Rosenkranz
"Leute bei Lude. Skizzen"

01. Oktober 2005 - 31. Oktober 2005 während der Öffnungszeiten

Skizze
Am Samstag, 01. Oktober 2005 wurde in den Räumen der Stadtbücherei Niebüll die aktuelle Austellung "Leute bei Lude. Skizzen" des Künstlers Jan Leseberg eröffnet. Zur Einführung sprach Frau Edda Raspé, Morsum.

Jan Leseberg

geboren 1948 in Hamburg

Ausbildung bei Albert Feser und Volker D. Heydorn in Hamburg.

Architekturstudium an der Uni Hannover.

Meisterschüler und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Zeichnen und Malen.

Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Dänemark, Florenz und Tokyo.

Studienaufenthalte in Carrara (Skulpturen in Marmor) und Florenz (Radierung und Lithografie).

Seit 1973 Mitglied im BBK Hamburg, seit 1982 auch im BBK Schleswig-Holstein.





Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 07.10.2005:

Selbstbildnis Jan Leseberg
Selbstbildnis des Jan Leseberg
Foto: Wrege

Kunst und Currywurst: Ein Imbiss wird zum Atelier

Niebüll


dew

Er saß bei Lude im Imbiss nahe der Grenze. Hörte Leuten zu, wie sie redeten. Er beobachtete und zeichnete sie und schaute ihnen tief in die Seele. Sie sahen ihm zu. Erkannten sich wieder, jedoch anders als sie sich auf einen Foto sehen würden. Jetzt zeigte Jan Leseberg (57) in der Stadtbücherei 39 seiner 140 "Rosenkranzer Skizzen", auf denen er Typen festhielt, die bei Karl-Ludwig Ingwersen (ebenfalls 57) einkehrten, um in einen "Wiedingharder Burger" oder in den von Ehefrau Anke meisterhaft zubereiteten "Rosenkranzer Fisch-Burger" zu beißen. Freunde halfen ihm, eine sehenswerte Ausstellung in der "schönsten Bücherei Nordfrieslands" zu arrangieren: Büchereichef Ronald Steiner in seinem professionellen Reich bei der Auswahl und beim Hängen der Bilder, Edda Raspe, Goldschmiedin aus Morsum und noch bekannt als "Grüne" im nordfriesischen Kreistag, bei seiner Vorstellung vor so vielen Kunstfreunden, Freunden und Neugierigen und Leuten, die er im grenznahen Mini-Restaurant auf Einwickelpapier skizzierte. "Lude hatte nichts anderes", erklärte er die skurrile Art, künstlerisches Tun auf eine solche Unterlage zu bannen. Der Fanclub des Jan Leseberg hörte ebenso gespannt wie amüsiert zu, was die Raspe über den Architekten, studierten Künstler und einstigen Meisterschüler und wissenschaftlichen Mitarbeiter am Hannoverschen Lehrstuhl für Zeichnen und Malen zu berichten hatte. Kennen gelernt hatte sie Leseberg aus ihrer Mitarbeit in der nordfriesischen "IG Baupflege" und bei den zahlreichen Projekten, bei denen der Architekt Leseberg vom Verfall bedrohte Objekte der friesischen Hauslandschaft sanierte, renovierte und vor dem Verfall rettete.
Jan Leseberg, begab sie sich in die Fußtapfen des Künstlers, gehe bei Karl-Ludwig Ingwersen ein uns aus. Dort treffen sich Menschen - Deutsche und Dänen -, ernähren sich und erzählen Geschichten. Er hört ihnen zu und zeichnet sie - macht Porträts und zieht das Wesentliche aus seinen "Typen" heraus, die sich nicht extra fein gemacht und in Pose gesetzt haben. Beim Zeichnen nimmt er sich zurück, nimmt die Leute jedoch wahr, kontaktet sie auf seine Weise, erfasst das Wesentliche, erspürt Sympathie, Wärme, Trauer, Humor und individuelle Prägung und Befindlichkeit. Wer ihm zusah, verspürte Verständnis und fand Zugang zur Kunst , die andere krasser und expressiver artikulieren als er. Jan Leseberg liebe Menschen und das Leben, sagte Edda Raspe. Man muss ihm für diese schöne Ausstellung danken. "Es gibt da in der Tat eine Menge zum Gucken." Und das ließen sich die Fans des Jan Leseberg nicht zwei Mal sagen, obwohl dieser die Leute vor sich mit diesem Bonmot warnte: "Lieber vom Leben gezeichnet werden als von Jan Leseberg."


Karl-Ludwig Ingwersen, Jan Leseber, Edda Raspé und Anke Ingwersen

Gut Lachen vor einer gelungenen Ausstellung haben Karl-Ludwig "Lude" Ingwersen, Jan Leseberg, Edda Raspé und Anke Ingwersen (v. li.)
Foto: Wrege


Lesung


Tania Schlie
"Eine Liebe in der Provence"


Autorenfoto Tania Schlie © Petra Becker

Am 26. Oktober 2005 war die Autorin Tania Schlie in der Stadtbücherei Niebüll zu Gast. Sie las aus ihrem neuen Roman "Eine Liebe in der Provence".

Hierzu luden die Stadtbücherei Niebüll, die Bücherstube Leu und die Volkshochschule Niebüll herzlich ein.

Presse-Information: Enttäuscht von ihrer Ehe kehrt Hanna an den Ort zurück, der für sie schon einmal der Schauplatz für eine Wende in ihrem Leben war. Die Schönheit und Ruhe der Provence hatten bereits in den Sommern ihrer Kindheit eine magische Wirkung auf sie. Hanna folgt den Spuren einer lang zurückliegenden Liebesgeschichte, die ihr hilft, ihr eigenes Leben zu ordnen.

Tania Schlie, geboren 1961, arbeitete lange Jahre als Verlagslektorin. Nach Anthologien und wissenschaftlichen Beiträgen erschien 2001 ihr Debütroman "Die Spur des Medaillons", der viele begeisterte Leserinnen fand. Sie ist heute freie Lektorin und Autorin, hat zwei Kinder und lebt mit ihrer Familie in Glückstadt.



Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 02.11.2005:

Tania Schlie will weiter schreiben

Niebüll


kon

Dass Lektoren keine Bücher schreiben und Autoren keine Lektoren sein können, wie die schreibende Zunft gern behauptet, widerlegt Tania Schlie bereits mit ihrem dritten Roman "Eine Liebe in der Provence". Die studierte Politologin und Germanistin, die als Lektorin unter anderem in einem renommierten Verlag in Hamburg als Lektorin gearbeitet hat, las in der Niebüller Stadtbücherei aus ihrem soeben erschienenen Roman. Die gut besuchte Veranstaltung war von der Stadtbücherei, der Volkshochschule Niebüll und der Bücherstube Leu initiiert worden. Tania Schlie erzählt in ihrem neuen Roman in eindringlichen Bildern von der Kraft der Liebe und dem Mut zum Neuanfang: Hanna, enttäuscht von ihrer Ehe, kehrt an einen Ort in der Provence in das alte Bauernhaus "Les Oliviers" zurück, der schon einmal Schauplatz für eine Wende in ihrem Leben war. Hier folgt sie den Spuren einer lang zurückliegenden Liebesgeschichte, die ihr hilft, ihr eigenes Leben zu ordnen und ihren bohrenden Selbstzweifeln zu entkommen. Hanna will etwas verändern in ihrem Leben bevor es zu spät ist. Am Beispiel der jungen Victoire, die vor 30 Jahren in demselben Haus lebte und sich in den deutschen Flüchtling Franz verliebte, gelingt es Hanna, sich von ihrem übermächtigen Vater zu befreien. In "Eine Liebe in der Provence" sind zwei Geschichten miteinander verwoben. Die Passagen, die Tania Schlie ihren Zuhörern in der Stadtbücherei vorstellte, machen neugierig auf die ganze Geschichte. Man möchte mehr erfahren über das Schicksal der Personen. Wie ging sie aus, die "unmögliche" Liebe zwischen Victoire und Franz im Zweiten Weltkrieg? Die Autorin, die heute mit ihrer Familie in Glückstadt lebt, beantwortete nach der Lesung bereitwillig jede Menge Fragen, ließ aber das Ende ihres Romanes offen. Schlie ist Kennerin der Provence. Für die Handlung ihres Buches hat sie dort lange recherchiert. Ein Jahr hat sie danach geschrieben, und zwar Tag für Tag. "Man muss dran bleiben, die Geschichte entgleitet einem sonst sehr leicht". Da sie gern schreibt und sich nicht an den Schreibtisch "peitschen" muss, sei die tägliche Schreibarbeit für sie kein Problem. Die Handlung ihrer Geschichte, die die Autorin vorher im Kopf hat, verselbständige sich manchmal. "Die Personen wachsen mir auch ans Herz", bekannte sie. Tania Schlie hat die Verbindung zwischen Geschichte, Politik und Literatur immer interessiert. Bevor sie zurückkehrte in den Norden der Republik arbeitete sie als freie Lektorin am Bodensee. Dass sie Buchautorin wurde, verdankt sie einem Zufall. Sie lernte am Bodensee zwei Verleger kennen. Bei einem Glas Wein überlegten die drei, wie "ein richtiger Schmöker" aussehen sollte. Jeder sollte sich eine Geschichte überlegen und sie dem Verlag vorstellen. Tania Schlies "Die Spur des Medaillons" gefiel sofort und wurde nach Anthologien und wissenschaftlichen Beiträgen als im Jahre 2001 erschienener Debütroman Schlies ein Erfolg. Es folgte "Elsas Erbe", die mitreißende Geschichte einer ungewöhnlichen Frau. Nach "Eine Liebe in der Provence" wird der vierte Roman nicht lange auf sich warten lassen. "Ich habe eine neue Idee", verrät die 1961 in der Nähe von Bremen geborene Schriftstellerin.


Ausstellung


Shizuko Yoshikawa, Zürich (CH)
"Konstruktive Kunst aus Japan"


Bild: Shizuko Yoshikawa

Die Stadtbücherei Niebüll beteiligte sich mit der Ausstellung der japanischen Malerin Shizuko Yoshikawa am Museumssommer 2005, der den Schwerpunkt Japan hatte. Für die Stadtbücherei war dies bereits die sechste Festivalbeteiligung.

Am 09. Juli 2005 eröffnete Prof. Achim Czemper aus Hamburg die Begleitausstellung zum Schleswig-Holstein Musik Festival in den Räumen der Bücherei. Bei der Ausstellungseröffnung waren der Landrat des Kreises Nordfriesland, Herr Dr. Olaf Bastian, der japanische Konsul aus Hamburg, Herr Ichiro Shimogaite und die in Zürich lebende Künstlerin anwesend. Bis zum 30. August 2005 erwartete die Besucher der Ausstellung 30 Arbeiten auf Papier, die der konstruktiven Kunst zuzuordnen sind.

Dr. Bastian, Prof. Czemper, Konsul Shimogaite, S. Yoshikawa, R. Steiner und Dr. Garbrecht
Landrat Dr. Bastian, Prof. Czemper, Konsul Shimogaite, Frau Yoshikawa, Büchereichef Steiner und Dr. Garbrecht (v.li.)
Konsul Ichiro Shimogaite
Konsul Ichiro Shimogaite während seiner Rede in der Stadtbücherei
Shizuko Yoshikawa
Shizuko Yoshikawa beim Signieren der Poster




Die Ausstellung Shizuko Yoshikawas war Anlass eines Besuches des japanischen Generalkonsuls Tatsuya Miki in der Stadtbücherei Niebüll am 17. August 2005.


Aus dem Nordfriesland Tageblatt vom 18.08.2005:

Prof. Brandt und Ehepaar Miki mit Büchereichef Steiner
Besuchten die Ausstellung:
Prof. Andreas Brandt, das Ehepaar Keiko und Tatsuya Miki mit Büchereichef Ronald Steiner (v.li.). Foto: Wrege

Hoher Besuch in der Stadtbücherei

Niebüll


dew

Gestern stattete der japanische Generalkonsul Tatsuya Miki (Hamburg) in Begleitung seiner Ehefrau Keiko der Stadtbücherei Niebüll einen Kurzbesuch ab. Anlaß der Stippvisite des hohen Gastes auf der Rückreise von Sylt in die Hansestadt war die derzeit in der Bücherei laufende Ausstellung seiner Landsmännin Shizuko Yoshikawa. Die Japanerin zeigt im nordfriesischen Niebüll konstruktive Malerei und Grafik. Ihre in zarter und beschaulicher Farbgebung gehaltenen Arbeiten aus der jüngsten Schaffensperiode erläuterte der mit der in der Schweiz lebenden Malerin befreundete Konstruktivist Prof. Andreas Brandt.
Ein Kurzporträt der gastgebenden Stadt Niebüll, die sich mit dieser Ausstellung am Begleitprogramm zum Schleswig-Holstein-Musik-Festival (SHMF) beteiligt, gab Büchereileiter Ronald Steiner. Generalkonsul Miki war einen Tag zuvor zu Gast auf Sylt, wo er das Konzert eines japanischen Quintetts erlebte. Vor dem Besuch der Ausstellung in Niebüll machte der Diplomat Station in der Nolde-Stiftung Seebüll. Wenn Tatsuya Miki nicht beruflich tätig ist, widmet er sich seinen Faibles Kultur und Sport. Kulturell sind es die bildenden Künste - speziell die Malerei. Sportlich ist er mehr dem Fußball zugetan und Stammgast bei den Heimspielen des Hamburger SV, für den der in Japan sehr beliebte Bundesligaprofi Naohiro Takahara auf Torejagd geht.


Puppentheater


Firlefanz - Theater mit Puppen, Hagen

"Pettersson und Findus"

Die Stadtbücherei Niebüll veranstaltete am 08. August 2005 im Sitzungssaal des Rathauses Niebüll ein Puppentheater. Das Theater mit Puppen "Firlefanz" aus Hagen spielte das Stück "PETTERSSON und FINDUS". Hierzu waren alle Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen.

Bild: Pettersson und Findus Infos zum Stück:
"Pettersson und Findus" ist ein Stück nach den Kinderbüchern von Sven Nordqvist über Abneigung und Zuneigung, über Freundschaft und schlechtes Wetter, gespielt von einem Schauspieler und einer Katze mit viel Witz, Sehnsüchten, Tempo, Träumen und Musik für die ganze Familie. Was für eine Welt tut sich da auf! Doch der alte Pettersson und der witzige Findus können trotz ihrer Verschiedenheit sehr gut miteinander auskommen. So kann man miterleben, dass Kater Findus mindestens dreimal im Jahr Geburtstag feiert, wie man einen wilden Stier austrickst und an welcher genialen Erfindung Pettersson gerade arbeitet. Und an die singenden Hühner auf Petterssons Hof wird sich bestimmt jeder noch lange erinnern...

» www.theater-firlefanz.de


Bild: Pettersson und Findus Bild: Pettersson und Findus
Bild: Pettersson und Findus Bild: Pettersson und Findus
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zuletzt aktualisiert am 31.08.2017 | webmaster | © 2005 Stadtbücherei Niebüll